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(Nüchterner Mung
Amtsblatt * All-emeiner amtlicherKazeLyer für -ea Kreis -Echtem
liche Bekanntmachungen
vratsamt.
Vruckfehlerberichtigung.
meiner Verfügung^ vom 27. November d. 3s. Nr. - Schüchterner Zeitung Nr. 144 —, betr. BeKäm- der Muckenplage, ist in der zweiten Zeile anstatt bungsapparat" „Bestäubungsapparat" und in der Mn Seile anstatt „Betäubungsmasse" „Bestäubungs-
‘ A^ Züchtern, den 30. November 1929.
Der Landrat. 3. D.: Schultheis.
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,4lr. 10719. Auf Antrag der zuständigen Forstver- Msbehörde habe ich die Mitwirkung bei der Aus= der Jagdpolizei dem Förster Sauer zu Gundhelm W Gemarkungen Gundhelm, Hütten, Dberzell, Sterb= Meichersbach und in dem früheren Gutsbezirk Ram= übertragen.
Achtern, den 26. November 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
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Kreisausschutz.
ttr. 5544 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land- inben des hiesigen Kreises werden hiermit wiederholt
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ie Erledigung meiner Verfügung vom 5. August d. 3s. .-llr. 3566 K. A. — (Kreisblatt Nr. 94) betr. Linsender Gemeinderechnung nebst Belägen für das Nech- rjahr 1928/29 erinnert. Erledigung wird innerhalb agen bestimmt erwartet.
Kchtern, den 28. November 1929.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
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r. 5424 K. A. Die Herren Bürgermeister der Landenden des Kreises mache ich auf das im Landgemeinde- G. m. b. h. in Berlin W 9. Potsdamerstr. 22a neue Jahrbuch der Landgemeinden für das Jahr aufmerksam. Das Jahrbuch, dessen Bezugspreis Ritt. beträgt, ist ein Ratgeber für die Bürgermeister, indeverordneten und sonstigen Gemeindebeamte. Ich daher die Anschaffung des Buches den Gemeindever- ngen empfehlen.
chlüchtern, den 27. November 1929.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
l^ttr. 5535 K. A. Am Montag, den 16. D e- Per d. 3 s., 10 Uhr findet im Kreishaus Hierselbst Atzung des Kreistags statt.
ichlüchtern, den 29. November 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
Bolksentscherd am Goldenen Sonntag.
ErUu, 2. Dezember. Die Verordnung zur Rührung des Volksentscheids ist nunmehr ergänze Abstimmung findet am Sonntag, dem 22. statt. Der Stimmzettel ist in gleicher Weise wie beim Volksentscheid „Fürstenenteig- . Die Frist für die Auslegung der Stimmlisten ^timmkarteien ist auf die Zeit vom 8. bis 15. De- Er lestgesetzt. Für Bayern und Thüringen ist die lEgungsfrist auf die Zeit vom 12. bis 15. Dezember worden.
f russischen Auswanderer auf deutschem Boden.
idtkuhnen, 2. 12. fwB) Kurz nach Mitternacht der erste Transport deutschstämmiger Bauern aus in Eydtkuhnen ein. Er bestand aus 244 Tr- Wen und 157 Kindern. Nach der Desinfizierung wurzle Flüchtlinge in die Schlaffäle geführt. Die Aus= «er besitzen außer der Kleidung, die sie tragen, nur Betten und Decken. Einer der Flüchtlinge gab der Ausdruck, auf deutschem Boden angelangt zu sein. ____i I Erste Weitertransport nach Hammerstein via Marien- ; 5M I Erläßt Lydtkuhnen bereits Montag abend und 'trifft |S a9 früh in Hammerstein ein.
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S, . Sm Zuchthaus Sonnenburg verübte ein zu längerer M'tchrafe verurteilter Verbrecher dadurch Selbstmord, seinen Kopf im Arbeitsraum der Buchbinderei - §5^? f große Papierschneidemaschine steckte und sich selbst
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t In Thampigny fand am Sonntag eine von den fran- 6^ Socialisten verunstaltete Kundgebung für den $rie= U |M zugunsten der deutsch-französischen Annäherung
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g As dem Klöcknerwerk Haspe stürzte ein Wellblech- ■ «n und begrub fünf Arbeiter. Einer wurde getötet, I wurden schwer, ztvei leicht verletzt. « einem Einsturzunglück in Marseille wurden ?F^M^rsonen getötet. Weitere zehn Personen sind verletzt
Dienstag, den 3. Dezember 1929
Koblenz feiert seine Befreiung.
Nächtliche Feier am Deutschen Eck.
Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete teilte am Sonnabendabend dem Oberbürgermeister von Koblenz mit, daß die Botschafterkonferenz in Paris die bisher noch nicht aufgehobenen Besatzungs- ordonnanzen nunmehr aufgehoben habe. Damit ib die bisher noch bestehende Einschränkung für die
zweite Zone des besetzten Gebietes gefallen, so daß liefe Zone nunmehr sowohl miltiai’fd) als auch po Misch und juristisch geräumt und als frei an- zusehen ist.
Die Befreiungsfeier konnte nach dieser Mitteilung ! programmäßig durchgeführt werden. In der 'Nach: ; vom Sonnabend zum Sonntag versammelten üd) die ; Einwohner von Koblenz zu vielen Tausenden am „Deutschen Eck" an der Moselmündung zu einer mit- j ternächtigen Kundgebung. Oberbürgermeister Rüssel ; hielt dabei eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:
„In dieser Feierstunde wird sich unser erster Gedanke hinauf zum Sternenzelt schwingen und hinauf zum Herrn der Welten. Ihm sei die Ehre! Ihm dankt die Stadt Koblenz, daß er uns den Ehrentag der Freiheit erleben ließ, daß er uns beschützte und beschirmte in bitterster Not und schwerstes Unheil uns
ersparte. Mit dem stunde sinke in die und mit ihm steige Glücks! Der tapfer
Glockenschlag der Mitternachtsdunkle Nacht die Besatzungsnot empor das Morgenrot neuen bekämpften gemeinsamen Gefahr
entronnen, reichen sich die Brüder in Freuden die brüderliche Rechte. Die Feuerprobe ist bestanden, und leuchtenden Auges tritt die Bevölkerung vor ihre anderen Volksgenossen hin."
Der Oberbürgermeister gedachte sodann der Brüder vom Oberrhein, von Mosel und Saar, die immer noch nicht in die Einheit des freien deutschen Vaterlandes zurückgekehrt seien und sprach den Wunsch uns. daß sie in Kürze der gleichen Freude teilhaftig würden.
der preußischen Regierung, Minister Dr. Becker, und alle übrigen Vertreter der Behörden, Verbände und der Presse. Er gedachte weiter der vielen Opfer der Besatzungszeit an Leib und Leben, Gut und Ehre. Rhein und Mosel, die sich hier zu Deutschlands hochschlagender Pulsader zusammenfänden, riefen allen das mahnende Wort zu, abzulassen von Hader und Zwist und zusammenzustehen zum kraftvollen Aufbau des Reiches. Der Oberbürgermeister schloß mit dem Zitat des alten Ehrenliedes „Flamme empor" und forderte die Vergammelten auf, die Reihen zu schließen und der Zukunft trotz aller SchicksalSschlüge vertrauensvoll ins Auge zu schauen. Aus dem Ehren- breitstein sei die fremde Flagge gesunken, und Hochaus steige jetzt flammenumloht die deutsche Fahne, das Zeichen der wiebererrungenen Vereinigung mit dem Baterlande.
Jubelnd fiel die Menge ein in das dreifache Hoch auf das deutfche Vaterland.
Nach dem Oberbürgermeister sprach Minister v. Gusrard, der der Koblenzer Bevölkerung die Grüße der Reichsregierung übermittelte.
Ein Gruß an den ReichspräsideutLn.
Anläßlich der mitternächtlichen Befreiungsfeier in Koblenz sandte der Oberbürgermeister von Koblenz im 'Namen der Versammelten Telegramme an den Reichspräsidenten von Hindenburg und den preußischen Ministerpräsidenten Braun. Das Telegramm an Hindenburg lautete:
„Die am Deutschen Eck zu Koblenz zur Feier der Befreiung von elfjähriger Besatzungsnot versammelte Bürgerschaft der Stadt Koblenz gedenkt in ihrer Weihestunde, in der seit Kriegsende zum ersten Male wieder die deutsche Flagge von der Höhe des Ehren- brettsteins auf die Rhein- und Moselstadt herabgrüßt, ihres hochverehrten Ehrenbürgers und Reichspräsiden ten und entbietet in tiefer Dankbarkeit für alles, was Exzellenz im Krieg und Frieden für das deutsche Volk und insbesondere für das rheinische Land getan haben, erneut das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum deutschen Vaterlande."
Die Feier in der Stadthaüe.
Die Hauptfeier fand am Sonntagvormittag in der Stadthalle statt. Oberbürgermeister Rüssel hielt auch hier die Festrede.
Er schilderte zunächst den Rückzug der deutschen Truppen über den Rhein im Jahre 1918 und den Einzug der fremden Besatzung und kam in diesem Zusammenhang auf die schweren Tage des Ruhrkampfes und des Freiheitskampfes gegen die Sonderbündler zu sprechen. Zwei Tatsachen müßten festgehalten werden: Hätten Rheinland und Westfalen den Ruhrkampf vicht ausgenommen, und so der ganzen Welt das Unrecht der Gewaltaktion vor Augen geführt, so gäbe es heute keine Freiheit in diesem Gebiet. Die Stimme des Volkes, die sich bei der schroffen Ablehnung irgend-
81. Jahrs
welcher Gemeinschaft mit den Sonderbündlern geäußert habe, sei ein unverfälschtes Gottesurteil über
sie gewesen, dem sich niemand entziehen konnte.
Er entbot dann den ersten Gruß dem getreuen Ekkehard des deutschen Vaterlandes, dem Ehrenbürger der Stadt Koblenz, dem Reichspräsidenten von Hindenburg, dessen ermunternde zur Einigkeit mah- nKrde Worte alle im Aushalten wirksam bestärkt hätte. Er sprach ferner der Reichsregierung und der preußischen Regierung Dank aus für die stets gewährte treue Hilfe, ebenso dem Oberpräsidenten der Rüernprovinz, Dr. Fuchs. Dann gab er den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung von Koblenz bekannt, wonach dem Oberpräsidenten das Ehrenbürgerrecht der Stadt Koblenz als Dankesbezeugung für seine warmherzige Fürsorge verliehen worden sei. Werter gedachte er in herzlichen Worten des verstorbenen Ministers Dr. Stresemann.
Im weiteren Verlauf seiner Rede gab Dr. Rüssel bekannt, daß der Chef der Heeresleitung der Bitte der Stadt entsprochen habe, Sie Feldzeichen des ehemaligen 8. Armeekorps, der ruhmvollen Wacht am Rhein, der Stadt Koblenz zu treuen Händen zu überlassen. Die Stadt nehme die 28 Feldzeichen als em kostbares Vermächtnis in tiefer Dankbarkeit entgegen und gelobe an diesem Tage der Freiheit, sie heilig zu halten im Andenken an den Ruhm derer, die für unsere Freiheit in den Tod gegangen seien.
Die Vefreiungsseler in Aachen.
Wie in Koblenz fand auch in Aachen, dem Haupt- ert der bisherigen belgischen Besatzungszone, in der Nacht zum Sonntag eine große Kundgebung der Bürgerschaft statt, und zwar vor dem Rathause. Oberbürgermeister Dr. Rombach hielt dabei eine Ansprache, in der er der Freude über die endliche Befreiung Ausdruck gab. Nach Zeitungsmeldungen wurde ihm von der Zensur aus der Rede ein Satz gestrichen, in dem er der deutschen Brüder in Eupen und Malmedy
Die Hauptfeier fand am Sonntagvormittag statt. Die Festrede hielt der Minister für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth.
Hindenburgs Gruß an das Rheinland.
Auf die kurze telegraphische Mitteilung des Ober- präsidenten Fuchs, daß die Flagge auf dem Ehren- breitstein niedergeholt sei, antwortete Hindenburg mit
folgendem Telegramm:
„In der Stunde, da Zone beendet und diesem gegeben ist, gedenke ich rheinischen Bevölkerung.
die Räumung der zweiten Gebiet die Freiheit wieder- in Dankbarkeit der treuen Sie hat in den elf Jahren
fremder Besatzung schweres Schicksal erduldet, aber die Treue sum Vaterland in harten Tagen erprobt. Das soll ihr unvergessen bleiben! Allen denen, die im Klänge der Freiheitsglocken sich heute zur Erneuerung ihres Bekenntnisses zum Vaterlande in dem nun befreiten rheinischen Geviet versammeln, entbiete ich in enger Verbundenheit herzlichste Grütze. Ich ver- fnüpfe damit die Hoffnung, daß auch dem noch besetzten Teil deutschen Landes bald die Stunde der Freiheit schlagen möge. gez. von Hindenburg, Reichspräsident."
Ein Telegramm des Reichskanzlers.
Der Reichskanzler sandte an den Oberpräsidenten Fuchs folgendes Telegramm:
„Am heutigen Tage hat die fremde Besatzung die zweite Zone des besetzten Gebietes verlassen. Die Fahne Schwarz-Rot-Gold weht wieder über unabhängigem deutschen Land. Als freie Deutsche können uns unsere Brüder wieder die Hand reichen. In diesem feierlichen Augenblick deutscher Geschichte ist es der Reichsregierung eine Herzenssache, allen unseren Volksgenossen des jetzt befreiten Gebietes die innigsten und freudigsten Grütze zu entbieten. Sie verbindet damit den Dank des ganzen Deutschlands für die Charakterstärke und nationale Würde, mit der die Bewohner der zweiten Zone alles Schwere der vergan genen Jahre getragen haben."
— Das Nobcl-Komiiee des norwegischen Parlaments ha geschlossen, weder den Friedensnobelpreis für 1928, noch für 1929 zu verteilen. Der Preis von 1928 soll einem besonderen Fonds überwiesen, der Preis für 1929 für das nächste Jahr aufgespart werden.
— Präsident Hoover hat die Hinausschiebung des Baues von drei Kreuzern bis nach dem Abschluß der Londoner Seeabrüstungskonferenz gebilligt.
— In Nantaspet-Deach, einem Vergnügungsort bei Boston, wurden fünf Ausflugsdampfer, vier Häuser und ein Teil des Vergnügungsparkes durch Feuer zerstört. Der Schaden wird auf vier Millionen Mark geschätzt.
— Zwischen den Stationen Cuciurul und Dumbrava in Rumänien wurde ein Zug von fünf Räubern Überfällen. Sie drangen in den Gepäckwagen ein. fesselten die beiden Beamten und raubten den Wagen aus. Es gelang ihnen, zu entkommen.