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gr. W (L Blatt)

GamStag, den 7. Dezember 1929

81. Zchig.

Mliche Bekanntmachungen

Wgdratsamt.

Ij^r. 10873. Im Monat November sind für folgende Äonen Jagdscheine ausgestellt worden:

a. Iahresjagdscheine:

-Kosenberger, Andreas, Gastwirt, Schlächtern, .Sommer, IustizinspeKtor, Schlächtern, Stiebeling, Stadtbaumeister, Schlächtern, Aemmig, Adam, Elektrotechniker, Schlächtern, Lauer, Friedrich, Schreinermeister, Uttrichshausen, Äahn, (Emil, Sandwirt, Neustall, Bauer, Alfred, Bad Brückenau,

Wert, Kaspar, Landwirt, Gberzell, ?SMe, Amtsgerichtsrat, Schwarzenfels, Käfer, Johann, Georg, Grtsdiener, Mottgers,

-Koth, Herbert, Ahlersbach,

Kuppel, Karl, Lehrer, Bad Soden, Rollmann, Lothar, Zahntechniker, Schlächtern, Uffelmann, Kaspar, Leinweber, Bellings, Weber, 3., Rendant, Romsthal,

Seiler, Ludwig, Gberpostschaffner, Iossa,

Wrathe, Förster i. R., Bad Soden,

Ädsmibt, Walter, Nentmeister, Ramholz,

Wähler, Gtto, Kreisschätzer, Schlächtern, Item, Karl sr. Frankfurt a. M., Wreund, Adam, Kaufmann, Schlächtern, Wender, Gbersteuerinspektor, Schlächtern, ,lW, Konrad, Zimmermann, Gberkalbach, »Kofmann, Wendelin, Gärtner, Steinau, ippert, Hans, Jagdaufseher, Zeitlofs, MudB, Karl, Schlosser, Schlächtern,

b. Tagesjagdscheine:

MN Klipstein, Hektor, Bankkassierer, Bad Soden, Mfert, Nikolaus, Gastwirt, Gundhelm, Gerhard, Karl, Bad Bräckenau,

Müller, Kaspar, Zimmermeister, Züntersbach, Euglert, Joseph, Amtsgerichtsrat, Bräckenau, ühmer, Valentin, Bräckenau,

c. Unentgeltliche Jagdscheine:

Krause, Hilfsförster, Jossa, Biller, Förster, Gberkalbach.

Tchlüchtern, den 2. Dezember 1929.

Der Landrat- 3. D.: Schultheis.

t«H Schlächtern.

Bekanntmachung

^k 5timmkartei über die am 22. Dezember 1929 statt- ^nde Abstimmung zur Durchführung des Volksentscheids ® den Entwurf desGesetzes gegen die Versklavung f Deutschen Volkes (Freiheitsgesetzes)" liegt in der Zeit m Sonntag, den 8. Dezember 1929 bis Sonntag, den Dezember 1929 im Rathaus Dienstzimmer des Oberinspektors zur Einsichtnahme der Wahlberech- M öffentlich aus und zwar an den Werktagen von vor- 81/2Z2 Uhr und an den beiden Sonntagen von Mittags 10-11 Uhr.

wer die Stimmkartei für unrichtig oder unvollständig Mann dies bis zum Ablauf der Auslegungsfrist beim Wjtrat schriftlich anzeigen oder zur Niederschrift geben, fit die Nichtigkeit, seiner Behauptungen nicht offen- ist, hat er für sie Beweismittel beizubringenö

^fuchlern, den 5. Dezember 1929.

L Der Magistrat: Gaentzlen.

L Bekanntmachung.

^ Temäßheit der Bekanntmachung des Herrn Land- M°m 3. d. Mts. I.-Nr. 10780 II (Schlüchterner rn9 Nr. 145) sowie in Abänderung unserer Bekannt- Mng oom 29. Oktober 1929 (Schlüchterner Zeitung J31) wird hierdurch bestimmt, daß die Verkaufs- .t , an den 3 letzten Sonntagen vor Weihnachten wie ® °m" gehalten werden dürfen:

| am 8. Dezember 1929

| n"16 Uhr (11 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachm.)

| am 15. Dezember 1929

® ^18 Uhr (11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachm.)

^ 1117

am 22. Dezember 19 2 9

ä. - Uhr (11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachm.). W Freigabe des ersten Sonntags (8. Dezember) ist £ ^r Bedingung erfolgt, daß die Ladengeschäfte am Es Nbend, den 24. Dezember, schon um 17 Uhr aachmittags) geschlossen werden. »Züchtern, den 6. Dezember 1929.

Die Polizeiverwaltung Gaenßlen.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

Die Stimmlisten über die am 22. ds. Mts. statt- findende Abstimmung zur Durchführung des Volksentscheids Freiheitsgesetz" liegen in der Zeit vom Sonntag, den 8. Dezember bis einschließlich Sonntag, den 1 5. Dezember 1929 im Rathaus Zimmer Nr. 3 zur Einsichtnahme der Wahlberechtigten öffentlich aus. und zwar an den Werktagen von 812V2 Uhr und an den beiden Sonntagen von 1112 Uhr.

Einsprüche gegen die Stimmlisten sind bis zum Ablauf der Auslegungsfrist beim Magistrat anzubringen.

Steinau, den 5. Dezember 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Die Herstellung künstlichen Gummis gelungen.

London, 6. Dezember. Einer Meldung aus New Hork zufolge, wurde von dem Edison-Laboratorium in Westorange bekanntgegeben, daß es nach den jahrelangen Versuchen nun­mehr gelungen sei, Gummi aus Goldrute zu machen, einer in großen Mengen vorkommenden Unkrautart. Die Pflanze ent­hält so viel Gummi, daß dessen Produktion zu einem Preise von 65 Pfennig das Pfund möglich ist.

Schweres Explosionsunglück.

Dortmund, 6. Dezember. Am Donnerstagvormittag ereignete sich auf dem Thomaswerk der Vereinigten Stahl» Werke, Abt. Dortmunder Union, ein folgenschweres Explosions» Unglück. Aus bisher noch unbekannter Ursache explodierte um 11^ Uhr eine Coquille (eiserne Gutzform). Durch die umher­spritzenden glühenden Eisenmassen wurden sieben Arbeiter so schwer verletzh daß sie sofort dem Krankenhaus zugeführt wer­den mutzten. Drei der Verletzten haben so schwere Brand­wunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wer­den muß.

Das Defizit der Diezer 600-Jahr-Feier.

D i e z, 6. Dezember. Bekanntlich konnte die Stadt D i e z Ende Juni 1929 die 600-Jahr-Feier unter überaus zahl­reicher Beteiligung auswärtiger Gäste begehen. Trotzdem sind die Einnahmen noch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dem Vernehmen nach sollen die Ausgaben um rund 18 000 Mark die Einnahmen überschreiten. Dieser Betrag ist durch die Stadt zu decken.

«- Briand über die Saarverhandlungen. In einem Ant­wortschreiben des französischen Außrnministers B r i a n d an den Auswärtigen Ausschuß der französischen Kammer weist Briand darauf hin, daß er sich auf der Haager Konferenz ge­weigert habe, die Saar Verhandlungen einzuleiten, und versichert, daß die gegenwärtig im Pariser Auswärtigen Amt geführten VerlMndlungen auf rein wirtschaftliche Fragen Bezug hätten, während die politischen Fragen zurückgestellt seien. Das Antwortschreiben Briands bezog sich auf eine an Briand gerichtete Aufforderung, dem Auswärtigen Ausschuß Aufklärungen über die gegenwärtigen Saarverhand­lungen zu geben.

-n Der päpstliche Nuntius in Berlin wird abberufen. Das Blatt des Vatikans, derOsservatore Romano", meldet: Monsignore Pacelli, der päpstliche Nuntius (Gesandte) in Berlin, der dieser Tage in Rom weilte, hat bei seiner Rückkehr nach Berlin sein Abberufungsschreiben vom Posten des aposto­lischen Nuntius mitgenommen, weil der Papst geruhen wird, ihn im nächsten Konsistorium zum Kardinal zu erheben.'

Londoner Meldungen zufolge ist nach einem Meinungs­austausch eine Einigung erzielt worden, daß die nächste Völker» bundsratstagung am 13. Januar beginnt.

Der durch seine verunglückte Polarfahrt bekannt gewor­dene italienisch« General Nobile kam auf der Rückreise von Paris nach Friedrichshafen, machte einen Besuch im Luftschiffbau Zeppe­lin und bei Dr. Eckener.

Briand überreichte dem italienischen Botschafter in Paris eine Note, in der die Haltung Frankreichs auf der Londoner Flottenkonferenz dargelegt wird. Wie es heißt, stimmt die fran­zösische Auffassung mit der italienischen nicht überein.

Durch die Explosion eines Preßluftbehälters wurden in einem Irrenhaus in der Nähe von Chsrbourg ein Kranker ge­tötet und fünf andere schwer verletzt.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat den zuständi­gen Regierungsstellen ein Memorandum zum Poungplan überreicht, in dem er betont, daß es ihm unmöglich sei, wei­ter zuzusehen, wie die Absichten des Poungplans und seine Erfolgsaussichten verschoben werden. Das Memo­randum soll die morgige Kabinettssitzung beschäftigen.

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat die Vor­lage auf Herabsetzung der Steuern um 160 Millionen Dol­lars angenommen.

Ein britischer Kohlendampfer, von Tardiff nach Rouen unterwegs, ist während des Sturmes in der letzten Nacht nahe von Kap Lands End gekentert und gesunken. 16 Mann der Besatzung ertranken.

Der Ratspräsident hat die 58. Ratstagung für den 15. Januar nach Genf einberufen.

Gowjetrustlands Nusienpoli.it.

Eine außenpolitische Rede Litwiu ws.

Wie aus Moskau berichtet wird, hielt der stellvertre­tende Außenkommissar der Sowjetregierung, L i t w i n 0 w , in der Sitzung des Vollzugsausschusses eine große politische Rede. Unter den Zuhörern befanden sich die Vertreter der Großmächte, darunter auch der deutsche Botschafter in Moskau, v. D 1 r k s e n. Litwinow beschäftigte sich vor allem mit dem russisch-chinesischen Streitfall und wies darauf hin, daß die russische Regierung anfänglich gehofft habe, China werde alles tun, um einen militärischen Zusammenstoß zu vermeiden. Diese Hoffnung sei aber nicht erfüllt worden. Die Rote Armee habe ihre Aufgabe vollkommen erfüllt. Die amerikanische Erklärung an Moskau sei als eine Feind­seligkeit gegen die Sowjetregierung anzuseh-n. Die Sowjetregierung werde keine Einmischung irgendeiner frem­den Macht zulassen. Weiter sprach Litwinow über das Ver­hältnis zwischen England und der Sowjetunion und bemerkte, daß die Wiederherstellung der diplomatischen Be­ziehungen mit England einen großen Sieg der russischen Diplomatie darstelle. Litwinow sprach dann über die Not­wendigkeit des Ausbaues der russischen Wehrmacht und er­klärte, daß die Rote Armee und Marine zum Schutze des sowjetrussischen Gebiets notwendig seien. Durch das Abkom­men zwischen Mulden und Nanking sei der erste Schritt zur Beilegung des russisch-chinesischen Streitfalles getan. Die Rote Armee müsse aber zum Schutze der russischen Interessen wach­sam sein.

Anschließend sprach Litwinow über die außenpolitischen Beziehungen der Sowjetunion zu anderen Ländern und er­klärte, daß die außenpolitische Lage der Sowjetunion nicht ungünstig sei. Die Beziehungen zu Deutschland gehörten trotz mancher Reibungen zu den besten, die Rußland mit irgend­einer auswärtigen Macht unterhalte. Die Beziehungen zu Frankreich seien augenblicklich nicht besonders gut, dagegen besserten sich die Beziehungen zu Polen.

Der Vollzugsausschuß nahm daraufhin einstimmig eine Entschließung an, die Litwinow das Vertrauen ausspricht und

Günstiger Eindruck in Berlin.

In Berliner politischen Kreisen hat die Rede des stell­vertretenden Außenkommissars von Sowjetrußland Litwinow einen außerordentlich günstigen Eindruck hinterlassen.

Insbesondere wird auf eine Stelle hingewiesen, in der es heißt, daß Sowjetrußland mit regem Interesse die Be­mühungen Deutschlands verfolge, von den Fesseln des Ver- sailler Vertrages freizukommen. Im Zusammenhang hiermit wird hinzugefügt, daß die deutsche Regierung auch in Zukunft alles tun werde, um an der im Vertrage von Rapallo fest- gelegten Linie weiter festzuhalten.

Um die Wiederaufnahme der englisch- russischen Beziehungen.

Nach einer Meldung aus London erklärte im englischen Dberhaus Lord Thomson für die Regierung in Beant­wortung einer Anfrage über die Wiederherstellung der diplo­matischen Beziehungen Großbritanniens zu Sowjetrußland, die Beziehungen hätten niemals abgebrochen werden dürfen, da hierdurch der britische Handel einen schweren Schlag er­litten habe. Die von der Sowjetregierung einzugehenden Verpflichtungen auf Einstellung der Propaganda würden nach dem Botschafteraustausch festgelegt werden. Die Regierung habe nicht und werde auch nicht auf die Ergreifung von Maß­nahmen zur Vermeidung feindlicher Propaganda verzichten.

Auf eine Frage Lord Beetsords, ob die Regierung im Falle neuer Sowjetpropaganda im britischen Weltreiche" den neuen Sowjetbotschafter ausweisen werde, erwiderte Lord Thomson:Ganz gewiß, wenn die Pros aganda von der Sowjciregierung inspiriert ist." Die Wiedcranknüpfung der Beziehungen halte die Regierung im Interesse der Festigung des Weltfriedens für notwendig.

Mit Rücksicht auf die Annahme eines Antrages Lord Birkenheads,daß die diplomatische Anerkennung der Sowjet- regierung in diesem Augenblick unerwünscht ist", durch das Darrhaus, wird am kommenden Montag auch im Unter­haus eine neue Rußlandaussprache stattfinden. Bon kon­servativer Seite wird an den Außenminister das Ersuchen gerichtet werden, erneut die Stellung der Regierung darzu- legem

^ Die Landwirtschaftsminister der Länder bdm Reichs- ernährungsminifter. Unter dem Vorsitz des Reichsministers D i e l r i ch fand im Reichsernährungsministerium eine Be- sprechung mit den Landwirtschaftsministern der Länder statt. Zur Erörterung stand in der Hauptsache die kürzlich bom Kabi­nett verabschiedete Agrarzollvorlage. Reichsminister Dietrich legte einleitend in ausführlicher Rede die geplanten Maß­nahmen der Reichsregierung dar. Die Darlegungen des Reichs- ernährungsministers wurden, wie es in der amtlichen Mit- teillliig heißt, von den Landwirtschaftsministern der Länder begrüßt und seine Bemühungen um die Sanierung der Land- wK'tschaft mit Dank anerkannt. Die von verschiedenen Seiten im Laufe der Debatte geäußerten Bedenken und Abänderungs­wünsche in bezug auf einzelne Teile der Regierungsvorlage sollen die Grundlage bilden für die weitere BehaMung der Vorlage im Reichsrat und Reichstag.