Nr. 50 st. Blatt)Gamstag, den 26. April 1930 82. Jahrs.
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Amtliche Bekanntmachungen
Landrats amt.
I.-Nr. 3655. Ich habe Veranlassung, die in der Schlachtvieh- und Fleischbeschau und Trichinenschau tätigen taienbeschauer auf die Notwendigkeit der sorgfältig» ten Untersuchung und Abstempelung der Schlachttiere bezw. ihres Fleisches hinzuweisen. Insbesondere wird den Beschauern die strengste Beachtung des § 30 xr Ausführungsbestimmungen zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz zur Pflicht gemacht, hierin ist insbe- andere festgelegt, in welchen Fällen die Laienbeschauer >ie selbständige Beurteilung des Fleisches (Beschau) aus» Aren dürfen. Bei künftig vorkommenden Zuwiderhand- ungen gegen die Vorschriften für die Fleischbeschau und lrichinenschau würde ich mich zu meinem Bedauern ge= nötigt sehen, den Beteiligten die Beschau zu entziehen.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, vorstehendes ofort den Fleischbeschauern und Trichinenschauern be- tannt zu geben.
Schlüchtern, den 16. April 1930-
Der Sandrat. Dr. Müller.
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I.-Nr- 3696. Seitens des Reichsgesundheitsamts ist ein Merkblatt über die Geflüneltuberkulose herausgegeben worden, das im Verlag von Julius Springer, Berlin 1D 9 erhältlich ist. Der Bezugsvreis beträgt einzeln 0 20 NM-, WO Stück 16- NM- und 1000 Stück 130 — NM.
Schlüchtern, den 22.- April 1930-
Der Sandrat. Dr- Müller.
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AM I.-Nr- 3868. Die Herren Bürgermeister der , Gemeinden ersuche ich, sich mit dem Inhalt des eM den nächsten Tagen zugehenden Sond-rabdrucks aus miMM M Bb f. d. Dr. i. verwaltuna 1930 Nr. 14, betr. Da* DetzMiMT' Schutz« de» NepUblik, alsbald eingehend ruerFrout zu machen.
Schlüchtern, den 22. Avril 1930-
Der Sandrat. Dr- Müller.
Land- ihnen
KretHau sschutz.
Belr.: Vereblungskurfus.
3.=Hr. 2362 K A. Wie alliäbrlich, werden auch in diesem Jahre an mehreren Tönen Veredlungskurse in ber KreisbaumiAule veranstaltet. Unkosten entstehen den Teilnehmern nicht, jedoch müssen sie ein gutes Veredlungsmes- ßr und einen Abziehstein mitbringen. Ausnahmsweise kön-
nen diese Geräte auf besonderen Antrag aber auch gelte
ert werden.
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Anmelbungen zur Teilnahme sind an d»n Kursuslei- rr Herrn KrHsobergärtner Holstein in Schlüchtern, Drei- brüderstratze 16 bis 27. April d- 3s. zu richten.
I Der Obstbau kann nur rentabel gestaltet werden, wenn Me Züchter sich nachdrücklich bemühen, die übergroß Sor- P$abl einzuschränken und denienigen Sorten den Dortig
in geben. die nach Art und Ansprüchen für die örtlichen Verhältnisse geeignet sind. Nur auf diese Weise labt es sich Unmöglichen, den Markt mit groben Mennen einheitlicher i
5 Pwe zu beliefern, wie der Großhandel sie verlanat unb i bezahlt. Solanae die deutschen Obftrüchter diese Be=
iinii »Mung nicht erfüllen und genüaenb absakfähige IDate Rbrn können, kommt der von 3abr zu Jahr steigende i
F^tbebarf überwiegend den ausländischen Lieferanten zu- : i die sich den Wünschen des Obstbandels und des Dub»
P’b’ims bereits angevaßt haben. Wer also wirtschaftlich weiterkommen und die heimische Volkswirtschaft stärk-m
darf unter keinen Umständen versäumen, sich über
Veredelung der Obstbäume und alle damit im 3ufam= irFH^^f1 stehenden Arbeiten praktisch zu unterrichten.
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schlüchtern. den 22. April 1930-
$er Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.
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Bekanntm achung.
. Am Dienstaa. den 29. April d- 3s., nachmittags 4 W. findet im Hofe des ehem. Köhlerschen Anwesens, nuldaerstratze Nr. 47 eine Hebung sämtlicher Mannschaf- der Pflichtfeuerwehr statt.
Schlüchtern, den 25. April 1930-
161 ^rtsbrandmeister: Die Polizeiverwaltung:
Denhard. Gaenßlen-
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^klrifft: Eknweibunasfeier der neuen Stadtschule.
Einwohnerschaft wird gebeten, aus Ansatz der wechunasfeier der neuen Stadtschule am Sonntag, den "' Mts. ihre Häuser zu beflaggen.
bchlüchtern, den 25. April 1930-
Der Magistrat: Gaenßlen.
Betrifft: Drioatmustkunterricht.
Gemäß Min. (Erb vom 3. Mai 1922 U IV 10087 fordere ich hiermit alle Personen des Kreises, die Einzelunterricht in Musik erteilen, auf, sich am 30. April d- 3s. nachmittags zwischen 3 5 Uhr bei mir zwecks Eintragung in das amtliche Verzeichnis der Privatmusiklehrer (lehrerin- nen) zu melden.
Personen, die im Besitze eines von mir ausgestellten Erlaubnisscheines zur Erteilung von Privatmusikunterricht sind, oder deren Erlaubnisschein mir zur Verlängerung vorgelegt worden ist, sind von der Meldung befreit.
Schlüchtern, den 22. April 1930-
Der Schulrat. Groß- «»WI«MWWWM !0,, ,«'M! , i ■IWMriWiilBHMMMBWMi«MM
Autounglück.
Frankfurt, 25. April. Die Untersuchung über das Autounglück auf der Mainzer Landstraße, wobei Vater und Sohn Pflugbeil durch Verbrennen den Tod fanden, hat ergeben, daß den Führer der Autodroschke, der zugleich mit dem Pflugbeil- schen Wagen die Unglücksstelle passierte, keine Schuld trifft. Warum das Pflugbeilsche Auto ins Schleudern kam, läßt sich mit Bestimmtheit nicht mehr feststellen, doch ist der Wagen sehr schnell gefahren.
Zusammentritt des Hessischen Landtags.
Darmstadt, 25. April. Nach der Geschäftslage ist damit zu rechnen, daß das Plenum des Landtags nicht mehr am 6. Mai, wie ursprünglich vorgesehen, Zusammentritt, sondern erst Dienstag, den 13. Mai
A. D. A. C. gegen D. A. C.
München, 25 April. Der Allgemeine Deutsche Automobil- Club e. V. — ADAC. — gegründet 1903, klagte gegen den seit 1927 bestehenden Deutschen Automobil-Club e. Ä. „DAC" wegen „Verwechselungsgefahr" auf Unterlassung der Führung der ganzen und der abgekürzten Bezeichnung durch den Be- iiagteu. NLchdom.,,chre VörbHanzen- die Mage abgewiesen hatten, führt die Revision des Klägers zur Aufhebung des Urteils und zur Zurückverweisung an die Vorinstanz.
Frau Schmelings „Ballett" in Buenos Aires angehalten.
Berlin, 25. April. Die „Ballettunternehmerin" Frau Schmeling, die vor kurzem mit. einer Schar Berliner „Tänzerinnen" nach Argentinien abfuhr und deren Affäre in Berlin viel Staub aufwirbelte, ist nun in Buenos Aires eingetroffen. Die Einwanderungsbehörden haben aber ihrem „Ballett" die Einreise verboten. Daraufhin hat Frau Schmeling, an die Berliner Artistenloge ein Telegramm abgesendet, worin sie um Intervention beim deutschen Ministerium ersuchte, um auf diese Weise doch zu der Einreiseerlaubnis zu kommen. Die Artistenloge hat aber das Telegramm völlig unbeachtet gelassen. So wird der Frau Schmeling wohl nichts anderes übrig bleiben, als wieder nach Deutschland zurückzukehren.
Selbstmord eines Kriegsschissskommandanten.
London, 25. April. Der Kommandant des im Hafen von Portsmouth liegenden englischen Kriegsschiffes „Champion", Welby, wurde Donnerstag vormittag im Badezimmer des Schiffes erhängt aufgefunden.
Polnisches Flugzeitg über Deutsch-Eylau.
Deutsch-Eylou, 25. April. Ein polnischer Doppeldecker überslog mit sichtbaren polnischen Hoheitsabzeichen dick Stadt Mutfch-Ehlau. Das Flugzeug zog eine Schleife über dem Bahnhof und den Gebäuden der Jork-Kaserne und flog in Richtung J^rmelnik davon.
Die Aktienausgabe der Tributbank.
Basel, 25- April. Die Mitglieder des Berivaltungsrats der Tributbank haben am Mittwoch abend und Donnerstag früh Basel wieder verlassen. Ueber die Aktienailsgabe verlautet noch im einzelnen, daß die Unterbringung der 200 000 Aktien im Nennwert von je 2500 Franken in drei Abschnitten erfolgen soll. Die den sieben Hauptemissionsbanken zur Verfügung stehenden 112 000 Stück werden, wie bereits gemeldet, acht Tage nach der Ratifikation des Doung-Plans begeben werden. Die nächsten 12 000 Stück werden unter die Notenbanken der Schweiz, der Niederlande und Schweden aufgeteilt, die restlichen 76 000 Stück werden später an diejenigen Notenbanken begeben werden, die sich darum bewerben. Die hierfür vorliegenden Angebote werden vom Präsidenten der Bank, Garrah, geprüft werden.
Litauen und die Erhöhung der deutschen Agrarzölle.
Kowno, 25. April. Im Zusammenhang mit der Erhöhung der deutschen Agrarzölle hat nunmehr auch der litauische Gv- sandte in Berlin Sidzikauskas einen Schritt bei der heutigen Regierung unternommen, mit dem Hinweis, daß die Anwendung der neuen deutschen Zölle die litauische Wirtschaft fcWm belaste und daß deren Beibehaltung sich auf die gegenseitigen Beziehungen ungünstig auswirken könne. — In Bestätigung dieser Meldung wird von zuständiger Berliner Stelle darauf hingewiesen, daß Litauen harrptsachlich gegen die Erhöhung der Schweinezölle Einspruch erhoben habe und daß der litauische Gesandte sich inzivischen nach Kowno begeben habe, um seiner Regierung Bericht über feine Seiner Verhandlungen M e* starte«. Die Schrchtl.
Dr. Eckener in London.
R. 100 leicht beschädigt.
London, 25. April. Dr. Eckener war Donnerstag mittag Gast der britischen Luftfahrtvereinigung und wurde im Anschluß daran zusamnien mit dem Präsidenten der Vereinigung Master of Sempill von dem Herzog von Jork empfangen. Es besteht die Möglichkeit, daß der Hofmarschall des Herzogs oder einer seiner Adjutanten den Rückflug des „Graf Zeppelin" nach Friedrichshafen am kommenden Samstag mitmachen wirb. Am Abend sprach Dr. Eckener im englischen Rundfunk über die zukünftigen Aufgaben des Luftschiffes, besonders für den Verkehr über den Atlantik. Die etwa fünf Minuten langen Ausführungen Dr. Eckeners wurden von sämtlichen englischen Stationen übertragen.
Im Lause des Tages wurde Dr. Eckener auch von dem Luftfahrtminister Thomson empfangen, mit dem er eine längere Besprechung hatte. Das weitere Programm für den Aufenthalt Eckeners hat insofern eine Aenderung erfahren, als das Luftschiff R WO, in dem er zusammen mit Commander Burn- lcy einen Flug machen sollte, am Donnerstag nachmittag beim Herausbringen aus der Halle in Cardington durch Gegenwind gegen eine Seite der Halle gedrückt und beschädigt wurde.
Schwere Gasexplosion bei Lsillich.
^ünf Tote, acht Verletzte.
Brüssel, 25. April. Im Hüttenwerk Ougree Marihaye bei Lüttich explodierte am Donnerstag ein Behälter mit 50 Kubikmeter Ammoniakgas, das sich mit ungeheurer Schnelligkeit in der Fabrik und der ganzen Umgebung ausbreitete. Es entstand unter der Bevölkerung eine große Panik. Fünf Arbeiter starken sofort an schwerer Gasvergiftung, während acht weitere Personen mit schweren Vergiftungserscheinungen den Krankenhäusern zugeführt werden mußten.
! •... .. - Ankunft des neuen Nuntius.
Berlin, 25. April. Wie die „Germania" meldet, wird der neuernannte Nuntius, Exzellenz Orsenigo, am Freitag in Berlin eingetrofen. Bischof Dr. Schreiber, Vertreter des Berliner Klerus, sowie Vertreter der katholischen Aktion werden ihn am Bahnhof begrüßen.
Weimar und das deutsche Kulturschiff „Pro Arte".
Weimar, 25. April. Schon seit längerem wurde in eingeweihten Kreisen der Plan erwogen, ein deutsches Kulturschiff in die Welt hir-auszuschicken, um der Welt Deutschlands Können auf kulturellem Gebiet darzutun. Der Gedanke wurde von einer tatkräftigen Frau, aus deutschen Reederkreisen stammend, Charlotte Steche, weiter verfolgt und ist jetzt bis zu einem gewissen Wschluß gediehen. Das deutsche Kulturschiff „Pro Arte" ist bereits vorhanden und wird gegenwärtig für i seine besonderen Zwecke umgebaut. Es soll eine besonders konstruierte Bühne und einen Zuschauerraum mit ungefähr 500 Plätzen enthalten. Auf der Bühne werden Aufführungen bester deutscher Dramatik gezeigt werden. Außerdem werden Bor- träge und anderweitige künstlerische Darbietungen einander abwechseln. Man rechnet damit, daß die Ausreise des Schiffs im Herbst ds. Js. erfolgen wird. Es ist geplant, daß das Schiff zunächst an der europäischen Westküste entlang seinen Kurs nimmt und dann nach Südaincrika hinüberkehrt. In allen größeren Häfen wird das Schiff vor Anker gehen und seine Aufführungen ur Darbietungen vornehmen.
Trichinosesall.
Berlin, 25. April. Wie das Preußische Wohlfahrtsministerium mitteilt, ist die Trichinose von Stuttgart aus auch nach Sucht verschleppt worden. Ein junger Mann, der in Mannheim in Stellung war und gelegentlich eines Ausflugs nach Stuttgart im dortigen Königshof eine Portion Bärenschinken gegessen hatte, ist schwer an Trichinose erkrankt zu seinen Eltern nach Suhl zurückgekehrt. Er befindet sich jetzt auf dem Wege zur Besierung.
— Der Start für die auf Samstag angesetzte Lngland- sahrt der „Graf Zeppelin" soll um 5 Uhr erfolgen. Für die Hinfahrt haben sich bereits 20 Passagiere eingeschrieben. Die Rückkehr des Luftschiffes dürfte Sonntagfrüh zu erwarten sein. Am kommenden Mittwoch findet dann eine Schweizer Fahrt statt, für die sich bereits 25 Passagiere eingeschrieben haben. Am Freitag folgt dann eine zweite Fahrt nach der Schweiz, an der 30 Passagiere teffnehmen.
— Der amerikanische Senat hat bei der Beratung des Gesetzentwurfes über die Herabsetzung der Zahl der Einwanderer von Europa für eine Einschränkung der Einwanderung von 150 000 Personen auf 80 000 Personen im Jahr gestimmt.
Die „Note Fahne" erklärt gegenüber einer Mitte!- lung des „vorwärts" über kommunistische Störungstrupps am 1. Mai, daß weder das Zentralkomitee der K- P. D. noch das Zentralkomitee des Kommunistischen Jugendverbandes ein solches oder ähnliches Nundschreiben verfaßt oder versandt hätten.
Die Ammoniakexplosion in der Lütticher Düngemit« telfabrik hat zwei weitere Todesopfer gefordert, so daß sich die Zahl der Toten auf sieben erhöht.