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DchlWemer Zeitung

ßreis-Kmtsblatt * MHemeiner amtiicherKrrzeLger str öen, Kreis Schlüchtem

Imdmnfr Verlag: Q.&trinfelh Söhne * KfWscbcft-**" ^ohnhostti'.S * lerafpr.Hr.149 * poststhtckUusjranklrwtLM-rSr« Rr. 30 (J. Blatt) Dienstag, den 10. März 1031 83. Iahrg.

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Amtliche Bekanntmachungen

! Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags- fund Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr; ^IIIBBBBBBBBBBBBBBBBBBBaBBBBBBBBBBBBBBBBB LandratSamt.

5 .«Hr. 1911. Die Herren Si)nagogenä'teften werden an die alsbaldige (Einreibung der Voranschläge für 1931 er» innert.

Schlächtern, den 5. März 1931.

Der Landrat. 3. D.: Schultheis.

Kreisausschuß.

J.«Hr. 1175 K. st. Die Wahl des Franz Hahn in 3ün» inrbach zum Beigeordneten der Gemeinde Züntersbach habe ich gemäß § 55 stbf. 1 der £anbgemeinbco:bnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. Rugust 1897 bestätigt.

Schlächtern, den 6. März 1931.

Der 'Landrat. Dr. Müller.

3 .«Hr. 1082 K. st. Die Herren Bürgermeister des Kreises raube ich auf die in diesem Monat zu erfolgende Nach- manlagung zur Kreishundesteuer aufmerksam.

Die Kreishundesteuerordnung ist im Kreisblatt Hr. 15 wm 2. 2. 1929 abgedruckt, vergleiche auch die Kreisblatt« Jerfügung vom 12. 4. 1921 3.=Hr. 500 K. st. §chlüchterner Zeitung Nr. 93 von 1921.

Zchlüchtern, den 5. März 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

llg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Vrnudiohnstnfeu «nd Scitragssätz» nach der neuen Satzung ab 2./3. 1931.

Bei einem Arbeitsentgelt für den Kaien« rrtag:

rrnfchl. i, Mk. Stufe 1

, 3 Mk.

, 3, Mk.

, 4, Mk.

, 5 Mk.

6, Mk.

, 7-Mk.

, 8, Mk.

, 9 Mk.

mrhraley, Mk.

11 111 IV

V VI VII VIII IX

X

Grunklohn = o.fo Mk»

, = ijo Mk, , = 2,50 Mi , 3,50 Mk. , = 4,50 Mk. , 5,50 Mk. , = 6,50 Mk. , = 7,50 Mk. , = 8,50 Mk. , 9,50 Mk.

Die Beiträge be tragen darnach ab 2. 3. 931 wöchentlich:

». zur Krankenversiche- b. zur Arbeitslosenver- tunB (wie seither 41 :) sicherung (670:)

bei den Grundlohn stufen:

0,18

0,48

Mk.

1

II

. 0,24 Mk.

. oz68 ,

0,78

III

1,14 ,

1,11

*

IV

. 1,60 ,

1,41

*

V

2,04 ,

1,71

VI

2,50 ,

2,04

VII

2,96 ,

3,17

VIII .

3.42 ,

2,70

IX

3,86 r

3,00

X

4,32 .,

Der Beitrag zur Rrbeitslosen »Versicherung für ' unentgeltlich beschäftigten Lehrlinge und für Lehr­st mit geringerem Wochenarbeitsverdienst als 6 Mk. "lägt wöchentlich 0,39 Mk.

Für versicherte, die während der Krankheit strbeits« Mt erhalten, ermäßigt sich der Beitragssatz zur Kran» Versicherung um 30 vom hundert.

Die Kürzung der Beiträge tritt von dem Tage ab an dem der Kasse eine stnjeige über den Rnspruch "Versicherten auf Fortzahlung des Arbeitstieres auf nger als 14 Tage während der Krankheit, vom Zeitgeber erstattet wird.

Sd}lüd}tern, den 2. März 1931.

Der Vorstand der Allg. Drtrkrankenkasse für den Kreis Schlüchtern.

Todesopfer des Univriters in den Uereiuiglcn

Staaten.

MB. Thicago, 8. 3. Die Schneestürme, von denen, ! bereits berichtet, der mittlere lvesten und der 5üd- N der vereinigten Staaten heimgesucht wurden, hat M dem beträchtlichen Sachschaden auch Verluste an 'Menschen zur Folge gehabt. Nach den bisher vorlie« '^n Berichten sind mindestens 13 Todesopfer zu behla«

'- davon allein in Thicago elf. (Ein Fischerboot mit vier JJn Besamung wird auf dem hochgchenden IMidfigan»See

W. Die Verbindung zwischen Thicago und den Rad}« Ortschaften ist unterbrochen.

Große politische Dersommlungen in Frankfurt Ein Polizeibeamter bur* Messerstiche verletzt.

Das Wochenende brächte Frankfurt a. M. politische Hochspannung. Am Samstag abend hielten die National­sozialisten in der Festhalle eine gut besuchte Versammlung ab, in der Dr. Goebbels-Berlin und Hauptmann a. D. Göring (beide M. d. R) sprachen. Die versasnmluwg verlief ungestört, und auch nach Schluß der Kundgebung kam es lediglich im Bahnhofsviertel und in der Innen­stadt zu kleineren Zwischenfällen. Das war vor allem auch dem Demonstrationsverbot zu verdanken, das der Polizeipräsident angesichts der Ankündigung von Gegen­demonstrationen der Kommunisten und des Reichsbanners erlassen hatte. Die Veranstaltung der Kommunisten am Sonntag nachmittag brächte dagegen vor alem in der stitftabt zahlreiche Zwischenfälle mit sich. Die Kommu­nisten versuchten an vielen 5'eben zu demonstrieren, jedoch konnte die Polizei, die ihre sämtlichen verfügbaren Mann­schaften aufgebo en hatte, dies stets verhindern' die Beam­ten mußten vielfach vom Gummiknüppel Gebrauch ma« dien. Zu einem ernsteren ZwischenfaR kam es in der stitftabt, an der sogenanntenRoten Tcke" in der Bchnur- gasse. stis hier Polizeibeamte des 1. polizeirevi'rs einen kommunistischen Demonstrationszug auflösen w llten, ver­setzte ein Kommunist dem Wachtmeister Strobel ehm 5 ich in den Hals, d er gf" 4 derbste nicht die Schlagader traf. Der Beamte mußte ins Krankenhaus gebracht wer­den. Der mutmaßliche Täter sowie sechs weitere Perso­nen wurden festgenommen. lluch nach Schluß der kom­munistischen Versammlung in der Festhalle wurde von den Teilnehmern wieder versucht zu demonstrieren. Die Polizei mußte wiederholt mit dem Gummiknüppel eingrei« fen und sogar einen Teil der Kaiserstraße abriegelo, um die Kommunisten abzudrängen. In der kommunistischen Versammlung, die im übrigen ruhig verlief, sprachen neben ,$em, Reichstaa-abapordneten heckert auch ein kommuni- [tifdier französischer Deputierter und ein^talienischer Kon«

munist.

(Schweres Autounglück bei Genthin.

TNB. Berlin, 9. 3. ((Eigene Meldung.) (Ein Berliner Kraftwagen, in dem sich vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen, befanden, wurde am Sonntagnachmittag in der Nähe Genthins von einem Kleinbahnzug der S'rsckr Genthin-Ierichow-Schönhaustn an einem ungeschütz/en Bahn­übergang erfaßt und zermalmt. Die vier Insassen des Wagens, aRe Berliner, wurden schwer verletzt und muß en in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wer­den, wo sie sofort operiert wurden. Bei dreien von ihnen besteht Lebensgefahr. Die Genthiner Voliz'i hat sofort eine Untersuchung zur Klärung der Schuldfrage eingelei ct. Nach übereinstimmenden Aussagen von Rugenzeu"en f it die Schuld den Lenker des Kraftwagens fressen. Der Loko­motivführer des Kleinbahnzuges hat vorschriftsmäßig G^ok- kensignale gegeben. (Es scheint, daß der Chauffeur bei dem hohen Tempo die Signale der Lokomotive überhört hat.

Schweres Autounglück im Taunus.

Frankfurt a. M, 9. März. In der Nähe des Feldbergs im Taunus ereignete sich ein schweres Autounglück. Aus der Kanonenstraße geriet der Wagen des Handschuhfabri­kanten Aschwc aus Oberhain im Taunus infolge Glatteises ins Schleudern und überschlug sich. Fabrikant Asckwe erlitt so schwere Bruskquetschungen, daß er nach kurzer Zeit starb. Sein Sohn, der den Wagen gesteuert hatte, wurde schwer verletzt.

Veulsch-kschechoflowakisches Kohlenabkommen.

In Verhandlungen zwischen dem Reichskohlenkommifsar w:d dem Ministerium für öffentliche Arbeiten in Prag wurde in Ber­lin da» deutsch-tschechoslowakische Kohlenaustausch-Abkommen für die Aeit ab 1. April diese» Jahres aus die Dauer von zwei Jahren verlängert, nachdem im Dezember 1930 die darüber in Prag ge­führten Verhandlungen zunächst gescheitert waren. Unter Bei­behaltung des bisherigen Umrechnungsschlüstels wurden für die deutsche Ausfuhr nach der Tschechoslowakei feste Monatskontin- gente vereinbart, so daß auf diese Weise die von den deutschen

Erzeugern als unerträglich empfundene Abhängigkeit ihrer fuhr von der tschechoslowakischen Einsuhr beseitigt wurde.

Empfang bei BJfd.aftcr von Schubert in Rom.

Der deutsche ®ot|d)aftcr und Frau von Schubert

Lu»-

ner

anstalteten ihren ersten großen Empfang, der eine auserlesene ®e|cllid)aft in der Villa Wolkonski verfammeUe Unter Den zahl­reichen Anwefenden iah man die Mitglieder des Dtplomatifdien Korps mit dem Doyen. dem Aposioiischcn Nuntiu». ferner Vertre­ter der in- und ausländischen GefeUfchast Rom» und zahlreiche an­dere Gäste. die in angeregter Unterhaltung den Nachmittag in den gastlichen Räumen des deutschen Batschalterpaare» verbrachten.

Teile von Bulgarien und Lüdslawien wurden von einem schweren Erdbeben hoimg sucht. Ganze Drr'er wur­den vernichtet, Tisenbahnbrücken zerstört, die t 'lepho i- schen und telegraphischen Verbindungen unterorohen. Bis jetzt werden 21 Tote und 24 Verletzte gumLet. (Es herrscht Panik.

^Not, bittere Hot!"

Ein Aufruf der Liga für Wohlfahrtspslege.

Berlin, 9. März.

Die Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege, beste­hend aus Zentral-Ausschuß für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche, Deutscher Caritasverband, Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Deutsches Ro­tes Kreuz, Freier Wohlfahrtsverband, Christliche Arbeiter­hilfe, veröffentlicht folgenden von der Reichsregierung un­terstützten Aufruf:

Not, bittere Not liegt über dem deutschen Volk!

Millionen Erwerbsloser müssen feiern. Alte und Junge leiden schwer. Hunger und Entbehrung gefährden wieder wie in den Schreckensjahren der Inflation die Gesundheit von Erwachsenen und besonders von Kindern. Ueberall in Deutschland regt sich der Helferwille. Im kleinen und im großen wird vieles geleistet, um der bittersten Not zu be­gegnen. Mit dankbarer Freude stellen die unterzeichneten Verbände der freien Wohlfahrtspflege die Fülle dieser Hilfsbereitschaft fest, die meist ganz im stillen wirkt.

Gegen das Riesenmaß der millionenfachen Not reichen nicht die bis an die letzten Grenzen der Leistungsfähig­keit gespannten Hilfsmaßnahmen von Reich, Ländern und Gemeinden; reichen auch nicht die Ströme frei­williger Hilfsbereitschaft, die durch die Hände der freien Wohlfahrtspflege, wie auch nachbarlich vom Helfer zum Hilfsbedürftigen fließen.

Es muß mehr geschehen!

Wir missen, daß es heute kaum einen Menschen in Deutschland gibt, der nicht von der allgemeinen Wirtschafts, not mehr oder weniger hart getroffen ist. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Beamte und Angestellte und freie Berufe alle sind von den Folgen der wirtschaftlichen Krise erfaßt. Trotzdem richten wir unseren Ruf an alle. Nicht nur an die, die vielleicht noch etwas übrig haben, vielmehr auch an die, denen es ein wirkliches Opfer bedeutet:

-«-AfW. w't «wer L:nfi hie-4tff ci- ctermiabSB! helft der offenen und der ocrl argencü tot, die ihr in eurem Umkreis spürt! Gebt für die ört: chen Sammlungen, die fast überall zur Befä npfung der Not eingerichtet find! helft solche Einrichtungen schaffen, wo sie noch nicht bestehen; besonders für die Speisung, Erwärmung, Bekleidung der Notleidenden!

Gebt was ihr an Kleider. Wäsche. Schuhzeug irgend ent­behren könnt an geeignete Sammelstellen! Gebt Nahrungs­mittel gebt Kohlen! Denkt an die besondere Not der Kinder und Jugendlichen der Kinder, die zum ersten Mal seit den Zeiten der Inflation wieder Merkmale schwe­rer Unterernährung und Rachitis zeigen. Denkt an die Jungen und Mädchen, die trotz guten Willens keine Arbeit, keine Lehrstelle finden können und von der Gefahr der Verwahrlosung und Arbeitsscheu bedroht sind, wenn sie jahrelang ohne Beschäftigung bleiben. Sorgt für Arbeit und Beschäftigung auch im kleinen!

helft mit, eine mächtige Welle der Hilfsbereitschaft, der Selbsthilfe durch das ganze beutfme Volk zu wecken!

Keiner darf sich ausschließen!

Die Reichsregierung unterstützt diesen Aufruf mit fol­genden Worten: Aus der Not der Zeit durch helfende Liebe zu neuem Aufstiege! Hilfsbereitschaft ist vaterländische Pflicht und Dienst am Volkstum. Wer helfen kann, muß helfen.

Für die Reichsregierung: gez.:

Dr. Brüning, Reichskanzler

Freundschaft oder Verrat.

Eine Rede des alten Hetzers Millerand.

Paris, 9. März.

Auf der Jahrestagung der Patriotiicken Jugend hielt der ehemalige Staatspräsident Millerand eine Rede, in der er auf die deutsch-französischen Beziehungen und die Re- Vision der Verträge einging.

Millerand behauptete, als erster eine deutsch-sranzösische

Annäherung gewünscht und vorbercitcl zu haben (!!).

Leider unterstütze man in Deutschland diese Annäherung nicht in derselben Weise wie in Frankreich. Als erste deutsche Annäherungsbedingung werde die Erklärung der llnfdmlb Deutschlands am Kriege gefordert Dadurch wurde man dem Versailler Vertrag einen tödlichen stoß ver- setzen. Deutschlands Unschuld erklären hieße nichts anderes, als das Eingeständnis eines furchtbaren Iuftizirrkums in den Jahren 1918'19, als die Verträge Deutschland die Kolonien und gewisse Gebietsteile abnahmen und ihm die Abrüstung und die Reparationsoerpflichtung auferlegten.

Die Revision der Verträge bedeute den Krieg, denn Völc^ wie Polen würden ihr Land mit Wasfengewalt vcr- leidigen. Die Fr,age sei daher, ob Frankreich um der deut- schen Freundschasi willen Betrat an Polen und seinen Ber- oünbetsn begehen wolle.

Japan wieder ohne Thronerben. Die Kaiserin Nagako von Japan ist von einer Tochter entbunden worden. Man bottte, daß die Staifertn dem Lande einen Thronerben bescheren werd« und l]t setzt durch die Geburt der Prinzessin etwa» enttäuscht.