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Ichluchtemer Leitung

Axris-KmtsblM * Myemeiner mvLltcherKnzelyevftr ßen Kreis Schtüchtem

Nr. 70 (1. Blatt)

Donnerstag, den H. Juni 1931

83. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen.

Kreisausschuß.

Zeiteinteilung für die laud»uirtfchaftliche Kreisausstestung in Schlüchteru.

§ 0 n n a b c n d, d c n 1 3. 3 u n i 19 3 1:

6 bis 7 Uhr Auftrieb der Kusstellungstrere.

71/a Uhr Beginn des Richtens.

11 Uhr (Eröffnung der Ausstellung, anschließend Vor­führung der.prämiierten Tiere.

10 bis 2 Uhr freihändiger Verkauf von Zuchtvieh.

3 Uhr Vorführung neuzeitlicher Geräte.

3V2 Uhr gemeinsame Autofahrt über Herolz, Vollmerz, 1 Ramholz, Gundhelm, Hütten und Elm zur Resichti- gung verschiedener betriebe. Abfahrt vom Untertor.

4 Uhr Konzert auf dem Festplatz und Vorführung land­wirtschaftlicher Maschinen.

8 Uhr Volksbelustigung.

Sonntag, den 1 4. 3 u n i 1931:

8 Uhr gemeinsame Autofahrt durch die Gemarkungen Hohenzell und Riederzell.

11 Uhr Vorführung des höchstprämiierten Viehes.

1 1 Uhr Aufstellung des Festzuges an der Vreschhalle.

2 Uhr Abmarsch des Festzuges durch die Stabt, sodann Konzert und nochmalige Vorführung von Maschinen.

Ab 4 Uhr musikalische Darbietungen.

3ur Ausstellung sind angemeldet: 44 Pferde, 328 Stdu Fleckvieh, 42 Schweins 42 Schafe, 43 Siegen und eine große Zahl Kaninchen und Geflügel. Der Eintritts- Preis beträgt 50 pfg., Dauerkarten kosten 80 pfg., Preis je Autofahrt 1 Mk. Vom Lehrer gefuhrPe Schulen haben am Sonnabend freien Eintritt.

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S.-Ur. 2909 K. A. vorstehende Zeiteinteilung für die von den landwirtschaftlichen Organisationen des Kreises Sd]lüd)tern abzuhaltende Kreistierschau wird hiermit ver­öffentlicht. Die Kreisbevölkerung wird gebeten, die im Kreisintcreffe gelegene Veranstaltung durch besuch und un­mittelbare Mitwirkung zu unterstützen. Insbesondere er­suche ich die Herren Bürgermeister für die Ausstellung M werben und alle. «Lsstellungsfähigen und im besitz Gemeinden befindlichen Tiere auch auszustellen.

Lchlüchtern, den 9. 3uni 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Dr. Müller.

Aufstellung der Gemetnderechnungrn für das Rechtmugsjallr 1930.

I.-Nr. 2851 K. 31.

®tt Rücksicht darauf, daß die Unterlagen aus den Ge- Mtmdcrcchmmgcn für das Rechnungsjahr 1930 ebenso wie 'n den Vorjahren zur Aufstellung der Finanzstatistik bcnö- werden, veranlasse ich die Herren Bürgermeister und Gc- meindercchncr der Landgemeinden dafür zu sorgen, daß die vucinderechnung für 1930 unverzüglich ausgestellt wird und in einer Ausfertigung ohne die Beläge baldigst hier "ngeht.

Schlüchtern, den 6. Juni 1931.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Dr. Müller.

^''^n- 2852 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land- ?^""dcu des Kreises mache ich auf das in der Preuß. Ge- chsanunlung Nr. 20 vom 3. Juni d. Js. Seite 73 veröffent- Gesetz über die Aufnahme von Anleihen und Darlehen ^'^ die Uebernahme von Bürgschaften imb Verpflichtungen ^ ^ewährve» trägen und von anderen Sicherheiten durch "neinden und Gemeü deverbände vom 29. Mai d. Js. auf- ^ksam.

Schlächtern, den 4. Juni 1931.

__ Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Dr. Mäller.

'11« n 3 n 111 t.

^'änntniachnug über dl» Frist für dir Abgabe von Permägeuserklärttttsett

V lc ^"mögenoerklärungen über das Vermögen vom 1. ^"uar 1931 sid in der Zeit

su vom 15. bis 30. Juni 1931

Jif ^'"Nitzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. ^1, "^drucke werden den Steuerpflichtigen rechtzeitig vom tjn "?in^ äbersandt werden. Wer am 1. Januar 1931 ^ /"^'b^lichtiges Gesamtvermögen von mehr als 20000 ijiiia ' ^stsscn hat, muß, auch wenn er einen Vordruck vom

"ich" äbersandt erhält, eine Vermögenserklärung t ' der hierfür erforderliche Vordruck ist vom Finanz- . ""Kssordern.

^Oüchtcrn, den 10. Juni 1931. Finanzamt: Schewe.

Stadt Schlüchtern.

Fahnen heraus!

Die verehrte Einwohnerschaft wird gebeten, aus Anlaß der am 13., 14. und 15. ds. Mts. in Schlüchtern ftattfin- denden

Kreistierschau

die Häuser zu beflaggen. Der Willkomm, den wir den zahlreichen auswärtigen Gästen zurufen wollen, wird um­so eindrucksvoller, wenn das bild unserer Stabt an den genannten Tagen in reichem Flaggenschmuck erscheint.

^llso nochnials die Bitte:

Fahnen heraus!

Schlüchtern, den 10. 3uni 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Betrifft: Schießen mt bewohnten Orten u. f. w.

Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es verboten ist,ohne polizeiliche Erlaubnis gn bewohnten oder von Menschen besuchten Orten mit Feuergewehr oder mit anderem Schießwerkzeug zu schießen." Zuwiderhand­lungen werden nach § 367 Ziff. 8 Str. G. B. mit Geld­strafe bis zu 150 Mk. oder mit haft bestraft. Mit der gleichen Strafe wird nach § 368 3iff. 7 Str. G. B. be­legt,wer in gefährlicher Nähe von Gebäuden mit Feuer­gewehr schießt".

Schlüchtern, den 9. 3uni 1931.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Auf Grund des Artikel 1 der Verordnung über Sonn­tagsruhe int Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919 wird am Sonntag,, den 14. Iuni 1931 die Gffenhaltung der Ladengeschäfte von vormittags lN/s Uhr bis nachmittags *^^ tb^Uj|i^L|^ - -^-WWWWWMW ---

Schlüchtern, den 10. Iuni 1931.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Bekanntmachung

Während der am iz., 14. und 15. Juni d. Js. Hierselbst stattfindenden Kreistierschau ist das Aufstellen von Karussells, Spiel-, Zucker- und sonstigen Buden auf öffentlichen Straßen und Plätzen außerhalb des Festplatzes verboten.

Schlüchtern, den 9. Juni 1931.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung

Am Freitag, den 1 2. I u n i d. I 0., v 0 r m i t- tags 8 Uhr, wird auf dem Rathaus Kanzlei der Schafpferck öffentlich mcistbietcnd verpachtet.

Schlüchtern, den 9. Juni 1931.

Der Magistrat. Gaenßlen.

Stadt S t e i n a u.

Bekannt m a ch u n g.

Der obere Teil des Ausspannweges muß wegen dringen­der Reparatur im Distr. 56 (über die Allmosenwiese) bis auf weiteres gesperrt werden. Die Holzabfuhr aus dem Distr. ;7 über den Götzenkopfsweg ist bei trockenem Wetter mög­lich. Desglcichcn^ist der neugebaute Mitteltriftsweg bis zur Ausmündung beim Kaffee Waldfried bis auf weiteres gesperrt.

Steinau, den 8. Juni 1931.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

KaKlcnpreissenKnng mit chic Mark?

TRR Berlin, 10. 6. (Eig. Meldung) Reichsfinanz- minifter Dietrich, der an der Fraktionssitzung der Staats- partei teilnahui, erklärte, der voff. 5tg. zufolge, bei der Besprechung der Rotverordnung, daß durch die Arbeitsbe­schaffung der Reichsbahn eine fühlbare Entlastung auf dem Arbeitsmarkt bewirkt werde. Mit den Vertretern des Berg» baue- wurde über eine Herabsetzung der Kohlenpreise um eine Mark für die Tonne verhandelt.

Räch Llättermeldungen aus Berlin, dürfte, sofern nicht besondere Ueberraschungen eintreten, der Volksentscheid über die vom Stahlhelm beantragte Auflösung des preu­ßischen Landtags am Sonntag, den 9. August, durchge­führt werden.

Die Außenpolitiker der Heupork Times und der Baltimore teilen mit, daß in Washington der Entwurf eines Planes ausgearbeitet werbe, durch den die Welt- depression gemildert werden könnte, und zwar offenbar mittels gleichzeitiger Herabsetzung von Rüstungen, Repa­rationen und interalliierten Kriegsschulden.

In den Kohlen- und Tonwerken in Kohlendorf bei Reu rode ereignete sich Dienstag abend gegen 11 Uhr zum Schichtwechsel _em Kohlensäureausbruch. Das Unglück for- bertc sieben lote, sowie vier Verletzte.

Das Ergebnis von Ehequers.

Ilichl mehr und nicht weniger, als erwartet.

Berlin, 9. Juni.

Das Ergebnis von Chequers soweit nach bisheriger Kenntnis der Dinge bereits von einem Ergebnis gesprochen werden kann entspricht nach Auffassung amtlicher kreist in Berlin durchaus den vor Beginn der deutsch-englischen Besprechungen gehegten Erwartungen.

Der Besuch habe den Zweck erfüllt, den man an ihn ge­stellt habe. Neben der Abrüstungsfrage hätten die deutschen Minister die volle Möglichkeit gehabt, über alle unsere Le­bensfragen zu sprechen, nicht nur mit Macdonald und den übrigen englischen Ministern, sondern auch mit anderen sehr maßgeblichen Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Le- bens, so mit Montague Norman, dem Gouverneur der Bank von England. Chequers sei ein Anfang. Die Engländer hätten keine Haltung eingenommen, die eine weitere Ent­wicklung ausschließe.

An zuständiger Stelle wird aber außerordentlicher Werk aus die Feststellung gelegt, daß die deutsche Regierung jetzt volle Handlungsfreiheit haben müsse, die nicht ein­

geschränkt werden dürfe durch unfruchtbare Kritik.

Die Einberufung des Reichstags widerspreche demgemäß auch den ganzen Dispositionen der Reichsregierung. Es fei eine dringende Forderung der Stunde, daß die Arbeit der Regierung von jeglichen Störungen unbelästigt bleibe. Ueber die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten in der Tributfrags wird an zuständiger Stelle Zurückhaltung geübt und gleich­zeitig darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung sich alle Entscheidungen in dieser Frage Vorbehalten müsse" Zu den Angriffen der oppositionellen Presse wegen Chequers wird darauf hingewiesen, daß immer davor gewarnt worden sei, irgendwelche konkreten Ergebnisse zu erwarten.

Das Reichskabinett dürfte sich voraussichtlich schon im Laufe dieser Woche versammeln, um den Bericht des Reichs­kanzlers und des Reichsaußenministers über die Besprechun­gen in Chequers entgegenzunehmen.

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Deim englischen König.

Der Reichskanzler und der Reichsaußenminister wur­den vom englischen König empfangen. Den üblichen Ge- flogenheiten entsprechend werden Einzelheiten über den Verlauf der Audienz nicht bekanntgegeben.

Bekämpfung der Wirtschaftskrise.

Kanzlererklärung über Chequers.

Am Montagnachmittag fand in London zu Ehren der deutschen Minister ein Empfang im Chatham-House, dem Sitz des königlichen Instituts für auswärtige Politik, statt. Unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche führende Persön­lichkeiten des öffentlichen Lebens. In einer kurzen Ansprache äußerte der Leiter des Instituts seine große Befriedigung über den Besuch und betonte, es sei das erstemal, daß der erste Minister und der Außenministereines der großen Staaten Europas" in den Räumen des Instituts erschienen seien.

Reichskanzler Dr. Brüning

dankte für die freundliche Begrüßung und hob hervor, daß das Institut ein sehr günstiger Faktor bei der Verwirk­lichung des großen Zieles sei, auf das alle verantwortlichen Staatsmänner hinstreben, nämlich der Förderung der internationalen Zusammenarbeit und der Erzielung des Weltfriedens. Der Reichskanzler betonte die Notwendigkeit, die Wirtschaftskrise der Welt zu bekämpfen und die

Wohlfahrt wiederherzustellen.

Unsere beiden Länder, sagte er, erfahren das volle Gewicht der Weltdepression mit der Not, die sie für Millionen von arbeitslosen Mitbürgern bringt.

Die freundschaftliche Besprechung in Chequers, die wir mit Ihren verantwortlichen Staatsmännern führten, haben beiden Parteien eine Gelegenheit gegeben, unsere gegen­seitigen Schwierigkeiten zu erörtern, wie Sie burdi das Kommunique gesehen haben, ist gegenseitig vereinbart wor­den, eine Zusammenarbeit zwischen allen in Betracht kom­menden Ländern zu suchen, um die bestehende Lage zu ver- bessern, und ich bin sicher, daß dieser Geist des Einverneh- mens ein günstiges Echo bei der öffentlichen Meinung der Welt finden wird. Die Rede des Reichskanzlers rief laute Beifallskundgebungen hervor.

Am Vormittag halte Reichskanzler Dr. Brüning gele­gentlich des Frühstücks, das die Englisch-deutsche Gesellschaft den deutschen Gästen im Anschluß an den Königsempfang gab, bereits einmal gesprochen. Er gab dabei seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß enge und freund­schaftliche Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland ein unbedingt wesentlicher Faktor in euro­päischen Angelegenheiten sind.

Am Abend gab der deutsche Botschafter ein Diner auf der Botschaft für die deutschen fierren und Premierminister Macdonald und Mitglieder seines Kabinetts. Nach dem Essen fand ein Empfang statt, zu dem dsx Chef« aller diplomatischen Missionen und Vertreter des geistiaen. gesell­schaftlichen und wirtschaftkichen Lebens der echrlWen Haupt­stadt eingeladen waren.