Einzelbild herunterladen
 

Mluchterner Zutuns

krets-Kmtsblatt * Allgemeiner amtlicher KnzeLtzee Dr öen Smis Hchtüchtem

Nr. 76 (J. Blatt)

Donnerstag, den 25. Juni 1931

83. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Land rat samt.

Einladung.

Am Sonntag, den 28 Juni findet in Altrlchs- Hausen der

9» Kreisfeuerwehrtag

des KreisverbandeS Gchlüchtern statt.

Tagesordnung:

1. Ab OVa Uhr Empfang der auswärtigen Gäste und Kameraden.

2. lOVa Uhr Eröffnung der Tagung durch den Vorsitzen­den.

3. Feststellung der Anwesenheit und Entgegennahme der Feuerlöschberichte.

4. Geschäfts- und Kassenbericht.

5. Vortrag des Herrn Direktors Lchmiedgen vomUeber- landwerk über elektr. Anlagen pp.

6. Wahl des Ortes zum nächstjähr. Verbandstag.

7. Mittagspause-

8. 2V2 Uhr Schul- und Angrisssübung des Bezirks 8 unter Zuziehung der Kreismotorspritze.

9. Kritik zur Uebung.

10. Kameradschaftliches Beisammensein.

£s hat jede Feuerwehr bis 50 Mitglieder einen Abge­ordneten, und für je weitere 50 Mitglieder einen weiteren Abgeordneten zu entsenden. Die Feuerwehrführer und Ab­geordnete haben in Uniform, in Ermangelung einer sol­chen in Feuerwehrbinde zu erscheinen.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehendes ihren Wehren alsbald mitzuteilen und im Interesse der Feuerlöschsache selbst an der Tagung teilzunehmen.

Alle diejenigen, welche Interesse an der Feuerlöschein- richtung, zum Schutze an Leben und Eigentum haben, sind uns als Gäste recht herzlich willkommen.

Der Vorsitzende.

I-M. 4580. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die mit der Bezeichnungp. f. R. Nr. 1 bis 113" versehenen bisher zugelassenen Hinteren Leuchtzeichen für zweirädrige Kraft- und Kleinkrafträder sowie für Fahrräder mit dem k Oktober 1931 ihre Gültigkeit verlieren.

Don intern Zeitpunkte an können somit nur noch solche hinteren Leuchtzeichen der zweirädrigen Kraft- und Klein­krafträder vom 27. April 1929 (R- G. BL I S. 881 vorge- lehenen BezeichnungP. (Rr.)" versehen sind. Alle anders bezeichneten Leuchtzeichen sind ungültig; sie müssen des- iM bis zum I. Oktober 1931 aus dem Verkehr gezogen fein.

gchlüchtern, den 19. Juni 1931 -

- __________________Der Land rat: Dr. Müller.

Kreisausschutz.

Adhiitung des Grases i» den Graden und ans den Käschnngen der Landwege des Kreises

Schtirchtern

I-Nr. 3053 K. A. Nach § 6 der allgemeinen Bedingun- Sen über die Verpachtung der Grasnutzungen in den Gräben ^b auf den Böschungen der Landwege des Kreises Schlüch- darf die Gewinnung des Grases nur durch Mähen oder ^schneiden mit der Sense oder Sichel erfolgen. Die Ab- Mung des Grases ist ausdrücklich verboten. Trotz dieses fcrbotes wird immer wieder beobachtet, daß in den Grä- ben und auf den Böschungen der Landwege (Kreisstraßen) geweidet wird. Ich nehme daher Veranlassung, daraus hin- Mveisen, daß Personen, welche künftig beim Weiden mit Ändern, Ziegen, Schafen usw. in den Straßengräben und Löschungen betroffen werden, auf Grund des § 12 unb 13 Feld- und Forstpolizeigesetzes in der Fassung vom 21. 'Wiar 1926 bestraft werden.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises ersuche ich, auf be vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher ^stse hinzuweisen und Personen, die wegen Weidens in den Gräben und auf den Böschungen der Landwege des Kreises

Anzeige gebracht werden, unnachsichUich zu bestrafen.

Des Weiteren ersuche ich die Herren Landjägereibeamten, ^Augenmerk auf die vorstehende Angelegenheit zu lenken etwaige Uebertretungssälle zur Anzeige zu bringen. gchlüchtern, den 16. Juni 1931.

Der Landrat. Dr. Müller.

Der deutsche Geschäftsträger in Washington hat die ^afjnie des Vorsä lags Hoovers durch die deutsche Regie- tlln9 überreicht. '

r. 7" Die beiden Flieger Willi) Post und Harald Tattp 110 am Dienstag in Neufundland zu ihrem Transozean- 119e mit dem Ziel Berlin gestartet.

Die Bedeutung der BundfunKrede des BeithsKanzlers. - ^e- reitschaft zur praktischen Zusammenarbeit mit FranKreich.

TNB. Berlin, 23. 6. (Eigene Meldung). Die Ansprache, die Neichskanzler Dr. Brüning heute abend ziemlich rasch improvisiert im Rundfunk über alle deutschen Sender ge­halten hat, ist die erste amtliche Kundgebung nicht nur zu der Initiative Hoovers, sondern seit der Rückkehr aus The- quers überhaupt. Man hat hier den Eindruck und dieser Eindruck dürfte von allen Hörern dieser ernsten und pflicht­bewußten Ausführungen im In- und Auslande geteilt werden daß es dem Kanzler vor allen Dingen um den außenpolitischen Teil seiner Darlegungen, die Ansprache an Frankreich, zu tun war, mit der er seiner Ueberzeu­gung Ausdruck gab, daß die Schwierigkeiten nicht unüber- windbar sind, die seit einiger Zeit zwischen den beiden großen Nachbarvölkern bestehen. In ganz wenigen Worten hat er dabei den Kern des ganzen augenblicklichen Problems zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschält: die Not­wendigkeit, das vergangene seelisch zu überwinden. Er hat sich bereiterklärt, zu einer großzügigen praktischen Zusammenarbeit. Er ist soweit gegangen, offenbar fußend auf Anregungen, die von verschiedenen Organen der Gef- fentlichkeit in jüngster Zeit gemacht worden waren, seine ausdrückliche Bereitschaft zur Benutzung einer Gelegenheit anzukündigen, wie sie neulich die Julammenkunjt in The- quer für ,ei ine Erörterung zwischen Deutschland und Eng­land bot. Bei der zurückhaltenden Natur des Reichskanz­lers und der ernsten Ueberlegung, mit der er alle seine Schritte vorbereitet, darf man darin den versuch erblicken, gewisse, trotz aller Hemmungen spürbar werdende Bestre­bungen in Frankreich zu ermutigen und zu "förbern, solche Bestrebungen nämlich, die die hochherzige Initiative Hoovers auf dem einfach gangbaren Weg, also vor allem unter Vermeidung von Rechtsfragen und Konferenzen übermin- den möchten. Man darf hoffen, daß die Ansprache Dr-, V': ü,7;iyo an Frankreich verfranonts fmoel und zur Er­leichterung und Vereinfachung der sich anbahncnden weite­ren Erörterungen führen werde.

Der erste Eindruck der Krüningrede in der Dreste.

TNB. Berlin, 24. 6. (Lig. Meldung). Die Rede des Reichskanzlers Brüning, die trotz der späten Stunde, in der sie gehalten wurde von dem größten Teil der Berliner Morgenblätter in großer Aufmachung auf der ersten Seite gebracht wird, wird bisher nur von einigen Zeitungen in kurzen Kommentaren besprochen.

Der Vorwärts nennt die Rede in ihrem außenpolitischen Teil eine gute und mutige Tat. Brünings Bekenntnis zur deutschfranzösischen Zusammenarbeit gerade in diesem Au­genblick verdiene uneingeschränktes Lob. Es sei jetzt an Frankreich, die Anregung Brünings zu beantworten. Die deutschen Sozialdemokraten und die französischen Sozialisten würden den Versuch Brünings nicht nur willkommen hei­ßen, sondern auch auf das lebhafteste unterstützen.

Die D. A. 5. bezeichnet die Rede als das offene und ehrliche Angebot zu einer rückhaltlosen vertrauensvollen Aussprache zu einemfranzösischen Theguers". Das Blatt fragt: Wird die Welt, wird vor allem Paris diese Hand­lung von beispielsloser Hochherzigkeit in ihrer ganzen Trag­weite zu würdigen verstehen ?

Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichsiags- fraktion hat, dem Vorwärts zufolge, ein Schreiben an den Reichskanzler gerichtet, in dem unter Hinweis auf den amerikanischen Vorschlag eines internationalen Morato­riums für die Kriegsschulden für dringend erforderlich bezeichnet wird, die zugesagten Verhandlungen über die Ab­änderung der Notverordnung sofort einzuleiten.

Bereits eine Stunde, nachdem Reichskanzler Dr. Brüning seine Rede im Reichsrundfunk beendet hatte, lag in Berlin die Meldung aus New Park vor, daß die von der National Broabcafting Tompanp übernommene An­sprache des Kanzlers in ganz Amerika zu verstehen war.

Die drei Gewerkschaften deutscher Polizeibeamten haben heute in einer gemeinsamen Sitzung in Berlin ein­mütig die Gründung eines Neichsbundes deutscher Polizei beamten beschlossen.

Bei einer Explosion in den englischen Marinewerk- stätten von holtonheath wurden elf Personen getötet und 19 verletzt.

Am Magdeburger Platz in Berlin kam es Diens­tag abend zwischen Reichsbannerangehörigen ttnd Ratio- nalsozialisten zu einer schweren Schlägerei. Zwei Reichs- bannernngehörige wurden durch Messerstiche so schwer ver­letzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Zwei Nationalsozialisten erhielten leichte Verletzungen. Sie wurden mit vier anderen Nationalsozialisten dem Polizei präsidium zugeführt.

Dr. Schreiber über den Hooverplan< Amerikas Schritt der Ausgangspunkt für eine Gesundung der Weltwirtschaft.

Die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf beging am 23. Juni die Feier ihres lOOjährigen Bestehens. Dir Glückwünsche der preußischen Staatsregierung überbrachte Handelsminister Dr Schreiber, der in seiner Rede die politische und wirtschaftliche Entwicklung Preußens schil­derte und dabei auch von den schweren Sorgen um das Schicksal unseres Volkes sprach.

Die Entwicklung der letzten Tage, so führte der Mi­nister aus, habe eine Hoffnung auf Erleichterung un­serer Lage und eine Ermutigung für unser Volk gebracht. Die Initiative, die Ho 00 er zur Erleichterung der Wirt­schaftsnöte der Welt und zur Festigung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage unseres Landes ergriffen habe, würde dankbar empfunden werden.

Dieser großzügige Schritt der nordamerikanischen Re­gierung könne Ausgangspunkt für eine allgemeine Rege­lung fein, die im Interesse aller die ernsten Störungen beseitige, welche als unheilvolle Erbschaft aus der Kriegs­zeit die Weltwirtschaft und insbesondere die unseres Va­terlandes so schwer geschädigt habe.

Hoffentlich wurde die Antwort aller Völker aus den amerikanischen Vorschlag im wahren europäischen Geiste erfolgen, damit überall erkannt werde, daß die Beziehun­gen großer. Nationen zueinander nicht ewig unter der Perspektive von Sieg und Niederlage betrachtet werden können und daß Europa ein gemeinsames Schicksal habe, dem sich keines seiner Völker entziehen könne.

Ietzl sei die Stunde gekommen, wo immer wieder­holte Lippcnbekrnnlnisse zum Frieden keinen Eindruck mehr machen und nur die Tat der Ausdruck jener Solidarität sei, die Amerika von Europa mit Recht erwarte.

*

Vertrauen zur Führung.

Die besonderen Wünsche des Reichsverbandes der ^uuckev unhRil^ l^u^-^ -XS*^ ^*** - b er 1 verbracht. Zum Schluß ging der Redner auf die Notverordnung ein und betonte, daß trotz sachlicher Mei- nungsverschiedenheiten in vielen Punkten doch heute solche Bedenken zurückgestellt würden und dem deutschen Reichs­kanzler das B e r 1 r a u e n entgegenzubringen fei, dessen er zur erfolgreichen Wendung der deutschen Schicksale bedürfe. Fortwährend rufe das deutsche Volk nach einem Führer, der es aus feiner unerträglichen Lage befreie. Komme nun ein Mann, so erklärte Geheimrat Duisberg. der bewiesen habe, daß er gesonnen sei, den Geist der Front genera- tion in friedl-cher Befreiungsarbeit einzusetzen und zu ver­wirklichen, so müsse diesem Mann auch unbedingt Folge geleistet werden.

*

Der Deutsche Industrie- und H a n d e l s t a g, der die Tagungen seines Hauptausschusses mit der Jubi­läumsfeier der Düsseldorfer Handelskammer verbunden hat, brächte in seinen Beratungen das gleiche Vertrauen zu der Führung des Reichskanzlers Brüning zum Ausdruck.

Noch vier Millionen Arbeitslose.

Weitere Entlastung des Arbeitsmarktes.

Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vont 1. bis 13. Juni 1931 hat die Entlastung des Arbeits- marktes in der ersten Hälfte des Monats Juni weitere Fortschritte gemacht; die Bewegubg hat sich zwar verlang­samt, war aber günstiger als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, wo die konjunkturelle Verschlechterung die saisonmäßige Belebung überdeckte.

Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Ar­beitslosen, die am 31. Wai noch rund 4 053 000 betrug, ist zum 15. Juni aus rund 4 000 000 zurückgegangen.

In der Aibeiislosenversicherung hat die Zahl der Hauptunterstützungsenipsänger um mehr als 100 000 ab ge­nommen und lag am 15. Juni bei rund 1 476 000. Die Zahl der Krisenumerstützten hat noch, wenn auch unerheb­lich, zugenommen und zwar um rund 4000 auf rund 933 000

Fahrt des Schienenzeppelin nach Düsseldorf.

Berlin, 24. Juni. Der Propeller Triebwagen des Diplomingenieurs Kruckenberg wird voraussichtlich am Donnerstag im Fahrplan mit gewöhnlicher D-Zug-Ge- schwindigkeit über Magdeburg, Halberstadt, Goslar, Pader- born, Elberfeld nach Düsseldorf fahren. Die Reichsbahn wird für diese Fahrt Lokomotiv-Lotsen stellen. Von Düs­seldorf wird der Wagen dann über Essen nach Hannover gefahren, wo er voraussichtlich am Sonntag eintreffen wird

Die Wiener Hochschulen geschlossen.

Wien, 24. Juni. Im Zusammenhang mit der Um gültigkeitserklärung des Studentenrechts durch den öster­reichischen Verfassungsaerichtshof war es in dem Gebäud« der Unincriität zu schweren Zusammenstößen zwischen natio- naljozie.lisiischen und sozialistischen Studenten gekommen. Daraufhin hub jetzt die Universität und alle übrigen Wiener Hochschulen von der Regierung kurzerhand geschlossen worden.