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Achlüchtemer Zeitung

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5 Nr. 88 (1. Blatt) Donnerstag, den 23. Juli 1931 83. Iahrg.

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" Amtliche Bekanntmachungen.

M L a N d r a t s a m t.

dei Diejenigen Grtspolizeibehörden, die mit der Beantwor­tung meiner Verfügung vom 31. Juli v. Js. Nr. 6624 he» Schlüchterner Zeitung Nr. 92, betr. Prüfung der Gbst- äß! bäume nach dem Vorhandensein von Blutläusen u. s. w., ;ru noch im Rückstände sind, werden an die alsbaldige Erledi- PP« gung erinnert.

Ion Schlächtern, den 20. Juli 1931.

M Der Landrat. J. V.: Radke. Kreisbeputierter.

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Kreis aussUuß.

iab Freiwillige Sanitiitskolonne Kad S-deu.

en- Auf Sonntag, den 26. Juli d. J s., nachmittags um sai 1 Uhr, werden die Uolonnenmitglieder zu einer wichtigen des Versammlung in die neue Schule zu Bad Soden freund- '^ lichst eingeladen. Die Mitglieder werden um pünktliches und vollzähliges Erscheinen gebeten.

A Bad Soden, den 2i.Sult 1931. Schlächtern, den 21.Juli 1931.

83 Kasprzik, Gaenßlen,

jjt Vorsitzender. Stellv. Vorsitzender des Männer- Vereins vom Roten Kreuz.

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>en Aufstellung der Gemeinberechnungen für das

Rechnungsjahr 1030.

am:

y 3.=Hr. 3540 K. A. Nach § 91 der Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4- August 1897 ist die Hp Demeinderechnung binnen 6 Wochen nach Schluß des Rech- 7 jj nungsjahres dem Bürgermeister einzureichen, von diesem ^binnen weiteren 6 Wochen der Gemeindevertretung vorzu- pt.» fegen, von letzterer festzustellen und sodann 14 Tage lang ch, öffentlich auszulegen.

[ Die Unterlagen aus den Gemeinderechnungen für bu tag bgelaufene Rechnungsjahr 1930 werden zur Aufstellung er dem preußischen Statistischen Landesamt in Berlin inzureichenden F in a n z st a t i sti K benötigt. Unter Be-

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^gnahnze auf meine Kreisblatt-Verfügung vom 6. Juni 3s. J.=Hr. 2851 K. A. - (Kreisblatt Nr. 70) ersuche h daher die Herren Bürgermeister und Gemeinderechner ^Iochmals, dafür zu sorgen, daß, soweit es noch nicht ge- O^Mchen ist, die Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 0)8930 unverzüglich aufgestellt wird und in einer Ausferti- inersung ohne die Beläge alsbald hier eingeht.

ererT 3m übrigen bestimme ich, daß die durch die Gemeinde- irfDcrtretunq festgestellte unb ausgelegte Gemeinderechnung UMr das Rechnungsjahr 1930 nebst den dazu gehörigen Be- ^Mgen bis zum 1. Oktober d. Js. hier vorzulegen ist. Lj tine Verlängerung dieses Termines kann nicht erfolgen. ^ Schlächtern, den 17. Juli 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses-

, J. V.: Radke, Kreisbeputierter.

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Schwere politische Schlägerei in Dortmund. 3tuet Tote, zweNDerletzte.

bei

-N8 WTB. Dortmund, 22. 7. Gestern abend kurz vor Uhr kam es am Horbausgang des Dortmunder Haupt- ^hnhofes zu einem Zusammenstoß zwischen Kommunisten w|Älb politisch Andersgesinnten. Als ein Polizeibeamter in den Streit schlichten wollte, fielen die Streitenden ge- , mrinjam über den Beamten her und schlugen ihn zu Baden. ss,D^ Beamte zog darauf seinen Revolver und gab sechs ij Wisse auf seine Angreifer ab- Zwei von ihnen wurden zu ^»oben gestreckt. Einer war sofort tot, der zweite starb uf der Polizeiwache, ein dritter wurde am Arm verletzt. Polizeibeamte, der sich in den Bahnhof flüchtete, wurde p» den übrigen Angreifern verfolgt, neuerdings zu Boden plagen und durch mehrere Messerstiche in den Rücken Jiver verletzt. Als die Bahnpolizei dem Beamten zur ^e k"'O flohen die Angreifer- Bei dem einen Toten ö !?»rde ein Mitgliedsbuch der K. P. D. gefunden.

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Das Rcichskabinett trat am Dienstagabend um 21 m zu einer Sitzung zusammen- Nach deren Beendigung urden fünf neue Verordnungen veröffentlicht, und zwar ,. e*ne Durchführungsverordnung zur Kapitalflucktoaer- an bnung, 2- eine weitere Verordnung über die Wieder- oel 0nähme des Zahlungsverkehrs, 3. eine weitere ver­lang über die Danatbank, 4. Durchführungsbestimmun- ent ^" i'lr Verordnung über die Erhebung einer Auslands -zi ä'ühr und 5. eine Verordnung über Steueramnestie und s^el wßpahmeu gegen Sleueriaumige.

"" . Auf der Dienstag-Sitzung der Londoner Konferenz ein Vorschlag der amerikanischen Regierung vorgelegt ,n ^^u, daß die Banken der Welt ihre Krebite in der kuehenden Höhe in Deutschland belassen sollen.

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Vermehrte amerikanische Kredite

Eine Unterredung mit Stimson.

Staatssekretär Stimson teilte in einer Unterredung mit, es treffe nicht zu, daß Präsident Hoover ihm telepho­nisch endgültige Anweisungen für die Konferenz in Lon­don erteilt habe. Ueber bu " ' 2' äußerte sich Staatssekretär Stimson u. a/wie folgt:

e Verhandlungen am Dienstag

Ich bin von dieser Sitzung sehr befriedigt. Ich habe die Empfindung, daß als Ergebnis der Besprechungen und der vorhergegangenen Pariser Beratungen die Probleme mit besserer Aussicht auf eine erfolgreiche Lösung als je klargestellt werden. Es wurde erörtert, ob Deutschland wei­ter Geld benötige. Man befaßte sich jedoch nicht mit der Frage, wie das Geld aufgebracht werden soll. Diese Kon­ferenz muß, wenn sie das Maximum an Erfolg erzielen will, rasch vorüber fein."

diese Don Ver-

Ueber die Teilnahme Sfimfons an den Beratungen der Vollkonferenz wird von Reuter ergänzend mitgeteilt, Stimson habe deutlich zum Ausdruck gebracht, daß Amerika keine Kredite aus Deutschland zurückziehen werde, Kredite vielmehr in letzter Zeit noch vermehrt habe, den anderen Ländern erwarte Amerika ein ähnliches Hallen.

Amerikas neuer Vorschlag.

Verwandlung der kurzfristigen in langfristige Kredite.

Der amerikanische Staatssekretär Stimson teilte auf der Londoner Konferenz den amerikanischen Vorschlag mit. Ein­leitend weist der Vorschlag auf den Kern des Problems hin, das Vertrauen in Deutschlands Wirtschaft in Deutschland selbst wie im Auslande wiederherzustellen. Amerika hoffe, daß die Völker Europas durch gegenseitiges Verständnis und guten Willen alle Reibungsverhältnisse beseitigen. Die Notlage wäre

eine Krisis der kurzfristigen Kredite, mit denen Deutschland seine Wirtschaft z. T. finanziert habe. . Es liege kein Grund vor, die

oer diese Kredite ruhen, zu bezweifeln, aber die Unsicher­heit der letzten Wochen habe einen Verlust an Vertrauen und damit eine Belastung des Bank- und Kreditwesens Deutschlands gebracht.

Als Folge gab es eine Flucht aus der.Mark in Deutsch- ' land selbst, außerdem wurden ausländische Depositen ab­gezogen und die Kredite seitens ausländischer Banken be­schnitten. Diese Bewegungen sind durch nichts zu rechtferti­gen, und wenn sie durch eine gemeinsame Aktion ausge- halten werden können, so besteht kein Grund, daß die ge- genwärtige Notlage nicht sofort und endgültig überwunden werden könnte.

Zur Frage der auswärtigen Kredite, so heißt es, glauben wir, daß eine erste Annäherung an dieses Pro­blem in der Aufstellung eines Programms besteht, das eins Verlängerung der laufenden Kredite um eine angemessene Frist ermöglicht.

Wir nehmen an, daß diese Kredite zusammen mit der Befreiung von den Separationen und den sich aus der Behebung der Panik ergebenden natürlichen Gewinn genügen sollten, um den gegenwärtigen Bedarf der deutschen wirtschaft zu decken.

Die Opposition an Brüning. keine Anerkennung neuer Bindungen.

Berlin, 22. Juli

Die Führer der nationalen Opposition haben an Reichs­kanzler Brüning nach London folgendes Telegramm ge­richtet:

Dem ursprünglich als Erleichterung gedachten Plan des amerikanischen Präsidenten Hoover wird die unverhüllte Absicht

1, das deutsche Volk aus die Dauer

Frankreichs enlgcgengeseh!

unter sein Diktat zu zwingen. So soll aus der Erleichterung

eine Verschlimmerung werden.

Es wird den verantwortlichen Kreisen in Frankreich nicht unbekannt sein, daß in unserem gequälten Volke, insbesondere in der Jugend, die Verzweiflung derart gewachsen ist, daß aller­orts gefährlichste Gedankengänge aufkeimen.

Das deutsche Volk, das sich von der Schuld am Kriege frei fühlt, will und kann die ihm ausgezwungenen ungerechten Lasten nicht länger tragen. Erst recht aber ist eine weitere Schmülerung der deutschen Staatshoheit unerträglich und nicht zu verant­worten.

Die gesamte nationale Opposition macht daher in aller Form darauf aufmerksam, daß sie gemäß ihrer Snmdelnstellung neue Bindungen, die gegenüber Frankreich eingegangen werden, als für sich rechtsverbindlich nicht ansehen wird.

Graf von der Golh, Hitler, Hugenberg, Gras Kalckreulh. Bethge, Lind, Seldle, Duesterberg."

3m Saargebiet sind bis auf weiteres alle öffent­lichen Veranstaltungen mit Ausnahme von Versammlungen in geschlossenen Räumen und sportlichen Veranstaltungen im Freien verboten.

Die am Montag bei Schueidemühl notgelandeten pol­nischen Flieger wurden vom Amtsgericht Schneidemühl zu je drei Tagen Haft verurteilt. Die Flieger nahmen das Urteil an.

Eine Nenter-Darstellmtg der Kondouer Konferenzlage. *

WTL- London, 22. 7. Jn einer von dem Reuterschen Büro gegen Mitternacht ausgegebenen Darstellung der Lage der Londoner Liebenmächte-Ronferenz heißt es, oie Lage werde gegenwärtig als außerordentlich delikat betrachtet- (Obwohl von Seiten der Delegierten über die heute abend abgehaltene Finanzminister-Ronferenz nichts mitgeteilt wor­den sei,, verlautet dennoch von zuständiger Seite, daß in die­ser lang ausgedehnten Konferenz noch keine Einigung über irgend einen plan erzielt worden sei- Es seien verschiedene Vorschläge ausführlich erörtert worden, und diese Vor­schläge würden der morgigen Vollkonferenz vorgelegt und in Gegenwart der Ministerpräsidenten nochmals durchge­sprochen werden. Es werde nun darauf ankommen, welche Haltung die Vollversammlung dazu einnehmen werde. Jn der Reuter-Darstellung wird weiter ausgeführt, es werde nachdrücklich betont, daß schnell etwas geschehen müsse, wenn Deutschland von seinen gegenwärtigen Schwierigkeiten befreit werden solle- Während des ganzen heutigen Tages sei in beiden Konferenzen der Staatsmänner die eine Frage erörtert worden, welche Maßnahmen ergriffen werden könn­ten, um dem Abfluß von Kapital aus Deutschland sofort ein Ende zu bereiten- von britischer amtlicher Seite wurde entschieden erklärt, daß die letzten Washingtoner Vorschläge noch in keiner der heutigen Konferenzen erörtert worden seien- Bisher sei noch kein endgültiger plan für die Wie­derherstellung des deutschen Kredits vorgebracht worden, wozu ja die Einstimmigkeit aller Mächte notwendig sei- oum Lchluß teilt Reuter mit, daß Reichskanzler Dr- Brü­ning von den Delegierten sehr eingehend über die tatsäch­liche Lage in Deutschland befragt worden sei und daß die Delegierten den entschlossenen Willen bekundet hätten, Hilfsmittel für Deutschland zu finden, die sowohl für Deutschland wie für die übrigen auf der Ronferenz vertre- ptMst MUlt aunchi^ac-waren,MMMBjMMM|mMH

Die Londoner Konferenz im Spiegel der Serliner Dresse.

LNB. Berlin, 22. 7. (Eigene Meldung). Die Londoner Konferenz steht nach wie vor im Mittelpunkt des Interesses der Berliner Zeitungen- Der bisherige Gang der Bespre­chungen in London und die bis jetzt erzielten Ergebnisse werden von den einzelnen Blättern sehr verschieden beurteilt- Auch der neue Vorschlag des Präsidenten Hoover, der be­kanntlich das Schwergewicht auf die Erhaltung der Deutsch­land gegenwärtig gewährten kurzfristigen Kredite und deren spätere Umwandlung in langfristige legt, wird einer unter­schiedlichen Kritik unterzogen. Ganz allgemein läßt sich sagen, daß der von einigen Zeitungen bisher vertretene Gptimisinus einer gewissen Resignation gewichen ist, wobei Frankreich wegen seiner ablehnenden Haltung mit manch­mal ziemlich herben Aeußerung bedacht wird. Die Rechts­presse wendet sich weiter mit zum Teil ziemlich harten Worten gegen das gesamte Pariser und Londoner Unterneh­men, und dieDeutsche Zeitung" fordert sogar kathegorisch den sofortigen Abbruch der Londoner Verhandlungen.

DieD. A. 0." beurteilt den Haover-Plan sehr skeptisch und erhebt ebenso wie dieDeutsche Tageszeitung" lebhafte Bedenken gegen die Einsetzung eines internationalen Aus­schusses zur Prüfung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands.

DieGermania" sieht in dem amerikanischen Vorfchlag, der auch von der Notwendigkeit des gegenseitigen guten Willens und der gegenseitigen Verständigung spricht, gleich­zeitig eine Mahnung und Warnung an Frankreich. Das Blatt hält die großzügige Haltung Amerikas den Rechen­künsten und Garantiewünschen der französischen Politik gegenüber, die die gegenwärtige Anjeihcaktion in ähn­licher Weise verzögert habe, wie den amerikanischen Mo- ratoriumsschritt vom 19. Juli.

Auch dervorwärts" stellt fest, bafi sich Frankreich durch seine bisherige Haltung in eine peinliche Isolierung hineinmanövriert habe, an der nicht so sehr Laval, als Finanzminister Flandin die Schuld trage.

Nach London deutsches Chequers?

' London, 22. Juli.

Jn London laufen Gerüchte um, nach denen der eng­lische Winisterpräsident Wacdonald und der britische Außenminister Henderson sogleich nach Abschluß der Sie- ben-Wächtc-6onferenz mit der deutschen Delegation nach Berlin reisen werden, um den kürzlich vertagten Gegen- kel"G nachzuholen. Wie wir dazu hören, besteht tatsächlich die Möglichkeit, daß Blacdonald und henderson von bei Konferenz direkt nach Berlin reisen, doch hängt die endgül­tige Entscheidung naturgemäß von dem Verlauf der Ver Handlungen ab. Der Konferenzabsckluß wird jetzt für Frei­tag erwartet, eine neue Konferenz für den herbst.