Einzelbild herunterladen
 

IchlWemer Zeitung

ßrels-Amtsbtatt * Allgemeiner amtlich erAnKeiger ftir ßm Lvew Schlüchtao

Nr. 129 <1. Blatt)

Amtliche Bekanntmachungen

z°ndratsamt.

Kuf Antrag der zuständigen Forstverwaltungsbehörde wird dem staatlichen Forstgehülfen Ehl zu Züntersbach die Mitwirkung bei der Ausübung der Jagdpotizei in' den Lemeindejagdbezirken Heubach, Gberzell, Schwarzenfels, Meichersbach und Züntersbach sowie dem staatlichen Forst­gehilfen Brassel zu Heubach die gleiche Befugnis in den LemeindejagdbezirKen Heubach, Gberzell, Uttrichshausen und Weichersbach aushilfsweise übertragen.

Schlächtern, den 22. Oktober 1931.

Der Landrat. Dr. Müller.

Kreisausschutz.

! Z.-Nr. 5169 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden werden hiermit nochmals an die Erlegung meiner Verfügung vom 19. September d. 3s. I.-Nr. 4279 K. H. (Kreisblatt Nr. 114) betr. Berichterstattung über die erfolgte Abführung des Losholzgeldes an die Zorstkasse mit einer Frist von 8 Tagen erinnert.

I 5chlüchtern, den 24. Oktober 1931.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung.

I Die hessische Portland-Zement-Fabrik Steinau, Aktien* Gesellschaft zu Steinau beabsichtigt auf ihrem Grundstück, Kartenblatt Nr. G u. T., Parzelle Nr. 43, 160, 41, 147,

42

40

39, 38, 37, 36, 35, 212 258, 259, 260, 197, 357

11 10 10 10 9 22 553, 354, 352, eine Zementfabrik zu errichten. Ich bringe [23 24 25

efes Bauvorhaben zur öffentlichen Kenntnis mit der Auf* Änderung, etwaiae lEimvegbungeü^-bjntien.)4^Üigee^gyfit Busgabe dieses Blabes bi mir schrifstich in 2 Eremolaren

Wer mündlich zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen m diesem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zeichnungen und Beschreibungen dst Anlage können während der Dienststunden bei der Poli-

reiverwaltung

(Erörterung der

in Steinau eingesehen werden. Termin zur

«örterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht M Donnerstag, den 19. November 1931 vormittags 10 vor dem Unterzeichneten an. 3m Falle des Aus* Bleibens des Unternehmers oder der widersprechenden wird, Meiä-wohl mit der Erörterung des Unternehmens bezw. Einwendungen vorgegangen werden.

I Steinau, den 24. Oktober 1931.

Die Pokizeiverwaltung. 3. D.: Weisel.

Das Ergebnis der anhaltifcken Wahlen.

ro$B Dessau, 26. 10. Die Ergebnisse der anhaltischen Wahlen, die kurz vor Mitternacht aus allen Kreisen und >meinden vorjagen, werden gekennzeichnet durch die Tat- W daß in sämtlichen Kreisstädten bürgerliche Mehrheiten Eandegekommen sind. In Dessau. wo die Demokraten bir­gst Ausfd)lag gegeben haben, ist die bisherige Mehrheit, tIe 0011 Socialdemokraten, Kommunisten und Demokraten wurde, gebrochen. Bemerkenswert ist. daß gegen- ttt der Reichstagswahl 1930 die Socialdemokraten durch- p starke Verluste erlitten haben, prozentual noch ftär= ^t, die Staatsnartei an Stimmen eingebüßt, die in n Kreistagen überhaupt nicht mehr und von den 5 Kreis- wn nur noch in Käthen vertreten ist. Gegenüber der Estaaswahl haben die Kommunisten mit Ausnahme 011 Dessau überall um 1000 Stimmen und darüber zuge- oinnien. Die stärksten Verluste erlitten die Sozialdemokra- ^n ,m Kreis und Stadt Dessau. Die Nationalsozialisten, 'c Mm ersten Mal mit eigenen Listen auftraten, haben p Erfolg zum größten Teil auf Kosten der bürger- ? Parteien errungen. So haben die Deutschnationale. d>?er in Dessau niit 5 Sitzen vertreten waren, keinen sv mehr erhalten. Die Volkspartei ist von 6 auf 2 p turüchgegangen. Heimlich si-ht es im übrigen Lande ^>n großer Teil der bürgerlichen Stimmen ging durch Uplitterung verloren.

, Die spanische Regierung hat das Washingtoner Hb über den Acbtftundentaa ratifiziert und dem Döb ,b|mbslekretariat mitgeteilt, daß die spanische Regierung ' öen Vorbehalt der früheren spanischen Regierung ver- wonach Spanien die Konvention nur annehme, wenn °on Deutschland. Frankreich, Großbritannien und Italien ratifiziert'werbe.

. Der einer großen Menschenmenge bat IRuffoIini am '"'lag in Neapel im Nahmen derMarsch auf Rom= 's1'eine groß angelegte Rebe gehalten, in der u. a. ' 01e Revision der Verträge forderte.

Dienstag, den 27. Oktober 1931

KranZösisch-amenkamschesKompromiß

Angebliche Wiederaufnahme der Tributzahlungen nach Herabsetzung der Schulden vereinbart.

Washington, 26. Oktober. .

WieAssociated Protz" mitteilt, haben Präsident Hoover und Laval eine Vereinbarung über die Koordinierung der Hilfsmittel französischer und amerikanischer Banken zur Stabilisierung der Weltlage erzielt. In der Besprechung der Kriegsschulden und der Reparationsfrage seien eben­falls Fortschritte erzielt worden. Die Herausgabe einer ge­meinsamen Mitteilung stehe bevor.

Der Washingtoner Sonderberichterstatter der franzö­sischen Havasagentur berichtet ergänzend dazu, hinsichtlich der Reparationszahlungen werde das 6ommuniqu6 die Notwendigkeit hervorheben, die Zahlungen nach Ablauf des Hoovsr-Moraiorinms wiederaufzunehmen. Vor Juli 1932 werde also eine Neuregelung zwischen den in direkter Weise interessierten europäischen Wächten gefunden werden müssen, aber aus der Grundlage des legal in Kraft bleiben­den Doungplanes. Line Abmachung zur Herabsetzung der Regierungsschulden werde als Folge hiervon getroffen wer­den müssen.

Das Communiquö werde ferner die Notwendigkeit her- vorheben, mit ernstem Bemühen die Bedingungen zu schaf­fen, die geeignet sein würden, das Vertrauen in der Welt wiederherzustellen und das Zurückfließen der Kredite zu ermöglichen. Das (Kommunique werde dann die zwischen der Bank von Frankreich und der Federal-Reserve-Bank zustande gekommene

Einigung über das Verbleiben französischer Golddepots in Amerika begrüßen und den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß diese Zusammenarbeit andauern und sich entwickeln möge.

Die Ergebnisse, die man von den Washingtoner Unter­redungen erwarten könne, entsprechen den optimistischsten Vermutungen aufmerksamer Beobachter der amerikanischen Politik. Die amerikanische Politik habe noch nicht eine Ent-

Angelegenheiten in Europa zu interessieren. Laval sei da­her so klug gewesen, nicht darauf zu bestehen, auf dem Gebiete der Sicherheit illusorische Genugtuung erhalten zu wollen.

Dagegen habe er sich bemüht, und dies sei ihm auch gelungen, die Aufrechterhaltung des Rechtes Frankreichs auf feine Reparationen im Rahmen des Doungplanes gel­tend zu machen und darin eingeschlossen die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Regierungsschulden ankündigen zu lassen.

Der Vertreter desMatin" will diese Ausführungen bestätigen und berichtet ferner, Laval werde sich auf keinen Fall zu einerneuen Komödie" hergeben, das heißt, zu einer neuen internationalen Konferenz, die zum dritten .al die Reparationen abändern würde. Ueber die Abrü- ung habe Laval erklärt, Frankreich wolle nicht ein Ba- lon opfern, um eine Million Dollar Schulden weniger i bezahlen.

Laval schreibt an Borah.

Das Bekanntwerden der schroffen Erwiderung Laools st den Revisions-Appell Borahs, er fei nicht nach Amerika kommen, um mit Borah zu polemisieren, hat Laval zu einer neuen Erklärung veranlaßt, mit der er lediglich Borahs Anerkennung, die Wiederaufbaukosten müssen Frankreich ersetzt werden, begrüßt, auf die übrigen Teile der Rede Borahs aber überhaupt nicht eingeht. Im übri­gen hat Laval jetzt auch einen Brief an Senator Borah ge­schrieben.

Neuregelung der Krisenfürsorge.

Verlängerung der Rnlerstühungssrist. Verschärfung der Bedürftigkeitsprüfung.

Berlin, 26. Oktober.

Amtlich wird mitgeteilt:

Die Höchstdauer der versicherungsmäßigen Arbeits­losenunterstützung ist mit Wirkung vom 5. Oktober ab auf zwanzig Wochen, bei beruflich Arbeitslosen auf sechzehn Wochen herabgesetzt worden. 3um Ausgleich hierfür hat der Reichsarbcitsniinister nunmehr die Dauer der Krisen- fürsorge entsprechend verlängert, und zwar in der Weise, daß die Gcsamthöchstdaner der versicherungsmäßigen Ar- beitslosenunkcrstühung und der krisenuntcrslützung wie bis­her 58 Wochen, bei über 40 Jahre alten Arbeitslosen 71 Wochen betragen kann.

Bei der finanziellen Notlage des Reiches, der Gemein­den und Gemeindcverbände mußte sichergestellt werden, daß nur wirklich Bedürftige die Krisenfürsorge erhallen. Es war daher notivendig, die'Bestimmungen über die Prüfung der Bedürftigkeit noch mehr als bisher der Regelung anzu- passen, die in der öffentlichen Fürsorge gilt. Um eine mag liebst zuverlässige Prüfung der Bedürftigkeit zu gewähr­leisten, sind über die Zusammenarbeit zwischen den Arbeils Ministern einerseits, den Gemeinden und Kemeindeoerban- den andererseits neue Bestimmungen getroffen: auch ist die Entschädigung der Gemeinden für ihre Mitarbeit bei dieser Prüfung allgemein festgesetzt.

Die neuen Bestimmungen treten am 9. November in Kraft.

83. Jahr«.

Was in Washington geredet wurde.

lVTB. Washington, 25. 10. Das gemeinsame Tom- munique des Präsidenten hoover und des französischen Mi­nisterpräsidenten Laval hat folgenden Wortlaut: Die tradi­tionelle Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, das Fehlen jeden Streitpunktes zwischen unseren beiden Regierungen, die Erinnerung an zahlreiche Fälle der Zusammenarbeit für den Weltfrieden, darunter in letz­ter Zeit die Annahme des Kellogg-Vriand-Paktes, machen es möglich und opportun für die Vertreter unserer Regie* rungen, jede Seite der zahlreichen Probleme zu erforschen, an denen wir beiderseits interessiert sind. In der Tat ist es die Pflicht der Staatsmänner, keine Mittel praktischer Zusammenarbeit für das allgemeine Wohl außer Hcht zu lassen. Dies trifft besonders zu für den gegenwärtigen Zeitpunkt, wo die Welt Ausschau hält nach Führern zur Erleichterung von einer Depression, von der zahllose Völker betroffen werden. Beziehungen gegenseitigen Vertrauens zwischen den Regierungen haben den wichtigsten Einfluß auf die Förderung der Erholung, nach der wir suchen. Wir haben uns an diese Aufgabe mit voller Aufrichtigkeit heran­gemacht. Wir haben dabei einen wirklichen Fortschritt erzielt. Wir erörtern die wirtschaftliche Lage in der Welt, die Strömungen in den internationalen Beziehungen, die sie beeinflussen, die Probleme der bevorstehenden Konferenz für die Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, die Wirkung der Depression auf die Zahlungen aufgrund der zwischen den Regierungen bestehenden Schulden, die Stabi­lisierung der internationalen Währungen und andere finan* zielte und wirtschaftliche Themen. Eine informelle und herzliche Aussprache hat dazu gedient, die Natur der Prob­leme mit größerer Genauigkeit zu umreiten. Es ist nicht unsere beiderseitige Absicht gewesen, bindende Verpflich­tungen einzugehen, sondern eher durch die Entwicklung des Tatbestandes jede der beiden Länder instand zu setzen, wirk*

gemeinsame Absicht, daß bie Konferenz für b'e Rüitungsb fchränkung nicht verfehlen wird, sich des Vorteils der s' ihr bietenden großen Gelegenheit zu bedienen, und daß f. imstande sein wird, ihre wirkliche Aufgab tatsächlich zu erfüllen, die in der Organisation einer festen Grundlage für dauernden Frieden besteht. Hinsichtlich der zwischen den Regierungen bestechenden Verpflichtungen erkennen wir an, daß vor Ablauf des Hoover-Moratoriums irgend ein Abkommen darüber notwendig sein dürfte, durch das die Periode aeschäftlicker Depression überbrückt wird, über dessen Einzelheiten und Bedingungen jedoch die bstden Regierungen alle Vorbehalte machen. Die Iniatioe hierfür sollte bal­digst von den europäischen Mächten ergriffen werden, die im Rahmen der vor dem 1. Iuli 1931 bestehenden Abkom* men Hauotsächlich daran beteiligt sind. Mit besonderem Eifer prüften wir die wichtigeren Mittel, durch welche die Bemühungen unserer Regierungen für die Wiederherstel­lung der wirtschaftlichen Stabilität und des Vertrauens ein* gesetzt werden könnten. Insbesondere sind wir überzeugt von der Wichtigkeit der Geldstabilität als eines wesentlichen Faktors bei der Wiederherstellung normalen n irtschaft- lichen Lebens der Welt, wobei die Aufrechterhaltung des Goldstandards in Frankreich und in den vereinioten Staaten einen großen Einffuß ausüben wird. Es ist unsere Absicht, die Prüfung der Methoden zur Aufrechterhaltung der Sta= bilität in den internationalen Wälpunaen forpusetzen. Wenn es auch in der kurzen uns zur Verfügung stehenden Z-'t nicht möglich gewesen ist, Programme aufzustülen, so sind wir doch zu dem Ergebnis gekommen, daß wir die Natur dieser finanziellen und wirtschaftlichen Probleme in demsel­ben Lichte sehen und daß diese Verständiaung unsererseits dazu dienen sollte, den Weg für eine hilfsreiche Aktion durch unsere beiden Regierungen zu bahnen.

Abschiedsworte Lavais an die amerikanische Presse.

WTB. Washington, 25. 10. Der französische Mi­nisterpräsident verabschiedete sich heute abend von der ameri­kanischen Presse. Laval lehnte eine Erläuteruna des ge­meinsamen Kommuniques ab und beschränkte sich auf fol­gende Erklärung'

Enge Freundschaft verbindet untere beiden Länder. Ich habe stets gewußt und jetzt selber feststellen können welche große Rolle die Erinnerung an die verganoenhei^ im Her­zen des amerikanischen Volkes spielt. Meine Unterhaltungen mit Herrn Hoover haben die Bande unserer Freundschaft noch verstärkt und stellen gleichzeitig einen wichtigen Schritt auf dem Wege der internationalen Zusammenarbeit dar, die heute nötiger ist denn je."

Präsident Hoover dementhmte. daß er eine Revision des polnischen Korridors voraeichlagen habe.

In Peking haben 20 000 Studenten am Sonntag in den Warenhäusern eii; Inventar der japanischen Erzeugnisse ausgestellt und den Inhabern unter Androhung von Re* pressalien deren Verkauf untersagt.