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Nüchterner Zeitung
ßrets-Kmtsbtatt * Mgemeiner mnUicherMzeiger für -en. Kreis Schlücht
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(L Blatt)
Dienstag, den 10. November 1931
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« Amtliche Bekanntmachungen,
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I 3m Monat Oktober 1931 sind folgenden Personen
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rjjjagbfcheine ausgestellt worden:
pössel, Robert, Gberlandjäger, Lalmünster, $| - Zssh Johannes, 'Zimmermeister. Gberkalbach,
Kempet, Heinrich, Waldschütz, Hintersteinau, Vehler, Leo, Prokurist, Schlächtern, Ruppel, Karl, Lehrer, Bad-5oden,
Harnischfeger, Fritz, Metzgermeister Lalmünster, Viegelmann, Karl, Metzger, Uttrichshausen,
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Viegelmann, Emil, Gastwirt, Uttrichshausen, Jäger, Nikolaus, Schreiner, Heubach, llohn, Alexander, Kaufmann, Schlächtern, Veuker, Friedrich, Landwirt, Weichersbach, Venharot, Konrad, Sattler,, Steinau.
5chlüchtern, den 2. November 1931.
Der Landrat. 3. D.: Duwe.
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Kreisausschutz.
AusscheUen als ortsübltche^KelraunImachttng
Kunderlaß des Ministeriums des Innern vom 27. 10.
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1931 — IV a I 563 II. —
Die in Die lern Genre meinbkSn'ortsüb l iche Rrt der Be-
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sich tantmadjung amtlicher Nachrichten und Anordnungen durch i d« Mrschellen ist eine behördliche Einrichtung. 3.. .'....
» 1: Bekanntgabe parteipolitischer Mitteilun- °gen (z. B. von Versammlungen) half d ie ©in» ^ kichtung nicht benutzt werden.
Die Frage -er Kurzkrediie.
Amerika für eine Teil-Rückzahlung.
Neuyork, 9. November.
Zwischen den führenden amerikanischen Bankhäusern, die an der Stillhaltung in Deutschland interessiert sind, finden zur Zeit Verhandlungen über die Vereinbarungen statt, die das jetzige Stillhalteabkommen ablösen sollen. Den Beratungen liegen zwei deutsche Vorschläge zugrunde, und zwar der des GeheimratsSchmitz und ein anderer, von einem amerikanischen Großbankier gemeinsam mit einem deutschen Großbankdirektor ausgearbeitetes Projekt. Dieses sieht Rückzahlung in fünf Jahresraten vor. Die amerikanischen Banken wollen sich aber jetzt noch nicht aus diesen Zeitraum einlassen
Das Mindeste, was sie anscheinend erwarten, ist eine Rückzahlung von 15—20 Prozent der durch die Stillhalteabkommen erfaßten Kapitalien bei Ablauf des jetzigen Abkommens. Das würde aber mindestens eine Milliarde Mark an Devisen erfordern, und selbst wenn sich die Position der Reichsbank in Devisen günstiger entwickeln sollte als bisher, ist es unmöglich, ohne ernste Erschütterungen, eine Milliarde Devisen abzuziehen. Mit den Exportmöglichkeiten für Devisen wäre eine solche Abziehung gar nicht in Einklang zu bringen. Daneben laufen nämlich noch die Devifenabliese- rungsoetpfli^fungsi Jüj^-hW—ftiUgeftattear Auslandsverbindlichkeiten, und sie betragen auch eine ansehnliche Summe.
Offenbar erwarten die Amerikaner jetzt neue deutsche Vorschläge.
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fin die ©her« und Reg.-Präs., Lanbräte und Gemeinden.
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I.-Nr. 5356 K. A. vorstehender Ministerial-Erlaß wird den Herren Bürgermeistern der Landgemeinden zur Kennt- urnahme und Beachtung mitgeteilt.
n g 5chlüchtern, den 5. November 1931.
N Der Vorsitzende des Kreisausfebuffes: Dr. Müller.
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wegen Totschlags verurteilt.
Liegnitz, 9. November. Die Stütze Arnold hat am 1. Januar die in Scheidung lebende Frau des Obertelegraphensekretärs Menzel erschossen. Das Ehepaar Menzel lebte seit längerer Zeit in Scheidung, wohnte aber noch zusammen in einem Siedlungshaus. Die Angeklagte Arnold wurde wegen Totschlages zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Ehemann Menzel wurde von der Anklage der Anstiftung zum Morde freigesprochen. Der Staatsan- walt hatte gegen beide Angeklagten die Todesstrafe bean- tragt.
Der Dortmunder Polizeipräsident gestorben.
Dortmund, 9. November. An den Folgen einer Luu-
Erst Sicherheit, dann Räumung.
Japans Antwort an Briand.
Paris, 9. November.
Der japanische Botschafter überreichte Außenminister Briand die Antwort der japanischen Regierung aus das Schreiben Briands vom 29. Oktober.
Die japanische Regierung betont, daß sie entschlossen bleibe, die Entscheidung des Völkerbundsrates vom 30. September auszuführen, und ihre Truppen aus dem umstrittenen Gebiet so schnell tute möglich zuruuztenen werde, ooaj werde in der Ratsentschliehung selbst erklärt, daß Leben und Eigentum der japanischen Untertanen zu garantieren sei, wofür bei der gegenwärtigen Spannung keine Gewähr gegeben sei.
Ferner scheint das Schreiben der chinesischen Vertretung vom 24. Oktober einige Zweifel über die Ansichten der chinesischen Regierung betreffend die Gültigkeit der die chinesisch-japanischen Beziehungen regelnden Verträge zu gestatten. Die japanische Regierung verlangt zum Schluß direkte Verhandlungen mit China.
u m pnent^ünbung ist der Polizeiprä Luebbering, gestorben.
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Verhaftung von uniformierten Nationalsozialisten.
. Königsberg, 9. November. Die NSDAP. veranstaltete in der Reitbahn des TattersaU eine Fahnenweihe, an der mehrere hundert uniformierte Nationalsozialisten teilnah- wen. Ein großes Aufgebot an Schutzpolizei verhaftete ; Etliche uniformierten Nationalsozialisten. Sie wurden in l'tiiloutos in das Polizeigefängnis gebracht.
Getreide aus Südslawien für Frankreich.
^ Belgrad, 9. November. Der französische Gesandte und Mdelsminister Kumanudi unterzeichneten ein Präferenz- , frommen über französische Getreideankäufe in Südslawien. «rankreich verpflichtet sich darin, 10 % seiner gesamten Ge- ; reideeinfuhr in Südslawien zu kaufen, was annähernd Waggons entspricht. Die französischen Zollgebühren werden Südslawien zurückerstattet werden.
. ~ In Lerlin-Buchholz wurde Sonntag früh der Thauf- lenr pohl in der Nähe seiner Droschke ermordet aufgefun- Es wird Raubmord vermutet, da dem Toten die
bsieflasche fehlt, die aber nicht viel Geld enthalten haben Mfte. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Der ^lizeipräsident bat eine Belohnung von 1000 HUT. aus= gesetzt.
Das Reklameflugzeug der Rhenania-Gssag geriet Ei Lalzwedel in einen Nebel und mußte notlanden. Das dwgzeug wurde dabei völlig zertrümmert. Der Pilot blieb durch ein Wunder unverletzt.
. Ris Ruftaht der morgigen Verwaltungsratssitzung VII in Basel fand am Sonntag eine interne Lespiechung er bereits in Basel weilenden Bankiers statt.
. Ruf den ehemaligen Kaiser von China wurde am ^mxtag in Tientsin ein Bombenattentat verübt. Durch Emen Boten wurde dem Kaiser ein Früchtekorb überreicht, "! dem eine Bombe versteckt war: diese explodierte indessen ■ nicht.
m ; Bei Reparaturarbeiten im . Elektrizitätswerk von ’ ‘uoiinges (Frankreich) wurde ein Arbeiter beim Berülzren ''»es Hochspannungsdrähtes getötet. Drei weitere Arbeiter, dem Verunglückten zu. Hilfe kommen wollten, kamen
"Nrch den elektrischen Strom ebenfalls ums Leben,
Kommunistische Ausschreitungen.
Ein SA.-heim überfallen. — Plünderung von Geschäften.
In S ch ö n e b e ck a. d. Elbe bei Magdeburg überfielen Kommunisten, die in der Hauptsache aus Magdeburg gekommen waren, daß SA.-Heim. Die Nationalsozialisten, die nur etwa 30 Mann stark waren, wichen der Uebermacht und flüchteten.
Die Kommunisten gaben auf sie mehrere Schüsse ab, durch die ein Nationalsozialist schwer, ein anderer leichter verletzt wurde. Daraus stürmten die Kommunisten zwei Geschäfte, deren Besitzer Angehörige der NSDAP. und, zertrümmerten die Scheiben und raubten den Inhalt der Auslagen.
Die Polizei, die mit Gummiknüppeln vorging nahm zahlreiche Verhaftungen vor.
Die Wirtschaftsnot in Titelt festen
Eine Entschließung der Handelskammer.
Liegnitz, 9. November.
Auf einer Tagung des Verbandes niederschlesischer Industrie- und Handelskammern wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt:
Der Verband niederschlesischer Industrie- und Handelskammern ist auf das ernsteste besorgt über den in erschreckender Weise zunehmenden Verfall der schlesischen Wirtschaft. Industrie und Handel der Provinz, mit der einheimischen Landwirtschaft aufs engste verbunden, überdies durch die Grenzziehung und die völlig veränderte Struktur im Osten noch besonders schwer geschädigt, befinden sich in gleicher Notlage.
Nm eine gänzliche Erschöpfung der wirtschaftlichen Kräfte unserer Ostmark zu verhüten, bedarf es vor allem einer durchgreifenden Entlastung sowohl des ländlichen, wie auch des städtischen und industriellen Grundbesitzes von den nicht mehr tragbaren hohen Steuern und Zinslasten.
Die Reste der Zwangswirtschaft sind alsbald zi^ beseitigen. Darüber hinaus müssen Ausgabenabbau und Senkung der Gestehungskosten auch auf alle» anderen Gebieten erfolgen. Vor allem müssen Industrie und Handel von den untragbaren Sonderlasten, vor allem der Realsteuern, befreit werden.
LIadbergh wird Mitglied einer staatlichen amcrklanifchcn Kommission. Präsident £)oouer hat Oberst Lindbergh zum Mu- glied der Nationalen Kommission für Fragen der Luftschiffahrt ernannt.
Sicherung der Wirtschaft und Währung durch 20 Prozent Preisabbau.
Erhöhung des MarKwertes um ein Fünftel.
Berlin, 9. 11. Mit der am heutigen Montag statt» findenden Sitzung des Reichskabinetts und Wirtschaftsbeirats beginnt der entscheidende Abschnitt in dem Kampf des Reichskanzlers und der Reichsbank um die Sicherung der Wirtschaft und der Reichsmarkwährung gegen die Gefahren der Weltwirtschaftskrise. In etwa 14 Tagen sollen bereits die Maßnahmen bekannt gegeben werden, von denen der Ausgang dieses Kampfes abhängen wird.
< Es handelt sich dem vernehmen nach darum, durch Preisabbau den Wert der,Reichsmark um ein Fünftel zu erhöhen, so daß für eine Mark ein Fünftel mehr an Waren gekauft werden kann als bisher. In der kommenden Notverordnung, deren Grundlinien das Kabinett je^t unter Mitarbeit des Wirtschaftsbeirates festsetzt, müssen zu diesem Sweche folgende Fragen geregelt werden:
1. Verbilligung aller Kredite in Deutschland durch Senkung zunächst der Reichsbankzinsen, dann der ju hohen -Zinsen für Wertpapiere:
2. Aenderung der Zölle und der owischenhandelsgewinne, vor allem für Lebensmittel, damit die Preise für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Kaufkraft der Bevölkerung angepaßt werden:
3. zeitweilige Aufhebung der Kartellbindungen, sogenannte Kartell-Feierwochen und Feiermonate, damit durch den Wettbewerb eine Senkung der gebundenen preise erzielt wird, fteilich unter Ausmexzung der nicht konkurrenzfähigen Betriebe;
4. weitere Senkung der Preise für Markenartikel, entweder durch freiwillige Preisherabsetzung der Fabrikanten oder durch gesetzliche Aufhebung der Vorschriften, die den Kleinhändler zwingen, einen bestimmten preis einzuhalten:
5. sobald die Preise beruntergeganaen sind, soll eine HnpAflng 0er Löhne und Gehälter an das niedrigere Preisniveau erfolgen.
Die Begründung für die^e Pläne des Kabinetts ergibt sich aus der Tatsache, daß jetzt die Golddeckung der Reichs- im Durchschnitt der letzten Wochen etwas unter 30 Prozent liegt. Da man ungedeckte Reichsbanknoten nicht ausgeben kann und will, muß man versuchen, mit geringeren Roten« beständen auspukommen. Es bleibt also nur der weg übrig, den Geldwert zu erhöhen, den jetzt die Regierung und der Wirtschaftsveirat gehen wollen.
Die Llrteilsbegründung für Helldorf.
Der Vorsitzende bemerkte, daß für das Gerichr politische Gesichtspunkie von vornherein ausscheiden müßten. Die Zahl der Teilnehmer an den Krawallen habe wahrschnn- lich 1500 betragen von denen nach Helldorfs Schätzung 500 Personen Nationalsozialisten aus etwa zehn verschiedenen Stürmen gewesen ie.en Ein Teil der Demonstranten wollte wahrscheinlich wegen des Hungers demonstrieren. Ein wesentlicherer Teil habe sich anläßlich des jüdischen Neujahrstages auf dem Kurfürstendamm getroffen. Nach der Ueberzeugung des Gerichtes sei der Plan im Laufe des 12. Septembers entstanden und habe sich dann umer ben Demonstranten herumgelprochen. Dann allerdings hatten die einzelnen Gruppen planmäßig gehandelt. Daß das Ganze ein Plan des Oberführers gewesen sei, habe das Gericht nicht angenommen. Rädelsführerschaft sei bei keinem der Angeklagten angenommen worden. Andererseits iei aber ermit« telt worden, daß sich die verurteilten Angeklagten des ein- fadjen Landfriedensbruches schuldig gemacht hätten.
Ermordung eines Rendanten
8000 Mark Molkereigelder geraubt.
Stendal, 9. November.
In Dannefeld (Altmark) wurde der Molkereibe- sitzer Friedrich Schulze, der aus dem Grundstuck seines Sohnes im Altenteil wohnte und als Rendant der Molkereigenossenschaft tätig war, in seiner DGHnung mit furchtbaren Verletzungen tot aufgesunden. Es handelt jid: ui>i einen Raubmord, da die I.lolkereigeidec in Höhe von SÜLL Mark fehlen. Von den Tätern fehlt jede Spur.
Todesschuß aus die Mutter.
Der 22iährlge Chauffeur Saatfeld in B e^ l i n - R i e - d e r s ch ö n h a u s e ii gab im Verlaut von Familienstrei- tigkeiteii aus einer Pistole einen Schuß auf seine Mutw ab, durch den diese getötet wurde. Auch seine 18jähri Schwester wurde durch einige Schüsse schwer verletzt. Dr Mörder wurde festgenommen.
3m Sturm verunglückt
Paris, 9. November.
Das lenkbare Luftschiff der französischen Floilenslaiion Rochefori geriet bei einer Uebungssahrt in einen Sturm. Ein Lmiduugsoersuch mißglückte. Das Lustschift verfing sich in den Aesten mehrerer Bäume und' wurde nolltommen vernichtet. Zwei Mann der Besatzung wurden verletzt.