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Rk. 10

(I. Blatt)

Gamstag, den 23. Januar 1832

84. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

j.=Hn 7171 b. Die den Herren Bürgermeistern in den nächsten Tagen zugehenden HefteGemeinsaßliche Beleh­rung über die nach dem Viehseuchengesetze vom 26. Juni 1909 der Knzeigepflicht unterliegenden Zeuchen" ersuche ich alsbald an die Fleischbeschauer und Trichinenschauer auszuhändigen.

Schlächtern, den 19. Januar 1952.

Der Landrat. 3. D.: Duwe.

J.4tr. 64 a. Die Grtspolizeibehörden werden an die Erledigung der Verfügung vom 4. 5. 1917 Hr. 4064 llreisblatt Nr. 37, betr. Linreichung der Kontrollisten über die im Jahre 1931 ausgestellten Fischereischeine, noch­mals erinnert.

Schlächtern, den 18. Januar 1932.

Der Landrat. I. D.: Duwe.

Kreisausschutz. Berufsberatung.

, IMr. II 22182 F. Der Berufsberater des grbeits- amts Hanau hält im Winterhalbjahr 1931/32 (16. No­vember 1931 30. Kpril 1932) in Schlächtern in der Volksschule (Werkunterrichtsraum) jeden 2. Dienstag im Monat von 1 4 Va bis 1 6 Va Uhr Sprechstunde ab. Die Beratung ist unentgeltlich.

. Die Litern und Vormünder, die hinsichtlich der Berufs- nusbildung ihrer Kinder bezw. Mündel einer Beratung bedürfen, weise ich darauf besonders hin.

Schlüchtern, den 21. Januar 1932.

Kreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Deutsche Oberschule in Anfbauform i. G.

Die in Entwicklung begriffene Anstalt umfaßt ab Ostern 1932 die Klassen Untertertia bis Unterprima. j BnMeldungen von Schülerinnen und Schülern zu Ostern dieses Jahres werden bis zum 10. März von der Unterzeichneten mündlich oder schriftlich entgegengenommen. Dabei sind einzureichen: ein selbstgefertigter Lebenslauf, Geburtsschein, Wiederimpfschein, die letzten Schulzeugnisse sowie das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Wenn dieses noch nicht vorliegt, kann es bis zur Aufnahme­prüfung nachgeliefert werden. Durch den Klassenlehrer ist unmittelbar an die Schulleitung ein Gutachten über Wesen, Begabungsrichtung und Leistungsfähigkeit der Schü­lerin (des Schülers) und über die Eignung zum Besuch einer klufbauschule vorzulegen.

Die Aufnahmeprüfung für Untertertia findet Don­nerstag, den 10. März und Freitag, den 11. März 1932 von 8Hz Uhr ab statt, die Aufnahmeprüfungen für die übrigen Klassen Mittwoch, den 6. April 1932, von 81/2 Ufjr ab. Zu den Aufnahmeprüfungen sind mitzubringen: Schreibunterlage, Löschblatt, Federhalter mit Feder und Bleistift. Ausführliche Prospekte über die Anstalt und ( das Schülerinnenheim werden auf Wunsch zugesandt. Lchlüchtern, den 22. Januar 1932.

Die Direktorin der Anstalt. 3. v.: Knacker, Studienrätin.

Oeffentliche Aufforderung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat 3a= War 1932 (fällig am 15. 1. 1932) zu entrichtenden Staatsfteuern (Grundvermögens- und Hauszinssteuern), städ­tische Steuern und sonstigen Abgaben an die Stadtkasse chicht bezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Bei Meldung kostenpflichtiger Einziehung sind sofort M zahlen:

Staatliche Grundvermögenssteuer mit Zuschlag, Staatliche Hauszinssteuer,

städtische Grundvermögenssteuer-öuschläge,

Gewerbeertragfteuer für 3. Vierteljahr 1931, Gewerbe- Kapitalsteuer-Vorauszahlungen für 3. Vierteljahr 1931, Bär­gersteuer, Holzgelder, Schulgeld für Lateinschule Schulgeld , für Staatliche Kufbauschule, Massergelder, Mieten volizei- strafen, Hundesteuer, Pachtgelder Anerbennungsgebähren sowie alle anderen angeforderten Abgaben.

Sür verspätete Zahlungen werden die gesetzlichen Ver­zugszinsen erhoben.

Die Steuer- und Kbgabenzettel sind zur verineidung einer ^sträubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vor- fBahmtngen erfolgen nur öffentlich, nicht durch Behändi- gung von Mahnzetteln.

Schlächtern, den 21. Januar 1932.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Allg. Ortskrantenlasse Schlüchtern.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei­träge aus den Zahltagen für die Monate Oktober, Novem­ber und Dezember 1931 wird hiermit in Erinnerung ge- bracht.

H e b e t e r m i n e finden st a t t:

1. In Sterbfritz, am Mittwoch, den 20. Januar 1932, von nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst,

2. In Steinau, am Mittwoch, den 27. Januar 1932, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst,

3. In Salmünster, am Mittwoch, den 3. Februar 1932, von nachmittags 2'/z bis 6 Uhr, im GasthauseZum Engel" daselbst,

4. In Soden, am Freitag, den 5 Februar 1932, von nachmittags 23/4 bis 6 Uhr, im GasthauseZur Hoffnung" daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.

An dem Hebetermintage am 27. 1. 32 bleibt die Kasse in Schlüchtern für Ein- u nd Ausz ah l u n g en ge­schlossen, worauf besonders aufmerksam gemacht wird.

Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müssen alsdann wegen des Jahresabschlusses unverzüglich zur zwangsweisen und kostenpflichtigen Einziehung gelangen.

Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse ihrer Gemeindeangebörigen wie seither auch ortsüblich be- sannt machen zu lassen.

Schlüchtern, am 14. Januar 1932.

Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkafse.

Reichshiffe für Lander und Gemeinden

Dom Reichsral einstimmig gefordert.

Berlin, 22. Januar.

Der Reichsrat beschäftigte sich mit der vom Reichs­finanzminister vorgelegten Zusammenstellung über die am Haushaltsplan für 1931 oorgenommenen Aenderungen. Auf Antrag der Ausschüsse wurde der berichtigte Reahshaus- Halt zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig faßte der Reichs­rat einstimmig eine Entschließung, in der es heißt der Ein­nahmerückgang in der Gesamtsumme der steuern. Zölle und Verbrauchsabgaben treffe in der Hauptsache die Län­der und Gemeinden. Gegenüber 1930 betrage dieser Rückgang %, gegenüber 1928 1% Milliarden Mark. Die Entschließung fährt fort:

Infolge Steigerung der Zahl der Erwerbslosen in Verbindung mit der Tatsache, daß von ihnen die Ge­meinden als Wohlfahrtserwerbslose nicht mehr 21 0. H. wie im Jahresdurchschnitt 1930, sondern etwa 35,6 v. H. ganz und in der Krisenfürsorge nicht mehr 14,7, sondern 32,7 v. H. zu einem Anteil unterstützen müssen sowie in Ver­bindung mit der Kürzung der Steuerüberweisungen behal­ten auch viele Gemeindehaushalte für 1931 und 1932 große Fehlbeträge, deren Deckung nicht möglich ist. Die zusätzliche Ueberweisung des Reichs an die Gemein» den von 230 Millionen RM. für Wohlfahrtslasten reicht demgegenüber nicht aus. Trotzdem hat das Reich im näch­sten Jahr nur noch eine Ueberweisung von 50 Millionen RM. vorgesehen.

Der Reichsrat ersucht die Reichsregierung, im Interesse einer geordneten Finanzwirtschaft bei der Ausstellung des Haushaltes 1932 auf diese Tatsachen Rücksicht zu nehmen. Er ersucht die Regierung insbesondere, anstatt der für 1932 für das Reich allein vorgesehenen erhöhten Schuldentilgung in den Reichshanshalt von 1932 für das Reich nur die be­reits sehr hohe gesetzliche außerordentliche Schuldentilgung ?on zusätzlich 420 Millionen RM. einzustellen und die dar- ber hinausgehenden Beträge den Ländern und Gemeinden zur Vermeidung oder Deckung von Schulden zuzuweisen, um tu verhindern, daß Länder oder Gemeinden zusammen- brechen oder datz eine wirtschaftlich untragbare und im Ge­gensatz zur Preissenkungspolitik stehende Anspannung wei­terer Steuern in Ländern und Gemeinden erfolgen wird, noch bevor sich der Erfolg der bisherigen Aktione! auswir­ken kann.

Die Abstriche im Haushalt.

Ministerialdirektor Brecht erklärte, nach dem berich­tigten Haushalt betragen die gesamten ordentlichen und außerordentlichen Nettoausgaben des Reichs für 1931 nun­mehr 8945 Millionen RM. (gegen 1930 2717 Millionen we­niger). Gegenüber dem Höchststand der Ausgaben im Jahre 1928 beträgt der Rückgang mehr als drei Milliarden Mark. Unter den einzelnen Posten hat es internationale Aufmerk­samkeit erregt, daß

Deutschlands innerer Schuldendienst

nur 500 Millionen Mark beträgt gegen etwa drei Milliar­den Mark in Frankreich und (nach altem Kurs) sechs Mil­liarden Mark in England. Man hat es als Vorteil für Deutschland dargestellt, daß dessen gesamte innere Staats­schuld jetzt nur zehn Milliarden Mark gegen 46 Milliarden Mark in Frankreich und 130 Milliarden Mark in England beträgt, aber man hat vergessen hinzuzufügen. daß Deutsch­lands innere Schuld infolge der eigenen Kriegskosten ur-

Reichskanzler lehni Zwischenlösung ab

Berlin, 21. Januar.

Der englische Botschafter in Berlin, Sir Horace Rum­bold, hat im Auftrage seiner Regierung bei der Reichs- regierung sondiert, ob Deutschland mit einer Verlängerung des Hoover-Moratoriums um ein Jahr einverstanden sein würde. Reichskanzler Dr. Brüning hat, wie verlautet, in ablehnendem Sinne geantwortet.

Wenn man bedenkt, daß bis zum Ablauf des gegenwär­tigen Hoover-Moratoriums noch rund 5 Monate verstreichen werden, also ein Zeitraum, der bei einigem guten Willen groß genug ist, um zu der so dringend notwendigen End- regelung zu gelangen, so ist es durchaus zu verstehen, daß die englische Anregung in Berlin keinen Anklang gefunden hat. Eine Hinauszögerung der Endlösung ist angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage gleichbedeutend mit einer Verlängerung der allgemeinen Ungewißheit, die bekanntlich auch die Gegenseite als den Hauptstörungsfaktor bezeichnet. Ob die Konferenz von Lausanne am 25. Januar stattfindet, dürfte nunmehr von der Entscheidung der englischen Regie­rung Abhängen.

Weshalb Brüning ablehnie.

Zustimmung zur Verlängerung des Schuldenmoratoriums wäre ein neues Zahlungsversprechen.

Ueber die Gründe, weshalb Reichskanzler Dr. Brüning eine Verlängerung des Hoovermoratoriums über den 1. Jun hinaus abgelehnt hat, wird von zuständiger Seite erklärt, daß eine Zustimmung Deutschlands dazu nichts an­deres bedeutet hätte, als die A b g a b e einer neuen Zahlungsversprechens. Sieht doch das Hoover- Moratorium in der Form, in der es auf Betreiben Frank­reichs schließlich in Kraft gesetzt worden ist, die Nachzah­lung der gestundeten Zahlungen in zehn Jahresraten, begin­nend mit dem 1. Juli 1933, vor.

Da sich heute aber annähernd die ganze Welt darüber einig ist, daß Deutschland am 1. Juli 1933 ebensowenig zahlen kann, wie es dazu am 1. Juli 1932 in der Lage wäre, würde unsere Zustimmung zur unveränderten Verlängerung des Hoover-Moratoriums nichts anderes darstellem als die Abzä. ^ ies Zahlungsoerfprechens, das niemand ernst neh­men kann.

fprünglid) mehr als 130 Milliarden Goldmark betrug und dafür gezwungen war. diese Schuld bis auf zehn Milliarden deshalb zu streichen, weil wir im Gegensatz zu England und Frankreich nicht in der Lage waren, aus Steuern jäh.- lich sechs Milliarden unseren inneren Gläubigern zur Ver­fügung zu stellen.

Die Gesamtlage Deutschlands ist noch erheblich schlechter, als der Reichshaushalt sie zeigt. Auch ohne Reparationen . steht Deutschland noch phantastischen Schwierigkeiten gegen­über.

Der Vertreter des Reichsfinanzministeriums, Ministe­rialdirektor Zarden, erklärte, die Reichsregierung verkenne die Bedeutung der Frage der Wohlfahrtserwerbslosenlasten nicht, sie könnte aber im Hinblick auf die ungeklärten außen­politischen Verhältnisse im Augenblick eine Erweiterung der bisherigen Maßnahmen nicht in Aussicht stellen.

Weiter ansteigende Arbeitslosigkeit.

Rund 6 Millionen am 15. Januar.

Berlin, 22. Januar.

Am 15. Januar 1932 waren bei den Arbeitsämtern rund 5 966 000 Arbeitslose gemeldet. Die Zunahme feit dem i Jahresende belief sich auf annähernd 300 000 gegenüber einer Zunahme um annähernd 320 000 in der vorigen Be­richtszeit und gegenüber einer Zunahme von 381 000 in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Seit dem Tiefstand des vergangenen Sommers ist die Arbeitslosenzahl um rund 2 012 000 gestiegen. Während in den Saisonaußenberufen die Auswirkung der jahreszeit­lichen Einflüsse allmählich nachläßt, ist das Tempo der Ver­schlechterung in den konjunkturempfindlichen Berufsgruppen wieder rascher geworden. In der Arbeitslosenversicherung stieg die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um rund 136 000 auf rund 1 778 000 (35,9 0. H. der unterstützten Arbeitslosen), in der Krisenfürsorge um rund 41 000 auf rund 1 547 000 (31,3 0. H.). Die Zahl der Wohlfahrtser- werbslo^en erhöhte sich bis Mitte Januar um rund 63 000 auf rund 1 629 000 (32,8 0. H.).

Wendung im Halleschen UnioersitäksHonflikt.

Wie in Kreisen der Universität Halle erklärt wird, hat sich innerhalb der Dozentenschaft die Stimmung in den letzten Tagen sehr zu Ungunsten Professor Dehns entwickelt. Seine Schrift Kirche und Völkeroersöhnung Dokumente zum Hallelchen Kon­flikt" stvße allgemein auf scharfe Ablehnung. Wie verlautet, haben sich Rektor, Senat und Theologische Fakultät bereits an den preu­ßischen Kultusminister gewandt, da er es allein in der Hand habe, den Frieden in Halle wiederherzustellen. Professor Dehn ist zur Berichterstattung beim Kultusminister in Berlin eingetroffen.

In Rybnik kam es am Donnerstag im Anschluß an eine Arbeitslofenncrfammlung zu einem Zusammenstoß zwi­schen der Polizei und Versammlungsteilnehmern. Ein Ar­beitsloser wurde erschossen und drei Straßenpassanten schiver verletzt.