Einzelbild herunterladen
 

W bei teil, dt inn Site iteil fo bet! st°!

rm ein t ! >h« sil« ietn au

ßchluchtemer HeUuny

ßdÄs-Kmtsbtatt * AllyeMeLnee amtlicher MzeLger für 0m Kreis Schlächtern

$

Nr. 28

(L Blatt)

Samstag, den 5. März 1932

84. Iahrg.

en»

X Amtliche Bekanntmachungen.

^ Banbtatsamt

un

ch« ga|

m sge

dl M $i

bt neu Bai

Das den Herren Bürgermeistern in den nächsten Tagen zugehende Formular für dieAbrechnung über die Unter­haltungskosten der ländlichen Fortbildungsschule" ist unter genauer Beachtung der im Märzheft 1924 der Zeitschrift für das ländliche Fortbildungsschulwesen veröffentlichten Grundsätze für die Unterstützung ländlicher und gärtneri­scher Fortbildungsschulen aus Staatsmitteln" auszufüllen und bis zum 1 2. d. Mir. wieder hierher zurück» zureichen.

Die sächlichen Kosten sind getrennt von den Au», stattung § koste n anzugeben.

Schlächtern, den 2. März 1932.

Der Landrat. 3. D.: Vuwe.

Ein Schritt Tardieus.

Sotten ion zwischen Oesterreich, Ungarn und der kleinen Entente?

Entscheidung im ersten Wahlgang?

Die Zahl der Stimmberechtigten. «VA

)bei ige :3 3ro!

an

den d k

un

: fi atg

nöc ipei iM bt

aus

unl Nil [ü6 tue nie

Die Grtspolizeibehörden ersuche ich, den nach­stehenden § 1 des Gesetzes, betr. den Schutz von Vögeln (Vogelschutzgesetz) vom 30. Mai 1908 (Reichrgesetzblatt 1908 S. 314) in ortsüblicher Weise wiederholt zu ver­öffentlichen.

§ 1.

1 Das Zerstören und das Ausheben von Heftern oder Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das Ausnehmen und Töten von Jungen ist ver­boten.

Desgleichen ist der Ankauf, der Verkauf, die An- und Verkaufsvermittlung, das Feilbieten, die Tin-^ Aus- und Durchfuhr und der Transport der Hefter, Tier und Brüt der in Europa einheimischen Vogelarten untersagt.

Dem Eigentümer und dem Nutzungsberechtigten und deren Beauftragten steht jedoch frei, Hefter, welche Vögel in oder an Wohnhäusern oder anderen Gebäuden und im Innern von Hofräumen gebaut haben, zu zerstören.

1 Auch findet das verbot keine Anwendung auf das Linsammeln, den Ankauf, Verkauf, die An- und Ver­kaufsvermittlung, das Feilbieten, die Lin-, Aus- und Durch­fuhr und den Transport der Tier von Möven und Ki= bitzen, soweit es nicht durch Landesgesetz oder durch landes- polizeiliche Anordnung auf die Tier dieser Vögel für be­stimmte Grte oder für bestimmte Zeiten ausgedehnt wird.

Schlächtern, den 1. März 1932.

Der Landrat. 3. v.: Vuwe.

Stabt Schlächtern.

et ruf bei fe«

et sich

all ehe:

181

6

nun

gen

ih ia«: sich

nsv Der

sie" 1)61 unl

e

nach aiu nti'

still

- ei

>th

bet un* voe

Bekannt mach unfl

In der Zeit vom 7. bis 14. März d. 3$. findet die Rei­nigung der Schornsteine in folgenden Straften der Stadt Schlächtern statt: Ahlersbacher-, Elmsrland-, Hospitalstraße, Elmweg, Graben-, Kaisers, Kronprinzen- Garten-, Drei- brüder», Kurfürsten-, Breitenbacher-, Bahnhofs» Lotichius-, Brückenauer-, Fuldaer-, Weinberg-, Ludovika v. Stumm- ünd Alte-Straße, Amtsberg, Schmieds-, Linsen- und Heu- gaffe. Die Kontrollbücker sind bereit zu halten.

Schlüchtern, den 4. März 1932.

Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Auf Grund des Artikel 1 der Verordnung über Sonn­tagsruhe im Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919 wird die Offenhaltung der Ladengeschäfte am Sonntag, den 6. Ülärz 1932 von 11 Hz bis 14 Uhr gestattet.

Schlächtern, den 4. März 1932.

Der Bürgermeister als Drtspolizeibehörde: Gaenßlen.

5 Kandidaten für die Reichspraftdentenwahl.

WTB. Berlin, 4. 3. Das Büro des Reichswahlleiters teilt nachstehend die Kandidaten für die Reichspräsidenten- Wahl mit: Theodor Düsterberg, Oberstleutnant a. D., Halle (Saale); Paul v. Hindenburg, Reichspräsident, Ge» neralfeldmarschall, Berlin; Adolf Hitler, Regierungsrat in braunschweigrschem Staatsdienst, München: Trust Thäl- wann, Transportarbeiter, Hamburg: Adolf Gustav Win- ^r, Betriebsanwalt, Großjena bei Naumburg (Saale).

Der deutsche Botschafter in Paris, v. Hoesch, ist zu Besprechungen mit der Reichsregierung nach Berlin ab­gereift. !

Die Suche nach dem entführten Sohne Lindberghs, an der ^^^^^^u^^^m^i^^ 100 000 Polizisten und Privatster. Ionen teilnehmen, ist bis Donnerstag nachmittag ergebnis- los geblieben. Inzwischen ist ein zweiter Trpresserbrief bei ^indbergh eiNgegangen, worin 50 000 Dollar verlangt werden.

In Breslau häufen sich in den letzten Tagen die Grip- Pkfälle in erschreckendem Umfange. In zwei Fällen muß. ten Schulen geschlossen werden.

Am Donnerstag wurde in Berlin ein Zusatzabkom- wcn zu dem deutsch-italienischen Handels- und Schiffahrts- Vertrag von 1925 unterzeichnet.

Wien, 4. März.

Aus einer Auslassung des pariserTemps" geht her­vor, daß Tardleu gleichzeitig auch im Namen Englands und Italiens bei feinem letzten Aufenthalt in Genf den Vertre­tern ron Oesterreich, Ungarn und der kleinen Entente den Abschluß einer Zollunion aus dem Wege von Vorzugsab­kommen empfohlen hat.

DieReichspost" schreibt hierzu u. a.: Es berührt sym­pathisch und trifft den heiklen Kern der Frage, wenn mit aller Offenheit die Pariser Auslassung die Notwendigkeit betont, alle politischen Hintergedanken und Pläne dabei aus- zuschalten, und den Urgrund aller bisherigen Hemmungen für eine wirtschaftliche Verständigung tm Donauraum darin erblickt, daß durch eine Wirtschaftsentente der einzelne Staat in eine bestimmte Mächtegruppe hineingezogen werden könnte. Die Donaustaaten schweben nicht losgelöst im euro­päischen Raum.

Es ist für Oesterreich ein ökonomisches Gesetz, daß es zur Ordnung seiner heutigen Lage nicht bloß einer frucht­baren Auseinandersetzung mit Ungarn und den Staaten der kleinen Entente sondern auch mit Deutschland bedarf. Es würde nicht zum Ziele führen, wenn durch die Adresse der drei Wächte, die Deutschland nicht einschloß, irgendwie der Anschein erweckt würde, als ob Deutschland bei einer wirtschaftlichen Befriedung Wilteleuropas umgangen wer­den könne. Wan darf wohl annehmen, daß dies auch nicht die Absicht war.

Tardieus Anschlag auf die Donau.

Tardieu ist ein ausgezeichneter Taktiker. Nicht nur das Instrument der Innenpolitik beherrscht er meisterhaft, auch die Außenpolitik ist für ihn willkommenes Spielfeld. In der kurzen Zeit, in der er als Nachfolger Lavals die Geschäfte der französischen Politik leitet, hat er eine Aktivität ent­wickelt, die mehr ist als Betriebsamkeit. Sein neuester Coup ist eine neue Attacke, ein neuer Anschlag auf die Donau. Geradezu demonstrativ hat er einen Kollektioschritt bei Oesterreich, Ungarn und der Kleinen Entente unternommen. Scheinbar harmlos und ohne Tendenz. Er läßt sich nur informieren" über die Absichten der Donaustaaten. Selbst­verständlichohne jeden politischen Hintergedanken".

Schon die Tatsache dieses Kollektivschrittes bei den frühe- ren Staaten der österreichisch-ungarischen Monarchie ist

Tendenz.

Diese Aktion trägt ganz offen ihre Spitze gegen Deutschland jur Schau Das hat man in Wien denn auch sofort in diesem Sinne empfunden. Die Wiener Presse wendet sich mit aller Energie gegen diesen Versuch, Oesterreich gegen Deutschland auszuspielen. Jeder sieht darin nur den Versuch zu einer umgekehrten Zollunion. Aber wer wundert sich darüber! Schon einmal hat Frankreich es verstanden, Oesterreich zu einem politischen Tauschobjekt zu machen, wenn es darauf ankam, Dinge mit Deutschland auszuhandeln, die nun ein­mal mit Deutschland ausgehandelt werden müssen.

Die Aktion ist wohlvorbereitet.

Schon bei der letzten Wiener Kabinettskrise, die zu einet Ausbootung der Großdeutschen geführt hat, hat man Zu­sammenhänge internationaler Art gewittert. Diejenigen, die so empfanden, werden ihre Befürchtungen von damals heute nur bestätigt finden. Aber dennoch: kein Wiener Kabinett, auch das jetzige nicht und auch kein künftiges, kann es wagen, die deutsche Sache in Oesterreich aufzugeben. Frankreich muß der Entrüstungssturm in der österreichischen Oeffent- I lichkeit zu denken geben. Frage, ob Tardieu im Ernst über­haupt an eine Verwirklichung der Donaupläne glaubt. Hier könnte die offiziöse Versicherung desTemps", Frankreich hege keine politischen Hintergedanken, ihren Sinn bekommen.

Schließlich trennen uns nur ein paar Monate, schicksals­schwere und entscheidungsreiche Monate allerdings, von den zwingenden deutsch-französischen Verhandlungen über die Reparationsfrage und über das europäische Wirtschafts- problem überhaupt. Sollte Frankreich dannbereit sein, auf die Verfolgung der Donaupläne zu verzichten . . .? Die deutsche Regierung wird wachsam sein müssen.

In diesem Zusammenhang ein Wort über das Schwei­gen gewisser Amtsstellen in Wien. Kein Wort hat man dort rechtzeitig vernommen über die Demarche Tardieus. Und es ist bezeichnend, daß von Wien her die Frage kommt, ob denn die österreichische Regierung Berlin über alles infor­miert habe. Tardieu hat selbst in Genf die Demarche ange­bahnt. die jetzt erfolgte, und noch einmal fragt man in Wien: Ist Berlin hierüber in allen Einzelheiten informiert worden? Aber trotzdem: Kein Anlaß zur Besorgnis, wohl aber Anlaß zur Wachsamkeit. Die französische Taktik, die sich hier zeigt, ist zu alt, als daß man ihr nicht mehr begegnen könnte. Tardieus Griff nach der Donau wird so lange scheitern, so­lange in Oesterreich die überwiegende Mehrheit deutsch denkt. Und daran wird sich nichts ändern.

3n Tannenwalde bei Königsberg kam es nach Schluß einer nationalsozialistischen Versammlung zu einem Zusam­menstoß mit Kommunisten, bei 'dem die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Zwei Personen wur­den getötet, eine Anzahl leicht verletzt.

Angesichts der Erörterungen, ob die Wahrscheinlichkeit besteht, den Reichspräsidenten von Hindenburg am 13. März im ersten Wahlgang erneut zu wählen, wird daraus bin- gewiesen, daß am 14. September 1930 die Parteien, die letzt zur Wiederwahl Hindenburgs aufgerufen haben, insgesamt 21 408 409 Stimmen erhalten haben. Das sind 61,4 v H. der abgegebenen gültigen Stimmen. Demgegenüber brachten

der abgegebenen gültigen Stimmen. Demgegenüber brachten es die Gegner Hindenburgs. also di« Nationalsozialisten, die Kommunisten und die Deutschnationalen, zusammen aus 13 541 804 Stimmen, dar sind 38,6 v. H. Nach den gesetz­lichen Bestimmungen muß Hindenburg im ersten Wahlgang mehr als 50 o. H. aller abgegebenen gültigen Stimmen er­zielt haben, wenn er als gewählt angesehen werden soll. Die Zahl der Stimmberechtigten ist also an sich entgegen den Bestimmungen bei den Volksentscheiden nicht absolut maß­gebend. da die Zahl der Nichtwähler unbekannt bleibt. Bei den Reichstagswahlen am 14 September 1930 wurden 42 982 912 Stimmberechtigte gezählt. Davon haben sich an der Wahl 35 224 499 = 82 v. H. beteiligt. Die Zahl der Stimmberechtigten für die Reichspräsidentenwahl wird zwi­schen 43 und 44 Millionen geschätzt, und zwar dürfte sie weit näher an 44 als an 43 Millionen heranreichen.

Krauenorganisationen zur Wahl

Köln, 4. März.

Die katholischen Frauenorganisationen in Deutschland veröffentlichen zur Reichspräsidentenwahl folgenden Aufruf: Wir katholische deutsche Frauen wissen, daß es bei der Wahl des Reichspräsidenten um die Entscheidung der deut­schen Zukunft geht. Wir wählen hindenburg. Er steht über den Parteien und sichert so die Einheit des Volkes und die Ordnung des Staates. Wir wollen das Schicksal Deutschlands in die Hand des Mannes legen, dessen Per­sönlichkeit uns als verehrungswürdiges Vorbild der Pflicht­treue, der Vaterlandsliebe und des christlichen Glaubens vor Au steht. Die Welt soll erkennen, daß das deutsche Volk vertrauend und in Ehrfurcht den Mann wa >H, der die Ver­körperung der deutschen Art und deutschen Geschichte ist.

Stellungnahme des sächsischen Militärbundes.

Dresden, 4. März.

Das Bundespräsidium des sächsischen Militäroereins- bundes hat zur Reichspräsidentenwahl nachstehende Erklä­rung der Oeffentlichkeit übergeben: Getreu der Satzung des Bundes und seiner Geschichte hat er sich als solcher stets von jeder Parteipolitik ferngehalten und tut dies auch heute. Darum kann er eine Parole für einen bestimmten Kandi­daten für die Reichspräsidentenwahl nicht ausgeben und überläßt seinen Mitgliedern die Freiheit der Wahl, weist aber nachdrücklich darauf hin, daß es sich bei der Wahl zur höchsten Stelle in unserem Reich um eine außerordentlich wichtige vaterländische und nationale Angelegenheit handelt. Der Bund erwartet, daß sich alle Kameraden und ihre Fa­milien an der Wahl unbedingt beteiligen. Jeder wähle na­tional, jeder wähle den Kandidaten, den er für das Wohl d°- Vaterlandes für den Besten hält!

Die deutsche Antwort an Oesterreich.

Wien, 4. März. Der Bundeskanzler Dr. B u r e s ch hat am 16. Februar 1932 an die Gesandten Deutschlands, Eng­lands, Frankreichs und Litauens den Appell gerichtet, Oester­reich bei seinen Bemühungen zur Besserung feiner wirt­schaftlichen Lage zu unterstützen. Die Reichsregierung hat daraufhin dem Bundeskanzler eine Erklärung abgegeben, I worin es u. a. heißt, daß die Hilfsbereitschaft Deutschlands sich in der Vergangenheit nicht immer in dem gewünschten Uufange hat auswirken können, war neben anderen Aus­wirkungen vor allem auch in den Auswirkungen des Meist- begünstigungssystems begründet. Die deutsche Regierung ist zur Aufnahme alsbaldiger Verhandlungen über die Art und den Umfang solcher Zugeständnisse bereit.

Zwei Todesopfer einer Kohlenoxydgasvergislung.

Breslau, 4. März. In wüstegiersdorf wurde eine Familie durch Kohlenoxydgase, die einem Ofen entströmt waren, vergiftet. Der 67jährige Rentenempfänger Franz Rother und ein 15jähriges Mädchen, das die Familie im Hause ausnehmen wollte und das sich die erste Rächt im Hause aufhielt, konnten nicht mehr ins Leben zurückaeru- fen werden. Die Wiederbelebungsversuche bei der Ehefrau Rother waren erfolgreich.

Der Mörder von Sondelfingen hat Selbstmord verübt.

Stuttgart, 4. März. Die Bluttat, der am Dienstag auf dem Bahnhof Sondelfingen der 58 Jahre alte Reichsbahn- assi tem Veith zum Opfer fiel, ist nunmehr aufgeklärt. Als Täter wurde der 26 Jahre alte Modellschreiner Wilhelm Weiß ermittelt. Ms die Polizei ihn am Donnerstag feit- nehmen wollte, fand sie ihn mit Gas vergiftet t o t in lemer Wohnung vor.

Schnellstrafen für politische Schmierereien. 12 Kommu­nisten konnten in H o h e n - E r n st t h a l beim Beschmieren von Hauswänden, Haustüren und Bretterzäunen mit roter Oelfarbe festgenommen werden. Sie wurden dem Schnell- richter in Zwickau zugeführt, der sie zu mehrmonatigen Ge­fängnisstrafen verurteilte.