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chlüchterner Heilung

Kreis-Kmtsbtatt * Myemeiner amttüherKnzeLgerfkr Bm Kreis Lchlüchtero

Nr. 92

(1. Blatt)

Dienstag, den 2. August 1932

84. Jahr«.

Bon -er Nationalversammlung bis znm 31. Juli 1932

Nationalverf.

19.1.19.

Reichstagswahl

6. 6.20.

Reichstagswahl

4. 5. 24.

Reichstagswahl

7.12. 24.

Reichstagswahl

20.5. 28.

Reichstagswahl

14.9. 30.

Reichstagswahl

31.7.32.

Wahlberechtigte (in Mill.)

36,76

35,95

38,37

38,99

41,24

42,97

44,5

Gültige Stimmen (in Mill.)

30,40

28,20

29,28

30,29

30,73

34,95

36,85

Wahlbeteiligung (in %)

82,68

78,43

76,30

77,69

74,53

82,00

83,00

Gesamtzahl der Abgeordneten

421

459

472

493

491

577

607

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Taus.

Taus.

Taus.

Taus.

Taus.

Taus.

Taus.

1. RSDAP.

1918,3 32

907,3 14

809,8 12

6 406,4 107

13 732,7 230

2. Deutschnationale Bolkspartei

3121,5 44

4 249,1 71

5 696,5 95

6 205,8 103

4 380,0 73

2 457,7 41

2172,9 37

3. Ehristl.-Rat. Bauern- u. Landvolkp.

»

581,8 10

1108,1 19

364,7 4

4. Landbund

'"

574,9 10

499,4 8

199,5 3

193,9 3

96,8 2

5. Deutsche Volkspartei

1345,6 19

3 919,4 65

2 694,4 45

3 049,1 51

2 678,2 45

1577,4 30

434,5 7

6. Wirtschaftspartei

275,1 4

218,6 4

693,6 10

1 005,4 17

1395,7 23

1361,8 23

146,0 2

7. Deutsch-Hannoversche Partei

77,2 1

319,1 5

319,8 5

262,7 4

195,1 3

166,5 3

46,8

S. Zentrum

5 980,2 91

3 845.0 64

3 914,4 65

4118,9 69

3 711,1 62

4126,9 68

4 586,5 76

9. Bayerische Bolkspartei

1 238,6 21

946,7 16

1134,0 19

945,3 16

1058,6 19

1 190,4 20

10. Deutsche Staatspartei

5 641,8 75

2 333,7 39

1 655,1 28

1919,8 32

1504,1 25

1322,0 14

371,3 4

11. Deutsche Bauernpartei

.....

480,9 8

339,4 6

137,0 2

12. Sozialdemokratische Parkei

11 509,1 163

6104.4 102

6 008,9 100

7 881,0 131

9151,1 153

8 575,3 143

7951,2 133

13. Unabhängige Sozialdem. Barter

2 317,3 22

5 046,0 84

11,7

72,5

14. Kommunistische Partei

589,5 4

3 693,3 62

2 709,1 45

3 263,4 54

4 590,2 77

5 278,0 88

Amtliche Bekanntmachungen,

randratsamk.

I.-Nr. 3094 a. wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird ler Eisenbahnübergang des Landwegs Steinau-Marborn im Drtseingang des Steinauer Bahnhofs für den gefam- en Kraftwagen- und Fuhrwerksverkehr am Mittwoch, xn -tJT-'-ffttguft b. IZ. von 7.15 bis 18-Uhr -gesperrt-, Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über SalmünsterBad- soden bezw. über Ulmbach.

Uebertretungen werden nach den geltenden Bestimmtm- }en mit Geldstrafe bis zu 150 UM. bezw. mit Haft be­traft. '

Schlüchtern, den 28. Juli 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

Kreisau ssPuß.

I.-Nr.. 2497 K. A. Diejenigen Herren Bürgermeister der Landgemeinden des Kreises, welche mit der Erledigung meiner Rundverfügung vom 2. d. Mts. 3,=Hr. 2497 l. A. betr. Berichterstattung über die erfolgte ortsüb- iche Bekanntmachung des II. Nachtrages zur Biersteuerord- umg noch im Rückstände sind, werden hieran mit einer §rist von 8 Tagen erinnert.

Schlüchtern, den 29. Juli 1932.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Gelegentlich des am 7. August d. 3s. stattsindenden 3. 3. Weitzel'schen Stiftungsfestes sollen auch in diesem ^ahre Ehrenpreise für Zuchtvieh (Rindvieh, welches im ei­genen Stall geboren oder im Alter bis zu 3 Monaten auf- gekauft oder selbst aufgezogen ist), Zuchtschweine und Zie­gen ausgegeben werden.

Die Besitzer solcher zur Prämiierung geeigneter Tiere wer­den ersucht, dieselben am Donnerstag, den 4. August nachm. 6 Uhr, den Preisrichtern am Untertor vorzu- führen.

Schlüchtern, den 1. August 1932.

Der Magistrat: Fenner.

Die Reichstagsabgeardnete« Hesseu-Uassans.

3m Wahlkreis 19 sind 21 Neichstagsabgeordnete ge­wählt worden. Sie verteilen sich auf die einzelnen Par­tien wie folgt: Logialdemokraten: Oberbürgermeister a.

Philipp Scheidemann-Berlin, Geschäftsführer Franz Metz- Erlitt, Geroerkschastssekretär Heimich Becher-herhorn, Ber- reter Michael Schnabrich-ftersfeld, Landesrat Otto Mitte- Vierbaden: Nationalsozialisten: Dberpostinspeklor Jakob chrenger-Frankfurt a. M., Schlosser Fritz Weitzel-Frank- urt a. M., Landwirt Walter Seidler-Landershaufert, Ober- teuersekretär Karl Linder-Franksurt a. M., Oberstleutnant

D.. Kurt v. Ulrich>-sKassel, Oberleutnant a. D. Hans ^berlindober-Obermenzing, Schlosser Fritz Schmidt-Kassel, DipI^DoKswirt Aböls Heinz Becherle-Frankfurt a. M., buroongestellter Fritz Lengemann-Kassel, Landwirt Johan- Puth-Wachenbuchen: Kommunisten: Schriftsteller Wil-

Münzenberg-Berlin, Arbeiter Karl Barthiel-Kassel,' ^trum: Professor Dr. Vesiauer-Fvainkfurt a. M, Dr. Twne-Münzebrochi-Berlin, Mittelschullehier Jean Albert Schwarz-Frankfurt a. M.^ Veutschnationale Bolkspartei: ^matsminister a. V. Gskar Hergt-Göttingen.

Die Pläne der Reichsregierung planmäßiger Aufbau des Wirtschaftslebens.

Berlin, 1. August.

Reichskanzler von Papen äußerte sich im Rundfunk nach einem Rechenschaftsbericht über die bisherigen Maßnahmen über die Grundgedanken, unter die die Regierung ihre weiteren Maßnahmen in ber Zakunft-chellt. Sie--tzntfcher- dung über zwei grundsätzliche Fragen gibt die Richtung an: 1. Wird man bei der Neuordnung der Wirtschaft den Mut haben, an die Ueberwindung reformbedürftiger oder über­lebter Wirtschaftsformen Heranzugehen? 2. Wird man bei der Führung der Wirtschaftspolitik den Mut zu einer Ent­scheidung finden, die in den geschlossenen Ring der wider- streitenden Interessen eine Bresche schlägt, und wird man damit von der Kette der kleinen Notmaßnahmen zu einem planmäßigen Aufbau übergehen? Wir müßen zurückkeh­ren zu dem einfachen alten Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Unter diesen Grundsatz stellt die Regierung den Schutz des Eigentums. Sie bekennt sich zum Gedanken der Privatwirtschaft. Die freie Wirtschaft muß aber nach der alten Rechtsauffassung von der persönlichen Verantwortung wieder ihre Existenzberechtigung ohne Inanspruchnahme öffentlicher Unterstützungen und öffentlicher Betreuung durchsetzen. Wenn aber in Ausnahmefällen die Stützung von privaten Unternehmen aus öffentlichen Mitteln erfolgt ist, dann durfte dieses nur geschehen, um die Produktions­stätte und die Arbeitsgelegenheit über eine Krifenzeit hin­weg für das deutsche Volk zu retten. Es ist die Absicht der Reichsregierung, alle subventionierten Unternehmen so­bald als irgend möglich wieder der Privatinitiative zuzu- führen.

Die Reichsregierung hat ihre Entscheidung in dem Sinne getroffen, die Produktion der deutschen Landwirtschaft zu erhalten und sie bis zur Deckung des heimischen Bedarfs zu steigern. Da der deutsche Landwirt von der Kaufkraft der Bevölkerung abhängig ist, wird die Regierung alle Mit­tel einsetzen, um die industrielle Wirtschaft zu beleben. Die Fragen einer Verwaltungsreform, der Finanz- und Steuer­reform. der Kreditpolitik mit dem besonders wichtigen Zins­problem der Verstärkung der Selbstverwaltungsaufgaben der Berufsstände, die neue Form kooperativer Selbsthilfe wie im Freiwilligen Arbeitsdienst, sind die Teile eines Pla­nes. der den Wirtschaftsprozeß neu beleben und organisch unterbauen wird. Auch die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaf­fung haben nur den einen Sinn, wenn sie in den Gesamt­plan zum richtigen Zeitpunkt und nur für produktive Zwecke eingesetzt werden. Zur Frage der Siedlung erklärte der Kanzker: Es gilt die Maßnahmen zu treffen, die den Sied­lern eine wirtschaftliche Existenz ermöglichen.

Die Reichsregierung zur Einstellung oldenburgischer Hilfspolizeikräfle.

Zu der Einstellung der Hilfspolizeibeamten in Oldenburg wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, theoretisch bestehe durchaus die Möglichkeit, zu Aushilfszwecken Hilfspolizeikräfle einzustellen. Es komme natürlich auf die Art und Weise an, wie diese Einstellung durchgeführt werde. Die Reichsregierung habe sich aus diesem Grunde an die oldenburgische Regierung gewandt und um den genauen Tatbestand bei der Einstellung der polizeilichen Hilfskräfte gebeten. Ein Polizeikostenzuschuh sei von der oldenburgischen 'Re­gierung bei der Reichsregierung nicht beantragt worden.

Weitere Zunahme der Dohlfahrtserwerbslosen. In den »eut- schen Landkreisen hat die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen am 90. Juni 1932 einen Stand von 837 000 erreicht. Das bedeutet geenüber dem 31. Mai 1932 (815 700) eine Steigerung um 2,7 %, gegenüber dem Vorjahr 30. Juni 1931 eine Zunahme um 141%.

i Der Verlauf des Wahltages

1 Mehrfach blutige Zusammenstöße in der Racht. Auch Todes­opfer.

Berlin, 1. August.

Der Wahlsonntag ist dadurch gekennzeichnet, daß schon von der ersten Wahlstunde eine auffallend starke Beteili- . ayjig eichetztL. und -zwar in allen Teilen des Reiches. Bis gegen Mittag hatten in vielen Bezirken schon 50 Prozent aller Wahlberechtigten ihrer Wahlpflicht genügt, ver­einzelt war diese Zahl schon gegen Mittag überschritten. Nach den bisherigen Meldungen ist der Sonntag von unbedeuten­deren Zwischenfällen abgesehen ruhig verlaufen, dagegen gab es in der letzten Nacht noch an verschiedenen Stellen recht erhebliche Zusammenstöße, auch Todesopfer werden ge­meldet. Im einzelnen liegen aus dem Reich folgende Mel­dungen vor:

In den Städten des Ruhrgebietes ist der Wahlsonntag bis zum Mittag ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Dagegen kam es in der vergangenen Nacht in Essen ver­schiedentlich zu Zusammenstößen.

Bei einer Schießerei wurde ein Kommunist durch einen Bauchschuß und ein 20jähriger Rationalsozialist durch Arm- steckschuß schwer verletzt. Zwei in der Rahe wohnende Schupobeamte, die sich aus die Straße begaben, wurden gleichfalls beschossen, und einer der Beamten durch einen Streifschuß am Kopf verletzt. Er erwiderte das Feuer. Da­bei wurde ein 18jähriger Rationalsozialist durch einen Kopf­schuß tödlich verletzt.

Bei weiteren Schlägereien wurden noch mehrere Per­sonen mehr oder weniger schwer verletzt. Eine Anzahl Be­teiligter wurde verhaftet. Die Wahlbeteiligung ist wie aus den Städten des Ruhrgebiets übereinstimmend gemeldet wird, sehr lebhaft. Bis zum Mittag hatten vielfach schon 50 o. H. der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In Hamburg und Schleswig-Holstein nahm der Wahl­tag mit Ausnahme eines schweren Zwischenfalls in Itzehoe einen ruhigen Verlauf. In Hamburg war die Wahlbetei­ligung gleich nach der Eröffnung der Wahllokale sehr stark. Vielfach mußten die Wühler Schlange stehen. In Itzehoe versuchten in der Nacht Linksgerichtete, eine Hakenkreuzfahne herunterzuholen. Sie wurden jedoch durch SA.-Leute daran gehindert. Als sich darauf drei SA.-Leute zum Ortsgrup- penleiter begeben wollten, um den Vorteil zu melden, wur­den sie von einem größeren Trupp aus einem Knick heraus beschossen.

3m ganzen wurden acht Schüsse aus dem Hinterhalt ab­gefeuert. Der SA.-Mann Peter Kölln wurde durch drei Schüsse getötet. Als das Ueberfallkommando eintraf, waren die Täter bereits spurlos verschwunden. Sie sind jedoch teil­weise erkannt.

In Stettin und dem Osten der Provinz Pommern war die Wahlbeteiligung vom frühen Morgen an sehr lebhaft. In der Stadt standen die Wähler schon lange vor Deffnung der Abstimmungslokale Schlange, da sie vor der Abfahrt der Dampfer und Züge noch ihrer Wahlpflicht genügen wollten.

Auch in Königsberg und in der ganzen Provinz Ost­preußen ist der Wahltag nach den bisherigen Meldungen ruhig verlaufen.

Die Kehle durchschnitten

In Königsberg über fielen Kommunisten national­sozialistische Zeitungsausträger. Ein Kommunist zog, unter einem Taschentuch versteckt, ein Messer und durchschnitt einem Rationalsozialisten die Kehle, der in kurzer Zeit verblutete. Drei vermutlich als Täter in Frage kommende Kommunisten wurden von der SA. daraufhin, wie der Bericht der Krimi-