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Mk. 94 (1. Blatt)Samstag, den 6. August 1832 84. Nahra.

Amtliche Bekanntmachungen.

ßanbrötSttHt

Im Monat Juli sind folgenden Personen Jagdscheine ausgestellt worden:

a) Iahresjagdscheine: Hummel, Ludwig, Brückenau, Dr. Otto Doering, Apotheker, Sterbfritz, Klüh, Philipp, Landwirt, Heubach, Jäger, Ludwig, Landwirt, Heubach, Kern, Karl, Musikdirektor, Frankfurt a./M.,

b) Tagesjagdscheine: Hofmann, Paul, Landwirt, Hofgüll, Kern, Wilhelm, Frankfurt a./M., c- Unentgeltliche Jagdscheine: Gliemroth, Otto, Forstlehrling, Steinau, Döring, Karl, Forstlehrling, Steinau.

Schlächtern, den 2. August 1932.

Der Landrat. J. V.: Duwe.

Die Herren Bürgermeister ersucht ich, die für die Reichs- tagswahl am 31. Juli gelieferten und noch verwendungs- fähigen Stimmzettelumschläge gebündelt zu 100 Stück und mit der Aufschrift der Gemeinde versehen bis zum 10. ds. Mts. hierher zurückzusenden.

Schlüchtern, den 3. August 1932.

Der Landrat. J. v.: Duwe.

Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei­träge aus den Zahltagen für die Monate April, Mai und Juni 1932 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hebetermine finden statt: - am Miuwoch, teil lOttt

1932, von nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst.

2. In Steinau, am Mittwoch, den 17. August 1932, von vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst.

3. In Salmünster, am Mittwoch, den 24. August 1932, von nachmittags 272 bis 6 Uhr, im GasthauseZum Engel" daselbst.

4. In Bad Soden, am Freitag, den 26. August 1932, von nachmittags 2' bis 6 Uhr, im GasthauseZur Hoffnung" daselbst, und zwar wie seither auch für alle den genannten Orten naheliegenden Gemeinden.

An dem Hebetermintag, am 17. August 1932, bleibt die Kasse in Schlüchtern für Ein- und Auszahlungen geschlossen, worauf besonders aufmerksam gemacht wird.

Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, müssen alsdann unverzüglich zur zwangsweisen und kosten- pflichtigen Einziehung gelangen.

Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen, wie seither, möglichst am Tage vordem oder an dem Hebetermintage selber nochmals ortsüblich bekannt machen zu lassen.

Schlüchtern, den 4. August 1932.

Der Vorstand der Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Der von Schlüchtern durch die Distrikte 29, 34 und 35 der Schlüchterner Stadtwaldeö und 78 deö Staatöwaldes Landrücken) nach Wallroth führende Holzabfuhrweg wird hiermit als öffentlicher Fahrweg eingezogen.

Schlüchtern, den 2. August 1932.

Die Wegepolizeibehörde: I. V.: Fenner.

Bekanntmachung.

Die Verteilung der Preise für Vieh und Feldfrüchte ge= Amtlich des am Sonntag, den 7. August d. 3 s. auf dem ^cisbrunnen stattfindenden 3. 3. WeityHcfyen Stistungs- Mks erfolgt nachmittags um 4 Uhr

Drezelverteilung an die Kinder nachmittags um 5 Uhr. 5chlüchtern, den 5. August 1932.

Der Magistrat: Fenner.

Bekanntmachung

In der Zeit vom 8. bis einschl. 12. August 1052 findet w Reinigung der Schornsteine in folgenden Straffen der W statt:' hohenzeller-, hanauerstraße, Schloßgasse, ^lagweg, Kirchstraße, Wasser-, Sackgasse, Rite Vahnhof- chatze und Höbäckerweg. Die Kontrollbücher sind bereit zu halten. *

schlüchtern, den 4. August 1932., Der Bürgermeister als Drkspolizeiblehörde. 3. LX: Fenner.

Scharfe MaßnahM» gexen Tellarakte

Bestrafung politischer Terroristen durch Gondergerichte im Schnellverfahren. Todesstrafe für unrechtmästige Waffenbenuhung?

Gegen die öffentliche Anstcherheit

Berlin, 5. August.

Die in Berlin anwesenden Reichsminister beschäftigten sich in einer Kabinettssitzung mit den immer noch anhalten­den Terrorakten in den verschiedensten Gegenden des Reiches.

Wie verlautet, ist die Reichsregierung gewillt, unver­züglich verschärfende Bestimmungen zu erlassen, sofern sich nicht eine fühlbare Wandlung bemerkbar macht. Zu gleicher Zeit beschäftigte sich auch das preußische Skaatsministerium u. a. mit der gleichen Frage. Die Beratungen galten eben­falls der Verschärfung der bisher erlassenen Bestimmungen im Sinne der bekannten öffentlichen Warnung des stellver­tretenden Reichskommissars Dr. Bracht.

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Vor derTerror-Notverordnung".

dltB. Berlin, 5. 8. ((Eigene Meldung). (Eine große Anzahl Berliner Blätter beschäftigt sich- mit den geplan­ten Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des po­litischen Terrors.

DieD. A. 0." weist auf die Tragweite der von der Regierung zu treffenden Entscheidungen hin. Sollte bin­nen der von der Regierung gesetzten letzten Frist keine Besserung eintreten, müsse die Todesstrafe für waffen- tragen, d. h. für unrechtmäßige Anwendung und Hand­habung tödlich wirkender Waffen, verhängt werden. Hut so könne oem Umsichgreifenden Bürgerkrieg Einhalt ge= baten werden. Von den Bestimmungen müßten,4» meint das Blatt, alle für dieses Treiben mitverantwortlichen Kreise, ohne Rücksicht auf ihre politische Richtung, gleich­mäßig betroffen werden. Nur durch einheitliche beschleu­nigte Aktionen könne die Staatsgewalt ihr schwer in Frage gestelltes Ansehen, den Schutz der friedlichen Bür­ger und die Staatsordnung retten. Anders als mit dra­konischen Maßnahmen könne jetzt nicht mehr durchge­griffen werden.

Germania" und8. T." drücken ihre Verwunderung über die zögernde Haltung des Reichskabinelts aus. Die große Deffentlichkeit, so meint das letztgenannte Blatt, sei der Meinung, daß die Geschehnisse dieser Woche der Regierung sofortiges Handeln zur Pflicht mache.

DieVoss. 3tg." bekennt, kein Freund von Sonderge- richten und Ausnahmeregeln zu sein, glaubt aber die Fest­stellung nicht unterdrücken zu können,. daß die, Reichs- regierung sich selbst gegenüber erheblich geduldiger sei als gegenüber der früheren preußischen Regierung.

Dervorwärts" warnt davor, Bestimmungen zu schaf­fen, die sich lediglich gegen links auswirken, und be­tont, daß es sich nicht um ein kriminalistisches, sondern ein politisches Problem handele. Könne die Regierung von der NSDAP. keine sofortige grundlegende Aenderung ih­res Verhaltens erzwingen, so müsse sie im Staatsinteresse den Kampf gegen sie aufnehmen. Die Politik der Regie­rung v. Papen werde durch die Errichtung von Standge­richten nicht besser.

DerBörsen-Lourier" weist auf die Notwendigkeit hin, daß das geplanteäußerste Mittel" nur dann gerechtfer­tigt sei, wenn es von einer Macht angewendet werde, die versichert, daß sie keine Parteien kenne und vor der die politische Farbe des Gewalttäters vollkommen gleich­gültig sei.

Im Zusammenhang mit ihrem Bericht über die geplante Notverordnung wissenBerl. Lokalanzeiger" undTag von neuen Erklärungen der Parteileitung der NSDAP. zu berichten, in denen die politischen Ausschreitungen aufs schärfste mißbilligt werden. Auch- wolle die Parteileitung sich bemühen, die Angehörigen der SA.-Formationen von solchen Greueltaten unbedingt abzuhalten. Auf dieser Li­nie hätten sich Besprechungen bewegt, die der Beauftragte der NSDAP. Hauptmann Göring mit Mitgliedern der Reichsregierung gestern hatte und in denen er, wie die genannten Scherl-Blätter berichten, entsprechende Zusagen der Parteileitung überbracht habe.

Die Berliner nationalsozialistische ZeitungDer An­griff" wendet sich in einem Artikel gegen die Relchs- regierung, insbesondere aber gegen den Reichsinnenminister von Gayl und macht den Vorwurf, daß sie nicht mit der notwendigen Schärfe gegen die Kommunisten vorgehe.

Wels und Vogel bei Bracht.

TNL. Berlin, 5. 8. ((Eigene Meldung), Die Vorsitzen­den der Sozialdemokratischen Partei, Otto Wels und Hans Vogel, haben demvorwärts" zufolge gestern Dr. Bracht aufgesucht und schärfste Beschwerden über den national- sojzialistischen Terror in Ostpreußen, Schleswig-Holstein und anderen preußischen Landesteilen erhoben. Sie betonten das Recht der Notwehr im Sinne des Gesetzes und die Notwendigkeit für die republikanische Bevölkerung, zu Mitteln des Selbstschutzes zu greifen, wenn der Schutz des Staates versage. Der stellvertretende Reichskommis-- sar, so schreibt das Blatt, bekannte, daß er die Gefahr sehe, und erklärte, er sei bemüht, ihrer Herr zu werden.

Die Vorsitzenden des Reichsbanners waren bei dem Reichsinnenminister Frhr. von Gayl wegen den Ausschrei­tungen gegen Reichsbannerleute vorstellig, betonten daß das Reichsbanner seit Aufhebung des SA-Verbotes 15 Tote Und 104 Schwerverwundete, von denen eine ganze Reihe in Lebensgefahr schwebe, zu beklagen habe, und forderten schärfste Maßnahmen gegen die täglich wachsende Zahl von Terrorakten.

Der Weg der NGDRV?

Programmsätze für die Politik im Reichstag.

München, 5. August.

Reichstagsabgeordneter Alfred Rosenberg, einer der vsrtrnWtsst»» -M^irbait«- Hiti. NL, «üchWiM..iich .mit vel Politik der NSDAP im neuen Reichstag und schreibt dazu:

Es ist doch klar, daß wir gar nicht daran denken, ir­gendwoteilzunehmen", sondern wir werden uns frei er- halten wie bisher oder die unbestrittene Führung über­nehmen und es anderen überlassen, ob sie diese anerkennen wollen oder nicht.

Wenn man ganz theoretisch eine recht viel beredete Koalition mit dem Zentrum behandeln wollte, so steht zu- nächst fest, daß die NSDAP dreimal stärker ist als dieses. Das würde bedeuten, daß wir zum mindesten bei vier Mi­nistern drei zu stellen hätten unter eindeutiger Füh­rung unsererseits: also alle politisch entscheidenden Mini­sterien, bei entsprechender Regelung in Preußen.

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Noch keine Entscheidung -es Zentrums

Äötn, 5. August.

In Köln fand unter dem Vorsitz des Reichskanzlers a.D. Dr. Brüning eine Sitzung von führenden Persönlichkeiten des Zentrums statt, in der zu der politischen Lage Stellung genommen wurde. Der offizielle Vorstand der Zentrums­partei wird wahrscheinlich in der nächsten Woche zufammen- treten.

Dank an die Polizei

Ein Schreiben des Reichskanzlers.

Berlin, 5. August.

Reichskanzler von Papen hat an Dr. Bracht als den kommissarischen preußischen Innenminister das folgende Schreiben gerichtet:Sie beispiellose Härte des Wahlkampfes hat an die Kräfte der Polizei ganz außergewöhnliche An­forderungen gestellt. Die noch nie gekannte Zahl und Größe der Wahlversammlungen, die Siedehitze der Wahlleiden­schaft, aber leider auch die Versuche offenen Terrors haben alle Zweige und Dienstgrade, insbesondere auch in der Reichshauptstadt, bis zur Erschöpfung in Anspruch genom­men. Leben und Gesundheit haben tapfere Beamte zum Schutz der Allgemeinheit geopfert.

Allen Beteiligten, Führern und Beamten, den Dank der Reichsregierung auszusprechen, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Ich bitte Sie, Herr Reichskommissar, diesen mei­nen Dank an die preußische Polizei zu übermitteln. Ich hoffe, daß der von dem Herrn Reichspräsidenten verordnete Burgfrieden der Polizei eine wohlverdiente Ruhepause bringt, gebe aber auch der Zuversicht Ausdruck, daß Ihre Warnung vor Gewalttaten und Ihre Zusicherung an die Beamtenschaft, sie bei pflichtgemäßem Waffengebrauch in Schutz zu nehmen, zur Wiederherstellung geordneter Zu­stände im Lande beitragen werde."

Der Gberpräsident der Provinz Ostpreußen, Dr. Siehr, hat im Zusammenhang mit den jüngsten Veränderungen in der preußischen Verwaltung sein Abschiedsgesuch einge­reicht. Gberpräsident Dr. Siehr stand seit 1950 an der Spitze der Provinz.