Wer seine Heimat liebt, muß sie auch versiegen; wer sie aber versiegen will, muß überall in ihre Geschichte Zu dringen suchen. Jakob Grimm.
Laßt mir nur der Heimat Glück.
Geibel.
7. Jahrgang
Schlächtern / februar 7^15
Hummer 2
?vet du Gott stürmisch gebeten hast:
,,THmm von den Schüttern mir diese Last!"
^ch will dich ein besseres Sprüchlein lehren:
„Gib mir Kraft zu allem Schweren".
Td) will dir ein stolzeres Sprüchlein sagen:
„Last mich wachsen unter meinen Plagen." Marie Diers.
Txns Ewige ist stille
Laut die Vergänglichkeit; Schweigend geht Gottes Wille Ueber den Erdenstreit.
W. «nabe.
Licht ins Leid.
Nun strömt durch die Lande unsägliche Not So schnell wie die Zeit und so stark wie der Tod; Sie rauscht durch die Städte und läuft über Land, Vernichtend, zerreißend mit zielsichrer Hand.
Sie staut sich in Häusern, die Leid nie geteilt, Und rieselt nach Winkeln, wo Glück nie geweilt.
Wir nahmen den sonneumsponnenen Tag So danklos wie Brot, das uns Mütterlein brach. Wir lugten nach mehr, haben Besseres gewollt, Das Friedensgold ist durch die Finger gerollt Wie Sand einst beim Kinderspiel. Hunger und Krieg? Wir lafen’s wie Märlein und dachten — an Sieg.
Nun sehn wir uns selbst unter eisernem Joch, Allein zwischen Feinden, und — wir hoffen doch! Wir lernen nach Weisung aus uralter Zeit Im Wetter des Weltkriegs die Lieder vom Leid. Wir könnend kaum fassen — verstummt ist der Spott: Je weiter vom „Glück", desto näher bei Gott.
Das Kreuz wird zum Anker, Verheißung wird Tat, Das Tollkraut erstickt in des Ewigen Saat. Der Satte wird hungrig, Genußgier ward satt, Und schal ist das Sein, das kein Golgatha hat. . . Aus Wolken strahlt Licht auf umbrochenes gelb: Der Ewige sät in die leidreiche Welt.
G. Flemmig.