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Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen suchen. Jakob Grimm.

Laßt mir nur der Heimat Glück.

Geibel.

7- Jahrgang

Schlächtern / November 1^75

Nummer 71

Wenn jeder dem andern helfen wollte, wäre allen geholfen.

TU, von Ebner-Gschenbach.

Tsen Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben den meisten wert hat.

Kant

Zwischen den Gräbern.

(Tim Gedüchtmstug der Entschlafenen.)

Stimmt an das Lied vom Scheiden, Weil Totensonntag heut', Ein Tag durchweht vom Leiden Und wirrem Grabgeläut! Halt' ein mit deinem Hasten, Du lebenssich're Welt, Ein Stündlein nur zu rasten Am großen Gräberfeld.

Die vor uns diese Welt besessen, Die ruhen hier, von ihr vergessen, Und warten unser, stillbereit.

Da half kein trotzig' Wehren, Sie waren bald besiegt, Was arm, was hoch in Ehren, Sich hier zusammenschmiegt. Sie mußten alles lassen, Was ihnen lieb und wert,

Ihr Hadern und ihr Hassen, Ihr Schaffen, Heim und Herd. Nun deckt der gleiche grüne Rasen, Diealles" hier undnichts" besaßen, Das Wünschen selbst erlag dem Tod.

Und doch bringt Sterben Leben Weitab von Not und Streit. Uns ist ein Trost gegeben, Der mindert alles Leid! Wer dort daheim gewesen, Wo ewig' Leben quillt, Der ist nunmehr genesen, Das Heimweh ihm gestillt.

Gott kann uns so nicht enden lassen, Will mit Erbarmen uns umfassen, Das stärker ist als Zeit und Tod.

G. Flemmig.