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Nr. 178.
Mittwoch den 3. August
1887.
Bekanntmachungen Künigt. Lanorathsamts.
In Ausführung des Reichsgesetzes, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen vom 5. Mai 1886 (R.-G.-Bl. S. 132) und auf Grund des Artikel III. des preußischen Landesgesetzes, betreffend die Abgrenzung und Organisation der Berufsgenossenschaften rc vom 20. Mai 1887 (Pr. Ges.-Bl. S. 189) werden die Herren Bürgermeister des Landkreises Hanau hierdurch aufgefordert, durch die Gemeindevertretung einen Wahlmann zu bezeichnen.
Als Gemeindevertretung ist nach §. 38 Abs. 1 des ZuständigkeitsGesetzes vom 1 August 1883 (Pr. Ges.-Bl. S. 237) der ständige Gemeiade-Ausschust zu betrachten.
Die Wahlmänner müssen der wählenden Gemeinde angehören und Eigenthümer oder bevollmächtigte Leiter landwirthschaftlicher oder forst- wirthschaftlicher Betriebe sein.
Die Herren Bürgermeister wollen daher veranlaffen, daß die Aus- schuß-Vorsteher eine Sitzung einberufen, in welcher der Wahlmann ernannt und mittelst Bericht Seitens des Ausschuß-Vorstehers mir bestimmt bis zum 15. August c. bezeichnet wird. In der Anzeige ist der Vor- und Zuname, Stand, Beruf und Wohnort genau anzugeben.
Gemeinden, welche die Frist oder eine etwa bewilligte Nachfrist versäumen, bleiben bei der demnächst stattfindenden Wahlhandlung unver- treten.
An die Herren Bürgermeister des
Landkreises Hanau.
Die vorstehende Verfügung findet auf die selbstständigen Gutsbezirke mit der Maßgabe Anwendung, daß als „Gemeindebehörde" der „Gutsvorsteher" zu betrachten ist.
Ich ersuche daher die Herren Gutsvorsteher mir für ihren Bezirk bis zum 15. August c. einen Wahlmann zu bezeichnen.
An die Herren Gutsvorsteher des
Landkreises Hanau.
Hanau am 29. Juli 1887.
Der Königliche Landrath
V. 3720 Gf. Bismarck.
Den Herren Ortsvorständen des Kreises habe ich heute die Bescheide auf die Klassensteuer-Reklamationen pro 1887/88 zugesandt, um die Ausfertigungen über Steuer-Ermäßigungen und Befreiungen zu den Belägen der Klassensteuer-Abgangslisten zu nehmen und danach in den Listen das Nöthige zu wahren, vorher jedoch den Reklamanten Kenntniß davon zu geben.
Die zurückweisenden Bescheide sind den betreffenden Reklamanten alsbald einzuhändigen und ist mir bis spätestens zum 14. d. Mts. be- richtlich anzuzeigen, an welchem Tage die Behändigung stattgefunden hat und die Benachrichtigung der Ermäßigten erfolgt ist.
Hanau am 1. August 1887.
Der Königliche Landrath St. 1390 Gf. Bismarck.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Zugelaufen: Drei Enten.
Verloren: Ein Schlüssel.
Hanau am 3. August 1887.
Tagesschau.
Berlin, 2. August. Dem zum Königlich italienischen General- Konsul mit dem Amtssitz in Hamburg ernannten Chevalier Silvio Car- cano ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
Berlin, 2. August. An dem gestrigen Diner bei Sr. Majestät dem Kaiser und König nahmen, wie der „R. u. St.-A." aus Bad Gastein nieldet, der Fürst und die Fürstin Hohenlohe, Graf Thun und die Gräfinnen Grünne und Lehndorff Theil. Abends erschienen Se. Majestät zum Thee bei der Gräfin Lehndorff. Heute Morgen 8 Uhr nahnun Aller- dieselben ein Bad und hörten später Vorträge. Zum heutigen Diner sind geladen der Feldzeugmeister Abele und der General Ritter.
Berlin, 2. August. Durch Allerhöchste Ordre, vom 21. Juli d. I. haben Se. Majestät der Kaiser genehmigt, daß die Kreuzerkorvette „Nymphe" aus der Liste Sr. Majestät Kriegsfahrzeuge gestrichen wird, und den Chef der Admiralität beauftragt, wegen weiterer Verwendung der Korvette das Erforderliche zu veranlassen.
Berlin, 2. August. Se. Königl. Hoheit Prinz Wilhelm ist Nachmittags 2l/g Uhr nach München abgereist.
Feinde ringsum! Das dürfen wir Deutschen jetzt wirklich sagen. Freilich wagt keiner allein über uns herzufallen, aber wenn sie einmal sämmtlich gemeinsame Sache machen sollten, dann würden wir Arbeit in Fülle bekommen. Der dänische Kriegsminister Bahyson ist zum Glück nur einer von jenen Kleinen, die fortwährend bellen, aber nicht beißen; er hält alle Augenblicke eine seiner Reden, die stets von offenen oder versteckten Drohungen strotzen. Gefährlich sind solche Reden allerdings nicht, aber sie sind für die europäische Lage charakteristisch und auch deshalb besonders beachtenswerth, weil man in Kopenhagen in sehr enger Fühlung mit Rußland steht. (Dfz.)
Manche», 2. August. Der Kaiser von Oesterreich ist heute früh 7 Uhr hier eingetroffen und von dem Prinz-Regenten sowie dem Prinzen Leopold und dessen Gemahlin, Erzherzogin Gisela, am Bahnhof empfangen worden. Der Kaiser bleibt heute hier und wird erst morgen die Reise nach Tegernsee und Kreuth fortsetzen.
Fpeibarg, 1. Aug. Soeben 4 Uhr 50 M. Nachmittags ist der Großherzog von Baden mit Gemahlin hier zum Besuche der Ausstellung angekommen.
Hofrath Lienbacher, Mitglied des obersten österreichischen Gerichtshofes in Wien, ist auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt worden. Lienbacher, als Führer der deutschkonservativen Partei des Reichsrathes bekannt, ist einer der hervorragendsten Juristen Oesterreichs und tritt von seiner amtlichen Wirksamkeit zurück, um sich ausschließlich dem politischen Leben hinzugeben. Während der letzten Zeit war Lienbacher von slavischer und klerikaler Seite vielfach angefeindet worden, weil er für die Devise „gut katholisch und gut deutsch" geworben hatte.
Rom, 2. August. (R. u. St.-A.) Die Minister werden sich morgen nach Pavia und Stradella begeben. Dieselben dürften nach dem Leichenbegängniß Depretis' nach Monza reisen, um mit dem König zu konferiren. — Die „Riforma" sagt: die Politik der Regierung werde infolge des Ablebens Depretis' keinerlei Veränderung weder nach innen noch nach außen erleiden. „Wir sehen mit Vergnügen", sagt das Blatt, „daß weder im Innern Italiens noch im Auslande irgend Jemand hieran zweifelt, von den gewöhnlichen Ausnahmen abgesehen, welche der Unwissenheit und dem Uebelwollen zuzuschreiben sind, welchen man aber keine Rechnung trägt. Alle Staaten wissen, daß die Politik Italiens eine eminent friedliche ist."
Paris, 2. August. Der Kaiser von Brasilien ist nach Baden- Baden abgereist.
Der Schwurgerichtshof von Corstea hat die Gebrüder Leandri, welche Ende Februar d. J. in Sartene einen aufrührerischen Aufruf öffentlich angeschlagen hatten und deshalb unter Anklage gestellt worden waren, freigesprochen. Die Angeklagten erklärten: sie hätten mit ihrem Aufruf nicht zum Bürgerkriege auffordern, sondern lediglich auf die bei den corsischen Gerichten und Behörden herrschenden Mißbrauche aufmerksam machen wollen. Den Freigesprochenen wurden von der Bevölkerung Ovationen dargebracht.
New-Uork, 1. August. Der Dampfer „France" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier angekommen.
BSE“ Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. •*18^®
Alls Stadt, Provinz uns Umge^en^.
Urliste. Auf die Dauer einer Woche wird von morgen ab auf dem Rathhauie die Urliste derjenigen hiesigen Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschwornen berufen werden können, öffentlich ausgelegt. Allenfallsige Einwendungen gegen dieselbe sind Herrn Vice- bürgermeister Heraeus zu unterbreiten.
Landwirthschaftliches Fest. Zu dem am 3. September d. J. in Steinau stattfindenden landwirthschaftlichen Feste des Bezirks vereins