S**tm*mnttl« »reit:
Shrlich 9 ®«L lbj.4W.S0Psg. vierteljährlich
• Karl SS Pfg. Wr auswärtige Kionnenten
Mit dem betrcffen- k- P-Kaujjchlag. Lie einzelne Stummer 10 Pig.
Dugleich Amittchss ^rgan für Kiaöi- unö Landkreis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristtscher Beilage.
A»sertl»»r-
PreiS:
Die ispaltige Barmondzeile »d. deren Raum
10 Psg.
Die Sspalt. Zeile 20 Psg.
Die SspaltigeZetl« 30 Pfg.
Nr. 206
Montag den 5. September
1887.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Versteigerung.
Mittwoch den 7. ds. Mts., von Nachmittags 2 Uhr ab, sollen im Polizei-Bureau hier nachfolgende, vom 1. Juni 1886 bis 1. Juni 1887 als gefunden an Polizeistelle abgegebene und weder von den Eigenthümern noch von den Findern reklamirte Gegenstände, als: Regen- und Sonnenschirme, Taschentücher, Kleidungsstücke, Portemonnaies, Messer und andere Gegenstände, gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden.
Hanau am 3. September 1887.
Der Königliche Landrath
P. 5399 Gf. Bismarck. __
Äienft-tlachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Brille mit Futteral. Ein weißer Kinderkragen. Ein kleines gebrauchtes Waschbüttchen. Eine schwarze Schürze.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit gelben Abzeichen. Ein gelber Spitz.
Vom Wasenmeister ein gefangen: ein halbgroßer schwarzer Hofhund und ein brauner Jagdhund, sämmtlich m. Geschl.
Entlaufen: Ein gelbes Huhn.
Hanau am 5. September 1887._______________________________
Tagesschau.
Berlin, 3. Sept. Se. Majestät der Kaiser und König haben noch an den Folgen des Ausgleitens zu leiden und sind durch örtliche Schmerzen am Ellbogen und der HMe in der Nachtruhe beeinträchtigt worden. Se. Majestät haben daher zu Allerhöchstihrem großen Leidwesen die Reise nach Königsberg aufgeben müssen.
Berlin, 3. Sept. Der kaiserlich deutsche Botschafter in Konstantinopel v. Radowitz wurde gestern Abend im kaiserlichen Palais empfangen und mit einer Einladung zum Thee beehrt. — Der diesseitige Generalkonsul in Konstantinopel, v. Treskow, ist heute von dort hier eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen.
Berlin, 3. Sept. Der Dampfer „Preußen", mit der abgelösten Besatzung S. M. Kanonenboot „Wolf" ist am 2. September d. J. in Genua ein getroffen und beabsichtigt am 3. desselben Monats die Heimreise fortzusetzen.
Berlin, 3. Sept. Die Bedingungen, unter welchen bei den preußischen Staatsbahnen statt deutscher ausländische Währung in Zahlung gegeben werden kann, sind festgestellt Neuerdings ist für die Aufnahmefähigkeit österreichisch-ungarischer Währung bestimmt worden, daß Staatsund Banknoten der österreichischen Reichscentralkaffe oder der österreichischungarischen Bank in allen Stücken der im Verkehr befindlichen Ausgaben zuzulassen, diese Banknoten aber dann abzuweisen sind, wenn in denselben wesentliche Theile fehlen, weil derartige Noten nur unter Abzügen eingelöst werden, wobei jedoch kleine Einrisse nicht in Betracht kommen. Auch betreffs der Gold-, Silber- und Kupfermünzen sind Anordnungen getroffen und Mittheilungen über die nicht mehr cours- und annahme- fähigen österreichischen Staats- und Nationalbanknoten ergangen. (K. Z.)
Berlin, 3. Sept. Der „Post" zufolge muß der Staatssekretär v. Bötticher sich noch im laufenden Herbst einer Brunnenkur in Karlsbad unterziehen. Der Antritt der Badereise dürfte in der allernächsten Zeit erfolgen, damit sie beendigt ist, wenn die gesetzgeberischen und sonstigen Vorarbeiten für die parlamentarische Zeit in Gang kommen und insbesondere die Thätigkeit des Bundesraths in erheblichem Maße in Anspruch genommen wird.
Berlin, 3. Sept. Der Umbau des Gebäudes in der Oranien- straße, in welchem sich die Amtsräume des Staatsschuldbuches befinden, ist soweit vollendet, daß am Btontag der „Tresor" den Behörden zum Gebrauch überwiesen werden konnte. Die im Erdgeschoß liegenden Räumlichkeiten dieses Tresors sind, nach der „Köln. Ztg." so wohl verwahrt, daß sie in der That als vollständig diebes- und feuersicher angesehen werden können. Die Mauern und Gewölbe sind nicht allein überaus stark sondern sie sind auch noch durch zahlreiche planmäßig geordnete, fest im Innern verankerte Stahlschienen gegen jeden Durchbruch gesichert. Endlich sind noch Schallvorrichtungen angebracht, durch welche mit Hülfe
des Mikrophons auch das leiseste Geräusch, wie der Strich einer Feile, vielfach verstärkt in die Wohnung des Castellans übertragen wird. Somit kann nach menschlichem Ermessen den dort aufbewahrten Werthpapieren keine Gefahr drohen.
Die „Berl. Pol. Nachr." melden: Ueber die Ausbildung von Offizieren und Unteroffizieren der Infanterie und Jäger im Feldpionierdienst sind ausführliche Bestimmungen durch kriegsministeriellen Erlaß vom 12. Mai 1874 festgesetzt worden. Die Zeit der Uebungen für das zu kommandirende Personal, welches pro Infanterie Regiment alljährlich aus 1 Lieutenant und 6 Unteroffizieren und pro Jägerbataillon aus einem Lieutenant — dieser wird nur alle 2 Jahre kommandirt — und 2 Unteroffizieren besteht, wird von den Generalkommandos speziell festgesetzt und beginnt in der Regel Anfang Juni jeden Jahres. Die Ausbildung bezweckt ausschließlich eine Vorbereitung für diejenigen Fälle des Krieges, wo die Infanterie allein die Arbeiten des Feldpionierdienstes auszuführen genöthigt ist.
Briefsendungen für S. M. Schiffsjungenschulschiff Luise sind bis zum 3. September nach Neufahrwasser, vom 4. bis auf weiteres nach Kiel zu richten.
Wilhelmshafen, 3. Sept. Contre-Admiral Paschen ist mit dem gestimmten Manövergeschwader auf hiesiger Rhede eingetroffen.
In Bremen sollte neulich der Extrazug mit den Passagieren des Llopddampfers „Werra" nach Bremerhafen abgelassen werden, als mehrere Polizeibeamte vor einem Coupö erster Klaffe Aufstellung nahmen, die darin befindlichen Personen zum Aussteigen veranlaßten und verhafteten. Die Verhafteten kommen aus Frankreich bezw. England und sollen Checks im Betrag von 160,000 Mark gefälscht haben. (Dfz.)
München, 3. Sept. Auf Wunsch des Kronprinzen findet hier, wie die preußische Gesandtschaft bekannt gab, keinerlei offizieller oder offiziöser Empfang statt. Der Perron, auf welchem der hohe Reisende ein» trifft, wird aufs strengste abgesperrt; der Zeitpunkt der Ankunft ist bis jetzt noch unbekannt, wahrscheinlich erfolgt dieselbe Sonntag Abend und die Weiterfahrt Montag Morgen.
München, 3. Sept. Das Entlassungsgesuch des bairischen Gesandten beim italienischen Hofe, Grafen Mop, ist vom Prinzregenten genehmigt worden.
Stuttgart, 2. Septbr. Eine königliche Verordnung beruft den Landtag auf den 13. September ein.
Brüffel, 3. Sept. Der „Nord" sagt, materielle Schwierigkeiten verlängerten die Dauer der Unterhandlungen bezüglich Bulgariens. Es sei nicht die Rede davon, einen russischen General nach Sofia zu entsenden ; das könnte erst am Tage geschehen, wo es der Türkei gelungen sei, die gesetzmäßige Lage der Dinge gegenüber den Verletzungen des Berliner Vertrages zur Geltung zu bringen.
Antwerpen, 2. Sept. Gestern Abend fand auf der Scheide zwischen dem auf der Fahrt nach Shields begriffenen Dampfer „John Adams" und dem von Philadelphia kommenden, mit Getreide belaoenen Dampfer „Salisbury" ein Zusammenstoß statt. Letzteren mußte man aus den Strand laufen lassen, um sein Sinken zu verhindern; der „John Adams" wurde auf die Werft von Austruweed gebracht.
Paris, 2. Sept. „Paris" erzählt folgende Spionengeschichte: „Die diensthabenden Gensdarmen des Bahnhofes (von Toulouse) wurden früh Morgens 2 Uhr geholt. Ein Beamter verständigte sie, daß man in einem Wartesaale deutsch spreche. Ohne zu zögern begaben sich die Gensdarmen nach dem angegebenen Orte und konstatirten daselbst in der That die Anwesenheit zweier Frauen, die zu zwei jungen Mädchen, welche sie begleiteten, deutsch sprachen. Bei diesen Frauen war ein Herr. Man sucht, man wird unruhig, denn die Anwesenheit dieser Deutschen war verdächtig, gerade im Augenblicke des Durchganges der Militärzüge. Endlich stellt man fest, daß der unbekannte Herr ein guter Franzose ist, der mit seinen Töchtern und zwei deutschen Gouvernanten reist, die kein Wort Französisch verstehen.
Paris, 3. Sept. Offiziöse Depeschen aus Toulouse bezeichnen die Mobilmachung bis jetzt als vollkommen gelungen: die Mitwirkung des „Civilelcments" werde in der Armee sehr geschätzt und es herrscht zwischen Militärs und Civilisten vollständige Eintracht. Bei der Requirirung der Pferd e freilich sei man einem gewissen Widerstände bei den Besitzern von