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Nr. 55.
Montag den 7. März
1887.
BstkÄntmLchungcn Königl. L!LK^r^h^ mte.
Zugelaufen: Ein junger schwarzer Hund mit weißen Abzeichen; große Ratze.
An: 5, d. M. vom Wasenmeister ein gefangen: ein schwarzer Pinscher.
Gefunden: Eine Scheere. Ein Färberzeichen. Ein weißes Kindertaschentuch. Ein kleines Körbchen mir weißem Strickzeug. Ein Portemonnaie mit Geld.
Hanau am 7. März 1887.
Aus Königl. Landrathsamt.
Einquartierung.
Vom 1. April b. I. ab sind in hiesiger Stadt Quartiere (ohne Verpflegung) für eine größere Zahl von Mannschaften des hiesigen Re- ciments auf die Dauer von 3 Monaten zu stellen. Nach Beschluß des Stadtroths sollen die Mannschaften bei denjenigen Einwohnern der Stadt einquartiert werden, welche zur 7ten*) bis 12ten Stufe der Klassensteuer, und zur Einkommensteuer veranlagt sind.
Angesichts der erfahrungsgemäß mit der Stellung von Natural- Quartier verbundenen vielfachen Belästigungen und Unzuträglichkeiten und der Schwierigkeit in allen Fällen den an vorschriftsmäßige Quartiere zu stellenden Anforderungen zu genügen, glaubte die unterzeichnete Commission den Wünschen des größten Theils der Einwohnerschaft dadurch entgegen« zukommen, daß sie versuchte, Massenquartiere für die Mannschaften auf Kosten d^r verpflichteten Quartiergeber zu gewinnen.
Es ist uns gelungen, Quartiere in der nöthigen Anzahl und von der vorgeschriebenen Beschaffenheit zum Preise von 40 Ps. pro Mann nnd Tag zu beschaffen.
Alle, welche die zu erwartenden Mannschaften nicht selbst bequar- lieren wollen und auf die uns zur Verfügung stehenden Quartiere reflektieren, fordern wir hierdurch auf, dies alsbald und spätestens bis zum 10. d. Mts. schriftlich anher mitzutheilen, oder in dem Neustädter Rathhaus in der Stadtcanzlci zu Protokoll zu erklären. Daselbst kann auch die Uebersicht über die Vertheilung der Mannschaften auf die einzelnen Stenerstufen eingeseben werden.
Bemerkt wird noch, daß sämmtliche Einwohner, welche in den angegebenen Stufen der Klassensteuer und in der Einkommensteuer veranlagt sinv, in der angegebenen Zert Einquartierung zu gewärtigen haben und daß etwa im laufenden oder im vorigen Jahre bereits geleistetes Quartier in diesem außerordentlichen Falle nicht in Betracht kommt.
Für spätere vorübergehende Einquartielung bleibt dagegen die bereits früher getragene Einquartierungslast den betreffenden Quartierpflichtigen gutgeschrieben.
Hanau am 4. März 1887.
Die Einquaruerunzs-Commission.
2181 Rauch. H en g sb er g er. Böhm. Pannot.
*) Die 7te Stufe der Klassensteuer (30 M. jährlich) entspricht einem Jahreseinkommen von über löOO Mark.
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Berlin, 5. März. In den Kreisen der Reichstagsmajorität herrscht die Absicht, die Berathung der Militärvorlage ausschließlich im Plenum vorzunehnien und dieselbe möglichst zu beschleunigen. Die Generaldiskussion dürfte bereits in der Montagssitzung beendet werden.
Berlin, 5. März. Der „Norddeutschen Allgem. Ztg." wird aus Bremerhasen milgetheilt, dort eingelaufene Helgolander Schiffer erzählten, außer dem bereits erwähnten französischen Kriegsschiffe sei auch ein russisches Kriegsschiff in den Helgolander Gewässern gesehen worden. Der Gouverneur von Helgoland, der übrigens demnächst einen Ausflug nach dem Festlands zu unternehmen beabsichtige, habe die Helgolander darauf aufmerkmm gemacht, sich mit Proviant zu versehen.
Berlin, 5. März In den Bundesstaaten und in Elsab-Lothringen sollen statistische Aufnahmen in Bezug auf das Heilpersonal, das pharma- zeutische Personal und die pharmazeutischen Anstalten nach dem Stande vom 1. April 1887 ausgeführt werden.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Uns sind bis heute Abend von den 62 nothwendig gewordenen Stichwahlen die Ergebnisse von 58 bekannt. äBir zählen 8 Conservative, 4 Reichspartei, 13 Nationalliberale, 7 Cen- irum, 19 Freisinnige, 5 Sozialdemokraten, 2 Welsen. In Merseburg
entscheidet das Loos zwischen Reichspartei und Freisinnigen. Unbekannt ist uns noch das Ergebniß von Westhavelland, Güstrow - Ribnitz und Forchheim.
Die nationalliberale Fraktion zählt heute bereits 94 Mitglieder und 2 Hospitanten: Sepvold und Schneider. Die Abgeordneten Hildebrand und Deahna stehen der Fraktion nahe und werden ihr bei den Berechnungen für die Kommissionswahlen zugezählt. Das Ergebniß einiger Stichwahlen steht noch aus.
Trotz aller gegen sie aus dem eigenen Lager erhobenen Anfein- -NNgen sagt die „Königsberger Hartungsche Zeitung" über die dortige Stichwahl: Die sozialdemokratische Partei ist geschlagen, und zwar mit einer Mehrheit auf die man kaum rechnen konnte. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieses erfreuliche Ergebniß nur dadurch erreicht wurde, daß die weitaus große Mehrheit der deutschfreisinnigen Partei sich entschloß, diesmal Herrn Bürgermeister Hoffmann ihre Stimme zu geben. Wir verzeichnen diese Thatsache mit aufrichtiger Genugthuung, nicht aus persönlichen Rücksichten, sondern lediglich, weil wir die feste Ueberzeugung hegen, daß ein solcher Entschluß, so schwer er auch Manchem fallen mochte, dem allgemeinen Interesse wie dem der freisinnigen Partei entsprach.
Die „Dfz." schreibt: Der süddeutsch- katholische Graf Alfred von Adelmann ist dem „Evangelischen Bund zur Wahrung der deutsch- protestantischen Interessen" beigetreten. Er erklärt diesen Schritt in einem offenen Brief an den Grafen von Wintzigerode damit, daß der von den angesehensten, vaterländisch gesinnten Männern geschlossene Bund nicht gegen die christliche Steligion- im katholischen Gewand, sondern gegen die Auswüchse des von dem jesuitischen Geist und Grundsatz beherrschten ultra- montanen Katholizismus geführt werden soll, gegen eine Richtung, welche als mit der christlichen Religion vereinbar nicht mehr anerkannt werden könne.
Die „Gcraer Zeitung" entnimmt einem Berliner Privatbriefe, der auf unzweifelhafte Gewährsmänner zurückleitet, die folgende Aeußerung des Kaisers, welche der Monarch dieser Tage zu einem sich meldenden General-Lieutenant in Gegenwart mehrerer anderer höherer O'fiziere gethan hat: „Er fühle sich um 20 Jahre verjüngt durch den Ausfall der Wahlen ; sein Volk hülle ihm kein schöneres Geburtstags- und öfter« gescheut machen können."
Bensherg, 4. März. Am Abend des Ersten dieses Monats wurde zu Hand ein Taglöhner in der Wohnung seines Schwagers, in welcher er allein sich befand, durch einen außerhalb des Hauses abgefeuerten Schuß in den Kopf gctödtet. Ein Wilderer, mit welchem der Mann in Zwisligkeit lebte, ist seitdem spurlos verschwunden.
Dresden, 5. März. Die Erste Kammer genehmigte heute ebenfalls den Ankauf der Bahnstrecke Dresden— Elsterwerda. Der Landtag wurde hierauf um IM/- Uhr geschlossen.
Wien, 5. März. Das offiziöse „Fremdenblatt" schreibt: Die Niederwerfung des Aufstandes in Bulgarien sei ein Sieg der Ordnung, löse aber nicht die Bulgarenfrage. Gerade die letzten Ereignisse sollten für die Regentschaft eine dringende Mahnung bilden, die Verständigung mit der Pforte und dadurch mit den Mächten eifrig zu suchen und durch thatsächliches Entgegenkommen zu erleichtern. Es liege in ihrem eigensten Interesse, den Schein exklusiver Parteiherrschaft möglichst bald abzustrei- fen und sich den in dieser Beziehung ertheilten Rathschlägen nicht ganz zu verschließen
Pest, 5. März Die ungarische Delegation nahm die Militär- kreditoorlage einstimmig an.
Mons, 5. März. In einer Kohlengrube in Quaregnon fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Bon 154 Arbeitern wurden bisher nur 10 gerettet. Die Retlungsarbeiten gehen sehr schwierig und langsam von Stätten in Folge bedeutender Erdstürze. — Nachmittags gelang es den Ingenieuren in die Flöße des Bergwerkes Quaregnon einzudringen, wo die vermißten Arbeiter verschüttet waren. Sämmtliche 144 wurden erstickt gefunden. (Fr. N.)
Paris, 5. März. Heute Morgen verbreitete das Anarchistenblatt La Voie du Peuple die Nachricht, der eutsche Kaiser sei gestorben. Leute, welche wußten, daß dies falsch war, faßten die ausruseuden Zeituugsver- käuter beim Kragen und führten sie vor den Polizeikommissar, der sie wegen Betrugs in Hast hielt. Indessen herrschte doch, da Jntrai.sigeanr und Döbats heute üble Nachrichten über die Gesundheit des Kaisers gebracht hatten, beträchtliche Ausregung in Paris; viele gingen zu Flourens