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Montag den 12. Dezember

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Dienst-Nachrichten aus dem freist.

Zugelaufen: Ein kleiner schwarzer Hund mit weißer Brust. Ein kleiner gelber Hund mit dunkelbrauner Schnauze, m. Geschl.

Gefunden: Ein leeres Portemonnaie mit schwarzen Tuchlappen.

Verloren: Zwei Peitschen.

Hanau am 12. Dezember 1887.

Hnsfdirei6Bn, Kömgl. Staafsanmastfdiftff zu dfcan^fucf a. M.

0. 281/87. Das am 4. dss. Mts. gegen den Arbeiter Johann Fiedler hier erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M., den 8. Dezember 1887.

22898 B. J. 3468/87. Das am 5. d. M. gegen Eduard Horchler von Casiel erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Franksurt a/M., den 9. Dezember 1887.

J. 4269/87. Gegen den Schuhmacher oder Metzger Johann Feuchtmeyer aus Ortenburg in Bayern oder aus Altenburg, welcher flüchtig ist, ist die, Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und die Unterzeichnete von der erfolgten Festnahme unverzüglich in Kenntniß zu setzen.

Frankfurt a/M., den 9. Dezember 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

22419 A, J. 4277/87. Gegen den unten beschriebenen Tag- löhner Ludwig Z i d von hier, geb. 27. Juli 1867, welcher flüchtig ist, ^ft die Untersuchungshaft wegen schweren Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M., den .9. Dezember 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Beschreibung: Alter 20 Jahre, Größe 1,57 m, Statur schlank, schmal, Gesicht spitz; Kleidung: braune Hose und Rock, schwarze Mütze und neue Schnürschuhe.

N. 1225/87. Gegen den Glaser Eberhard Trautner, geboren am 23. Juni 1862 zu Weidenberg, Bez.-Amt Bayreuth, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu- verhaften und die Unterzeichnete von der erfolgten Festnahme unverzüglich in Kenntniß zu setzen.

Frankfurt a. M, den 9. Dezember 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

N. 878/87, Gegen den Commis Heinrich D o ering, geboren am 5. November 1886 hierselbst, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungs­haft wegen Betrugsversuchs verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und die Unterzeichnete von der erfolgten Festnahme unverzüglich in Kenntniß zu setzen.

Frankfurt a. M., den 9. Dezember 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesschau

Berlin, 10. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Konsul in St. Louis, Mariens, zum Konsul in Christiania zu ernennen geruht.

Berlin, 10. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Meldung des auf der Durchreise nach Kiel von San Remo hier eingetroffenen Kapitäns zur See, Flügel-Al-jutant°n Freiherrn v. Seckendorff, entgegen und hörten den Vortrag des Chefs des Militär- kabinets, Generals v. Albedyll.

Berlin, 10. Dezbr. (K. Z.) Das Befinden Sr. Majestät läßt nichts zu wünschen übrig, der Kaiser hat sich vollständig von seinem letz­ten Unwohlsein erholt und erledigt in vollem Umfange alle seine Geschäfte in gewohnter Weise. Die günstigern Nachrichten über das Befinden des Kronprinzen haben begreiflicherweise beide Majestäten mit herzlicher Freude erfüllt und waren, wie aus Hofkreisen verlautet, von ganz besonders günstigem Einfluß auf das Befinden der Kaiserin, welches in zunehmen­der Besierung begriffen ist.

1887

Berlin, 10. Dez. Nach dem Gesetzentwürfe über die Anordnun­gen der Wehrpflicht zerfallen die Landwehr und der Landsturm künftig in zwei Aufgebote. Die Dienstzeit der Landwehr des zweiten Aufgebotes dauert bis zum vollendeten 39. Lebensjahre. Der Landsturm des ersten Aufgebotes umfaßt alle nichtgedienten Personen bis zum 39. Lebensjahre, der Landsturm des. zweiten Aufgebotes alle bereits gedienten von dem 39. bis zum 45 Lebensjahre. Die Landwehr des zweiten Aufgebotes und der Landsturm haben keine Uebungen und Kontrollversammlungen

Berlin, 10. Dezember. S. M. KreuzerAdler", Kommandant Korvetten-Kapitän v. Wietersheim, ist am 22. November er. in Apia eingetroffen.

Der Geh. Regierungsrath Dr. Hinzpeter, der frühere Erzieher der Söhne unseres Kronprinzen, der Prinzen Wilhelm und Heinrich von Preußen, veröffentlicht in den Bielefelder Blättern folgenden Auszug aus einem Schreiben des Kronprinzen an ihn vom 4. Dezember: Indem ich für beide Briefe recht von Herzen danke, kann ich mit gutem Gewissen die Mittheilung machen, daß die von den Aerzten angeordneten Mittel bald nach den Tagen der Consultation den entzündlichen Theil völlig be­seitigten, und daß die fatalen Erscheinungen sich zurückbildeten, wobei ich mich körperlich vollkommen wohl befinde, niemals von Kräften kam, stets den guten Appetit und den gesunden Schlaf bewahrte, auch zum Erstaunen aller, die mir begegnen, blühend aussehe. Absichtlich theile ich solche Einzelheiten Ihnen mit, weil es mir vorkommt, als sei die an sich gewiß ernste Erscheinung einer Neubildung ungünstigen Aussehens mit bedeuten­den Uebertreibungen ausposaunt worden, sodaß man nicht recht an eine günstige Wendung glauben will. Der liebe Gott wird bestimmen, was für einen Verlauf das Leiden nehmen soll, dessen Pflege nächst der Kron­prinzessin den besten Sachverständigen anvertraut ist, die trotz aller An­feindungen, denen sie ausgesetzt sind, mein volles Vertrauen besitzen. Ich verzage keineswegs und hoffe, wenn auch nach längerer Schonung, meine Kräfte dem Vaterlande dereinst wieder in alter Weise widmen zu können. Tief gerührt von den zahllosen Beweisen der Theilnahme, die mir aus dem ganzen Reiche wie vom Auslande zugehen, erkenne ich mit aufrich­tiger Dankbarkeit an, daß man mir Vertrauen schenkt und daß man auf meinen Charakter baut. Solche Erfahrungen unter solchen Verhältnissen sind ein wahrer Schatz für mich, den ich Zeit meines Lebens hoch in Ehren halten werde. . . .

Jastrow, 10. Dezbr. Bei der heutigen Ersatzwahl eines Abge­ordneten zum Landtage für den 8. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Marienwerder sind insgesammt 346 Stimmen abgegeben worden. Davon erhielt Landrath Conradin Flatow (conservativ) 275, Rittergutsbesitzer v. Prudzynski (Pole) 67 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt.

Wien, 10. Dez. Der Presse wirdvon bestinsormirter Seite" gemeldet, daß nicht nur das Gerücht von dem Rücktritt des Grafen Kal- noky erfunden ist, sondern daß auch die von ihm befolgte Politik auf­rechterhalten bleibt undjede vorzeitige Aktion perhorrescirt wird".

Paris, 10. Dez. Heute Nachmittag ließ ein Mann, Namens Aubertin, Ferry und Goblet in das Sprechzimmer des Kammergebäudes rufen. Goblet folgte nicht; Ferry, der sich in das Zimmer begab, wurde von Aubertin alsbald mit mehreren Revolverschüssen empfangen, aber nur leicht verletzt. Die Kugeln streiften nur die Haut. Der Thäler wurde sofort verhaftet.

Paris, 10. Dez. Der Angreifer Ferry's ist der Glaser Nikolas Aubertin, wohnhaft Nr. 31 Rue Richelieu, geboren 1835 zu Bombach an der Mosel. Er war im Kammergebäude von einem Genossen begleitet, welcher auf Goblet feuern follte, aber nach der That Aubertin's den Re­volver fallen ließ. Bei Aubertin wurde ein Papier gefunden, welches seinen Namen als gestern für die Ausführung des Verbrechens durch das Loos gezogen angibt. Er solle heute nach dem Kammergebäude gehen und summarische Justiz üben. Schließlich heißt's: Tod den Wucherern! Der Weg ist vorgezeichnet, man wird ein intelligentes uninteressirtes patriotisches Ministerium bilden. So sei es! Das Schriftstück läßt an­nehmen, daß Aubertin geistig gestört ist. (Fr. N.)

Ein imRussischen Invaliden" veröffentlichter Tagesbefehl des Kriegs Ministers, vom 25. November (13. a. St.), gibt bekannt, daß in Folge der Translokation der 13. Kavallerie - Division aus dem Mos­kauer in den Warschauer Militärbezirk der Kaiser am 21. November (9.