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i Nr. 86 Donnerstag
Tagesschau.
‘ Berli«, 13. April. Kaiser Wilhelm nahm heute Bormittags die Vorträge des Hofmarschalls Grafen von Perponcher und des Geh. Ka- binetsraths von Wilmowski entgegen, empfing später den Oberstallmeister v. Rauch und den General der Kavallerie, Grafen zu Stolberg-Werni- gerode und machte Nachmittags eine Spazierfahrt. Morgen Abend findet eine größere Soiree bei dem kaiserlichen Paare statt, wozu 120 Personen geladen sind.
Berlin, 13. April. Die „B. Pol. Nachr." weisen darauf hin, daß der Nachtragsetat, welcher der Berathung des Bundesrathes unterliegt, wenngleich vornehmlich Forderungen für Militärzwecke seine Einbringung nothwendig gemacht, keineswegs jene sensationelle Bedeutung habe, welche mancherseits ihm beigelegt wird. Es handle sich um Aus- i gaben auf Grund des neuen Militärgesetzes, um strategische Bahnen, Ausbau und Umbau von Festungen, wie die neue Geschütz- und Geschoßtechnik es nöthig machen, endlich um die Ausrüstung mit neuem Gepäck, alles Ausgaben für Zwecke, die längst bekannt sind und die gewiß schon deshalb, weil sie für längere Zeit beanspruchende Arbeiten gemacht werden, jeden Gedanken an eine unmittelbare Kriegsgefahr ausschließen. Was die Zeitungen bisher über die Höhe des Betrages gemeldet, sei unzutreffend.
Berlin, 13. April. Freiherr von Solemacher-Antweiler, Mitglied des Herrenhauses, Vice Landtagsmarschall des rheinischen Prooinzialland- tags, erläßt in der „Kreuzztg." und „Köln. Volksztg." eine Erklärung, aus der hervorgeht, daß er den Früh. v. Schorlemer auf Burg Metternich, der ihn wegen seines bekannten Herrenhausantrags beleidigt hatte, wiederholt auf Pistolen gefordert, dieser aber weder die Forderung angenommen, noch die Beleidigungen zurückgenommen hat.
Berlin, 13. April. S. M. Kanonenboot „Wolf", Kommandant Kapitän-Lieutenant Jaeschke, ist am 11. April cr. auf Formosa, S. M. Kreuzer „Nautilus", Kommandant Kapitän-Lieutenant v. Hoven, am 12. deff. Mts. in Shangai eingetroffen.
Münster, 11. April. Ein junger Bursche aus Rheine, der im Uebermuth ein Zierbäumchen abgebrochen hatte, wurde vom Schöffengerichte zu der strengen Strafe von 9 Monaten Gefängniß verurtheilt.
Trier, 12. April. Die Ostertage haben dem durch das schöne Pulvermaar bekannten Eifeldorse Gillenfeld keine Festesfreude gebracht. Am ersten Ostertage früh Morgens 5 Uhr ertönte die Sturmglocke. Eine gewaltige Rauch- und Feuersäule verkündete, daß ein Theil des oberen Ortes in Flammen stand. In wenigen Stunden lagen trotz der Anstrengungen der zahlreich eingetroffenen Feuerwehr-Gesellschaften 17 Wohnhäuser mit den dazu gehörigen Landwirthschaftsgebäuden in Asche. Eine Menge Vieh liegt unter den Trümmern verbrannt. Auch zwei Menschenleben schweben infolge schwerer Brandwunden in Lebensgefahr.
München, 11. April. Die Königsschlösser in Hohenschwangau, Linderhof und Herrenchiemsee werden, nach der „Ä. Z.", am 25. Mai (Mittwoch vor Pfingsten) wieder dem Fremdenbesuch geöffnet. Bezüglich der Unterkunft und Restaurationsgelegenheit sind allerorts wesentliche Verbesserungen getroffen worden, die sich namentlich in dem abgelegenen Linderhof als sehr wohlthätig erweisen werden.
München, 13. April. Der Professor am Polytechnikum und Erbauer der Kunst-Akademie, Ober-Baudirektor Neureuther, ist gestorben.
Michelfeld (Ober-Pfalz), 12. April. Heute brach hier ein großer Brand aus, welcher 75 Häuser zerstörte. Eine Person ist dabei geiödtet worden.
Karlsrnhe, 12. April. Der Polizei ist es gelungen, am Oster- sonntag Morgens zwei erst zugereiste, gut gekleidete, zweifellos sehr gefährliche Gauner in einem hiesigen Gasthause festzunehmen. Dieselben hatten sich als Reisende unter falschem Namen einlogirt und stehen im Verdacht, in Mannheim mehrere Einbrüche verübt zu haben. In ihrem Besitze und zwar in einer Bettstatt versückt, fand man verschiedene zum Einbrechen geeignete Werkzeuge als Bohrer, Bohrwalze mit Zentrumsbohrer, Brecheisen, Feilen, mehrere Schlüssel, Messer u. s. w. Auch waren dieselben im Besitze eines bedeutenden Geldvorraths.
Amsterdam, 13. April. Der König empfing heute anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages im Palais die Spitzen der Militair- und Civilbehörden, sowie den Bürgermeister von Amsterdam, welche Glück- s wünsche darbrachten. Der König sprach seine volle Befriedigung und
den 14. April 1887.
Dankbarkeit aus für die zahlreichen ihm und der königlichen Familie zu Tyeil gewordenen Beweise treuer Ergebenheit und Anhänglichkeit. Die Königin fuhr mit der Prinzessin Wilhelmine durch die Stadt, um deren Ausschmückung zu besichtigen, und besuchte später die Gärten, wo zur Feier des Tages Spiele für die Jugend der Hauptstadt Verunstaltet waren, und begab sich sodann mit der Prinzessin Wilhelmine an Bord der festlich geschmückten „Galiste", um den Maskenzug zu Schiff an sich vorbei passiren zu lassen, welcher sich durch die Kanäle der Stadt bewegte und den Besuch des Prinzen Wilhelm I. von Oranien und seines Gefolges bei der Geusenflotte auf Zeland darstellte. (F. N.)
Paris, 12 April. XIX Siscle schreibt mit Bezug auf die soeben zu Ende gegangenen Uebungen der Territorialarmee: „Der größte Theil der 20tägigen Uebungszeit ist auf die Schießübungen, die Kriegsformationen der Compagnieen und Bataillone und die Operationen auf verschiedenen Bodenarten verwandt woroen. Letztere waren mit dem Felddienst vereint. Die Ergebnisse dieser neuen Militär - Jnstruktions- methode sind vortrefflich. Offiziere und Soldaten haben thatsächlich bewiesen, daß ein vortrefflicher Geist in der Territorialarmee herrscht, daß dieselbe ausgezeichnete Eigenschaften besitzt und im Kriegsfalle zeigen würde, daß sie ihrer Aufgabe gewachsen ist. Die Parademannöver haben die Vorbereitung auf den Krieg Platz gemacht. Es ist dies ein bedeutender Fortschritt, welcher die 13- und 28tägige Einberufung der Reservisten uno der Terridorialsoldaten vollkommen rechtfertigt.
Paris, 12. April. Wie aus Macon gemeldet wird, ist in der Landschaft Charolais die Rinderpest ansgebrochen. Die Behörden haben die strengsten Maßregeln getroffen.
London, 13. April. Nach einer Lloyd-Depesche aus Dieppe fuhr der Raddampfer „Viktoria" aus Newhaven beim Kap Ailly auf Felsen. Menschenleben gingen nicht verloren.
Petersburg, 13. April. (K. Z.) Das französische Anerbieten eines Bündnisses, von dem, wie ich vor acht Tagen erwähnte, das Gerücht . wissen wollte, ist eine Thatsache, ebenso aber auch die auf Befehl des Zaren erfolgte abschlägige Antwort. Letztere gewinnt noch dadurch an Bedeutung, daß zu gleicher Zeit auch die Betheiligung an der französischen Ausstellung verweigert wurde. Diesmal hat also die Politik des Herrn v. Giers einen weit entschiedeneren Sieg über Katkow davongetragen, als neulich anläßlich des Verweises. Sollte es sich wirklich bestätigen, daß Giers am russischen Osterfeste einen besonderen Gnadenbeweis erhält, so wäre eine solche Auszeichnung gerade jetzt von großer Bedeutung. Der hiesige französische Botschafter scheint den Mißerfolg seiner Regierung schwer zu empfinden. Er tritt öffentlich nicht mehr mit der Sicherheit auf, die ihn früher auszeichnete und welche durch das Gefühl eingegeben schien, daß er sich als Freund unter Freunden bewege. So erfreulich die jetzige kaiserliche Politik für Aufrechterhaltung des Friedens auch ist, so darf man sich freilich doch der Ansicht nicht verschließen, daß die Mehrheit der russischen Gesellschaft dieselbe mit scheelen Augen ansieht. Doch so lange die kaiserliche Regierung in dieser Politik verharrt, ist dies ja nicht von Bedeutung.
Die „Df.-Z." schreibt: In Rußland muß die Geldklemme groß sein. Die neue Paß-Steuer soll schon am 15. April a. St. (27. April n. St.) in Kraft treten, und zwar soll sie sofort rückwirkende Kraft erhalten, d. h. alle Russen, die von diesem Termin an mit alten Pässen aus dem Ausland heimkehren, sollen 10 bis 25 Goldrubel Strafe zahlen. Da wäre es besser, sie näherten sich der Grenze des gelobten Landes überhaupt nicht wieder. Ferner sind die Zollämter der russischen Häfen des Schwarzen Meeres ermächtigt, von jedem einlaufenden Schiff eine hohe Abgabe für die Leuchtthürme zu erheben; dasselbe ist in Kronstadt der Fall. Die Russen können also nicht einmal mehr ihre eigenen Lichter bezahlen.
Bremen, 12. April. Der Dampfer des Norddeutschen Siegt „Eider" ist in New-Pork eingetroffen.
Hamburg, 12. April. Der Postdampfer „Francia" von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist in St. Thomas eingetroffen
Rew-Aork, 12. April. Der Dampfer „Canada" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier ange- kommen.
AM- Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. -M^