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Nr. 114.

Dienstag den 17. Mai

1887.

Amtliches.

Steckbrief.

Gegen die unten beschriebene Maria Benz in g, geboren am 2. Februar 1870 zu Hanau, welche vielleicht den Namen Agnes Hetzler mißbraucht und welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen wie­derholten Betrugs und wegen Diebstahls eines weißen Henkelkorbs sowie eines auf Agnes Hetzler lautenden Dienstbuchs vom Königl. Amtsgericht Fritzlar verhängt.

Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und an das Amtsgericht des Ergreifungsortes abzuliefern bei Nachricht hierher zu den Akten I. II. 750/87.

Cassel, den 10. Mai 1887.

Der Königliche Erste Staatsanwalt.

J. A.: Chuchul.

Beschreibung: Alter: 17 Jahre; Statur: stark, untersetzt; Haare: schwarz; Augen: dunkelgrau; Gesichtsfarbe: dunkel, gelblich; Kleidung: vermuthlich brauner Regenmantel und schwarze Kaputze mit einer Schleife von roth-seidenem Bande.__________________________________

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Der Ackermann Heinrich Burkhardt zu Mittelbuchen ist als Schweinehirte dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. V. 2146.

Die Einwohner Philipp Reitz, Johannes Seip, Wilhelm Krebs, Johannes Andreas Fritz sind als Feldhüter für die Gemarkung Bischofs- heim bestellt worden.________________________________________________________

Tagesschau.

Berlin, 16. Mai. &e. Majestät der Kaiser und König em­pfingen am gestrigen Tage den Reichskanzler Fürsten Bismarck zum Vor- trage. Im Laufe des heutigen Vormittags arbeiteten Se. Majestät mit dem Chef des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath v. Wilmowski, und empfingen den Contre-Admiral Knorr, welcher sich von seinem Kom­mando als Commodore Sr. Majestät Kreuzergeschwader zurückmeldete.

Berlin, 16. Mai. Der Dampfer©alter" mit dem Ablösungs­kommando für S. M. KreuzerAlbatroß" ist am 14. Mai cr. in Aden eingetroffen und an demselben Tage wieder in See gegangen.

Berlin, 16. Mai. Die Branntweinsteuer-Kommission des Reichs­tages berieth den ersten Paragraphen der Vorlage. Der Antrag des Abg. Witte auf Einführung eines einheitlichen Steuersatzes von 35 Pf. für das Liter wurde gegen 2 Stimmen, der Antrag des Abg. Spähn, die Steuersätze auf 35 und 50 Pf. festzustellen, wurde gegen 3 Stimmen, der Antrag Buhl, den Steuersatz von 50 auf 55 Pf. zu erhöhen, wurde gegen 5 Stimmen abgelehnt und dann die Regierungsvorlage, welche 50 bezw. 70 Pf. Steuer vom Liter festsetzt, mit 19 gegen 6 Stimmen angenommen.

Berlin, 16. Mai. Branntweinsteuerkommission. Paragraph 1 wird in der Fassung der Regierungsvorlage mit dem Anträge Kardorff angenommen, wonach jedem Brennereibesitzer die gewünschte Menge dena- turirten Branntweins zur freien Verfügung im Klller belassen wird. Zu den zwei ersten Absätzen des Paragraphen 2 (Bemessung der Jahresmenge des Branntweins, welchen die Brennereien zum Steuersätze von 50 Pfg. herstellen dürfen) werden mehrere Anträge erngebracht, darunter einer von Buhl zu Gunsten der kleinen Kornbrennereien, von Schultz einer betreffs der Zeitdauer der Vergünstigungen für dieselben. Der Finanzminister bekämpft alle Anträge. Huene wünscht, daß die Anträge der Kommission gedruckt vorgelegt werden. Die Kommission wählt eine aus den Abgg. Mirbach, Buhl, Spähn, Witte und Gamp bestehende Subkommission und vertagt sich darauf bis morgen früh 10 Uhr. (Fr. N.)

Berlin, 16. Mai. Anläßlich der Denkschrift, mit welcher die Hilfskasse für deutsche Rechtsanwälte bei dem Reichstage den Erlaß eines Gesetzes über den Ersatz der den Armenanwälten in bürgerlichen Rechls- streiligkeiten erwachsenden Gebühren und Auslagen befürwortet hat, war in der Presse darauf hingewiesen worden, daß sich die Klagen über die allzugroße Willfährigkeit der Ortsbehörden bei Ertheilung der zur Er­langung des Armenrechts erforderlichen Armuthszeugnisse täglich mehren. Wie dieN. A. Z." erfährt, ist diese Angelegenheit der Aufmerksamkeit

der Justizverwaltung nicht entgangen, vielmehr die Prüfung derselben erfolgt, ohne daß eine von außen kommende Anregung abgewartet worden ist. Diese Prüfung hat Anlaß zur Erwägung von Maßnahmen gegeben, welche eine sachgemäße, die Interessen aller Betheiligten gleichmäßig be­rücksichtigende Behandlung der Anträge auf Ertheilung von Armenzeug­nissen sicher stellen sollen. Es dürfe das Vertrauen gehegt werden, daß gerechten Wünschen in dieser Richtung jede thunliche Förderung zu Theil wird.

Dem Reichstag ist jetzt der längst erwartete Entwurf eines Ge­setzes über einen Nachtrag zum Nahrungsmittelgesetz zugegangen, der folgendermaßen lautet:Sofern in Folge polizeilicher Untersuchung von Gegenständen der im §. 1 bezeichneten Art eine rechtskräftige strafrechtliche Verurtheilung eintritt, fallen dem Verurtheilten die durch die polizeiliche Untersuchung erwachsenen Kosten zur Last. Dieselben sind zugleich mit den Kosten des gerichtlichen Verfahren festzusetzen und einzuziehen."

Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat von NerwPork aus auf dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd Eider die Rückreise nach Eu­ropa angetreten.

Zur Branntweinsteuervorlage bemerkt dieGermania" : Di« zweitägige Generaldebatte über die neue Branntweinsteuervorlage läßt kaum noch einen Zweifel darüber zu, daß die Reform der Branntweinsteuer im Wesentlichen auf der Grundlage des Regierungsentwurfs demnächst ihren gesetzgeberischen Ausdruck finden wird. Im Einzelnen wird jedoch die Kommission, welche zur Vorberathung der Vorlage eingesetzt ist, eine Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden und die mannigfachsten Interessen aus- zugleichen haben. . . .

Gattb, 16. Mai. Am vergangenen Samstag sind in Folge des überaus starken Windes aus Nordnordwest zwei Schiffe, welche selbst- ständig auf der Thalfahrt begriffen waren, gesunken, nämlich der mit Eisenerz beladene hölzerne Schleppkahn Wilhelm, Eigenthum der Firma Winischermann u. Comp. in Mühlheim a. d. Ruhr, und ein mit Form­sand beladenes Ruhrschiff, der Firma van Eiken in Mühlheim a. d. Ruhr gehörend.

Stratzburg, 16. Mai. Heute wurden nach derK. Z." bei zwei Unterbeamten des Bezirkspräsidiums, einem altdeutschen Boten und einem altelsässischen Kanzlisten, Haussuchungen abgehalten. Beide Beamte, die des Landesverraths verdächtig sino, wurden in Untersuchungshaft genommen.

Stuttgart, 16. Mai. (K. Z) Der Staats-Anzeiger für Württem­berg schreibt bezüglich der Rückkehr des Königs aus Nizza, der Sondeo- zug habe behufs Vermeidung des Gotthardtunnels, dessen Durchführung dem Könige stets besondere Ätemnoth verursache, den Weg über Marseille und Genf genommen. Der Winteraufenthalt habe guten Einfluß auf das Befinden des Königs gehabt, doch seien die mannigfachen traurigen und aufregenden Ereignisse, die den König im vergangenen Winter be­troffen hätten, nicht ohne Rückwirkung auf seine Gesundheit geblieben, weshalb sich der König auch künftig Schonung aufzuerlegen genöthigt sei.

Wien, 16. Mai. Vom 1. Juli 188-7 angefangen, wird die auf den ungarischen Eisenbahnen bei Frachtsendungen zur Einhebung gelangende Transportsteuer von 3 auf 5 pCt. erhöht. Demzufolge werden sich im Lokalverkehr der ungarischen Eisenbahnen, ferner im Verkehr derselben un­ter einander, sowie im Verkehr zwischen Ungarn einerseits und Oesterreich und dem Auslande andererseits die im Tarif-, Kartirungs- und Rückver­gütungswege bestehenden, der Transportsteuer unterliegenden Frachtsätze, insofern nicht Ausnahmen publizirt werden, entsprechend erhöhen.

Bern, 15. Mai. Das Alkohol-Monopol ist bis jetzt mit zwei Drittel Stimmen Mehrheit angenommen.

Luzern, 16. Mai. Der Verwaltungsrath der Gotthard - Bahn beschloß, der Generalversammlung pro 1886 eine Dividende von 3*/a pCt. vorzuschlagen und den Rest des Reinertrags mit 116 786 Frcs. auf das nächste Jahr vorzutragen, ferner die Direktion zur Annahme einer Bau­frist von 10 Jahren zur Herstellung des zweiten Geleises zu ermächtigen, einen bei der Kaduzirung von Aktien, auf welche die Restzahlung nicht geleistet wurde, erzielten Gewinn von 24 540 Frcs. der Unterstützungs­und Pensionskasse zuzuweisen und die Generalversammlung auf den 27, Juni einzuberuien.

Brüstel, 16. Mai. Ein dem Minister des Innern zugegangene Depesche schützt die Zahl der Sinkenden auf 2000 und theilt gleichzeitig