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Itt 294 SS
Samstag den 17. Dezember
1887.
Amtliches.
Bekanntmachung. Die Weihnachtssendungen betreffend.
Das Reichs-Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu beginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den letzten Tagen vor d-m Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet.
Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten rc. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Post-Packetadressen für Packet- ausschriften. nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetausschrist muß sämmtliche Angaben der Be- gleitadresse enthalten, zutreffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Ellbestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Begleit- adresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Post- bezirks (C., W., SO. u. s. w.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packete frankirt aufgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des Teutschen Reichs-Postgebiets beträgt bis zum Gewicht von 5 Kilogramm : 25 Pf. auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50 Pf. auf weitere Entfernungen.
Berlin W., 2. Dezember 1887.
Der Staatssekretair des Reichs. Postamts.
In Vertretung: Sachse.
LekanntMachlmgeu Steigt Lsrm üLhMmts.
Den Herren Standesbeamten, welche mit der Entgegennahme der Standesregister pro 1888» im Rückstände geblieben sind, habe ich die Letzteren heute mit der Post zugegen lassen.
Hanau am 15. Dezember 1887.
Der Königliche Landrath
A. 2386 - - Gf. Bismarck.
Husfdireißen Kömgl. UaatsMmalMafi zu, Frau^suri u. M.
A. 22623. — J. 3924/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Peter Fischer von Frankfurt a/M. wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 15. Dezember 1887.
22775 A. — C. 220/87. Gegen den unten beschriebenen Schlosser Heinrich Döring, geboren am 5. November 1866 zu Frankfurt a/M, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstabls i. w. R. verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhafte« und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M., den 15. Dezember 1887.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Beschreibung: Alter 21 Jahre, Größe 1,75 m, Statur schlank, schmächtig, Haare dunkelblond, Schnurrbart dunkelblond, Augen dunkel, Rase spitz, Gesicht schmal; Kleidung: grauen steifen Filzhur, grauen Wmterüoerzieher, dunkle gestreifte Hose.
t In dem Befinden unseres Kronprinzen
wieder eine Veränderung eingetreten zu sein. Dr. Mackenzie ist oiii Mittwoch in Folge telegraphischer Berufung von London nach San Remo abgereist; wie die Rat. Ztg. meldet, ist die Abreise von London nach der Küste mit einem Sonderzug erfolgt. Privatnachrichten von
Berliner Blättern melden, daß die Wucherung im Halse des Kronprinzen plötzlich wieder zugenommen habe. Die Köln. Zeitg. meldet aus San Remo: „Wegen eines leichten Reizzustandes der Kehle ist Sr. K und K. Hoheit dem Kronprinzen eine Einschränkung im Sprechen auferlegt; es ist jedoch keine Heiferkeit aufgetreten."
Kurz vor dieser Wendung, über deren Charakter nähere Mittheilungen abgewartet werden müssen, hatte der Kronprinz durch seinen Hofmarschall Grafen Radolinski dem Staatsanzeiger mittheilen lassen, daß er zwar durch die Rücksicht, welche man sich in der Heimath wegen seines Leidens durch Beschränkung in öffentlichen und privaten Festlichkeiten auf- erlege, innig gerührt sei, der Gedanke sei indeß Höchstdemselben peinlich, daß seine Krankheit, die einen langwierigen Charakter anzunehmen scheine, eine in das öffentliche Leben so tief eingreifende Störung hervorrufen sollte; der Kronprinz wünsche daher, daß die Festlichkeiten und Vergnügungen des Winters, zumal da gegenwärtig eine entschiedene Besserung im Befinden Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit eingetreten sei, in hergebrachter Weise stattsänden. Dieses Schreiben ist vom 11. Dezember datirt.
Tagesschau
P. Aus dem Reichstage. Berlin, 16. Dez. Der Reichs- tag genehmigte heute zunächst endgültig das mit Oesterreich geschlossene Abkommen wegen Verlängerung des Handelsvertrages und ging dann zur ersten Berathung der Wehrvorlage über, die von dem Kriegsminister Bronsart von Schellendorff mit einem Vortrage eingeleitet wurde, in welchem er vornehmlich die große Friedfertigkeit der deutschen Nation betonte, aber zugleich nachdrücklich hervorhob, daß unsere Wehrkraft noch einer weiteren Verstärkung bedürfe, wenn wir nicht bloß ein gefürchteter Gegner, sondern auch ein begehrenswerther Verbündeter sein sollen. Abg. v. Bennigsen (nat. tib ) trat mit großer Wärme für die Vorlage ein, die allerdings dem Volke große Opfer auferlege, die aber getragen werden müßten, da unserer Wehrkraft dadurch eine Verstärkung von einer halben Million kriegsgeübter Mannschaften zugeführt würde. — Ebenso sprachen die Abgg. Frhr. v. Maltzahn-Gültz (deutschkons), Dr. Windthorst (Zentr.), Frhr. Langwerth v. Simmern (Welse) sich im Allgemeinen günstig für die Vorlage aus, sich eine nähere Prüfung derselben im Einzelnen für die kommisiarische Berathung vorbehaltend. Auch der Abg. Richter (deutsch- freis.) fetzte der Vorlage keinen prinzipiellen Widerstand entgegen. Nur der Abg. Bebel (Soz.-Dom.) bekämpfte dieselbe entschieden und erklärte schließlich, gegen die Vorlage stimmen zu wollen, da auch die politischen europäischen Konstellationen Gefahren für die Sicherheit des Reiches nichts befürchten ließen. Die Vorlage wurde darauf einer besonderen Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Das Haus erledigte sodann noch die Etats des Reichstags, des Reichskanzlers, der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amts durch unveränderte Annahme. Morgen : dritte Berathung der Getreidezollvorlage.
Berlin, 16. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute militärische Meldungen sowie demnächst den Fürsten Ferdinand Radziwill, den General Intendanten Graien Hochberg und den Kaiserlich ruffischen Fregatten Kapitän und Marine - Attacha Domojirow bei dessen Abreise nach St. Petersburg. Nachmittags empfingen Se. Maj stät den diesseitigen Botschafter in St Petersburg, General-Adjutanten v. Schweinitz.
Berlin, 16. Dezbr. S. M Kreuzer Fregatten „Prinz Adalbert", Kommandant Kapitän zur See v. Pawelsz, „Gneisenau", Kapitän zur See Thomsen, „Moltke", Korvetten - Kapitän Dautwiz, sind am 15. Dezember er. in Madeira eingetroffen. — S. M. Kreuzer „Albatroß", Kommandant Korvetten- Kapitän v. Frantzins, ist am 15. Dezember er. in Capstadt eingetroffen und beabsichtigt am 26. defs. Mts. wiener in See zu gehen. — S. M. Kanonenboot „Eber", Kommandant Kapitän-Lieutenant Bethge, ist am 16. Dezember er. in Port Seid eingetroffen und beabsichtigt am 19. deff. Mts. die Weiterreise fortzusetzen.
Berlin, 16. Tezbr. Der Berwaltungsrach der Kolonialgeselllchaft für Südwestafrika beschloß in seiner heutigen Sitzung, sofort eine Expedition zur Feststellung der Metall schätze in Südwestafrika auszurüsten und abzusenden; zur Ausrechthaltung der Ordnung eine Truppe, bestehend aus