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Erscheint täglich mit AMnähme der Sonn- unb Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 41. Freitag den

Bekarmtmachüngen Königl. Lsndrathsamts.

Behufs Ermittelung des Ergebnisses der am 21. d. MtS. stattsin- denden Reichstagswahl habe ich nach Vorschrift des §. 26 des Wahl­reglements vom 28. Mai 1870, Termin auf

Freitag den 25. Februar d. I.,

Vormittags 11 Uhr, im untern Saale des Neustädter Rathhauses hierselbst anberaumt.

Hanau am 12. Februar 1887.

Der Wahlkommissar.

V. 657. Gf. Bismarck, Königl. Landrath.

Faselmarkt zu Langen.

Zur Förderung der Rindviehzucht findet

Montag, den 7. März 1887,

Vormittags 9 Uhr beginnend, zu Langen auf demLutherplatz" ein Faselmarkt statt.

Indem wir das landwirthschaftliche Publikum innerhalb und außer­halb des Kreises zur Beschickung des Marktes mit schönen Thierexempla- reu, zum Besuche und zur Benutzung der günstigsten Ankaufsgelegenheit hierdurch einladen, wird bemerkt, daß sämmtliche vorgeführten Bullen von einer sachverständigen Commission, bestehend aus den Herren:

Bürgermeister Fecher zu Weiskirchen,

Posthalter Hoffmann zu Seligenstadt,

Bürgermeister Kratz zu Dudenhofen, bestätigt und nach ihrer'"Wüte "gewürdigt werden. Für die vorzüglichsten Thiere werden Geldprämien zuerkannt, zu welchem Behufe von Seiten des landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der Stadt Langen je 100 Mk. zusammen 200 Mk. bewilligt worden sind.

Die Preise werden nur für wirklich preiSwürdige Thiere, jedoch ohne Rücksicht darauf gewährt, ob der Bulle auf dem Markt verkauft w"rde oder nicht, sowie darauf, ob derselbe von dem Eigenthümer und innerhalb des Kreises gezüchtet wurde oder nicht.

Die Thiere müssen längstens um 9 Uhr auf dem Platze, an den Vorderbeinen mit starken Schlingen gefesselt und von zwei Mann geführt sein. Im Gegentheile ist Wegweisung zu gewärtigen. Von allen Ver­käufen bittet man dem auf dem Platze anwesenden Bürgermeister Dröll Kenntniß zu geben. Für etwa gewünschte Protollirung der abgeschlosse­nen Kaufgeschäfte wird Sorge getragen.

Die Bürgermeistereien des Kreises werden hiermit veranlaßt, der vorstehenden Bekanntmachung in ihren Gemeinden thunlichste Verbreitung zu verschaffen, im Falle vorhandenen Bedürfnisses der Erneuerung oder Ergänzung des Gemeindebullen - Materials die Gelegenheit wahrzunehmen und zu diesem Behufe alsbald die erforderlichen Beschlüsse des Gemeinde­raths herbeizuführen, sowie überhaupt alles Dasjenige zu thun, was zur Hebung und Belebung des Marktunternehmens beitragen kann.

Offenbach, den 2. Februar 1887.

Großherzogliches Kreisamt.

1580 Haas. t Für die katholischen Wähler.

Die beiden Schreiben des Cardinalstaatssecretärs Jacobini, welche von dem Wunsche des Papstes wegen Annahme des Septennats Kunde geben, haben auf die ultramontane Preffe nicht den Eindruck gemacht, den sonst Kundgebungen des Papstes auf sie zu machen pflegen. Nach dem Vorgang d<s Hern Windthorst in Köln wird aus dem einen Schreiben das herau'^v.wmme«, was das Centrum für sich brauchen kann, dagegen über den Wunsch des Papstes entweder stillschweigend oder mit allerhand Verdrehungskünsten hinweggegangen. Ebenso wird die Bedeutung des ersten Schreibens (vom 3. Januar) abzuschwächen und das Verhalten der Centrumsführer, welche den Wunsch des Papstes, ihren ganzen Eiafluß bei ihren Collegen anzuwenden und denselben zu versichern, daß sie durch Unterstützung des Septennats dem Heiligen Vater eine große Freude bereiten würden", einfach unberücksichtigt gelassen haben, zu vertuschen oder zu beschönigen gesucht. Mit anderen Worten: die ultramontane Presse arbeitet im Sinne der Centrumsführer darauf hin,

18. Februar 1887. katholischen Wähler über die Bedeutung der päpstliche« Kundgebungen im Unklare« zu erhalten oder sogar das Bekanntwerde« derselbe« nach Kräfte« zu verhinderu.

Demgegenüber kan« nicht laut, genug allen Katholiken zugerufen werden, einmal, daß der Papst von ihnen die Unterstützung des Sep­tennats erwartet, und sodann, daß die Centrumsführer nicht nur mit der Centrumspartei ein falsches Spiel gespielt haben, sondern dasselbe auch jetzt noch den katholischen Wählern gegenüber fortzusetzen suchen. Die Centrumsführer habe'« jedenfalls nichtihren ganzen Einfluß bei den Collegen angewandt", sondern über die Köpfe der Partei hinweg entschieden, daß das Septennat für das Centrum unmöglich sei. Eine Mittheilung an die Partei hätte vermuthlich ein» den Wünschen des Papstes entsprechende Wirkung gehabt. Eine solche sollte aber offenbar verhindert werden, weil sie nicht in die eigenmächtige Politik der Führer gepaßt hätte. Wenn jetzt die Bedeutung, welche die päpstlichen Kund­gebungen der Septennatsfrage beilegen, zu verwischen gesucht und allein die Erhaltung des Centrums" als Ziel gesetzt wird, anstatt daß jetzt auch bei den Wählern der ganze Einfluß im Sinne jener Kundgebungen angewandt wird, so darf dies als ein vollgültiger Beweis dafür ange­sehen werden, daß die Centrumsführer das größte Interesse daran habe«, von den Katholiken solche Abgeordnete gewählt zu sehen, welche ihrer Fahne unbedingte Gefolgschaft leisten. Was sie mit dieser Gefolgschaft im Bunde mit dem Freisinn und der Socialdemokratie für Unheil anrichten können, trotz aller wohlmeinenden Rathschläge des Papstes, darüber wird sich Niemand einer Täuschung hingeben können.

Die katholischen Wähler werden sich Rechenschaft darüber ablegen müssen, was es in dem gegenwärtigen Augenblick bedeutet, Herrn Windt­horst und Herrn von Franckenstein auf den Schild zu erheben: DaS bedeutet, eine Politik zu unterstützen, welche antinationalen, welfischen und demokratischen Zwecken dient, für welche aber kirchliche Interessen nicht mehr zum Deckmantel genommen werden können, nachdem der Papst entschieden für eine Politik eingetreten ist, welche den nationalen Interessen dient. Erfreulicher Weise reicht die Macht der Windthorst und Francken­stein nicht überall bis in die Herzen der Katholiken. Der Bischof von Limburg hat die Agitation der Geistlichkeit gegen das Septennat ver­boten und die Jacobini'schen Schreiben in seinem Amtsblatt veröffentlichen lassen. In streng katholischen Gegenden sind Männer als Candidaten aufge­stellt worden, die für das Septennat stimmen, hervorragende katholische Geist­liche und Laien sind entschieden für die Erfüllung des päpstlichen Wunsches eingetreten. Wir zweifeln nicht, daß überall, wo die katholische Bevölke­rung über diese Thatsachen aufgeklärt wird, sie sich von nationaler Gesinnung erweise und sich hüten wird, einer Politik ihre Unterstützung zu leihen, welche Reich, Staat und Gesellschaft auf das Ernsteste bedrohen kann. Um so mehr ist es Pflicht Aller, die mit Katholiken in Berührung kommen, dahin zu wirken, daß jeder katholische Wähler Kenntniß erhalte von den Kundgebungen des Papstes, wie von den unehrlichen Versuchen, dieselben todtzuschwergen und zu unterdrücken.

T L g § 8 s ch a rr.

Berlin, 17. Februar. Der Erkältungszustand Sr. Majestät des Kaisers und Königs hat sich heute bedeutend gebessert.

Berlin, 17. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen im Laufe des heutigen Tages die Vorträge des Generals von Albevyll und des Staatssekretärs Grafen Bismarck entgegen.

Berlin, 17. Februar. Zum 90. Geburtstage des Kaisers werden von der Studentenschaft und den mit ihr vereinigten Hochschulen nach derK. Z." verschiedene Festlichkeiten geplant, unter denen auch ein großer, glänzender Fackelzug in Aussicht steht. Nach dem bekannten Erlasse des Kaisers aber war man zweifelhaft geworden, ob gerade diese ziemlich geräuschvolle Feier dem Wunsche des hohen Herrn nicht wider­sprechen würde. Um alle Zweifel zu heben, hat sich in dieser Angelegen­heit der Ausschuß mit euer Eingabe an Se. Majestät gewandt.

Berlin, 17. Februar. Einer Meldung verschiedener hiesiger Blätter zufolge soll am Geburtstage des Kaisers die Taufe des jüngsten Urenkels des Kaisers, sowie die Proclamirung der Verlobung des Prinzen Heinrich von Preußen mit der Prinzessin Irene von Hessen stattsinden.