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Nr. 165
Dienstag den 19. Juli
1887.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Die nachfolgenden Anordnungen werden hiermit in Erinnerung gebracht.
Hanau den 15. Juni 1887.
Der Königliche Landrath
P. 3566. Gf. Bism arck.
P. A. v. 7 /7. 79. Das Beziehen der Straßen soll bei anhaltender großer Hitze täglich wenigstens einmal mit frischem Wasser mittelst Gieskannen stattfinden.
Für die Befolgung dieser Anordnung ist der Hauseigenthümer bezw. da, wo diese die Häuser nicht selbst bewohnen, die Bewohner des unteren Stockes verantwortlich. Auch sollen die Rinnen der Straßen gehörig gereinigt werden. (Str. 50 Pf. bis 1 M.) Das Begießen hat laut Bekanntmachung vom 7./6. 77 (Hanauer Anzeiger) in der Zeit von Abends 6— 8 Uhr zu geschehen.
P. V. v. 15./4. 84. In der Zeit vom 15. März bis 1. November des Jahres sind bei trockener Witterung die Trottoirs und Strahen vor dem Kehren mit Wasser derart zu besprengen, daß ein Aufwirbeln von Staub nicht stattfinden kann. (Str. 1 bis 9 M.)
Für die diesjährige Badezeit werden zur Verhütung von Unglücksfällen und zur Wahrung des Anstandes beim Baden die nachstehenden Vorschriften in Erinnerung gebracht:
1) das Baden in der Kinzig und in den Stadtgräben ist gänzlich verboten;
2) außerhalb der öffentlichen Bade- und Schwimmanstalten darf im Main nur an denjenigen Plätzen gebadet werden, welche durch am Ufer stehende Pfähle als ungefährlich und erlaubt bezeichnet sind;
3) Kindern unter 14 Jahren ist das Baden nur unter Aufsicht erwachsener Personen gestattet;
4) das Baden im offenen Main längs der Philippsruher Straße, des Schlosses Philippsruhe und des dazu gehörigen Schloßgartens, sowie
5) das Baden im offenen Main, Rumpenheim gegenüber, ist verboten.
Uebertretungen dieser Vorschriften oder Ungebührlichkeiten gegen den mit Handhabung der Ordnung beauftragten Badeaufseher werden mit Geldstrafe von mindestens einer Mark oder bei Unvermögen mit Haft geahnoet.
Hanau am 8. Juni 1887.
Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.
Tagesschau.
Bregenz, 18. Juli. (K. Z.) Kaiser Wilhelm äußerte, wie verlautet, zum Prinzregenten, er würde, wenn nicht dessen Liebenswürdigkeit nach Bregenz zu kommen dies verhindert hätte, den längeren Reiseweg über München gewählt haben. Bei der Unterredung saßen beide abseits von ihrem Gefolge auf einem Copha; zum Abschied füllen sie sich dreimal. Tann begleitete der Prinzregent die badischen Herrschaften zu deren Schiff.
Berlin, 18. Juli. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Graf v. Bismarck-Sckwnhausen, hat einen ihm aus Gesundheitsrücksichten Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Derselbe wird während seiner Abwesenheit durch den Unter-Staatssekretär, Wirklichen Geheimen Lega- tionsraih, Grasen v. Berchem, vertreten.
Berlin, 18. Juli. Der Kaiserliche Botschafter v. Radowitz hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Für die Dauer seiner Abwesenheit von Konstantinopel sungirt der erste Botschafts - Sekretär v. Kiderstn als interimistischer Geschäftsträger.
Berlin, 18. Juli. Der Dampfer „Hohenstaufen" mit dem Ab- lösungskommando für S. M. Kreuzer „Adler" ist am 17. Juli cr. in Colombo eingetroffen und hat an demselben Tage die Reise fortgesetzt. —
S. M. Kreuzer „Nautilus", Kommandant Kapitän-Lieutenant v. Hoven, ist am 17. Juli cr. in Aden eingetroffen.
Berlin, 18. Juli. (K. Z.) Der wegen Landesverraths verurtheilt gewesene Capitän S a r a u w ist unmittelbar, nachdem die kaiserliche Begnadigungsordre eingetroffen war, von Berlin nach Kopenhagen abgereist, um seine von der Strafhaft schwer angegriffene Gesundheit wieder herzustellen. Die Abreise des Sarauw erfolgte so schnell, daß ihm nicht einmal der Ausweisungsbefehl aus dem Reichsgebiete behändigt werden konnte.
Kiel, 15. Juli. Briefsendungen für S. M. Vermessungsfahrzeug Drache sind bis auf weiteres nach Horumersiel, für den Minendampfer Rhein nach Geestemünd e zu richten.
Wilhelmshafen, 16. Juli. Das in Kiel zu bildende Ostseegeschwader, unter dem Befehl des Geschwaderchefs Cap. z. S. und Com- mandore Deinhard, soll am 6. August zusammentreten. Briefsendungen für die Panzerschiffe Friedrich Karl (Flaggschiff), Hansa, Sachsen, Minendampfer Rhein und Schiffsjungenschulschiff Nixe, die das Geschwader bilden werden, sind bis zum 5. August nach Kiel, vom 6. bis 9. nach Swinemünde, vom 10. bis 14. nach Zoppot, am 15. nach Memel, vom 16. bis 19. nach Apenrade, vom 20. bis 22. nach Sonderburg, vom 23. ab bis auf weiteres nach Kiel zu richten. Der Stapellauf des auf der hiesigen kaiserlichen Werft erbauten Kreuzers, Ersatz für Albatroß, wird in den Tagen des Septembermonats, während der Anwesenheit des gesammten Manövergeschwaders, hierselbst erfolgen. (K. Z.)
CHCrfHtf, 18. Juli. Bei der Neuwahl eines Reichstags - Abgeordneten für den 7. Merseburger Wahlkreis wurde nach amtlicher Feststellung der Gutsbesitzer Pause (dfr) mit 10 073 von 18 515 abgegebenen Stimmen gewählt. Der Gutsbesitzer Neubarth (Reichspartei) erhielt 6336, der Amtsrichter Pieschel (natl.) 1346 und Handelsmann Hoffmann (Sozd.) 757 Stimmen.
An Tollwuth gestorben ist der Gemeindevorsteher Rattey zu Münchhausen, Kreis Oppeln. Derselbe wurde vor etwa Jahresfrist von seinem toll gewordenen Hund in die eine Hand gebissen, verheimlichte jedoch damals den Vorfall oder schenkte ihm keine Beachtung. Vor einigen Tagen ist die Tollwuth zum Ausbruche gekommen, der er nun erlegen ist.
Neuwied. In einem vor dem hiesigen Landgericht verhandelten Weinfälschungsprozeß wurden mehrere Weinhändler zu empfindlichen Strafen verurtheilt. Einer derselben, C. Meyer, hat 1000 Mark, M. Meyer 500 Mark und Spyro 200 Mark Geldstrafe zu zahlen. Die fabricirten Weine wurden beschlagnahmt. (M. Tbl.)
Leipzig, 16. Juli. Wie das „Leipziger Tagbl." hört, sind gestern an den Kassen einiger hiesigen Bankinstitute für circa 70 000 Thaler verfallene Coupons und Kassenscheine präsentirt worden, deren Honorirung selbstverständlich verweigert wurde. Dieselben entstammen angeblich dem Nachlasse einer vor einiger Zeit mit Tod abgegangenen alten Dame.
Bremen, 18. Juli. Die Rettungsstation Ziegenort telegraphirt: Am 17. Juli van dem Kahn des Schiffers Schmidt aus Hinterste, gestrandet im Haff, zwei Personen gerettet durch das Rettungsboot der Station Ziegenort.
Aus Rheinbayern, 16. Juli. Ein in Pirmasens in der Böhme'schen Menagerie von Löwen schwerverletzter Löwenbändiger, Emil Schlipfer, ist gestern seinen schrecklichen Verletzungen erlegen. Die Löwen hatten dem Unglücklichen etwa hundert Verletzungen beigebracht.
Sowohl im Canton Zürich als im Canton Genf ist an Orten, welche bis jetzt noch nicht heimgesucht waren, die Reblaus aufgetaucht, im erstern Canton zu Oberplatt und im letztern auf dem Landguts Boissier zu Cologny.
Rom, 18. Juli. In Catania, Lecco, Jschia, Livorno und Parma fanden gestern Erdbeben statt. Aus dem Aetna steigt dichter Dampf auf. (Rh. K.)
Kopenhagen, 18. Juli. Für die Provenienzen aus Sizilien und den zwischen dem Kap Leuca und dem Kap Sparlivento liegenden Häfen ist heute Quarantäne angeordnet worden. (Fr. N.)
Paris, IX Juli Das Journal des Debats spricht sich zustimmend und anerkennend aus zu den jüngsten Reden der Minister Rouvier und Spuller über das Programm der Regierung, die streng republikanisch und rächt mir der er tschirssen sei, das Land zu beruhigen