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Nr. 116. Freitag den 20. Mai 1887.

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der Reichsschulvenkommission; Nachtragsetat; Reliktengesetz; Kunstbutter­gesetz.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Das diesjährige Ober.Ersatz-Geschäft für den Aushebungsbezirk Hanau findet am 1., 2., 3. und 4. Juni c. in dem Gasthause zur Mainlust in Kesselstadt statt und beginnt an jedem Tage Morgens 9^2 Uhr. Die Militairpflichtigen haben sich behufs Verlesens präcis 8V2 Uhr Diorgens einzufinden.

Die Eltern oder sonstige Angehörige, zu deren Gunsten wegen Arbeitsunfähigkeit Ansprüche auf Zurückstellung rc. begründet werden sollen, haben bei Meldung der Nichtberückslchtignng ihrer Ansprüche im Aushebungstermin persönlich zu erscheinen.

Militairpflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termine nicht erscheinen oder bei Ausrufung ihres Namens nicht anwesend sind, werden mit Strafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft.

Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Gefängnißstrafe geahndet.

Die Herren Ortsvorstände haben strenge darüber zu wachen, daß die Militairpflichtigen im nüchternen Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen.

Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen und die Militairpflichtigen darauf hinzuweisen, daß sie die Loosungsscheine mitznbringen haben.

Die per Couvert zugehlnden speziellen Ladungen sind an die be­treffenden Militairpflichtigen ungesäumt auszuhändigen, über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 23. d. Mts. eine Bescheinigung hierher einzusenden.

Bei dem Geschäft haben die Herren Ortsvorstände zur Ertheilnng etwaiger Auskunft anwesend zu sein, auch haben dieselben dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern, die über 14 Jahre alten Brüder unv die unverheiratheten Schwestern der Reclamirt^n zur Stelle sind.

Die Stammrollen der Jahrgänge 1865, 1866 und 1867 sind soweit dies nicht bereits geschehen, bis zum 21. d. Mts. hierher einzu­senden.

Hanau am 12. Mai 1887.

Der Königliche Landrath

M. 2381. Gf. Bismarck.

Gefunden: Am 16. b. Mts. auf der Hanau-Windecker Landstraße bei Roßdorf ein Portemonnaie mit nicht unbedeutendem Inhalt; Empfang­nahme beim früheren Bürgermeister Goy zu Roßdorf.

Entflogen: Ein Kanarienvogel; dem Wiederbringer eine Be­lohnung.

Verloren: Am 18. d. Mts. eine roth-seidene Arbeitstasche mit Silberverzierung, enthaltend einen gehäckelten Einsatz.

Hanau am 20. Mai 1887.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesschau.

P. Aus dem Reichstage. Berlin, 18. Mai. Der Reichstag beschäftigte sich heule nur mit Petitionen und zwar zunächst mit der Petition des Thierschutzvereins des Teutschen Reiches, betreffend den Mißbrauch beim Schlachten der Schlachtthiere. Die längere Debatte, welche stellenweise einen ziemlich lebhaften Charakter annahm, schloß mit ' der Annahme des Kommissionsantrages, die Petition dem Herrn Reichs­kanzler zur Erwägung zu überweisen, ob und auf welche Weise, insbe­sondere durch Abänderung des Reichsstrafgesetzbuchs, den in der Petition geltend gemachten Mißständen entgegenzutreten ist, unter Hinzufügung / eines Antrages des Abg. Windthorst (Centr.): soweit diese Petitionen sich indeß auf das jüdische Schächten beziehen, über dieselben zur Tagesord­nung Überzugehen. Die zweite zur Verhandlung gelangte Petition des Verbandes deutscher Schlofferinnungen, dem Uebelstande, welcher in der Fassung des §. 369 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs insofern liegt, als auf Grund desselben sich nur Schlosser strafbar machen, wenn sie Personen ohne genügende Legitimation Schlüssel verkaufen oder einpassen, auf ge­setzlichem Wege Abhülfe zu schaffen, gelangte heute noch nicht zur Erledigung, da bei der Abstimmung über einen zu derselben gestellten Anträge die Beschlußunfähigkeit des Hauses sich ergab. Freitag: Bericht

Berlin, 18. Mai. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den Kaufmann Johann Dominicus Jllich zum Vize-Konsnl in Spalato zu ernennen geruht.

Berlin, 18. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König be­sichtigten gestern vor dem Neuen Palais bei Potsdam das Lehr-Jnfanterie- Bataillon. Heute sprachen Se. Majestät den General - Quartiermeister Grafen v. Waldersee und hörten den Vortrag des Chefs des Civilkabi- nets, Wirklichen Geheimen Raths v. Wilmowski.

Fürst Bismarck gedenkt sich gegen Pfingsten nach Friedrichsruh zu begeben. Seine Abreise wird erst nach der Rückkehr seines Sohnes Herbert erfolgen, welche in etwa zehn Tagen zu erwarten ist. Ob der Fürst der Feier der Grundsteinlegung zu den Bauten für den Nord- Ostsee-Canal bei Kiel beiwohnen wird, ist noch nicht endgültig entschieden.

DenHamb. Nachr." wird aus Berlin geschrieben:Wie verlautet, geht dem Reichstage noch in dieser Session ein Gesetz wegen Verfolgung und Bestrafung von Spionen zu. Daffelbe ist schon seit länge­rer Zeit geplant und nicht erst durch Schnäbele veranlaßt."

Wilhelmshaven, 17. Mai. Die Ablösungs-Commandos für S. M. Kreuzerfregatte Bismarck, Kreuzer-Corvetten Olga und Sophie werden mit einem Reichspostdampfer morgen von Bremerhaven abgehen und am 12. Juli in Sydney eintreffen. Die Rückreise des Dampfers soll am 20. Juli von Sydney erfolgen, die Ankunft in Bremerhaven am

14. September. Als Commandoführer für die Ausreise ist der Capitän- lieutenant Müller, für die Rückreise Capitänlieutenant v. Holtzendorf be­stimmt. Briefsendungen für S. M. Torpedoboote 8 16 und 8 19 sowie für S. M. Fahrzeug Pommerania sind nach Kiel zu richten.

Magdeburg, 17. Mai, Nachts 11 Uhr. Soeben wurde das Erkenntniß in dem Sozialistenprozesse, welcher schon seit Monaten hier schwebt, gefällt: 31 Angeklagte wurden wegen Vergehens gegen das So- zialistengesetz zu Strafen von neun Monaten bis zwei Wochen Gefängniß verurtheilt, die übrigen Angeklagten, darunter der frühere Reichstagsab­geordnete Heine, wurden freigesprochen.

Görlitz, 18. Mai. Das ganze Neiffethal ist überschwemmt, die Bahnverbindung mehrfach unterbrochen. In Dittersbach ist der Pfarrer, bei einem Rettungsversuch mit seinen Kindern und Dienstboten ertrunken.

Görlitz, 18. Mai. Das Wasser ist außerordentlich rasch gestie­gen; die Uferstraßen sind überschwemmt. In den Nachbardörfern sind mehrere Menschen ertrunken; auch ist ein großer Verlust an Saaten und Vieh zu beklagen.

Zittau, 18. Mai. In der Umgebung Zittaus ging ein schwerer Wolkenbruch nieder. Es entstand in Folge dessen eine große Ueber- schwemmung, bei welcher mehrere Menschen ertrunken sind. Der Bahn­verkehr stockt. Das Unheil ist ebenso groß wie dasjenige des Jahres 1880. Militär wurde berufen.

Metz, 17. Mai. Die sämmtlichen städtischen Abtheilungs- und Bureauvorftände, einschließlich des Armenraths, der Leih- und Sparkasse sowie der Spitalverwaltung, wurden unterm 12. d. Mts. durch den Bür­germeister dahin angewiesen, daß alle Drucksachen, welche sie in ihren resp. Dienstbereichen zu bestellen veranlaßt sein werden, von jetzt ab aus­schließlich m deutscher Sprache abgefaßt sein müssen. Die noch vorräthi- gen Drucksachen in französischer Sprache können jedoch aufgebraucht wer­den.

Bremen, 18. Mai. Einer New-Aorker Depesche zufolge gerieth der Dampfer des Norddeutschen LloydFulda" am 16. Mai bei Long- Jsland auf den Grund. Man beabsichtigt, die Ladung zu löschen und hofft, bei hohem Wasser das Schiff wieder abzubringen.

Brüssel, 18. Mai. Der Zusammenstoß zwischen Gensdarmen und Sinkenden in Lacroyere wurde dadurch herbeigeführt, daß etwa 1000 Strikende unter dem Vorantragen einer rothen Fahne und Absingen der Marseillaise vor die Werkstätten zogen und die dort aufgestellten Gensdar­men durch Pfeifen und Zischen verhöhnten und mit Pflastersteinen be= warfen. Die Gensdarmerie bestieg die Pferde und trieb die Ruhestörer auseinander, wobei zwei gelobtet und mehrere leicht verwundet wurden.

Brüssel, 18. Mai. In den Kohlengruben-Bassin von Charleroi