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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 142.

Mittwoch den 22. Juni

1887.

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Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. Juli 1887 beginnt ein neues Abonnement auf den

Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Cours- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, ferner Geschäfts- und Privat - Anzeigen. Das Unterhaltnngsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.

Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.

Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.

Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.

Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quarrats unemgeldlich.

Die Expedition des Hanauer Anzeigers.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Um gefällige Mittheilung des gegenwärtigen Aufenthaltsortes eines Arbeiters Ernst Kirstenpfad, angeblich aus Streusdorf im Kreise Hildburghausen, wird behufs dessen Vernehmung über seine Heimaths- verhältnisse ergebenst ersucht.

Hanau am 14. Juni 1887.

Der Königliche Landrath

A. 1300 Gf. Bismarck.

Tagesschau

Berlin, 21. Juni. DerR. u. St. A." bringt anläßlich der Jubiläumsfeier der Königin von England nachstehenden äußerst sympa­thischen Artikel:

Umgeben von Ihren Kindern und Enkeln, den Vertretern fast aller regierender Häuser Europas und den Abgesandten aller Theile des briti­schen Weltreichs, ist es Ihrer Majestät der Königin Victoria von Groß­britannien und Irland, Kaiserin von Indien, heute beschieden, die in den Annalen der Weltgeschichte nur selten verzeichnete Feier des SOjährigen Regierungs - Jubiläums zu begehen. Eine ernste, nach innen und nach außen hin bewegte Zeit ist verlaufen, seit die damals 18jährige Prinzessin Victoria von Kent nach dem am 20. Juni 1837 erfolgten Tode Ihres Oheims, König Wilhelm's IV., den britischen Thron bestieg. Ihrem stets vom Geiste der Mäßigung und dem Wunsche, die Wohlfahrt Ihres Volkes zu fördern, beseelten Einfluß auf die verschiedenen Rathgeber der Krone ist es zu danken, wenn trotz mannigfacher äußerer Verwickelungen und innerer Kämpfe das britische Staatswesen sich in einem so blühenden Zu­stande befindet. Die Erfolge, auf welche die Königin Victoria heute mit innerer Genugthuung zurück zu blicken vermag, haben in den Herzen der gesammten Bevölkerung des weiten britischen Reichs lauten Widerhall ge­funden, und jeder Engländer blickt heute mit Stolz und Befriedigung auf die Geschichte und Entwickelung der letzten 50 Jahre zurück.

Aber nicht auf das Vereinigte Königreich und dessen Kolonien be­schränkt sich die Theilnahme an der heutigen Jubelfeier. Von allen civi- listrten Nationen, in erster Linie von Deutschland, wird den Sympathien für Ihre Großbritannische Majestät lauter Ausdruck gegeben. Einen wie hohen Werth Se. Majestät der Kaiser und König darauf legen, in nür- digster Weise bei der Feier vertreten zu sein, zeigt die Entsendung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen und Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm als Repräsentanten Sr. Majestät. Auch das deutsche Volk, eingedenk der Stammesverwandtschast wie der gemeinsam

vollbrachten ruhmreichen Thaten und im Bewußtsein der bei beiden Völ­kern gleichen Bestrebungen auf dem Gebiet der Kultur und Civilisation, bringt dem Jubiläum der Königin Victoria die lebhafteste Theilnahme entgegen und schließt sich aus vollem Herzen dem Wunsch des britischen Volkes an, daß es Ihrer Majestät der Königin noch lange vergönnt sein möge, die Regierung zum Segen Ihrer Unterthanen fortzuführen."

Berlin, 21. Juni. DerR. u. St. A." Nr. 142 veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen von Ange­hörigen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, vom 17. Juni 1887.

Berlin, 21. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König hörten gestern Nachmittag den Vortrag des Staatssekretärs Grafen Herbert von Bismarck.

Berlin, 21. Juni. (K. Z.) Zum ersten Male seit fünfzehn Tagen erschien Kaiser Wilhelm beim Vorbeiziehen der Wache wieder am Fenster, von einer großartigen Menschenmenge mit begeisterten Hochrufen begrüßt. Der Kaiser sah, wenn auch blaß, doch recht frisch und munter aus und blieb auch, nachdem die Wache schon vorüber war, noch einige Minuten stramm und rüstig am Fenster stehen, dem Publikum durch wiederholtes Verneigen seinen Dank aussprechend. Im übrigen versichern auch die Herren seiner Umgebung, daß der Kaiser sich bestens erholt hat, mit bewundernswerthem Fleiße die Eingänge erledigt, die sich begreiflicher­weise in der letzten Zeit sehr gehäuft hatten, und voraussichtlich schon in wenigen Tagen sich der gleichen trefflichen Gesundheit erfreuen wird, die er noch am Tage des Holtenauer Festes besaß.

Berlin, 21. Juni. Die vielbestrittene Ernennung des Bischofs Kopp zum Fürstbischof von Breslau scheint jetzt definitiv vollzogen zu sein. Selbst dieGermania" meldet nunmehr als positiv, daß der h. Vater das Breslauer Domkapitel dahin verständigte, er habe es für an- gemeffen erachtet, suffragantibus episcopis Germaniae (also auf Em­pfehlung und Befürwortung der deutschen Bischöfe) den weisen und eifrigen Oberhirten von Fulda für Breslau zu bestimmen. (Fr. Z.)

Berlin, 21. Juni. Bei einzelnen Husaren-Regimentern werden gegenwärtig Ausrüstungsversuche mit einem neuen Korbsäbel gemacht. Derselbe ist ganz grade, zweischneidig und soll nur zum Stechen dienen. Sein Gewicht ist leichter als das der anderen Säbel.

Berlin, 21. Juni. Der DampferHohenstaufen" mit dem Ab- lösungs-Kommando für S. M. KreuzerAdler" ist am 19. Juni er. in Soupthampton eingetroffen und hat an demselben Tage die Weiterreise fortgesetzt.

Mnnchen, 21. Juni. (K. Z.) In München I haben die Libe­ralen bis jetzt von 328 Wahlmännern 200 durchgesetzt, also weit über die absolute Mehrheit. In München II bis jetzt gewählt 26 ultramon- tane und 24 socialistische Wahlmänner. In vier Bezirken finden Nach­wahlen statt, doch ist der Sieg des Cemrumskandidaten wahrscheinlich. In Nürnberg haben die vereinigten Liberalen den Socialdemokraten Stand gehalten, die dortigen vier Mandate sind demnach gesichert. Regensburg ist den Ultramontanen entrissen, ebenso Passau und Augsburg; in letzterem Ort enthielt sich das Centrum von vornherein der Wahl.

Von den 33 bayerischen Centrumsmitgliedern im Reichstag haben in der Schlußabstimmung 14 gegen, 9 für das Branntweinsteuer­gesetz gestimmt. Es ist indessen, wie bayerische Reichstagsabgeordnete versichern, durchaus kein Grund zu der Besorgniß, daß der Münchener Landtag den Eintritt Bayerns in die Branntweinsteuergemeinschaft zurück­weisen werde.

Rom, 20. Juni. Die Regierung hat das französische Cabinet benachrichtigt, daß sie sich aus finanziellen Rücksichten an der Pariser Weltausstellung nicht betheiligen «erde.

Paris, 21. Juni. In dem Tunnel, welcher bei Beauriores durch den Col-de-Cabres für die Eisenbahn von Aspres sur Bueche nach Die (Departement Drome) gebaut wird, fand gestern eine Entzündung schla­gender Wetter statt wobei 12 Arbeiter getödtet und 35 verwundet wur­den. Die meisten dieser Arbeiter sind Italiener.

London, 21. Juni. Das Befinden des deutschen Kronprinzen macht gute und stetige Fortschritte. Dr. Mackenzie hat sich über die andauernde Besserung des Kehlkopfleidens auch jetzt wieder durchaus be­friedigt erklärt.