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Nr. 74.
Dienstag den 29. März
1887.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Postpacketverkehr mit Britisch Honduras (Belize).
Von jetzt ab können Post packele im Gewichte bis $u 3 kg nach Bri lisch Honduras (Belize) versandt werden.
Ueber die Versendungr-bedingungen und Taxen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.
Berlin W., 18. März 1887.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
____________________von Stephan.
OekSiMtMachurMu Mmgl LsnörKthst mtK.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden an Einsendung der Listen der zu den Klassensteuerstufen 1 und 2 durch Zugangsstellung neu veranlagten — in keiner Rolle aufgenommenen — Personen vom II. Halbjahr 1886/87 eventuell Erstattung von vacat. Anzeigen innerhalb spätestens 3 Tagen erinnert.
Hanau am 28. März 1887.
Der Königliche Landrath
St. 429 Gf. Bismarck.
T S F e s § ch a N.
Berlin, 28. März. Der „R. u. Ct.-A." veröffentlicht: 1) Verordnung, betreffend die Kaution des Rendanten des Reichs - Kriegschatzes, vom 12. März 1887. — 2) Bekanntmachung, betr. den Antheil der Reichsbank an dem Gesammtbetrage des steuerfreien ungedeckten Notenumlaufs, vom 15. März 1887.
Berlin, 28. März Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute den Vortrag des Chef des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths v. Wilmowski entgegen.
Berlin, 28. März Die Post von dem am 15. Februar van Sydney abgegangenen Reichs-Postdampfer ist heute früh in München eingetroffen und gelangt für Berlin am 29. März früh zur Ausgabe.
Berlin, 28. März. Die Verleihung der Rechte der juristischen Person an die deutsch-ostafrikanische Gesellschaft ist nunmehr erfolgt. Als Kommissarius und Aufsichtsbehörde ist der Geheime Legationsrath Krauel und zu Mitgliedern des Direktionsraths sind seitens des Reichskanzlers der frühere Minister Hobrecht, sowie der Geheime Regierungsrath Reuleaux und wirklicher Legationsrath Kayser ernannt worden.
Die Vermählung des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene von Hessen wird in der nächsten Wintersaison stattfinven. .Das junge Paar nimmt dann im Schlosse zu Kiel seine Wohnung
S. M. Kreuzer „Nautilus", Kommandant Kapitän-Lieutenant v. Hoven, ist am 28. März cr. in Amoy eingetroffen.
Gegenüber einer Berliner Mittheilung des Pariser Figaro, nach welcher die Betheiligung Deutschlands an einer internationalen Ausstellung in Paris im Jahre 1889 in sicherer Aussicht stände, wird auf- rechierhalten, daß weder für die deutsche Industrie noch für die deutsche Kunst eine Betheiligung ins Auge gefaßt ist.
Köln, 28. März. Die „Kölnische Zeitung" bringt eine gestern stattgehabte Unterredung ihres Berichterstatters mit Galimberti, worin letzterer äußerte, daß mit Annahme der gegenwärtig vorliegenden kirchen- politischen Novelle sich die Beendigung des Kulturkampfes und der Abschluß des Friedens zwischen Preußen und der Kurie vollziehe. Den Centrums-Führern sei diese Auffassung kundgegeben worden.
Halle, 28. März. Die Großherzogin-Mutter von Mecklenburg- Schwerin ist soeben hier eingetroffen, um wegen eines Ohrenleidens bei Professor Schwartze Rath zu suchen.
Kiel, 28. März. Die Stadt brächte gestern Abend dem Prinzen Heinrich einen Fackelzug, an welchem sich 2500 Fackelträger und 10 Musikkorps betheiligten. Auf die Ansprache des Oberbürgermeisters, welcher dem Prinzen zu seiner Verlobung die Glückwünsche der Stadt aussprach, dankte der Prinz in bewegten Worten und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser.
Bremen, 27. März. Die Rettungsstation Treptower-Deep tele- graphirt: Am 27. März von dem deutschen Schooner „Leo", Kapitän
Fiß, gestrandet unweit Treptower-Deep, 3 Personen gerettet durch den Raketen-Apparat. Wind: Nord-West, hohe See.
Oldenburg. Das Gesetzblatt verkündet die Landesherrliche Verordnung für das Großherzogthum Oldenburg vom 5. März d. I., betr. die Heranziehung von Militäcpersonen zu Abgaben für Gemeindezwecke.
Wien, 28. März. In dem Anarchistenprozeffe wurden 13 Angeklagte zu einjährigem bis zwanzigjährigem schweren Kerker verurtheilt, einer wurde freigesprochen. (Rh. K.)
Kopenhagen, 28. März. Der ehemalige Minister, Bischof Monrad, ist heute gestorben.
Madrid, 27. März. In letzter Nacht sind hier mehrere Personen verhaftet worden, welche in dem Verdacht stehen, gegen die Regierung zu konspiriren. Auch in Barcelona, Valencia, Sevilla, Ballavolid und Cadix haben Verhaftungen stattgefunden, und zwar wegen Theilnahme an einer republikanischen Verbindung. Zugleich wurden revolutionäre an die Armee gerichtete Proklamationen beschlagnahmt. — Nach den neuesten Telegrammen, welche aus den Provinzen hier eingetroffen sind, herrscht übrigens daselbst vollständig Ruhe.
Rom, 28. März. Der Papst hat Monsignore Galimberti die Genehmigung ertheilt, das ihm vom deutschen Kaiser Wilhelm verliehene Großkreuz des Rothen Adlerordens anzunehmen.
Paris, 28. März. Gestern erfolgte im Pasdeloup-Concert im Wintercircus eine deutschfeindliche Kundgebung gegen den gastirenden Straßburger Concertmeister Florian Zajic. Zwei feingekleidete Herren pfiffen und zischten ehe der deutsche Künstler zu spielen begann. Das Publikum nahm für den Künstler Partei. Die Unruhestifter wurden gewaltsam entfernt. Pasdeloup theilte durch eine Rede mit, Zajic sei zwar von Geburt Oesterreicher, indessen seien, auch wenn er Deutscher wäre, dergleichen Kundgebungen höchst ungebührlich, denn die Kunst sei international. Das Publikum klatschte lebhaft Beifall.
Petersburg, 28. März. Dem „Regierungs-Anzeiger" zufolge antwortete der Kaiser auf die Ergebenheits-Adresse der hiesigen Universität: Er danke der Universität und hoffe, daß sie durch die That, nicht bloß auf dem Papier ihre Ergebenheit beweisen und sich bemühen werde, den schweren Eindruck zu verwischen, welchen die Betheiligung von Studenten an dem jüngsten verbrecherischen Plane aus Alle ausgeübt habe; möge Gott die Universität zu allem Guten segnen!
Hamburg, 26. März. Der Postdampfer „Saxonia" von der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist vorgestern in St. Thomas eingetroffen.
New-Nork, 26. März. Der Postdampfer „Waesland", der „Red Star Linie", ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Aus Stadt, Provinz und Umgegend.
—1s. Stadttheater. Eine hübsche Ueberraschung bereitete uns vorgestern die Direktion durch das Gastspiel von Fräulein Eng elhardt vom Hamburger Thaliatheater, welche die Titelrolle im Benedix'schen „Aschenbrödel" spielte und sich Aller Herzen im Sturm eroberte. Fräulein Engelhardt, eine ganz reizende Erscheinung, ist eine Künstlerin allerersten Rangs und wurde für ihr ungemein sympathisches und herziges Spiel durch wiederholten stürmischen Beifall ausgezeichnet. Es war schade, daß das Haus nicht besser besucht war und rathen wir unseren Kunst- sreunden, bei dem — hoffentlich zu Stande kommenden — zweiten Auftreten der Künstlerin, sich einen derartigen seltenen Genuß nicht entgehen zu lassen. — Nach dem geschätzten Gaste sei zuerst Frl. v o n K an n öe genannt, welche die „Anstand wahrende" Ursula in köstlichster Weise wiedergab. Herr Berg er (Veltenius) sah sehr charakteristisch aus, hätte jedenfalls aber mehr aus sich heraus gehen und auch deutlicher sein dürfen. Den „Magister Stichling" spielte Herr Sautter zufriedenstellend. Große Heiterkeit erregten natürlich die Unterrichtsscenen und zeichnete sich unter den Pensionärinnen besonders Frl. Brüning (Jda) aus. Herr Wacker bemühte sich die, an und für sich schon unglückliche Figur des „Schwarzendorf" zur Geltung zu bringen, aber neben einer Darstellerin wie Fräul. Bauer gehört unbedingt eine männlichere Erscheinung.
Schließlich können wir nicht unterlassen ein plumpes Versehen ernstlich zu rügen. Bei der ersten Begegnung des Grafen Albrecht mit