Gocherrkalmder
Se ntag, 20. März. Palm-Sonntag. (Gertrud.)
Montag, 21. März. Vom Tage. — Benedikt, Ordensst.
Dienstag, 22. März. Vom Tage.
Mittwoch, 23. März. Vom Tage.
Donnerstag, 24. März. Gründonnerstag, Koll, für das hl. Land.
Freitag, 25. März. Karfreitag, Koll. f. d. hl. Land. (Marrä Verkündigung wird auf den 4. April verlegt.)
Ea!n?tag, 26. März. Karsamstag.
Palmsonntag.
(Evangel. Matth. 21, 1-10.)
In jener Zeit, da Jesus sich der Stadt Jerusalem hete, und nach Bethphage am Oelberge kam, sandte . -wer Jünger ab, und sprach zu ihnen: gehet in den Necken, der euch gegenüpertiegt, und ihr werdet alsbald c ne Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr: ! achet sie los, und führet sic zu mir. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; 'nd sogleich wird er sie euch überlassen. Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt sanftmütig zu dir, und sitzet auf einer Eselin, aus einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jünger gingen nun hin, und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und sie brachteil die Eselin mit dem Füllen, legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf. Sehr viel Volk aber breitete seine Kleider auf den Weg: und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. lind die Scharen, bte vorausgingen und nach» folgten, schrieen und sprachen: Hosianna, denr Sohne Davids; hochgelobt, der da kommt im Namen des Herrn!
'2^ Rückgrat. -r^
cHer Jubel in den Straßen bon Je» lu,alem und unwiderstehliche Be- geisterung im Volk und itt der Kinder- M âW^ wett für Jesus? Diesmal hat das ^u^, treue Volk Rückgrat. Heute läfjt es sich keinen blauen Dunst vormachen von seinen Führern; heute läßt es sich nicht cangelu von den Echristgelehrten, und Phari» ^^^>' deute cel)t es seine eigenen Wege, den Weg der Geradheit, den Weg der Ehrlichkeit, den ^eg der Ztcue, oen Weg der Lieb? zu Jesus dem Propheten, dem Wunderläter. Und ob die F-lnde Jesu auch grün und blau werden vor Aerge'' ob sie auch toben und zctern vor Wut — die Be- geif.erung des Volkes läßt sich so wenig eindäinmen als ecu p^uß, der bet Regengüssen und Schnceschmelre uoer die User triit. ZwsiM von Palm- Mid OeU bäumen werden heruntergehauen und in den Händen geschwungen, Kleider und Teppiche aus den Weg gebreitet zu einem farbenprärUgen, Weichelt Pfade ur den C otimenschen; und es gebt an ein Rufen
„Wer einen Priester heranbilden hilft" tut mehr, als wenn er einen Altar baut und selbst mit Gold und Edelsteinen ziert," so hat aus der Katholikenversammlung in Frankfurt der verstorbene Domdechant Dr. Heinrich, einer der drei großen Mainzer, (Moufang .Haffner, Heinrich) schön und wahr gesagt. Und wie viele Priester helfen die Spender des St. Iosephspsettnigs heranbilden. Und welcher Lohn wird ihm dafür zuteil werden! Wer weiß nicht, welch reicher Lohn den Werken leiblicher Barm- Herzigkeit verheißen ist? Am jüngsten Tage wird der Heiland vor der ganzen Welt erklären, daß er sie so hochschätze und so vergelte, als hätte man sie ihm selbst erwiesen. Und so hoch der Himmel über der Erde steht lind so viel die Seele mehr wert ist, als der Leib, so weit übertreffen die geistlichen Werke der Barmherzigkeit die leibliche». Mit Gott mit- wirken an dem Heil der Seelen ist nicht allein verdienstlich, heilsam, göttlich, sondern wie ein Kirchenlehrer sagt, unter allen göttlichen Werken das göttlichste. Durch die Förderung des Priesterberufes fördert aber der St. Josephspfennig das göttlichste Werk, die Rettung der Seelen, in der wirksamsten Weise.
So verdienstlich die GÄbenl des St. Josephspfennigs, so reich sind sie auch an Segen. Was kann es für die Menschheit segensreicheres geben, als ein frommes Priesterleben? Sehen wir von allem andern ab und betrachten uns den Priester nur bei der hl. Opferhandlung am Altare. So oft dieses hl. Opfer gefeiert wird, so heißt es im Stillgebet der hl. Messe, am 9. Sonntag nach Pfingsten, so oft wird das Werk unserer Erlösung vollbracht. „Während der Priester am Altar die hl. Messe feiert," sagt Thomas von Kempen, „verherrlicht er Gott, erfreut die Engel, erbaut die Kirche, sich selbst macht er aller himmlischen Gnaden teilhaftig, unterstützt die Lebendigen, den Abgestorbenen aber bringt er Linderung und sührt sie ein in das ewige Reich." Wer aber unter den Lehe"bi- gsn soll an der Stütze, die der Priester aus dem Wege zum Himmel bietet, mehr teilnehmen, wer unter den Abgestorbenen hat mehr Recht auf die Linderung und auf baldige Erlösung, wenn nicht diejenigen, welche dem Priester das Heiligtum erschlossen und ihn zum AllerheiliDcn, zum Altare Gottes geführt haben?
<?mc wie reiche Segensauelle eröffnet also der St. Jo-
unb Jauchzen, daß die Lust erzittert: Hosauna de n Sohne Davids: hochgelobt sei, der da kommt irr Namen des Herrn, Hosanna in'der Höhs!
Ach, das arme, betörte, tvetterwendische Volk' Daß es doch sein Rückgrat bewahrt hätte, daß ei seinen Rücken nicht gebeugt hätte unter die bäma Logischen Künste der Pharisäer und Jesusfeinde! —
Freunde! Auch wir als Katholiken sollen Ruck- grad haben. Kennst du aber die gefährliche Rücken- marksschwindsucht? Das ist die leidige Menschen- surcht, ein Laster, an dem sogar die Männer kranken. Selbst ein deutscher Kanzler mußte sich zu dem Satze bekennen: „Das Laster der Männer ist die Menschenfurcht". Besonders verderblich ist die Menschenfurcht, wenn sie in Sachen der Religion in Sachen des Glaubens sich geltend macht.
Ans Menschenfurcht geschieht so manches Böse, so manches Minderwertige; und aus Mcnschenfurchc unterbleibt so manches Gute, Große und Edle. Horch, es werden schlechte Reden geführt gegen die Beacht, gegen die Vm sehung, gegen das Gebet, gegen den Cöltbat, gegen die Geistlichkeit. Einer in der Fabrik führt das große Wort, und die andern stimmen ein und geben Beifall, und des Lachens und Spottens ist kein Ende. Wohl schwillt dir die Zornesader, wohl regt sich dein katholisches Gewissen und treibt dich an zu einer Entgegnung. Siber was werden dann die Lents sagen? Was werben dann die Kollegen sagen? Was werden dann die Kameraden sagen? Werden sie mich nicht als einen Betbruder und Pfaffen knecht verzollen ?---Und darum knickst du zusammen, und machst selber noch mit ober schweigst aus lauter Feigheit.
Gin andermal wird in einem Verein ein Sonntags, Ausflug verabredet und man einigt sich über das Ziel der Reise, über den Weg, über die Eisenbahn» fahrt, über die Zeit der Obrere und Rückkehr, über die Wirtshällser/ wo man einkehrt, über die Kosten und alle andern wichtigen Punkte. Nur eines wi'b ignoriert, nur eines wird außer Acht gelassen, nur eines bleibt unberücksichtigt — und dieses cme sollte dir als Katholiken das wichtigste, das höchste und teuerste sein: du erratest es: ich meine dke Gelegen' heil zum Gottesdienstbesuch, die Möglichkeit, einet hl. Messe beiruwohnen; niemand kann dich davon dispensieren und ich habe noch nirgends gehört ober gelesen, daß ein Ausflug vom Sonntagsgoilesdienst entbindet. Wohl mahnt dich dein Genüssrn, daß dir als Katholik Stellung nehmen müssest zu die er Frage und dir die Möglichkeit zum Besuch einer bl. Messe ausbedingen, auderusalss aber auf den Ausflug verzichten müßtest. Aber — aber — ---- wenn die Menschenfurcht uichi wäre! Du hast nielfi den Mut, deinen Siandpnukt zu vertreten: denn was werben die Freunde sagen? Was werden bte Ver- eiusmilglieder sagen ? Werden sie dich vielleicht als Mitcker und Pieusteu' als ^rünntkng und S oreu- fried bezeichnen? — Und so wird geschiv egen um das Vergnügen mimemacht. und die Reltgioil kommt