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Fernfprechanschlüste Nr. 1237 und 1238

Geschäftsstelle und Redaktion: Hammerstraße Nr. 9

Dienstag den 17. Juni

Fernsprechanschlüste Nr. 1237 und 1238

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1919

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Die Antwort unserer Gegner

Die Größe der Stunde.

Nach einer Überlegungsfrist, die sich weit langer aur- tchnte, als selbst die Optimisten bei uns zu hoffen wag- jtn, ist nunmehr die Antwort der Entente auf den Kutschen Gegenvorschlag übergeben worden. Aber wenn «an geneigt gewesen ist, das Zögern der Gegner aus dem Wunsche 3^ erklären, dem deutschen Bestreben Hin- |MjtHd) der Schaffung eines dauernden Friedens Gefolg­schaft zu leisten, und das deutsche Angebot in seiner ganzen Größe zu würdigen, so wird man sich jetzt ent­täuscht fühlen. Es war ja bereits aus der französischen Presse der letzten Tage deutlich zu entnehmen, in welcher Richtung sich dieZugeständnisse" der Entente bewegen würden, und darüber hinaus hatte man wohl auch sonst bei ans Gelegenheit gehabt, im großen und ganzen zu einiger Klarheit darüber zu gelangen, in welchem Sinne die Entente antworten werde. Es erhebt sich jetzt die Frage: Was nun? Ls war das erfreuliche Kennzeichen, der öffentlichen Erörterung der letzten Wochen bèi uns, daß sich das deutsche Volk in geschloffener Einheit zeigte. Sie Antwort der Entente nach Inhalt und Folgen zu teurteilen, steht allein der Regierung zu. Nur bei ihr »nd der berufenen Vertretung des deutschen Volkes kann es liegen, Beschluß darüber zu faffen, was weiter zu geschehen hat. Es wäre schon aus taktischen Überlegungen so falsch wie möglich, irgendwelche Richtlinien vorschreiben zu wollen. Worauf es jetzt allein, und zwar mehr als je zuvor, an- lommt, ist, daß unseren Feinden, die feste Entschloffen- Sf her Gesamtheit aller Deutschen zum Bewußtsein ge- iHk^und der zwingende Ernorua oe» igue» M* gerufen wird, daß nichts die Einheit der Front beein­

trächtigen kann. Der Beschluß der deutschen Regierung wird nicht auf sich warten lassen. Er wird mit all dem Ernst gefaßt werden, den die Größe der Stunde verlangt, und jede» Deutschen Pflicht ist es, in den bevorstehenden schicksalschweren Tagen, zu seinem Teile alles dazu bei- zntragen, daß jetzt erst das Wort vom Anfang des Krieges zu höchster Wahrheit wird: es gibt keine Parteien W - - R.

mehr, es gibt nur noch Deutsche!

Die Überreichung.

WB. Parks, 16. Iwrl.

, Entaste sollte wm 4 Uhr dem Grafen Brockdorff-Rantzau folgende, die Antwort der Alliierten enthaltende Dokumente übergeben: 1. den Uebermitteluagsbrief, der von Clemenceau âterzriSnet ist; 2. die gedruckte Antwort der Entente in einigen Exemplaren und 3. ein Exemplar des geänderten Der- Mes, in dem die abgeänderten Artikel mit roter Tinte zwi- chen die Zeilen des alten Textes hineingeschrieben sind. Die llebeneickung der Antwortnote, die heute nachmittag erfolgen sollte, erlitt eine mehrfache Verzögerung: Zunächst sollte die Rote Merer Delegation um 4 Uhr übergeben werden, dann wurde Termin auf %6 Uhr verschoben und schließlich weiter auf Mir; um diese Zeit ist dann die Antwort der deutschen Ab- eingehündigt worden.

Wie der Friede der Gerechtigkeit aussteht.

(Reuter-Meldung.)

WB. Paris. 16. 3M

ft. Die von den Alliierte« ans die deutschen Bemerkungen zu den otit»en$6tbingungen erteilte Antwort ist heute veröffentlicht worden.

^ird eingeleitet durch einen Mantelbnef, in dem gesagt wird, in ,,?,Augen der alliierten und assoziierten Mächte sei der Krieg da» Lerbrechen gegen die Menschheit, das jemal» begangen worden 1; Deutschland habe scineck willfähriren Verbündeten ermutigt, Ser- £ ^" Krieg zu erklären. Der Brief zählt dann die deutschen Der- eechcn auf und sagt: Deutschland muß er auf sich nehmen, Wieder- Mnachungen zu leisten. Der Brief fühtt weiter au»: Die tt und assoziieren Mächte haben für die Wicdera'lfrichtuug nes polnischen Staates mit einem sicheren Zugang zum Meere getroffen. Das Regime betreff» des Saargebiet» wird ,/unfzehn Jahre aufechterhalten. Die Alliierten siud über- « davon, daß die Eingeborenen der deutschen Kolonien einer sz., ^ unter deutsche Herrschaft durchaus abgeneigt find. Der Brief [JLjMäUt Wenn die Deutschen beweisen, daß sie, beabsichtigen, y-ik ^usbedingungen zu erfüllen, so wird es zu einem früheren Innks möglich sein, den Völkerbund durch die Zulassung Deutsch» a.® .?u vervollständigen. Betreffs der deutschen Beschuldigung Ä®« Blockade heißt es: Die Blockade ist zu jeder Zeit eine ge- ^I'^annie Methode der Kriegführung gewesen.

. " Antwort der ANnrten auf die deutschen Bemerkungen legt dar, E " ' n Memorandum sei nichts enthalten, was die Ueber- q "Gierten erschüttert hätte, daß die unmittelbare Ursache dI wohl überlegte Entschließung der verantwortlichen 'tit fei, die Lösung der europäischen Frage gewaltsam wenn nötig durch einen Krieg. Die Alliierten Hallen r Bestrafung derjenigen, die hauptsächlich dafür verant- eine Forderung der Gerechtigkeit sei. Es wird Deutsch- u t werden, sein Heer allmädlicher zu verringern, als bisher lV!U,,n morden war. Die deutschen Vorschläge bezüglich »er Flotte «»^«.^! Erwägung gezogen werden. War die Wiedergut- Htnth ® grifft, so kann Deutschland eine Pauschalsumme für bie iioiet^ Gesamtheit oder eine» Teil«» seiner Verbindlichkeiten

Lf .

Pari-, 16. Juni.

Der Begleitbrief zu der Note der AMierten auf die deutschen Gegenvorschläge bemerft zu Anfang, daß die alliierten und astoziietten Mächte die Note der deutschen Delegation und die über die Friedensbedingungen gemachten Bemerkungen der ernstesten Erwägung unterworfen hätten. Die deutschen Vor­schläge protestierten vor allem gegen den Friedensvertrag, weil er im Widerspruch stehe mit den Bedingungen, unter denen der Waffenstillsipnd âeschlosten wurde. Der Protest der deutschen Delegation beweist, daß sie die Lage verkennt, in der Deutschland sich heute befindeL Die deutsche Delegation scheint die Austastung zu haben, daß Deutschland nur Opfer zu bringen habe, um den Frieden zu erhalten, als ob dieser Friede kurzer Hand der Abschluß eines Kampfes sei, der um Gewinn an Land und Macht geführt würde. Darum erachteten es die alliierten und astoziietten Regierungen für notwendig, ihre Antwott mit einer genauen Dar'egung des Ktteges, wie sie ihn beurteilen, zu beginnen. Dieses Urteil ist zugleich das der gesamten zivilisietten Welt. Nach der Ansicht der alliierten und astoziietten Mächte ist der Krieg, der im Jahre 1914 ausbrach, das größte Verbrechen gegen die Humanität und gegen die Freiheit der Völker, das je mit Vorbedacht von einer Nation, die sich für zivilisiert hielt, be­gangen worden ist. Während vieler Jahre vervielfälttgte die deutsche Regierung, getreu der preußischen Tradition, ihre An­strengungen, um sich in Europa die Hegemonie zu sichern. Sie begnügte sich nicht mehr mit dem Aufblühen und dem wachsenden Einfluß Deutschlands, den anzuerkennen die Nationen bereit waren, in der Gemeinschaft der freien und gleichberechtigten Völker; sie wollte sich die Fähigkeit erwerben, ein unterjochtes Europa zu beherrschen und zu terrorisieren, gleich wie sie ein unterjochtes Deutschland terrorisierte und beherrschte. Um dieses zu erreichen, hat sie den Geist ihrer Untertanen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu der Lehre bekehtt, daß in den inter­nationalen Angelegenheiten die Gewalt das Recht sei. Sie hat nie aufgehört, die Rüstungen Deutschlands zu Lande und zu Master zu entfalten und die lügenhafte Behauptung zu verbreiten, eine solche Politik sei notwendig, weil die Nachbarn Deutschlands versucht Feindschaften statt Freundschaft'zwischen den Rattom , säen. Sie hat ein großes Spionagesystem und ein Netz von In­trigen eingerichtet, die ihr erlaubten, Umtriebe und Revolten und sogar geheime Angriffsvorbereitungen auf den Gebieten ihrer Nachbaren einzuleiten, um sie im gegebenen Augenblick mit umso größerer Gewißheit und Leichttgkeit zu überwältigen. Durch dies« Drohungen mit Gewalttaten hielt sie ganz Europa in einem Zustand von Erregung, und als sie feststellte, daß ihre Nachbaren entschlosten waren, ihren Absichten zu widerstehen, beschlosten sie, ihre Vorherr­schaft mit Gewalt zu begründen. Sobald diese Vorbereitungen vollendet waren, ermutigte sie einen unterjochten Verbündeten, binnen vierundzwanzig Stunden Serbien den Stieg zu erklären. Don diesem Kneg, desten Einsatz die Kontrolle über den Balkan war, wußte sie genau, daß er nicht lokalisiert werden konnte, und

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jenau, daß er nicht lokalisiert werden konnte, und T 'gemeinen Krieg entfesseln würde. Um für diesen

Krieg doppelte Sicherheit zu haben, entzog sie sich allen Versöh­nungsversuchen, bis es zu spät und der Weltkrieg unvermeidbar war, den sie eingefädelt hatte und für den unter allen Nationen einzig Deutschland vollständig ausgerüstet und vorbereitet war.

Die Verantwortlichkeit Deutschlands beschräntte sich jedoch nicht auf die Tatsache, allein den Krieg gewollt und entfesselt zu haben. Deutschland ist ebenfalls verantwortlich für die grausame und un­menschliche Art, in der er geführt worden ist. Obwohl Deutschland selbst einer der Garanten Belgiens war, haben seine Regierungen die Neuttalität eines durchaus friedlichen Volkes verletzt, nachdem sie feierlich versprochen hatten, sie zu respektieren. Nicht zufrieden damit, haben sie ungescheut eine Reihe von Hinrichtungen und Einäscherungen vorgenommen in der Absicht, die Bevölkerung zu terrorisieren und sie durch die Scheußlichkeit ihrer Handlungen ge­fügig zu machen. Die Deutschen gebrauchten atz erste die giftigen Gase, trotz der entsetzlichen Leiden, die sie verursachen. Eie haben mit den Beschießungen durch Flugzeuge und weittragende Kanonen auf Städte begonnen, ohne militärischen Grund, einzig und allein in der Absicht, die Moral ihrer Gegner zu schwächens indem sie Frauen und Kinder trafen.

wußte sie g er einen allg

Preffestimme«.

DDP. Blin, 17. Juni.

I« ihre« Leitartikel sagt di«Germania" zu der Antwort der Alliierten unter anderem: In einer wegen ihrer Kürze fast unmöglichen Frist sollen die deutsche Nationalversammlung und di« deutsche Negierung sich schlâsstg werden und dabei über Be» dingungen von solcher Tragweite und von solcher Härte. Aber man wird in Weimar und Berlin alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen, die bei einer Verweigerung der Unterschrift eintret«« werden. Roch gilt immer in solchen Fällen der Satz, daß zwischen zw«i Uebeln da» geringste z« wählen ist Und noch eins ist in Betracht zu ziehen, daß di« Zukunft ganz sicher nicht so aussehen wird, wie sie auf de« Pariser Papier steht. DerVorwort»* beschränkt sich darauf, da» telegraphische Nachrichtenmaterial aus Versailles wiederzugeben. Das Blatt versagt sich für heute, in einem Leitartikel Stellung zu der Antwort der Alliierten zu nehmen. Dafür widmet es umsomehr Raum der Besprechung und bei* Bericht des Parteitag«» in Weimar.

Mit Steinen beworfen.

WB. Versailles, 16. 3M

Auf der Fahrt vom Hotel de» Reservoirs zum Bahnhof von Roiffv-le-Rei, von wo d«rGonderz»g der deutschen Friedeurdelezotio« nach Weimar absubr, wurden aus der Menge heraus nach einzelne» Auto» Steine geworfen. E» wurde infolgedcffcn mehr oder weniger leicht verletzt: das Mitglied der Delegation Dr. Melchior, Oberst, lcutnant v. Xylander, Assessor Dr. Meyer und Frau Dornblüht, die an der Seite dev Reichspostminister» (Lie-bert» saß. Die Änni» gedungen der Menge bauerten den ganjen Abend fort und verstärken sich zum stärksttn Johlen, Rufen und Schreien, al« sich die Mitglieder der Delegation auf der Straße zwischen dem Hotel bei Reservoirs und bett Hotels Suisse und Batet zeigte«.

Einzelheiten aus der Antwort.

WB. Versailles, 17. Sunt (Pvivattelegramm.)

Die Antwort her alliierten und associerten Mächte erNö der von ihnen vorgelschlagen« Friede fei von Grund auf Erreebtigkeitxfriede und entspreche den von beiden Teilen die Waffenstilfftandskommission angenommenen Grunds" Im Einzelnen befaßt tote Antwort, daß aw der Ostgrenze L «0 der Dolkswille zweifelhaft sei, Volksabstimmungen vorig kommen werden sollen. Danzig werde als freie Stadt »0 Deutschland gelöst, um Pole?,: freien Zugang zum Meere Heben, aber nicht Bestandteil Polens. Ob Oberschlesien deut bleibe oder polnisch werde, soll durch Volksabstimmung ent schieden werden. Die politischen Bestimmungen des Friedens entwurfes über das Saargebiet bleiben unveränderte Die Ab tretungen deutscher Gebiete an Dänemark und Belgien soll« nur Ergeiniffe freier Abstimmung der Einwohner sein. Andev Aenderungen des Friedensentwurfes sollen wicht statt ft nben Deutschland soll also auch nicht die Kolonien zurückerhalten.

Zum Schluß heißt es, diese Note und die betätigte DeAH ßhrift bedeuten die letzten Worte der citierten* uns aff agierten Mächte. Sie beharren bei den Grundlinie^ des Vertrages, haben aber bedeutende Zugeft ändnisie in des Anwendung gewährt, infolgedeffem erwarten sie binnen 5 Tagest von der deutschen Delegation bib Erklärung, daß sie bereit ist, den Vertrag so wie er heute ist, zu unterzeich nen. Erfolgs diese Erklärung, so wird die sofortige üntorzeich,rung des Fri^ drns in Versailles herbei geführt werden, andernfalls die Auf« kundigung des Waffenftillstaâes erfolgt. Die Mächte weckeps dann btt Maßnahmen ergreifen, die sie für motwendig«^ um ihre Bedi «Zunge« aLfnecht8««rh<rlten.

Die Drohung der Feinde.

Wiè dieAgence Centrale" meldet, find von den Generäle« Foch und Sir Douglas Haig für den Fall der Rrchtunterzeich« nung des Vertrags innerhalb der gestellten Frist folgende Maß.

nahmen Leschlosscu worden: Strenge Blockade und allgemeiner

jywtji^W»#-^ fr« vâH. âtjdâ- Esten und Mimfter besetzen würben, würden über Westfalen, bie Amerikaner über Wetzlar und Frankfurt, bie Franzosen über Hanau, Lürzburg und Ulm marschieren; bie britische Strittet wurde mit den Belgiern vorrückerr. (Frkf. Ztz.)

An der oberschlesischen Grenze.

WB. Kattowitz, 16. Junk.

Der Reichs- und Etaatskommiffar für Oberfchlefie« und West­posen Otto HörsiNZ richtete an den Ministerpräfidenten Schei­demann in Weimar nachfolgende Drahtung: Wi« einwandfrei fesigestellt worden ist, fielen an bei oberschlesifchsn Stenge Truppen des Generals Haller. Oberfchlesifch« bestochene und ge­kaufte Polen sprengen dauernd Eisenbahnbrücken und beschä­digen den Bahnkörper, wodurch die Abfuhr der Kohlen,und di« Zufuhr von Lebensmitteln gefährdet werden. Polnische und startolistische Agenten organisieren Unruhen und Aufftände in Oberschlefien, sowie in den Industriegebfteten und Stabten Schlesiens und Westposens. Diese mit ausländischem Gehaus- geführten Verbrechen finden ihren Rückhalt darin, daß täglich Züge mit Trupp««?! des Generals Haller, wie ich dieser Tage selbst gesehen habe, durch Deutschland nach Polen rollen und so die feindliche Heereomocht im Osten verstärken. Wenn auch eine dir et te Gefahr von außen wie von twnJen dank der,Tüchtigkeit unserer Truppen und ihrer Führer, sowie des größten Teiles der Gean ten und der Bevölkerung nicht zu befürchten ist, so ist es nicht ausgeschlossen, daß Putsche versucht werden, in dem Glauben, daß von jenseits der Grenze Hilfe kommen wird. Bei diesen Putschen, die ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln unterdrücken werde, kann Menschen-, besonders Arbei­terblut fließen, und zwar das Blut Unschuldiger, die von den Putschisten auf die Straß« gebracht worden sind, um bann selbst zu verschwinden. Die Hoffnung <mf di« Armee Haller, die einem Keinen Teil der obevschlesischen Bevölkerung täglich eingeimpft wird, und mit der sie zu den Putschen aufgereizt werden, muß so schnell als möglich verschwinden. Dieses ist aber nur möglich, wenn die Truppentransport» der Armee Haller sofort eingestellt werden. Ich weiß, daß Sie und die Regierung gezwungen«! Weise den Truppntron sparten ziiaestimmt haben. Da aber die Palen täglich dir Ruhe stören und di« Demarkationslinie nicht achten, so bürste die Regierung gleichfalls ihrer übernommenen Verpflichtung enthoben fein. Im Interest« «nfieres Ostens, und zwar des Friedens nach außen und der Ruhe und Ordrung im Inneren, bitte ich wohl unter der Zustimmung von 90 Prozent der Bevölkerung des mir unterstellten Gebietes, die Truppen­transporte der Armee Haller sofort einzustevdn und mir bi» Nachricht zukommen zu lasten. Reichs- und Staats komm issirt für Schlesien vnd Westpolen. Hörfing.

Zu gleicher Seit richtete der Reichs- und Ctaatskonviffar einen Aufruf an bie oberfchlestsche Bevölkerung, in welchem es eine Belohnung von 100 000 Mark Lr diejenigen aussetzt, di« dlM beitragen, daß 1. die Verbrecher, die die Eisenbahnkörpe, wirb Brücken gesprengt haben und Sprengungen vorbereiten, Putschen mit und ohne Waffen auffordern, 3. bie für ........: Gebietsteile arbeiten

2. die zu !^ ,, eine'gewaltsam« vosreißumg schlefifche-r ------------

und dafür agitieren, 4. die den Feind von außen begünstige* oder ihm Nachrichten zukommen lasten^ also Spionage treiben und 5. die ihm an geben, bei welchen Personen Waffen, wie Ge­wehre, Maschinengewehre, Handgranaten und Sprengstoffe aller Art, Revolverpistolen und Munition aller Art usw. verborge« gehalten werden, angezeigt werden, sodaß bete® gerichtlich« Be­strafung erfolgen kann.

Zu dem vorstehenden Telegramm des Etaatskvmmistvrs Hörfing an die Reichsregierung bemerkt die hiesige zuständige Stelle, daß bie Transporte bet Armee Kalke a» 26. Statt ihr

(Erbe erreichen werden.