Wochenkalender.
Sonntag, 6. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Bittsonntag.
Montag, 7. Mai. Stanislaus, B. u. M.
Dienstag, 8. Mai. Erscheinung des hl. Erzengels Michael.
Mittwoch, 9. Mai. Gregor von Nazianz, B. u. Kchl. Vigil von Himmelfahrt.
Donnerstag, 10. Mai. Himmelfahrt Christi. Antonius, B. u. Bek. Gordianus u. Epimachus, M.
Freitag, 11. Mai. Von der Oktav (Gangolf).
Samstag, 12. Mai. Nereus, Achilleus, Domitilla, Pankratius, M.
Der fünfte Sonntag nach Ostern.
(Evangel. Joh. 16, 23—31.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern Wahrlich, wahrlich, sag’ ich euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird er euch geben. Bisher habt ihr um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet so werdet ihr empfangen, auf daß eure Freude vollkommen werde. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet: es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, sondern offenbar vom Vater euch verkünden werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde: denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und geglaubt habet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich brn vom Vater ausgegangen und in' Die Welt gekommen: ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Siehe, nun redest du offenbar und sprichst kein Gleichnis m.hr. Jetzt wissen wir, daß du alles weiht, und nicht nötig hast, daß dich jemand frage: darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.
Goldmünzen.
lleluja; Christum, den Herrn, der aufsteigt in den Himmel, kommt laßt uns anbeten; Alleluja! So singt die Kirche wie freudetrunken zur Mette des himmelfahrksfestcs unseres Heilandes, das wir am nächsten Donnerstag begehen. Von
wo aus hat aber der Heiland seinen Ausstieg genommen? Vom Oelberg, auf dem er sein großes Leiden begonnen. Was wollte er damit anzeigen? Daß die Leidensstraße die sicherste zum Hinlmel fft. Und was hat er mitgenommen In den Himmel? Seine fünf Wundmale an seinem verklärten Leibe. Er hat sie nicht verwischt, nicht ausgelöscht, sondern mit großem Fleiße beibehalten und bewahrt. Sie glänzten an seinem Leibe wie Goldmünzen im Sonnenstrahl. Warum diese Male? Um anzudeuten, daß sie gleichsam die Goldmünzen waren, mit denen er den Himmel sich erkauft hat. Du würdest nur Unrecht tun, wolltest du glauben, daß diese An- stcht bei mir gewachsen ist. Nein, vom Heiland habe uh sie gelernt. Wie sprach er zu den beiden
Jungem auf dem Wege nach Emaus?" Christus mußte dieses alles leiden vnd so eingehen in seine Glorie". Wie wenn er sagen wollte: es war nach dem Plan des ewigen Ratschlusses keine andere Möglichkeit, als auf der Leidensstraße das Tor der Herrlichkeit und die Türe des Himmels zu finden. — Und der hl. Paulus schreibt: „Der Sohn Gottes hat Knechtsgestalt angenommen und ist uns Menschen gleich geworden; er ist gehorsam geworden bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze: dafür hat Gott ihn auch erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß im Nanien Jesu alle Kniee sich beugen im Himmel und aus der Erde und unter der Erde und jegliche Zunge bekenne, daß der Herr Jesus ist in der Herrlichkeit des Vaters."
Diese Münzen reicht Gott auch uns. Er will uns eben in die Möglichkeit versetzen, den Himmel zu kaufen. Er ist ihm feil. Der Heiland will nicht allein im Himmel sein; er hat seine Freude daran, seine Seligkeit mit uns zu teilen. „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen und ich gehe hin, euch eine zu bereiten, damit auch ihr seid, wo ich bin". Aber umsonst sollen wir den Himmel auch nicht bekommen. Sonst hätten wir ja auch keine rechte Freude daran. Wir sollen den Himmel verdienen, den Himmel kaufen. Und die Goldmünzen dazu? Das sind eben, lieber Freund, das sind und bleiben die Trübsale und Leiden. Haben wir also Grund, die Vorsehung wegen der Leiden anzuklagen, gegen die Vorsehung au räsonieren und zu schimpfen? Wahrlich nein. Würdest du von jemand Goldmünzen bekommen, zumal bei der heutigen Valuta, würdest du da wohl jammern und flennen? Im Gegenteil; einen Freudensprung würdest du machen, die Münzen dankbar annehmen, sorgfältig verwahren und mit Gewinn an den Mann bringen. Solche Goldmünzen sind aber die Leiden. Goldmünzen sind es; Gott hat sie dir geschenkt in seiner Weisheit und Freigebigkeit. Freilich haben wir sie nicht gewollt. Gott aber hat sie uns aufgenötigt; er kennt unsere Blindheit, unseren Unverstand; er weiß, daß wir ohne Leiden auf tausend Abwege geraten und in den Lüsten des Lebens zugrunde gehen würden. Er schickt uns also Leiden, damit wir Gelegenheit haben, die Sünden abzubüßen, ein bescheidenes, demütiges Leben zu führen, viele Akte des Glaubens, des Vertrauens, der Geduld, der Liebe zu erwecken und so den Himmel, die ewige Seligkeit zu verdienen. Daß die Leiden tatsächlich uns den Himmel verschaffen, das lies aus der folgenden schönen Stelle aus dem 2. Korintherbrief: „Die gegenwärtige Trübsal ist nur augenblicklich und leicht, bewirkt aber eine ewige, überschwängliche alles übertreffende Herrlichkeit". (4, 17) Siehst du die Wirkung der Trübsal? Siehst du die süße Frucht der bitteren Wurzel? Die Trübsal bewirkt ewige Herrlichkeit. Die Trübsal ist folglich der Grund und die Quelle der Seligkeit. Mag diese Trübsal auch hart erscheinen, so ist sie doch tatsächlich leicht, besonders im Vergleich zur schauderhaften Hölle, die wir ver
dient haben. Und mag diese Trübsal auch lang erscheinen, so ist sie tatsächlich kurz, besonders im Vergleich zur ewigen Hölle, deren wir uns schuldig gemacht haben. Neben der »ölte sind die irdischen Trübsale nicht der Rede wert. Dewegen haben die Heiligen die schrecklichsten Martern der ewigen Hölle vorgezogen. Als man dem hl. Bischof Ignatius drohte, ihn bei lebendigem Leibe zu verbrennen, gab er lächelnd zur Antwort: „Ihr droht mir mit dem irdischen Feuer; aber ihr kennr nicht das ewige Feuer, das denen bereitet ist, die von Gott absallen". „Fort mit dem Murren und Klagen, als wäre die Trübsal lang und schwer", ruft der hl Bernhard aus, „Paulus hat von den Juden fünf mal vierzig Streichs empfangen, Paulus hat mehr gearbeitet als alle andern Apostel zusammen, Paulus hat bis aufs Blut den Widersachern widerstanden — und nennt dennoch seine Trübsal „augenblicklich und leicht"; und du solltest deine eigene Trübsal, die sich nicht sehen lassen kann neben den Strapazen eines Paulus, unerträglich finden"? —
Sollte aber Not und Kummer bisweilen wie ein Alp dir auf die Brust drücken, so stelle dir den Himmel vor Augen. So macht es ja auch der Arbeiter und Taglöhner. Kommt ihn die Arbeit sauer an, so. denkt er an den Zahltag. Denke du an den Himmel und male ihn dir aus so schön und üppig und herrlich als deine Phantasie dazu fähig ist, und dann denke dir, daß du in deiner Trübsal die Goldmünze besitzest, um jenes herrliche Land auf ewig dir zu verschaffen.
Karl Spinola wurde von den Japanern in einen weitgedehnten Feuerkreis gestellt, um ihn langsam zu Tod zu martern. In der Mitte des Feuers war eine Säule, an die sie den Märtyrer anbinden wollten. „Das ist unnötig", sprach Spinola, „der Gedanke an den Himmel genügt, um mich sestzuhallen". Und so geschah es; der Heilige blieb ohne Strick in der Mitte des Feuers, den Blick unverwandt zum Himmel gerichtet. Bald waren die Stricke seiner Leiblichkeit aufgelöst, und die Seele des Märtyrers schwang sich frei und froh zum Himmel.
„0 frommer Christ, bedenk es wohl: Zum Himmel sollst du trachten;
Und was dir Leids geschieht allhie, Des sollst du wenig achten".
Der Burgpfüt .i.
Kralmsilu MM »«5 AL
GeljeMmMerer et MAleu ms PMes, GriMer veg äM«»
Das Leichenbegängnis am Dienstag nachmittag (4. Oktober) gab, so schreibt der Bomfaiiusbme, Zeugnis von der Liebe und Anhänglichkeit, bum sich der Verstorbene in allen Schichten des Volkes zu erfreuen hatte. Nicht nur aus der Stadt uns deren nächsten Umgebung, sondern auch aus weiter Ferne waren sie herbeigeeilt, um dem geliebten Toten die letzte Ehre zu erweisen. Nachdem der