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33. Zahrg

den

ewigen Glückes.

Der Burgpfarrsr.

König erwiderte:Wer ist denn Er Feind?" Esther antwortete:Unser Feind und Widersacher ist dieser bitterböse Amann". Der König ward zornig und brütete auf eine schlimme Strafe. Ein Diener merkte es und sprach:Siehe, im Hause des Amann steht ein Galgen, 50 Ellen hoch; er hat ihn für Mardochäus errichten lassen".Hänget den Amann daran," sprach grimmig der König. Und augenblicklich ward der Blutbefehl vollzogen. Noch war das Mahl nicht verdaut in des Schlemmers Magen, noch war sein Mund nicht abgewischt von den köstlichen Speisen, noch waren die Gläser gefüllt mit blinken­dem Wein, da ward Amann von den Schergen ge­faßt, weggeschleppt und an den Galgen ausgeknüpft.

Siehe, wie wetterwendisch das Glück des Sün­ders ist. Wir wissen es und haben es oft schon mit eigenen Augen gesehen. Und dennoch beschleicht uns oft ein Unbehagen, wenn wir einen Bösewicht wahr­nehmen, der in Ehren und Freuden dahinlebt, wäh­rend daneben so mancher kreuzbrave Mensch am Hungertuch« nagt.

Trefflich hat der Psalmist dieses Problem be­handelt und seine Gedanken im Psalm 72 nieder­gelegt, aus dem ich die schönsten Perlen auswähle und hiermit dem Leser vorlege.

Psalm 72.

Vom Scheinglück des Sünders.

1. Wie gut ist doch der Herr den Menschen, Die aufrecht seine Pfade wandeln.

2. Doch wäre bald mein Fuß gestrauchelt, Vom Tugendwege abgeglitten.

3. Ich sah den Bösewicht im Glücke: Von Zorn erglühte meine Seele.

4. Verdorben ist das Herz der Sünder, Und ihre Sprache klingt verwegen.

5. Sie spritzen Lästerung bis zum Himmel, Und frei stolziert ihr Wort auf Erden.

6. Da kommt der Fromme in Versuchung, Das Glück der Bösen zu beneiden.

7. Wohnt denn ein Gott im Himmel oben Und kennt er dieses böse Treiben?

8. Es lebt im Ueberfluß der Sünder, Der Bösewicht in üppgem Reichtum.

9. Wozu der Tugend mich befleißen?

Wozu der Unschuld Pfade wandeln?

10. Doch fort mit solchen Wahngedanken, Die Gotteskindern nicht geziemen.

11. Wenn ich mit Forschen mich ermüde Bleibt unergründlich Gottes Ratschluß.

12. Bis daß ins Heiligtum ich trete, Des Frevlers Ende fromm erwäge.

13. Des Sünders Glück wird ihm zum Falle, Zum jähen Sturz fein frecher Hochmut.

14. Im Nu steht er von Gott verlassen, Hinweggerafft von seiner Bosheit.

15. Dem Traume gleich, der flieht am Tage, Zerrinnt der Bösen Glücksgebilde.

16. Entflammt ist nun mein Herz aufs neue, Und umgewandslt ist mein Inneres.

17. Und wie ein Lasttier will ich dienen In Lieb und Treue, meinem Gotte.

Der heilige Martin.

Von Alban Stolz.

Die schönste und lieblichste Eigenschaft Gottes Hst seine Barmherzigkeit.Die Erde ist voll von deiner Barmherzigkeit", sagt der Psalmist, und wir zehren jeden Augenblick davon; jeder Luftzug und jeder Herzschlag ist ein Bröselein der Barmherzigkeit Gottes. Eben deswegen hat Gott so großes Wohl- gefallen an Menschen, in deren Herzen und Lebens­art der , Rosmarin der Barmherzigkeit zu finden ist. In Freiburg ist über dem nunmehrigen Breisacher- tor ein Bild angemalt, wie ein Reiter vom Pferd herab ein Stück Tuch einem halbnackten Bettler reicht. Das ist eine alte Geschichte, und doch löscht sie nicht aus; das Tor heißt dem Reiter zu Ehren Martinstor, und die Pfarrei der halben Stadt Frei­burg heißt Martinspfarrei. Vor mehr als andert­halbtausend Jahren ist ein ganz junger Soldat mit anderen durch das Tor von Amiens.in Frankreich geritten; hier saß ein Bettler, der, nur halb gekleidet, vor Kälte zitterte. Da ihm niemand etwas gab,, so zog der Jüngling fein scharfes Schwert und z«Ä

wie Königin sprach:Schütze mein und meines Vol «sieben; denn nur sind.dem Tode geweiht.". Der

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe^ 4,5 Milliarden Mk., B 5 Milliarde» Mk. (frelbl.) Redaktions­schluß Montag. Anzeigen: Grundpreis für die einspaltige Kolonelzeile. 50 Mk. Reklame-Zeile 150 Mk. Multiplikator-Sch lüsselzahl des Vereins deutscher Zeilungsoerleger. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst-Anzeigen extra.

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In jener Zeit trug Jesus dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Äcker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unhaut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut. Da traten die Knechte des Hausvaters herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, daß wir hingehen und es aufsammeln ? Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, wenn ibr das Unkraut aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreitzel. Lasset beides zusammen lvachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündlein zum Verbrennen Weizen aber sammelt in meine Scheune.

18. Mein Glück ist x dem Herm zu dienen, Dir, Allerhöchster, ' vertrauen.

Das Glück der Gottlosen war immer ein Rätsel und wird eines bleiben. Selbst fromme Seelen strauchelten schon an diesem Stein. Höre die Klage des Propheten Jeremias:Warum geht es dem Gottlosen wohl? Warum geht es allen wohl, die treulos sind und Ungerechtigkeit üben? Du hast sie gepflanzt, und sie schlugen Wurzeln; sie wachsen und tragen Frucht; nahe bist du ihrem Munde, aber fern von ihren, Innern. Mich aber, Herr, kennst du und durchschaust mich und hast mein Herz gegen dich erprobt. Sammle die Bösen wie eine Herde zum Schlachtopfer und weihe sie dem Tage des Mor­dens". (Jer. 12, 1) Job aber verleiht feinem Unmut folgenden Ausdruck:Warum bleiben denn die Gott­losen am Leben und kommen empor und erstarken im Reichtum? Sie spielen auf Pauken und Zithern und freuen sich beim Klang der Schalmeien. Sie bringen ihre Tage in Wohlleben zu; doch in einem Augenblick fahren sie hinab zur Hölle" (Job 21, 7).

Doch dieses Glück ist nur Scheinglück. Es dauert nur kurze Zeit. Es ist wie ein Traum, der beim Wachen entflieht, wie Zucker, der im Wasser ver­geht, wie eine Seifenblase, die in der Luft zerplatzt. Dann kommt oft plötzlich der Tod, die Vergeltung, die ewige Strafe. Was nützt dem Prasser sein frühe­res Schlaraffenleben? was nützen ihm Purpur und Leinwand? Jetzt verzehrt ihn der Durft, sticht ihn der Wurm, quält ihn das Feuer, ewig! Drum soll es dem Teufel nicht gelingen, dir den Kopf zu ver­drehen. Laß nicht durch dasGalgenmahl" dich verführen, auf dem Wege des Lasters dein Glück zu suchen. Bleibe auf dem schmalen Weg des Glau­bens, der Gebote, der harten Pflicht, der Armut und Zufriedenheit, und es lächelt dir hienieden ein gutes Gewissen und dort drüben die Sonne des

Vochenkalenser.

Sonntag, 11. Nov. Fünfundzwanzigster Sonntag n. Pfingst. (Meßformular vom 5. Sonntag nach Dreikönig.) Erntedankfest. Martin, Bisch, u. Bek. Mennas,M.

Montag, 12. Nov. Oktav vom Kirchweihfest. Martin,P.u.M.

Dienstag, 18. Nov. Didacus,Bek. Stanislaus Kostka, Bek.

Mittwoch, 14. Nov. Josaphat, Bisch, u. M.

Donnerstag, 15. Nov. Gertrud, Jgfr. Leopold, Bek.

Freitag, 16. Nov. Vom Tag. Messe vom Sonntag. Otmar, Abt. Edmund.

Samstag, 17. Nov. Gregor der Wundertäter, Bisch, u. Bek.

§ünfundzwanzigster Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Matth. 13, 2430.)

Das Galgenmahl.

rennesseln, Disteln und anderes Un- C^WHW^ traut schießen allerwärts in die Höhe und überwuchern manchmal die Frucht und das Gemüse. Doch H^M^^DjWs die Tage des Unkrautes sind ge- 3®Wt Es kommt die Sichel oder _ die Sense darüber, oder man reißt

unt unbarmherziger Hand heraus und übergibt

das lästige Unkraut dem Feuer.

,Dem Unkraut gleicht der Sünder. Ueppig und lustig lebt er dahin. Doch fein Glück hat keinen Be- jiand. Er gleicht dem Verbrecher, der vor der Hin- richtung noch einen guten Imbiß bekommt, der vor der Hinrichtung seinGalgenmahl" verzehrt.

. solchesGalgenmahl" im wörtlichsten Sinn hat einmal der stolze Amann gehalten. Von der war er zur Tafel geladen. Da ist es yoch hergegangen. Eine Schüssel um die andere wurde aufgetragen, und der Wein floß in Strömen. D°ch schon stand nicht weit vom Palast der 50 Meter Ä Amann für Mardochäus hatte er-

richien lasst. Auf einmal wendete sich das Blatt