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K Ausgabe B
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A20 Milliarden Mk., S 25 Milliarden Mk. (freibl.) Redaktions» schluß Montag. Anzeigen-Preise: Coloneszeile im Anzeigenteil 0,10 Goldmark, Colonelzeile im Rekiameteil 0,40 Goldm., für Ann.-Exp.: per Zeile im Anzeigenteil 50,— im Reklameteil 150,— mal Schlüsselzahl des Ver. deutsch. Zeièungsveri. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Geb. 0,10 Goldm. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein.
- - Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei.
'W Kassel, den 25. November 1923.
35. Iahrg.
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WgchenKaiender.
r».-srrz, 25. Mob. Siebenundzwanzizster und letzter Sonntag nach Pfingsten. Katharina, Jgfr. u. M.
Monta>, 2g Mob. Silvester, Äbt. Petrus, Bisch. u. M. Konrad, Bisch.
Dienstag, 27. Mob. Vom Taz. Messe vom Sonntag. Bithildis, Witwe.
Mittwoch, 28. Mob. Vom Tag. Messe vom Sonntag.
Donnerst«!', 29. Mob. Vigil des hl. Apoll D areaS. Saturnln, M.
Freitag, 30. Mob. Andreas, Apostel.
Samsraa, 1. Dez. Gedächtnis der Vlschofswcche oes hl. Bonifatius'
SishemlndzwUzMer Ssnntag nach Pfingsten
iEoangel. Matth, 24, 15—35.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am heiligen Orte stehen sehet; — wer das liest, der verstehe es wohl! — dann flirne, wer in Judäa ist, auf die Berge: und wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um etwas aus seinem Hanse zu holen. Und wehe den Schwankern und Säugenden in jenen Ta enl Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbathe geichehe. Denn es wird alsdann eine gr> tze Trübsal sein, dergleichen von An an, der Weit bis jetzt nicht newesen ist, noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Sam nicht abgekürzt würden, so würde kern Mensch gerettet werden: aber um der AuSerwäblten willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Chriitus, oder dort! so glaubet es nicht. Denn cs werden falsche Christi und falsche Propheten auf sieben, und sie werden große Zeichen und Wunder tun; so daß auch die Aus- erwählten «wenn cs möglich wäre) in Irrtum geführt wurden. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt! Wenn sie eu ü also so.en: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus: freye, er ist in den Kammern, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz vom Ausgange ausgeht und bis zuni Unter ränge leuchtet: ebenso wird es auch mit der An'unft des Menschcnwhnes sein. Wo immer ein Aas ist, da versammeln sich die Adler. Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und dieStcrne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels erschüttert werden Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, uno dann werden alle Geschlechter der Erde weheklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels, mit aroger Kraft und Herrlichkeit, l.nd er wird seine Engel mit der Posaune senden, mit großem Schalle: und sie werben feine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern zusammen bringen. Vom Feigenbäume aber lernst das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon gart wird, und die Blätter hervor gewachsen sind, so Wisset ihr, daß der Sommer naoe ist. So auch, wenn ihr dies alles sehet, ,o wisset, daß es nahe vor der Türe ist. Wahrlich, sag' ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde vergehen, aber meine Worte werden ch.cht versehen.
letzten Sonntag im Kirchenjahr, und da erinnert uns die Kirche an das Weltende und das Weltgericht. Soll uns diese Ankunft Jesu ein Gegenstand des Schreckens sein? Keineswegs, vielmehr ein Gegenstand der Freude; die Ankunft Jesu soll für uns eine „frohe Ankunft" werden-
Schön David erblickt den künftigen Erlöser als Weltenrichker. Sein Thron ist das Kreuz; die ganze Natur jauchzt ihm entgegen, und alle Völker beten ihn an. Das ist der Inhalt des 95. Psalmes, dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen.
Psalm 95: Des Herrn Ankunst zum Gericht.
1. Aus, fingt dem Herrn ein Lied, ein neues, Auf, singt dem Herrn, ihr Weltbewohner.
2. Auf, fingt dem Herrn und seinem Namen ■ Und preiset täglich seine Werke.
3. Erzählt den Heiden seine Ehre, Den Völkern seine Wundertaten.
4. Groß ist der Herr, des Lobes würdig.
Erhaben über alle Völker.
5 Der Heiden Gütler sind nur Schatten. Der Herr ist Schöpfer aller Himmel.
6. Er strahlt im Glanze ew'ger Schönheit. Und Heiligkeit ist feine Zierde.
7. Ihr Heidenvölker, bringet Ehre
Dem Herrn und feinem großen Namen.
8. Mit Opfern tretet in den Vorhof Und betet an in feinem Zelte.
9. Erzittern wird vor ihm die Erde:
Der Herr regiert vom Kreuzesholze.
10. Er züchtigt die verstockten Sünder, Er zieht vor fein Gericht die Völker.
11. Da freun f i d) Himmel. Erd' und Meere, Frohlocken Fluren, Auen, Felder.
12. Es jauchzen dann die Völker alle, Denn der Gerichtstag ist gekommen.
13. Gerecht wird Gott die Erde richten,
Die Völker richten nach der Wahrheit.
Ja, kommen wird der Herr zum Gerichtstag. Vorher geht das Ende der Welt. Dann erscheint das Zeichen des Menfchensohnes, das Kreuz in Gestalt eines wundervollen, majestätischen Thrones, und darauf als Richter unser Heiland und Erlöser Jesus Christus. Alle Menschen, von Adam bis ^um letzten Erdenpilger. Groß und Klein, Reich und Arm, werden vor ihm erscheinen. Dann wird das Unkraut gesondert vom Weizen, die Bösen geschieden von den Guten. Dann wird das Urteil gesprochen, das gütig ist für eine Ewigkeit. Dann werden die Böien mit Schimpf und Schande hinabfahren in das Reich der Finsternis und der Schmerzen, die Guten aber mit Ehren und Froh
Krohe Ankunft.
ie Ankunft Jesu, die zweite Ankunft, die glorreiche Ankunft, dir Ankunft zum großen Gerichtstag und zur ewigen Vergeltung ist der Gegenstand des heutigen Evangeliums. Wir begehen heute den
locken einziehen in das Reich des Lichtes und der Freude.
Für die Bösen allerdings wird der Gerichtstag ein Tag des Schreckens, ein böser und fürchterlicher Tag sein, von dem sie wünschen, er möge nie anbrechen. Ob sie aber wollen oder nicht, der Tag wird anbrechen und wird die Schwelle sein zu einem verzweiflungsvollen Dasein. Deshalb werden nach den Worten des Heilandes „die Geschlechter der Erde wehklagen".
Wird aber dieser Schrecken alle ergreifen? Nein; die Guten werden sich freuen. Es wird ihnen gehen wie einem Kranken, der die lange Nacht auf seinem Bett gejammert hat in feinen Schmerzen; bricht der Tag an und kommt der Arzt, so freut sich der Kranke. So werden auch die Guten sich freuen am Gerichtstag, und des Richters Ankunft wird für sie eine „frohe Ankunft" werden.
Frohe Ankunft. So war es für den hl, Paulus. Höre feine Abschiedsworte an Timotheus: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; dafür ist mir hinterlegt die Krone der Gerechtigkeit, die der Herr mir geben wird am Gerichtstage, doch nicht allein mir, sondern auch allen, die feine A n - 'tunst lieb habe n." (2. Ti. 4, 8.) ’ Frohe Ankunft. So war es für den hl. Johannes. Seine Liebe zu Christus macht sich am Ende der Apokalypse Luft in den Worten: „Komm, Herr Jesus!"
Frohe Ankunft auch für uns! Und . warum? Weil dann Christus wird verherrlicht werden. Alle werden ihn dann erkennen und anbeten. Die Feinde, die nicht an ihn geglaubt, die ihn gelästert und verfolgt haben, werden dann verstummen. Freude über den Gerichtstag, weil dann die Gerechtigkeit ihren Lauf nimmt. Da werden die Frommen die verdiente Ehre und den verdienten Lohn, die Gottlosen aber die verdiente Schmach und die verdiente Strafe empfangen. Jeder wird dann ernten, was er hienieden gesät. Werden da nicht die Guten überfließen von Freuds, - s oft genug in diesem Jammertal unter Tränen den Samen der Tugend ausgestreut haben? Der hl. Alphons schreibt hierüber: „Welche Glückwünsche werden sich alsdann die Seligen gegenseitig darbringen, wenn sie sich auf Thronen er- boben und mit einander vereinigt sehen, um ihren Gott in Ewigkeit zu genießen! Welcher Jubel und welche Herrlichkeit wird es für sie sein, wenn sie an jenem Tag gekrönt in den Himmel eingeb m, um Gott gemeinschaftlich Gesänge her Freude und des Lobes darzubringen! O glückliche Seelen, denen ein solches Los bereitet ist."
Frohe Ankunft! Welches ist die Bedingung, daß mir dereinst uns freuen? Lassen wir sie uns nennen vom hl. Johannes Chrysosto- mus: „Wir werden uns über die zweite Ankunst Christi freuen, wenn mir uns schon jetzt über die erste freuen, wenn wir schon die erste Ankunft Heben, indem wir tun, was er selber uns lehrt. Denn jo spricht er: „Wenn jemand mich liebt, so.