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1928
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23. Sedmsav
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M. 45
General AmeLger für
Das KeAsste.
— Die Besatzung eines vor Schanghai liegenden inesischen Kriegsschiffes Sun Tschuanfangs meu« rte und eröffnete die Beschießung von Schanghai. I] — Die Massenhinrichtungen in Schanghai dau- M an.
— Im Reichstag kam es gestern zu einem unhörten Zwischenfall durch die Schmähungen eines ommunisten gegen den Reichspräsidenten.
— Justizminister Dr. Hergt sprach gestern bei der ustizdebatte im Reichstag über die Vertrauensise in der Justiz.
— In der Pfalz kam es erneut zu einem Ueber- ciff der Franzosen.
Bov obrem Swbomh dev msMK - euss. Beziehungen?
Die Beziehungen zwischen England und Sowjet-Rußland befinden sich in einem Zulande ernster und gefährlicher Spannung. Sie md bereits durch den englischen Kohlenstreik mb seine Begleiterscheinungen sehr stark ver- chlechtert worden, denn die Abrechnung über ien Deriarenen Streik ergab, daß die englischen Bergarbeiter in der Hauptsache durch russische lnterstützungsgelder in den Stand gesetzt wur- :en, den Streik so lange durchzuhalten. Die ! Schwierigkeiten, denen England in China be= segnet, haben die Beziehungen weiter ver- chärft. England glaubt Beweise dafür zu )aben, daß hinter den Kulissen der chinesischen Freiheitsbewegung die bolschewistische Agi- ation im Spiele ist und dem ganzen Auftreten )er Kantonrecsierung die scharfe und feindselige Spitze gegen England gibt. Das Kabinett Baldwin hat in den letzten Tagen zu diesem Thema wiederholt Stellung genommen und die Frage erörtert, ob England nicht am besten tue, alle diplomatischen und Handelsbeziehungen mit der Sowjetregierung abzubrechen.
Das englische Kabinett ist auch in dieser Frage nicht einig. Diejenigen Minister, die für möglichst großes Entgegenkommen im fernen Osten eintreten, widersetzen sich unter der Führung des Außenministers Chamberlain auch einem Bruch mit Rußland. Sie behaupten, daß England viel besser in der Lage sei, die russischen Manöver zu parieren, wenn das diplomatische Verhältnis nicht gestört sei. Sie befürchten nicht mit Unrecht von einem Bruch mit Rußland den Uebergang der russischen Weltpropaganda zu offenen Feindseligkeiten gegen England. Trotz dieser berechtigten Bedenken tritt ein Teil des englischen Kabinetts für den Abbruch der Beziehungen zu Rußland ein. Darunter namentlich der Finanzminister Winston Churchill, der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead, und der Innenminister Sir William Joyson-Hicks, ein scharfer Gegner . der sozialistischen und kommunistischen Propaganda, der durch einen Bruch mit Rußland freiere Hand gegen die bolschewistischen Agitatoren im eigenen Lande zu bekommen hofft.
In den letzten Tagen ist die Sowjetregierung zum Gegenangriff übergegangen. Sie hat in der „Prawda" und in der „Investija", den Moskauer Sowjetorganen, eine Anzahl Briefe veröffentlicht, die zwischen dem englischen Innenminister und einem gewissen Sadlin, dem Leiter eines zaristischen Propaganda-Büros in London, gewechselt worden sind. Die Veröffentlichung soll beweisen, daß der englische Innenminister sich mit der zaristischen Propaganda in enger Fühlung befindet und alles tut, um sie gegen die Sawjetregierung zu unterstützen. Daraus wird gefolgert, daß das englische Kabinett eigentlich keine Veranlassung habe, sich über die Sowjet-Propaganda zu beschweren. Der „Daily Herold", das Organ der englischen Linkssozialisten und Kommunisten, hat die Kampagne der Sowjetpresse sofort aufgegriffen und durch heftige Angriffe gegen den Innenminister und das ganze Kabinett Baldwin fortgesetzt.
In England macht aber der Gegenstoß der Sowjetbehörde wenig Eindruck. Es wächst vielmehr die Stimmung für die Ziehung eines Trennungsstriches zwischen England und Rußland. Churchill verlangt jedenfalls nach wie vor vollständigen Abbruch. Auch die Handelsbeziehungen würden dann eingestellt werden und Sir Robert Hodgson, der englische Handelsvertreter in Moskau, würde mit seinem gesamten Stabe zurückkehren. Auf der anderen Seite würden alle russischen Handelsagenten, die in England ihren Sitz haben, des Landes verwiesen werden und der gesamte, immerhin nicht unbeträchtlche Geschäftsverkehr zwischen England und Rußland würde damit zu Ende
Beschießung von Schanghai.
£ o n b o n, 22. Febr. Wie die Blätter melden, hat die Besatzung eines chinesischen Kriegsschiffes gemeutert und die Außenbezirke von Schanghai beschossen. Ein Dutzend Granaten ist im französischen Konzessionsgebiet eingeschlagen. Die Freiwilligen in den Fremdenkonzessionen sind mobilisiert worden.
Schanghai, 22. Febr. (Reuter.) Bei der Beschießung Schanghais durch ein meuterndes chine- sisches Kriegsschiff wurden zunächst Häuser von Amerikanern und Engländern sowie der französische Klub getroffen. Zwei Chinesen wurden gelötet. Die Besatzungen der Schiffe „Schangweih" und „Kian- kang" wurden von den Kantonesen bestochen; sie beabsichtigen, sich diesen anzuschließen. Rach der Beschießung richteten die französischen Kreuzer „Marne" und „Alerte" ihre Geschütze auf das chinesische Kanonenboot, feuerten aber nicht.
Schanghai, 22. Febr. (Reuter.) Ein Kanonenboot Suntschuanfangs, das auf dem Flusse ankerte, soll zu den Südtruopen übergegangen sein und versucht haben, das Arsenal von Kiangnan (?) zu beschießen. Vier Häuser von Ausländern wurden getroffen, aber fein Ausländer verletzt.
Die Zahl der'Streikenden beläuft sich noch auf 100 000. Der Dienst bei der Post ist teilweise wieder ausgenommen worden. Die Schiffahrt ist lahmgelegt. Es finden noch weitere Hinrichtungen statt.
London, 22. Febr. Die Beschießung Schanghais durch ein chinesisches Kriegsschiff erregt in der Abendpresse größtes Aufsehen. Die Blätter melden, daß sich die Ausländer in der Hauvtstraße konzentrieren. Die Engländer hallen sich bereit, die Riederlassung zu verteidigen.
„Star" sagt, die Meldung über die Beschießung habe in London wie eine Bombe eingeschlagen. Das Blatt bemerkt, angesichts der großen internationalen Flotte vor Schanghai werde jede Aktion der unbedeutenden chinesischen Flotte sofort ausgehalten werden. Die Gefahr liege darin, daß der Angriff des chinesischen Kriegsschiffes einen Konflikt in Schanghai selbst auslösen könne. Weiter wird gemeldet, daß Anruhen in den Chinesen viertel ausge- brochen sind. das an die französische Konzession grenzt. Die chinesischen Polizisten, die bisher Suntschuanfang ergeben waren, lehnen sich auf. Erregte Menschenmengen ziehen durch die Straßen und versetzen die Behörden, die für die vielen Hinrichtungen verantvortlich find, in Schrecken. Streikposten in Jtschang griffen die Befehlshaber zweier brilischer Flußschiffe an und verletzten sie leicht. Verschiedene Matrosen wurden über Bord gestoßen.
L o n do n, 23. Febr. Dem Sonderkorrespondenten dec „Chicagoer Tribune" in Schanghai zufolge hat angeblich gleichzeitig mit dem Angriff des chinesischen Kanonenbootes ein mit Pistolen bewaffneter hausen von 600 Chinesen die Polizeistalion in der Eingeborenenstadt angegriffen. Vier Polizisten wurden getötet, mehrere schwer verwundet, bevor der Angriff abgeschlagen war.
Das Tevvovve^imsnt Guns.
Schanghai, 22. Febr. General Sun versucht sein Regiment durch Terror aufrecht zu erhalten. Die Zahl der Streikenden in Schanghai nahm etwas ab. In den ausländischen Konzessionen herrscht weiterhin Ruhe. 3m Postamt wurde eine Proklamation des chinesischen Verteidigungskommissars angeschlagen, in der erklärt wird, jeder Arbeiter oder Angestellte, der die Arbeit nicht wieder aufnehme, werde hingerichket. Diese energische Maßnahme bewirkte, daß die vor dem Gebäude stehenden Streikposten verschwanden und die Arbeit von einigen Postbeamten wieder ausgenommen wurde, was einen wenn auch eingeschränkten Dienst ermöglichte. Dabei ist zu bemerken, daß das Postgebäude, obwohl in der internationalen Konzession gelegen, in chinesischem Eigentum steht und daß der englische Kommissar als Beamter der chinesischen Regierung keine Befugnis
fein. Man zögert aber noch, den entscheidenden Schritt zu tun. Denn wenn auch kein kriegerischer Konflikt mit Rußland befürchtet wird, so würde doch die Sowjetpropaganda zweifellos nicht einen Augenblick zögern, alle ihre Minen in China und Indien springen zu lassen. Man nimmt deshalb an, daß das englische Kabinett zunächst einmal eine Warnungsnote an die russische Regierung richtet, ehe man sich dazu entschließt, auch die äußersten Konsequenzen zu ziehen.
Siwe Rebe beb enaliftben ÄeieeSmiitlfieeS.
des
London, 22. Febr. Gelegentlich einer Rede Kriegsministers in Colchester über das Chinapro- blrm wurde die Frage an den Minister gerichtet, welche Schritte die Regierung hinsichtlich der russischen Propagandatätigkeit in England zu tun gedenke. Der Minister erklärte, daß die Regierung bestrebt sei, alles zu tun, um für verstärkte Sicherheit in dieser Beziehung zu sorgen und bat, der Regierung noch für eine kurze Frist in dieser Angelegenheit ihr Vertrauen zu gewähren. Ich kann versichern, so führte er aus, daß kein Mtt- alred des Kavinetts irgendwelche Schwäche oder den Wunsch bekundet hat, der Sache auszuweichen. Alle Mitglieder des Kabinetts lind entschlossen. dafür au
hatte, den Anschlag der Proklamation zu verhindern. Die Arbeitergewerkschaften .verbreiten Flugblätter, in denen Suntschuanfang als Masfenmörder bet. Arbeiier, Studenten und Angestellten bezeichnet wird.
Die Korespondenlen beschreiben die gestrigen Hinrichtungen in den Straßen, mit denen der geschlagene Sun die Streik- und Sympathiebewegung für die Kantonesen zu unterdrücken sucht. Die Er- Zählungen klingen geradezu unglaublich. Die Agenten Suns ziehen in den Straßen herum, und wenn sie irgend jemand finden, der einen zum Sreik zu überreden sucht, oder auch nur Flugschristen verteilt, dann wird die Hinrichtungsabteilung herbeigeholt, die sich sofort finden läßt. Der Mann muß auf der Straße niederknien und ihm wird ohne weitere Untersuchung der Kopf abgeschlagen. Der Kopf wird auf eine Stange gesteckt und in den Straßen herumgetragen. Auch heute ist es wieder zu zahlreichen Hinrichtungen gekommen.
Ginvichtuns des DireveWdenLen dev chinesischen Sftdahn.
London, 23. Febr. „Daily Mail" berichtet aus Chardin, der chinesische Vizepräsident der chinesischen Ostbahn, General Aang-Tscho wurde unter der An- schuldigung Gelder von Moskau empfangen und eine Revolution in China geplant zu haben, von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und erschossen.
Schanghai im ASavmruftand.
Schanghai, 22. Febr. (United Preß.) Mit dem Einbruch der Nacht ist die Lage noch ernster geworden. Die Zugänge zu dem Fremdenviertel und der französischen Konzession sind durch riesige elektrische Bogenlampen erleuchtet. Die französischen Behörden haben zur Verstärkung der Verteidigung von den im Hafen liegenden französischen Kreuzern anamiti- sche Soldaten herangezogen, die die Straßen patrouillieren. In der Fremdenniederlassung haben sich viele Familien in den großen Geschäftshäusern auf dem Dollar Building verschanzt, im Falle es in der Nackt zu Unruhen kommen sollte. Die englischen Landungstruppen stehen Gewehr bei Fuß. Die Torwachen sind angewiesen worden, bei dem geringsten Versuch, die Niederlassung zu stürmen, rücksichtslos zu schießen. Noch größer ist die Erregung in der Chinesenstadt, wo sich ein Teil der städtischen Polize in einigen Gebäuden verschanzt hat und sich weigert, den Anordnungen des Belagsrungskommissars zu folgen. In der Chinesenstadt brennen große Pechfackeln, da die Elektrizitätsarbeiter streiken. Einige Meilen von der Stadt brennen einige Dörfer, die von den Soldaten Sun Tschuan-fangs geplündert werden.
Sapanksche Tvuvven füv Schanghai.
Paris. 22. Febr. Wie die Agentur Judo Pacific aus Tokio meldet, sind am Samstag 490 Mann Marinetruppen an Bord eines Kreuzers von vier Zerstörern von Sasebo nach Schanghai abgegangen. 250 Mann weiterer Truppen seien an Bord zweier anderer Kreuzer gebracht worden, die ebenfalls bereit seien, in See zu gehen. Die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden japanischen Truppen betrage 1200 Mann.
Sun legt den ObevdesehS niedev ?
London 23. Febr. Der Sonderberichterstatter der „Times in Nanking meldet: Es verlautet, daß Sun sein Amt niedergelegt und den Befehl über den Rest seiner Streitkräfte in die Hände des Generals Linksiangtiang gelegt habe.
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sorgen, daß in unserem Lande die Freunde des Vaterlandes nichts zu fürchten haben werden.
Litwrnow übsv die sowietfeind- Siche Nvonaganda.
Moskau, 22. Febr. Auf der Tagung des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion führte der Stellvertreter des Volkskommissars des Aeußeren Litwinow, über die Beziehungen zwischen England und Rußland aus: Aus authentischen Dokumenten, die von der Sowjetpresse veröffentlicht wurden .geht hervor, daß hinter der sowjetfeindlichen Strömung in England ehemalige zaristische Beamte stehen, die in London leben und dort ihre alten Beziehungen aufrechterhalten, sowie eine Gruppe sogenannter Gläubiger Rußlands, die nicht zahlreich ist, jedoch über beträchtliche Geldmittel verfügt. Dieser Kampagne schließen sich offen einige Mitglieder der englischen Regierung an, in dem sie unbegründete, allgemein gehaltene Erklärungen über die Verletzung des Vertrages vom Jahre 1921 seitens der Sowjetregierung abgeben. Sämtliche Anträge der Sowjetregierung, die Beschuldigungen durch wirklich konkrete Vorfälle zu begründen, werden jetzt wie auch zuvor stets' abgelehnt. Die Sowjetregierung verhehlte weder jetzt noch jemals zuvor die aufrichtige Sympathie für die Freiheitsbewegung des chinesischen Volkes. Sie ist stets zur Erörterung einer friedlichen Beilegung der Konflikte und Differenzen
bereit. Man muß hoffen, daß England den Bestrebungen der Sowjetregierung um die Herstellung wirklicher normaler Beziehungen zu England entgegenkommen wird, was nur dann möglich fein wird, wenn die nervöse Stimmung verschwindet, durch die die Tätigkeit agressiver sowjetfeindlicher Elemente in England erzeugt wird.
Dev AbbvrrO dev deutsch-voltt« Sevbandlunsen.
Ausführungen des Grafen Westarp.
Berlin, 22. Febr. Bei dem heutigen staatspoli- tischen Abend in Wilmersdorf sprach Graf Westarv zu den Wählern des Landesverbandes Potsdam U. Er erklärte, die Aussichten der Außenpolitik feien keine günstigen. Umso mehr Forderung Deutschlands auf Räu-
im W e st e n
müsse man bie _ mung von Saar und Rhein in den Vordergrund rücken. Im Mittelpunkt des Interests» ständen augenblicklich die Beziehungen Deutschlands zu seinen östlichen Nachbarn. So gefährlich auch die polnischen Wünsche auf Ostpreußen seien, und so sehr auch allseits die Erkenntnis wachse, daß die deutsche Ostgrenze über kurz oder lang verändert werden müsse, so seien doch diese Zustände nicht an dem gegenwärtigen Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen schuld. Die Erklärung der deutschen Regierung, die Verhandlungen zu unterbrechen, aber neue diplomatische Verhandlungen über die Ausweisungspraxis einleiten zu wollen, sei von Polen abgelehnt worden.
Dadurch sei die Unterbrechung zum Abbruch gestaltet worden. Die Deutschnationalen gäben zu, daß sie die Unterbrechung der Verhandlungen für notwendig gehalten hätten. Aber schon vor Eintritt der Deutschnationalen in das Kabinett habe das beauftragte Kabinett den jetzt zur Ausführung gekommenen Entschluß für nötig gehalten. Diese Feststellung sei notwendig, da die Linkspresse behaupte, erst infolge des Eintrittes der Deutschnationalen in die Regierung sei es zum Abbruch der Verhandlungen gekommen. Dadurch wurde im Ausland der Eindruck erweckt, als läge die Schuld an der Krise auf deutscher Seite. Die Verhandlungen seien immer wieder deshalb ins Stocken geraten, weil Polen keine genügenden Sicherheiten a hinsichtlich des Ausweisungen habe
der Gleichb erechtigun Niederlassungsrechtes und der
geben wollen. Die wirtschaftspolitische Seite der Sache werde erst dann wieder erörtert werden, wenn ihre politische Seite geklärt sein werde. Die Deutschnationalen seien nicht nur um der Außenpolitik willen in die Regierung eingetreten, sondern auch um innerpolitische und kulturelle Aufgaben zu erfüllen. Sie wollten auf dem für richtig erkannten Wege in unmittelbarer praktischer Mitarbeit dem Vaterlande dienen.
ZusammentvM des ÄluSwüvtise« Ausschusses.
Berlin, 23. Febr. Der Auswärtige Ausschuß de« Reichstages tritt, wie das V. D. Z.-Büro ersthrt, heute vormittag zu einer Sitzung zusammen und beschäftigt sich zunächst mit dem deutsch-polnischen Handelsvertrag. Im weiteren Verlauf der Sitzung wird eine allgemeine Aussprache über die deutschrussischen Beziehungen stattfinden. Die Verhandlungen, an denen auch Reichswehrminister Dr. Geßler teilnimmt, werden einen streng vertraulichen Charakter tragen.
Lovd d Abevuou bei «Stvesemaun
Paris, 23. Febr. Wie Havas aus San Remo berichtet, soll sich der ehemalige englische Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, 24 Stunden in dem Hotel aufgehalten haben, in dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann abgestiegen ist.
Gegen den neuen Nettrerbeamten seseGentwnvk.
Berlin. 22. Febr. Die Funktionäre des Verbandes der Preußischen Polzeibeamten nahmen zu dem Entwurf zum neuen Polizeibeamtengesetz eine Cnt- schießung an, in der es heißt:
„Der Verband Preußischer Polizeibeamten», er blickt in dem Entwurf zum neuen Polizeibeamtengesetz eine erhebliche Gefahr in staatspolitischer und staatsrechtlicher Hinsicht. Die dem Entwurf anhaftenden Mängel lassen ein Berufsbeamtentum bei der Polizei nicht aufkommen und verhndern die Bindung der Beamten an den Staat. In der Tatsache, daß der Entwurf eine Verschlechterung des bestehenden Schutzpolizeibeamtengesetz bedeutet, liegt nicht nur die Gefahr, daß der Beamte das Vertrauen zum Etat verliert, sondern auch die Quelle der Gefahr, einer poltisch nachteiligen Beeinflussungsmöglichkeit der Polizeiorgane.
Das neue Polizeibeamtengesetz muß die Grundlage zu einer einheitlichen Organisation der Polzei schaffen. Es muh einheitliche Rechtsbestimmungen für alle Polizeibeamten bringen, um die bisherige Zerrissenheit in der Polizei zu beenden und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Polizeibeamten zu stärken.
Maßnahmen zu Gunsieu dev âvregsdeschSdksten.
Berlin, 22. Febr. Im Kriegsbeschädigtenausschuß les Reichstages wurde die Frage der Versorgung )er Geisteskranken und anderer schwer leidender Kriegsteilnehmer durch die Annahme folgender Ent* schließung zum Abschluß gebracht: