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für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 35 Äoldpfennig 3 43 Golbpfennig (freit»!.) Redaktionsschluß Montag Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Rek.ameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda lein.
Druck und DsUuz »er Fulda- SlctienbrüctereL B-rlagsort Fulda.
Wschenkalender.
Sonntag, 6. Dez. 2. Adventssonntag. Nikolaus, Bisch., f 327.
Montag, 7. Dezbr. Ambrosius, Bischof, Kirchenlehrer, t 397. Vigil des Festes Mariä Empfängnis.
Dienstag, 8. Dezbr, Fest der Unbefl. Empfängnis Mariä.
Mittwoch, 9. Dezbr. 2. Tag der Oktav der Unbefleckten Empfängnis.
Donnerstag, 10. Dezbr. 3. Tag der Oktav der Unbefl. Empfängnis. Melchiades, Papst, Mart., f 314 Triduumsandacht.zu Ehren des hl. Petrus Canisius. Freitag, 11. Dezbr. DamasuS 1, Papst, f 381. Ged. der Oktav. Triduumsandacht zu Ehren des hl. Petrus Canisius.
Samstag, 12. Dez. 5. Tag der Oktav der Unbefl. Empfängnis. Triduumsandacht zu Ehren des hl. Petrus Canisius.
Zweiter Adventssonntag.
(Ev. Matth. 11, 2-10).
In jener Zeit, als Johannes die Werke Christi im Gefängnisse hörte, sandte er zwei aus seinen Jüngern und lieg ihm sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr gehört und gesehen habet. Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote stehen aus und den Armen wird Evangelium gepredigt: und selig ist, wer sich an mit nicht ärgert! Als aber diese hinweggingen, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her getrieben ioird? Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichlichen Kleidern angetan? Siehe, die da weichliche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Oder, was seid ihr hinausgegangen gn sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, er ist noch mehr als ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem An» gesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.
Ein zweiter Hövens?
erste Advent ist vorüber: Jesus Christus, der Sohn Gottes, vier tausend Jahre erwartet von der Menschheit, ist in der Fülle der Zeit im Stall zu Bethlehem er- schienen, hat 33 Jahre gelebt, ge-
Wunder gewirkt, Segen verbreitet; er ist Ä fe^MÄ? .Xi.,
GM i®2ts L ventszeit ? 1 nod) durch die hl. Ad-
Menschen allerhand Irrtümer und spuken in den Köpfen allerhand Phantastereien.
Da sind die Adventisten, seit 1831 als neues Unkraut hineingepflanzt in das Beet protestantischer Sekten und Schwärmer. Ein gewisser amerikanischer Farmer, Milliam Miller mit Namen, wird als Stister genannt. Er prophezeite den baldigen „Weltbrand"; Christus komme bald wieder, wird die Gläubigen auferwecken und verwandeln und ein tausendjähriges Reich errichten; dann folgt die Auferweckung der Gottlosen und das Weltgericht. Auf 21. März 1843 oder wenigstens von diesem Termin an innerhalb eines Jahres sollte die Welt untergeben. Durch den „mitternächtigen Schrei" und durch"die „Alarmtrompete" bereitete Miller seine Anhängerschaft auf das große Ereignis vor. Die Wogen der Erwartung stiegen aufs höchste. Doch ein Tag nach dem anderen im verhängnisvollen Jahr ging vorüber; es kam der Schlußtermin, der 21. März 1844: und es geschah nicht das geringste Zeichen weder am Himmel, noch auf der Erde. Nachdem die Adventisten den ersten Katzenjammer überstanden, probieren sie es, die Welt ein zweites Mal am Narrenseil herumzuführen: der 22. Okt. 1844 wird der endgültige Termin fein. Und auch dieser Tage ging vorüber ohne die geringste Spur von Katastrophen. Auch jetzt noch konnten die Schwärmer das Prophezeien nicht lassen. „Millionen von jetzt lebenden Menschen werden das Weitende und den zweiten Advent noch erleben", verkündet der Amerikaner Rutherford.
Von den ursprünglichen Adventisten haben sich die „Leben- und Adventchristen" abgezweigt, die der Ansicht sind, daß die Gottlosen nach ihrem Tod nicht weiter existieren, sondern ewiger Vernichtung anheimfallen, während die bloßen „Advenkchristen" daran sesthalten, daß die Gottlosen zunächst weiter leben, aber am Ende des tausendjährigen Reiches von Christus auserweckt, gerichtet und für immer vernichtet werden. Andere Absplitterungen sind die „Gotteskirchen" und die „Zukunftzeitalteradven- tiften".
Während all diese Sekten mehr ein Stilleben führen, entfalten die „Adventisten vom siebenten Tag" eine rührige Propaganda und einen Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre. Sie versteifen sich auf den „Sabath", den siebenten Wochentag als Ruhetag. Würde stets der „Sabath" gehalten worden, meint Frau White, die „von Gott erleuchtete" Visionärin und Prophetin dieser Sekte, so würde es niemals Atheisten oder Ungläubig- gegeben haben. Die Sekte hat folgenden Kraftspruch, den die Mitglieder immer im Munde führen: „Hier ist die Geduld der Heiligen: hier sind, die da halten Gottes Gebote und den Glauben an Jesus."
Frau White und ihre beiden Söhne waren die eifrigsten Ausbreiter der Sekte. Diese Adventisten üben die Krankenölung, verbinden mit dein Abendmahl die Fußwaschung, sind Tabak- und
Alkoholgegner und Freunde einer Gesundheitsre- form. Der Hauptstamm unter ihnen ißt auch kein Schweinefleisch, meidet Tee und Kaffee, und viele aus ihnen sind Vegetarianer. Die Adventisten „vom siebenten Tage" unterhalten mehrere Sanatorien und Studienanstalten und geben 30 Zeitungen in verschiedenen Sprachen heraus; ihr Hauptsitz in Deutschland ist Hamburg mit der „Internationalen Traktatgesellschaft", die den „Herold der Wahrheit" und den „Zionswächter" herausgibt.
Was sollen wir von den Adventisten -halten? Es gibt keine Sekte, bie_ nicht auch ein Korn der Wahrheit enthält. So ist es auch mit den Adventisten. Mit der katholischen Kirche halten sie fest an der Wiederkunft Christi zum Gericht. Sympathisch berührt auch die von vielen Adventisten geübte Lebensstrenge in Enthaltung von Alkohol, Tabak und Fleisch; sympathisch berühren ihre Werke zu gegenseitiger Unterstützung. Aber haben wir denn nicht in unserer katholischen Kirche all diese Wahrheiten und Vorzüge ebenfalls und noch in größerem Umfang und ohne Beimischung von Fanatismus und Irrtum? Lehren wir denn nicht auch die Wiederkunft des Herrn? Haben wir nicht die Mahnung des Herrn, uns zu hüten vor Rausch und Fraß, da jener Gerichtstag plötzlich hereinbricht wie ein Dieb? Haben wir nicht eine Menge von Vereinen, die dem Enthaltsamkeitsgedanken dienen? Haben wir nicht Kreuzbündnis und Schutzengelbund und Quickborn und Jungbo. n und einen Orden, der die Einfachheit des Lebens besonders auf sein Programm geschrieben hat, den Johannesbund? Willst du also wetteifern mit den Adventisten in der Lebensweise, so brauchst du dich nur bei irgend einer Gruppe als Mitglied anzumelden. Gibt es nicht in der katholischen Kirchs noch manche Abtötung und manchs Entsagung und manches Opfer, das viel größer ist als die Abstinenz von Tabak oder Alkohol? Haben wir nicht unzählige Ordens- und Weltleute, die auf Familis verzichten und jungfräuliche Keuschheit üben, dazu noch Gehorsam und Armut? Gibt es nicht auch in der katholischen Kirche Einrichtungen der Carl tas? Wozu brauchen wir also die Adventisten oder irgend eine andere Sekte? Und vergessen wir nicht die handgreiflichen Irrtümer dieser Advem tisten! Sie leugnen die Unsterblichkeit der Seels sie leugnen die Ewigkeit der Höllenstrafe, sie seng' nen das Papsttum, sie verdrehen die Bibel! Viè» das 2. Kapitel des Thessalonicherbriefes und du wirf dich überzeugen, daß schon damals St. Paulus da» Vevsrsiehsn des Weltgerichtes scharf abgelehnt hat „Laßt euch ja nicht irre machen von eurer Mn bÜbung oder durch fremde Beeinflussung, a.s o d^r Tag des Herrn bevorsiche!" Paulus neck also diese Meinung einen ^rtum und eine Ein bildung. Bleibe also bei der katholischen Kirch und bleibe bei der katholischen Lehre und halt Mt daß es einen zweiksn Advent, ein Wiederkam men des Herrn zum Gerichte gibt, daß aber ds