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Nummer 2®. Mittwoch, den 21 Dezember 1924.1. Jahrgang.

Der SAM der NetschaM.

Sn einer Seit, in der Deutschland dank der Verleugnung aller demokr. Grundsätze wieder mal keine Regierung besitzt, spitzt sich der Z u st a n d ch r 0 n i s ch e n Friedensver- tragsbruches, unter w e l ch e m wir auch nach englischem Zugeständnis seit Beginn der Ruhrbesetzung leiden, wieder zu einer a k u - 1 enKrisezu. Man benutzt das Vorhandensein einer Rechts­verletzung, der Ruhrbesetzung dazu um unter nichtigsten Vor­wänden einen neuen Rechtsbruch daraus abzuleiten. Die Lr- Klärungen Herriols an die Presse und die Haltung der engli­schen Regierung'lassen keinen Zweifel mehr darüber, baß Frankreich und England sich, in gegenseitiger Schuldenverket- tung, weigern, den klaren Wortlaut der Zriedensvertragsbe- stimmuugen zu erfüllen und die Kölner Zone zu räumen. Das Bestreben der Ententepresse geht nun dahin, den klaren .vecytszustand zu verwischen und durch eine Sülle verwirren­der Einzelheiten über angebliche Vertragsverfehlungen in der Abrüstungsfrage und auf anderem Gebiete den Kernpunkt zu verschieben. ömmer wieder muß darauf hingewiesen werden, daß im Rp...vel 429 des 14. Teiles des Friedensvertrages eine Hinausschiebung der Aäumungsfristen nur in Frage kommt, wenn dieSicherheiten gegen einen nicht herausgeforderten Angrijf Deutschlands von den alliierten und assoziierten Re­gierungen nicht als ausreichend betrachtet werden". Auch die kühnsten Fantasien der Kontrollorgane kann nach dem Ergeb­nis der in den letzten Monaten durchgeführten Untersuchungen nicht auf den lächerlichen Gedanken kommen, baß die Sicher­

Das Mchnachtsseschenk für das Naik, - eine Regkruag der Ritte?

D.B.Verlin, 22. Dez. (Sig Meldg.) Ueber die Regier­ungsbildung erhalten sich auch nach deren offizieller Vertag­ung hartnäckig Gerüchte. inwieweit diese richtig sind, läßt sich zurzeit einwandfrei nicht nachprUfen, da Reichskanzler Marx bekanntlich Berlin zu einem kurzen Erholungsurlaub über die Weihnachtstage verlassen hat. Immerhin scheint soviel festzu- slehen, baß die Deutsche Volkspartei ihre ablehnende Hal­tung, sich an einer Koalition zu veteiligen, der die Deutschnatio- nalen nicht angehören, milderte. Die in bestimmter Form auf­tretenden Gerüchte gehen dahin, baß die Kabinettsbildung sich unter Reichskanzler Marx derart vollziehen soll baß außer Dr. Stresemann, ber das Außenministerium behält, drei weitere Mitglieder der Deutschen Volkspartei in das Kabinett eintre- ten. Zu besetzen sind die Ministerien des innern, der Sustiz, der Wirtschaft und des Verkehrs. Eines dieser vier Mini­sterien würde durch einen Zentrumsmann zu besetzen sein; die Demokraten wären in diesem Kabinett durch Dr. Geßler ver­treten, während die Bayerische Volkspartei auf Grund ihrer Frantionsbeschlüste einer solchen Koalition ihre Mitarbeit aum versagen dürfte. Aber trotz der dann ausreichenden par amontarischen Grundlage für ein solches Kabinett, wird es ei ,Gn ülügelparteien, den Deutschnationalen und den So- Z11 köstlich sein, je nach ihrer Einstellung zu den politischen Fragen in absehbarer Zeit ihren h f ^âltsregierung ?u D0[[?jeßen. Die Regierung zu sein er'r^emt jedenfalls bereits im wesentlichen gesichert

Aaggenftage n ReWprWentenwWl. t i o^iTlTSn i ^' (Tig. Meldg.) Die D e u t s ch n a- V o l k - o n c i Partei hat bekanntlich beantragt, einen E M^ ub.rd!°z,ogg-nlr-g- b-rd-i- wird von hm, r t m 5 aus parlamentarischen Kreisen erfahren, Äs to te toaWM d«Propasan. bei der R P n m . ^11 jrhwarz-weiß-rot mit der Agitation binden Der öes Reichspräsidenten zu ver- verlegt werdet ^entscheid soll deshalb auf einen Zeitpunkt möalirbft n i 111 dem Termin der Reichspräsidentenwahl fllaubt bnr roG'* uian in deutschnationalen Kreisen Verbindung beider Probleme am meisten weitz-rok ^uben, die Parteien unter dem Zeichen schwarz- dotn^ 2U Eumeln und auch eine Einigung über die Kandi- unei ?uverlässigen Persönlichkeit zu erzielen.

ReiKswchr und MM.

r e . 16 eifrigsten Bemühungen dos Ministers Dr. G e ß - I.- 11111 . ®s Generals v. Seeckt haben es nicht verhindern u L ',G Reichswehr immer wieder in die politischen noZA9 ? "- b'ne>ngo?ogen wird. Mancher hatte sich wohl DmZ-cn !Die 6S komme ^ die Alliierten auf ihre Zünf- I ^l vgramm auch die Einschränkung der Funktionen

heit Frankreichs durch das gegenwärtige Deutschlind bedroht ist. Leider läßt sich auch in Deutschland ein Teil der öffentlichen Meinung durch die Ver schleierungstaktik der gegnerischen Presse irrefUhren. Von einer Kompensation der Nichträumung mit einer Verkürzung der Ruhrräumung kann schon aus dem Grunde nicht die Rede sei, weil es sich hier um zwei ganz ver­schiedene Rechtsgeviete handelt. Deutschland kann nicht einen unbestreitbaren Rechtstitel aus der Hand geben, um ein unbe­streitbares Unrecht der Gegenseite dadurch in verkürzen. Ls mutet feßr eigenartig an, wenn das Zentralorgan der sozial­demokratischen Partei dem deutschen Außenminister R a t - s ch l ä g e in dieser Richtung gibt und ihm, im Einverständnis mit Versuchsballons aus dem gegnerischen Lager, a n r ä t, von vorn herein einen Rechtstitel zum Han­de l s g e g e n st a n d ? u m a ch c n. Das wäre n i ch t nationale Realpolitik, sondern wieder einmal in­ternationalistische Sllusionspolitik. Es ist zu begrüßen, baß die deutschen Botschafter mit allem Nachdruck auf die Erregung hingewiesen haben, die der geplante neue Vertragsbruch im deutschen Volke auslöst. Wiedereinmal verhindert der auch unter Herriot ungebrochene franzö­sische Starrsinn die Schaffung geordneter Verhältnisse im Reich und, wie nicht zu bestreiten ist, die praktische und moralische Durchführung des Dawes- Planes.

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des Ehess der Heeresleitung gesetzt hatten. (Nur um eine solche kann es sich handeln, nicht um eine Abschaffung des im Reichswehrgesetz festgelegten Postens). Was gehen die Entente die Fragen der inneren Organisa­tion des Reichswehrministeriums an? Man braucht aber nur die letzte Nummer derWelt am Montag" zu lesen, um in einem Artikel des berühmten Polizeioberst Schütziger denselben Vorstoß gegen die angeblich zu große Machtvollkommenheit des Thofs der Heeresleitung und damit auch die Quelle des Materials unserer Feinde zu finden. Aus völlig gegenstandslosen Befürchtungen einer hysterischen repu­blikanischen Ueberempfindlichkeit wird da der Versuch gemacht, den einheitlichen Oberbefehl der Reichs wehr zu zerstören. Gerade der General von Seeckt hat in all diesen wahren deutlich genug bewiesen, daß ihm nichts ferner liegt, als eine politische Rolle zu spielen und zu einer solchen die Reichswehr zu gebrauchen. Unglücklicherweise hat nun gerade in diesem kritischen Zeitpunkt eine rechtsstehende Zeitung, derTag", den Fehler begangen, in einem Artikel über die Zerfahrenheit der parlamentarischen Verhältnisse die Parteien mit einer militärischen Diktatur zu bedrohen. Na­türlich wurde das sofort von der Linken als Beweis für vor­handene Geheimpläne aufgegriffen. Der ebenfalls im Seheri­schen Verlage erscheinendeMontag" hat aber schleunigst den Artikel desTag" desavouiert. Kein Mensch denkt an sol­che Experimente.

Die deutsche Demarche bei den Alliierten.

D.B.Berlin, 22. Dez. (Eig. Meldg.) Gegenüber den Meldungen, namentlich aus französischer Quelle, daß die De­marche der deutschen Botschafter in den alliierten Hauptstäd­ten wegen der verzögerten Räumung der Kölner Zone, soweit Paris in Betracht komme, den Eharakter von Drohungen gehabt habe, erfahren wir von maßgebender Stelle, daß hier­von keine Rede sein kann. Es ist dies eine ebenso unsinnige Behauptung der nationalistischen Presse wie die hämische und aufreizend wirkende Bemerkung, Herriot habe sich die Darleg­ungen des deutschen Botschafters in dieser wichtigen Lebens­frage gelangweilt angehört. Die deutschen Botschafter ha­ben bei dieser Demarche den Außenministern der Alliierten zur Kenntnis gebracht, daß eine etwaige willkürliche Ber- schiebung des Zeitpunktes der Räumung in Deutschland als Verletzung des Versailler Vertrages durch die Entente auf­gefaßt werden müßte. Deutschland habe alle im Versailler Vertrag aufgestellten Bedingungen erfüllt. Selbst wenn die Entente die Entwaffnungsfrage nach dem Bericht ihres Ver­treters, General Walch, nicht für genügend halten sollte, kön­ne es sich nur um ganz geringfügige Wünsche handeln. Sank­tionen können nach dem Dawespakt Deutschland unter keinen Umständen auferlegt werden. Die deutschen Botschafter ha­ben in ihrer Demarche mitgeteilt, daß der Schritt veranlaßt sei durch die Redè Lord Eurzons im Oberhaus, in der von ei- ner Verzögerung der Räumung gesprochen wurde. Ueber die Antwort der Enlenteregierungen wird noch Stillschweigen be­wahrt, da diese sich vermutlich auch zuerst untereinander über bie weitere Haltung verständigen werden.

Die EaM'Eisenbatmer streiken.

D.B.Saarbrücken, 22. Dez. (Eig. Meldg.) Wie zuver­lässig berichtet wird, hat der Deutsche Eisenbahnerverband, die stärkste Eisenbahnergewerkschaft des Saargebiets, in einer Sitzung die Aufnahme des Streiks beschlossen. Die Durch­führung dieses Beschlusses hängt von der Antwort ab, die die Regierung^ommission im Laufe des heutigen Tages auf die Lohnforderungen der Eisenbahner geben wird.

Repressalien gegen die Tschechoslowakei verlangt.

D.B.München, 22. Dez. (Eig. Meldg.) Der Allgemeine Studentenausschuß der Münchener Universität erläßt eine Erklärung, in der er seine Empörung über die Behandlung deutscher Studenten in der Tschechoslowakai ausdrückt u. von den deutschen Behörden als Segenmaßregel fordert, daß un­verzüglich alle Studenten tschechischen Blutes von allen deut­schen Hochschulen entfernt werden.

Krassin wird durch Raikowski ersetzt.

D.B.Paris, 22. Dez. (Eig. Meldg.) Verschiedene Blät­ter berichten, daß ber erst Kurze Zeit in Paris weilende erste Sowjetbotschafter Krassin demnächst abberufen und entweder durch Rakowski ober Kamenew ersetzt werde. 2n hiesigen russischen Kreisen wird die Nachricht entschieden in Abrede gestellt und nur zugegeben, daß sich infolge der Zuspitzung der Beziehungen zum Quai bOrfay und der Aufrollung der kom­munistischen Gefahr die Notwendigkeit einer Reise Krassins nach Moskau ergeben habe.

Das Neueste.

Der berüchtigte Kontrollbericht.

wtb. London, 23. Dez. abends 10 Uhr telef. Der Vot- schafterrat wird morgen in Paris zusammentreten und fid) wahrscheinlich mit dem vorläufigen Bericht der Snteralliicrteu Militärkontrottkommission befassen, der dem militärischen Ko­mitee in Versailles, besten Vorsitzender Marschall Zoch ist, so­eben zugegangen ist. Möglicherweise wird der Botschafterrat die Entsendung einer Mitteilung an Deutschland betreffs der 'Räumung der Kölner Zone in Erwägung ziehen. 3n diesem Zusammenhang wird in hiesigen amtlichen Kreisen daraus hiu- gewiesen, daß die britische Regierung nicht den Wunsch hegt die Besetzung der Kölner Zone über das vom Versailler Ver­trag festgesetzte Datum zu verlängern, daß aber die Verzöger­ung in der Fertigstellung des entgültigen Berichtes der mili- tärischen Kontrollkommission ausdrücklich aus die Tatsache zu- rückzuführen ist, daß zur Zeit der Besetzung des Ruhrgebietes keine angemessene Ueberwachung möglich war. Zugleich er­weist es sich als unmöglich, bereits aufgrund des vorläufigen Berichtes eine Entscheidung zu treffen. So ist man jetzt der Meinung, daß eine Entscheidung von so vitaler Wichtigkeit nur nach reiflicher Prüfung des vollständigen und entgültigen Berichtes gefällt werden kann.

wtb. Washington, 23. Dez. abends 10 Uhr telef. Der beut- Isbe Botschafter Dr. Wiedfeldt überreichte heute dem Vor­sitzenden des amerikanischen Roten Kreuzes 6ohn Barton- Pagi eii die erste Klasse der deutschen Roten Kreuzmedaille.

wtb. Berlin, 23. Dez. abends 10 Uhr telef. Der Konkurs über das Vermögen der Deutschen Opernhaus-Betriebs-Ak- tlengescllschaft wurde heute eröffnet. Der Konkursverwalter will alles daran setzen, um den Betrieb des Opernhauses in der bisherigen Weise fortzusetzen, sodaß Vorstellungen wie bisher stattfinden werden. Das Deutsche Opernhaus ist Eigen­tum der otabt Berlin.

Vtrjalstrklärung der Rellesvarkarten.

roth. Stankfurf a. M., 23. %;. ahnte 10 Uhr trief. - , Prèslestelle der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. macht nochmals darauf aufmerksam, daß die s. Zt. zur Er- leicbterung des Reiseverkehrs von der Eisenbahnverwaltung emgeführte Reisesparkarten von 1, 2 und 5 Mark mit dem 3h Dezember 1924 ihre Gültigkeit verlieren. Nach diesem Zeitpunkt joerben keine Sparkarten mehr von den Eisenbahn- kassen in Zahlung genommen, ebenso wird als bann von der Eisenbahn für die nicht eingelösten kein Ersatz geleistet.