Einzelbild herunterladen
 

HeWche

Moraenzeltuny

Ful-aev Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Bogelsberg, Ful-a un- Haunetal

^ff^ Für die Volksgemeinschaft - Für den Ständefrieden S«r*

ElchÄ ^ ____________ _______________________________*a6alt P°I'schâ"W S»°.M.28°12. ^«,*<^44. F°mlpr°ch-r113.

MmM4^ Donnerstag, den 19. Februar M5. L Jahrgang.

Germania

Von «dem. LustiMinister Dr. S. Müller (Mein

Unter dem Drucke inuerpolitischer Not hat Herriot die Marke abgeworfen. Die Gleichung HerriotPoincare, die Ler Verfasfer dieser Seilen wiederholt, vor allem in der Be­handlung der Rheinlandfrage, durch dendemokratischen" und pazifistischen" französischen Ministerpräsidenten vertreten hat, Üt jetzt selbst für den blindestenErfüllungspolitiker" klar ge­worden. Herr Dr. Lucher bemühte sich in milden, sanften Wor­ten, Herrn Herriot darzulegen, wie wenig freundlich seine Hetz­rede a la Maginot, Lefebre und Gen. gegenüber dem längst als völlig wehrlos nachgewiesenen Deutschland war. Geht es gut, so wird man in einem Monat oder später die furchtbaren Waffenfunde an Hufeisen und Stabeisen oder sogar einen Gee- Kessel für Torpedoboot von Ekuador oder Bolivia der stau­nenden Welt nachweisen; Frankreich zittert. Bis dahin hat der Angeklagte und bereits Verurteilte zu schweigen. Und der neue Reichskanzler hat ja die Abstellung auch dieser neuen Querulantereien bereits zugesagt. Den groben Klotz auf gro­ben Keil hätte die Welt verstanden! Die LutherscheSachlich­keit" mißdeutet sie von neuem.

du 'England, dem Lande eines gesunden, trockenen Humors und Wirklichkeitssinnes, lacht man selbstverständlich in Augu­renkreisen über dieses schamlose Theater, das die französische Verkörperung von lächerlicherSieger"-Zurcht und schändlicher Rechts-Heuchelei vor der Welt aufführt. Aber selbst zu schwach, um gegenüber den französischen Prätensionen aufkommen zu können und in mehr oder minder berechtigter Furcht vor der bolschewistischen Bewegung im britischen Imperium an die Freundschaft des unbequemen und zudringlichen, bis an den Scheitel bewaffneten Bundesgenossen gekettet, macht die engli­sche Regierung trotz besserer Einsicht. das ganze Theater der Sicherungspolitik" mit, da die asiatischen und afrikanischen Sorgen ihr zunächst näher stehen als die Rhein-Sorge, die frei­lich die Welt niemals zur Ruhe kommen lassen wird.

Es ist charakteristisch für das schlechte Gewissen der engli­schen Presse, die die Auslegung der Art. 429 und 428 inner­lich für ebenso rechtswidrig wie die Ruhrbesetzung hält, datz sie äutzerlich über den Erfolg der letzten alliierten Note ju­belt, weil mit ihr klar erwiesen sei, daß die 15jäbrige Befatz- ungsfrist seit dem 10. 3anuar 1920 wirklich laufe, die frau- zösische Anschauung sohin aufgegeben (?) sei, daß die Frist über­haupt noch nicht zu laufen begonnen habe.

Wir sind nicht naiv genug, um der französischen Logik nach unseren bisherigen Erfahrungen irgend etwas Gutes zu­zutrauen: Der französischen Eroberungssucht getragen von bö­sem Gewissen, ist jede Schlechtigkeit zuzutrauen. 'Tiefstes Miß- trauen ist Pflicht jedes Deutschen gegenüber diesem System grundsätzlichen Rechtsbruchs. Nur unbelehrbare Toren in Deutschland, die nach zehn Schlägen die Backe auch für den elf­ten geduldig hinhalten, um zu beweisen, daß es so schli'nini gar nicht gemeint sei, können der französischen Mentalität noch ehrliches Festhalten an irgend welcher konsequenten und logi­schen Rechtsüberzeugung oder gar einenVerständigungswillen" zutrauen. Die Masse des übermäßig gutmütigen, bis zum 10. Lanuar 1925 geradezu staunenswert Haßfremden deutschen Vol­kes kann daran heute bereits nicht mehr glauben. Sprechen wir es doch offen aus: Frankreich sät durch seine Rechtsbruch Politik, die nur ein Fiel kennt, dienatürliche Rheingrenze" um jeden Preis, die es jetzt schamhaft mit der Phrase derEnt­militarisierung" deckt, in allen Kreisen, in allen deutschen Par­teien unendlichen Haß. Doppelten Hatz in ehrlich demokratischen Kreisen, da sein rechtsbrecherisches System der Demütigung, das zum Schaden noch den grausamsten Spott für den Wehrlo­sen fügt, diedemokratische Republik" diskrediert und langsam aber sicher zugrunde richten mutz. Die heuchlerische Beruf­ung, der fortgesetzte heuchlerische Appell an dieDemokratie" zu deren Gunsten es bisher nichts, rein gar nichts getan hat, schändet den demokratischen Gedanken in Deutschland selbst. Anmoralische Entwaffnung" bei solcher Sklavenbehandlung der jüngsten Republik durch seine übermütigendemokratischen Hunger-Sieger" zu denken, ist Wahnwitz, ja Beleidigung des deutschen Volkes. Lebe neue Enttäuschung, jeder neue Rechts-

Mm nimmt an.

D.B. Berlin, 17. Febr. (Sig. Meldg.) Wie wir von un­terrichteter Seite hören, betrachtet Dr. Marx die Bildung'des preußischen Kabinetts noch nicht als geschlossen und wird evtl, die testen Verhandlungen erst am Mittwoch früh beenden kön­nen. Der Grund ist vor allem darin zu suchen, daß der volks- parteiliche Führer Dr. o. Lampe erst heute nach Berlin zurück- ge ehrt ist, uni in Besprechungen mit Dr. Marx die Frage tet utlplü^$(.^cb^n Planes eines Kabinetts der Volksgemein- endgültig zu klären. Es werden dabei noch weitere Rück- H E Lie Leutschnationale Fraktion nötig sein, die sich vor t l QU ^n^Wrefation des deutschnationalen Antwort- i eiis m dem gestrigen Briefe der sozialdemokratischen

Aredenta?

ingen), Rat am Obersten Landesgericht München.

bruch wirkt wie ein Peitschenschlag in das Antlitz des Unter­drückten. Nur so zu, ößr Herren an der Seine und Lhr er­reicht, ivas wir nicht zu Wege bringen, die Einigkeit des ge- demUtigten, gequälten und verhöhnten deutschen Volkes. Glaubt nicht, Latz Lhr durch die stärkstenSanktionen", selbst bis zur skrupellosen weiteren Besetzung deutschen Bodens, diese all­mähliche Hatzerzeugung abbauen undentwaffnen" könnt. Lm Gegenteile! Diese Stimmung wird von Lahr zu Lahr schlimmer werden. An offene Gewalt ohne schwere Artillerie, Flugzeuge und Tanks, mit einer kleinen Söldnertruppe, an militärische Gegenwehr bei solcher Sklavenkontrolle überhaupt auch nur zu denken, wäre Wahnsinn. Das wissen wir alle. Aber es gibt eine instinktive Massen-Erziehung zum Hasse, die dem feigen Bedrücker und der ganzen Welt mit den Lghren peinlicher wird als offener militärischer Widerstand: Eine europäische, ja Welt-Lcredenta wird durch diese französische Blutsaugerpolitik am Rheine erzeugt,, die für die Zukunft und die Kultur der Menschheit eine furchtbare Gefahr wenden wird. Wir brauchen unsrer Lugend den Hatz nicht zu lehren: Der Franzose allein tut es und führt zugleich innenpolitisch die Sache der deutschen Rück schrittler von ehedem, als wenn er bezahlt wäre für solche Torheit!

öft denn in England, in den Vereinigten Staaten, in Ita­lien usw. kein Man von Einfluß, der diese masfenpsgchologischen Binsenwahrheiten, die jeder aufmerksame Besucher Deutsch­lands von heute doch nach wenigen Tagen erkennen mutz, in dem Völkerbundsrate oder sonstwo an matzgebender Stelle gegenüber der französischen Torheit oder Heuchelei, nur zwischen diesen beiden ist die Wahl auf diese zwangsläufige Entwicklung der deutschen Dinge zugunsten des äußersten Radikalismus von rechts und links hiniveist? Latzt selbst die schwarzen Regimen­ter als das Letzte und Scheußlichste, was Lhr der Kultur antun könnt, zu Eurer eigenen ewigen Schande und zu Eurem Verder­ben weiter einrücken: Der Haß wird nur tausendfach gesteigert werden! Er wird nur zum Fluche Europas, zum Fluche der Welt am meisten freilich zum Fluche des angstgepeitschten, sadistischen Frankreich werden!

Nehmt alles in allem: Die ungeschickte Politik der Herren Herriot und Ehamberlein treibt, ob wir dies wollen oder nicht - - allmählich das deutsche Volk zu einer mächtigen Hatzbeweg­ung, auf die auch die offizielle deutsche Reichsregierung, an sich im wesentlichen nur die Exponenten mächtiger Wirtschafts­gruppen keinen oder nur sehr beschränkten Einfluß haben wird. Sie wird hier geistig so wenig führen, wie sie dies bis­her getan hat. Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören mag diese furchtbare Gefahr für den Weltfrieden endlich erken­nen: Kein Zufall, daß die deutsche Sprache für dieses Wort keine Uebersetzung hat: Aber Italien und Oesterreich kennen den Begriff und Frankreich wird ihn vielleicht bald sogar auf eigenem Boden kennen lernen.

Wird der hochweiseVölkerbund", der über lauter for­male, pazifistische Zwirnsfäden stolpernd, die Hauptfragen nicht sieht und stets im Nebel tappt, auch hier wieder den Blinden markieren? Sein Schweigen zu jeglichem Völker- und Ver­tragsbruch trägt ja mit die Hauptschuld an dieser unseligen Entwicklung der europäischen Dinge. Lrredenta Germania: Ein bitteres, furchtbares Wort! 3n eure Hand, ihr neunmal Weisen von Genf, ist die Zukunft gegeben: Bisher sah eure Taktik, die auch in der Frage der Schutzpolizei auf innere Zer­störung Deutschlands ausgeht, so aus, als wolltet ihr mit Ge­walttrotz Dawes und trotz des besten Willens der deutschen Regierungen das deutsche Volk in die Hände der Sowjet- Republiken, in die Arme des neuen ostasiatischen Vernichtungs- Konzerns lieferns Die Gefahr ist nicht gering! Sie wächst mit jedem Tage der Schmach. Mit Recht hat ein schweizerisches Blatt vor kurzem gegenüber dem unheilbaren Pazifisten Fr. W. Förster erklärt: Nicht 'einmal einen anständigen Hund erzieht man mit Fußtritten, geschweige denn ein großes Volk mit großer Geschichte. Wann werdet ihr diesen Satz 'endlich begreifen! Wenn es zu spät ist? Fluch denen, die Wind säen; sie werden Sturm ernten!

Landtagsfraktion an Dr. Marx beziehen. Erst wenn diese Be­sprechungen die Unmöglichkeit eines Kabinetts der Volksgemein­schaft erwiesen haben, was nach Lage der Dinge sicher ist, will Dr. Marx mit dem Kabinett der kleinen Koalition vor den Landtag treten.

Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, wird nach einigen Sitzungstagen voraussichtlich von deutschnationaler oder nationalsozialistischer Seite ein Mißtrauensantrag gegen den Snnenminister Severing eingebracht werden und Dr. Marx wird dann aufs neue vor der Entscheidung stehen, ob er an der sozialdemokratischen Beteiligung festhalten und' dadurcy die schärfste Opposition aller Fraktionen rechts vom Zentrum her­aufbeschwören soll. Wie diese Entscheidung des Zentrums dann ausjallt, ist zur Zeit noch völlig ungewiß.

Aus dem Reichstag.

Das wichtigste Ereignis geschah am Dienstag im Reichs- tag hinter den Kulissen: der Austritt des Abgeordneten Lange- Hegermann aus der Partei, und Fraktion des Zentrums. Aber die bereits am 9. Februar an ihn ergangene Aufforderung des Fraktionsvorstandes, fein Mandat niederzulegen, hat der Ab­geordnete nicht befolgt. Gezwungen kann er dazu von nieman­den werden. Das Haus setzte in aller Ruhe die Besprechung «über den Etat des Verkehrsminifteriums fort. Die Erklärung des Ministers Krohne vom Tage vorher, daß er eine großzü­gige Verkehrspolitik treiben wolle, fand allgemeine Zustimmung und der Sozialist Schumann ermahnte den Minister besonders, nunmehr die Konkurrenzmanöver der Eisenbahn gegen den Kraft wagenverkehr und gegen die Wasserstraßen zu unterbinden. Die Abtrennung der Reichseisenbahn von der Reichsverwaltung wird im übrigen natürlich überaus schmerzlich empfunden. Der dentschnationale Koch-Düsieldorf tadelte die riesigen Spitzen­gehälter bei der Aeichsbahngesellschaft und die Zusammensetz­ung des Aussichtsrates nach parteipolitischen Gesichtspunkten. Dann wandte sich die Debatte den Einzelfragen zu.

Die Krim der JenWrist.

Die demokratische Presse hatte den Vorstoß der Sozialisten gegen die Entschädigung der Ruhrindustrie mit solcher Begei­sterung ausgenommen, daß sie in diesem Feldzug führend wurde und derVorwärts" sich damit begnügen konnte, spaltenlaug dasBerliner Tageblatt" nachzudrucksn. Letzt aber, nachdem Lie Denkschrift des Reichsfinanzministeriums herausgekommen ist, klingt die demokraüsche Trommel doch beträchtlich gedämpft. Selbstoerständlich muß der Schein noch so weit gewahrt werden, daß man allerlei in der Denkschrift vermißt und ihre Argumen­tation anzweifelt. Aber von einemgroßen Skandal" ist keine Rede mehr, sondern es wird sachlich geprüft und beanstandet, was in und zwi^.-eu den Zeileu steht. Dagegen läßt sich natür­lich nichts einwendeu. Auch wir sind Anhänger der parlamen­tarischen Kontrolle, und so wenig auch in diesem Falle auch nur der entfernteste Verdacht einer Unredlichkeit bei der Zu- und Verteilung der großen Entschädigungssummen aufgetaucht ist, so könnten doch in anderen Fällen Unregelmäßigkeiten vorkom­men, wenn das Kontrollrecht nicht streng gehandhabt würde. Der Reichstag mag sich also gründlich mit der Nachprüfung der Denkschrift beschäftigen, in deren Einzelheiten nur ein Fachmann wirklich eindriugen kann. Um so auffallender ist es freilich, daß eine der schärfsten Kritiken gleich am Dienstag morgen in der Germania" zu finden war. Das wirkte nicht nur wegen der Sile, die sonst nicht die Stärke des Berliner Zentrumsblattes ist, sondern vor allem deshalb überraschend, weil die Auszahlung der Entschädigungen doch von dem Kabinett Marx vorgenommen worden ist. Soll nun behauptet werden, daß-der Neichskanzler Marx davon gewußt, daß also der damalige Finanzminister Lu­ther auf eigene Faust entschieden habe?" Das ist doch nicht gut möglich. Dann aber bleibt wohl nur die Erklärung übrig, daß das Zentrum das Kabinett Luther mit der Möglichkeit der Verweigerung der Lndemnität schrecken will um in Preußen dem Kabinett Marx das Leben zu erleichtern. Es führen viele Wege nach Rom gerade und krumme . . .

Jr. Mhers Memellanderwarlungen.

Der Reichskanzler hat in seiner großen Ostrede seiner be­sonderen Befriedigung darüber Ausdruck gegeben, daß das neue Kabinett Petrulis einen Gesetzentwurf für die Wahlen zum Sejm und dem Sejmelis im Memelgebiet vorbereitet hat. Ein weiterer wichtiger Passus lautet:Die Verhandlungen mit Deutschland wegen der Uebernahme der Souveränität des M-e- melgebietes durch Litauen werden sich nach den Wünschen der Memelländer zu richten versuchen". Lm Memelland selbst steht man, wie uns mitgeteilt wird, diesen litauischen Erklärungen vor läufig recht kühl gegenüber. Hat doch bisher jede Regierungs­erklärung die ungefähr gleichen Versprechungen enthalten, zu denen dann noch der Bau einer Eisenbahn Memel-Litauen und der Trrichtung eines Elevators im Memeler Hafen kam. Der M miste rpräsident sowie der Landespräsident gehörten bereits Ler vorigen Regierung an, haben sich dort allerdings vorwie­gend wirtschaftspolitisch betätigt. Der nationalistische Lin- schlag ist auch im neuen Kabinett nicht geringer vorhanden als im vergangenen. Anstelle des immerhin gemäßigten ausgetre- tenen Innenministers Starkus ist ein christlicher Demokrat, an­stelle des Kultusministeriums ein noch nationalistischerer Redak- teur getreten. 3m Memeler Direktorium befinden sich jetzt zwei als fanatische Litauer bekannte Persönlichkeiten. Man fürchtet, daß diese Personenzusammensetzung auch in Zukunft die Ent­wicklung zu gesetzlichen Verhältnissen im Memel gebiet zum min­desten aufhalten wird. Die einer baldigen Regelung geneigte Arbeiterförderation ist im Kabinett nicht vertreten. Man er­wartet aber, daß die Möglichkeit einer energischen Opposition dieser Gruppe immerhin von Wirkung auf die neue Regierung sein wird. Die Aeußerungen des deutschen Reichskanzlers las­sen erfreulicher Weise erkennen, daß Deutschland nicht geson­nen ist, stillschweigend eine weitere Beeinträchtigung der diesem entrissenen Lande zustehenden Rechte zu'dulden.