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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und V-selsberg, Ful-a- und Haunetal

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Nummer 61.

Samstag, den 14. März 1W.

L Fahrgang.

Die EtnheMandidlitur geschettett.

Mruch -er Aerhan-lnngen mit -em Zentrum. garres Kandidat der Rechten. Das Zentrum stellt Marx aus. Der Konflikt im Loebelausschuß.

Aach dem biâhMMn Verhalten des Zentrums in der Ka­binettsbildung in Preußen war eigentlich eine Einigung zwischen dieser Partei und den Rechtsparteien in der Reichspräsiden- tenfrage von vornherein wenig aussichtsreich. Ls ist nun auch so gekommen, wie wir es uns von Anfang an gedacht haben.

Wie dieLaffeier Post" aus parlamentarischen Kreisen er­fährt, forderten die Vertreter des Seutrums, als die gestrigen Aachmittagsverhandlungen des Loebellausschusses eröffnet wor­den, noch eine Stunde Bedenkzeit. Von den Vertretern der Rechten wurde aber eine sofortige Erklärung des Zentrums gefordert. Die Zentrumsvertreter beharrten aber auf ihrem Verlangen. Die Vertreter der Rechtsparteien zogen sich hier­auf ja einer internen Besprechung zurück und forderten erneut das Zentrum zu einer sofortige» Stellungnahme auf. Als das Zentrum sich weigerte, wurden die Verhandlungen für abgebro­chen erklärt.

Der Loebellausschuß erließ, wie dieLafseler Post" schreibt, folgende Erklärung: '

Das Neueste.

"Ein Schiedsspruch notwendig.

wtb. Berlin. telef. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt mit: Jra Berliner Bezirk vergrößerte sich die Streikbasis trotz gegenteiliger Zusicherung der Gewerkschaften dadurch, daß nunmehr an einzelnen Stellen auch in den Vahubetriebwerken die Arbeiter in den Streik getreten sind. Die Zahl der streiken­den Arbeiter beträgt etwa 2 465.

Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium über die Lohn- und Zeitfrage bei der Reichsbahugesellschaft haben, den Blättern zufolge, zu keinem Ergebnis geführt. Die Vermitt­lungsversuche des Reichsarbeitsministeriums sind ergebnislos geblieben, sodaß ein Schiedsspruch notwendig wird, der in den späten Abendstundeu zu erwarten ist. Die Schlichtungskammer die den Schiedsspruch fällen wird, ist heute nachmittag zusam- mengetreten.

Spritschieber Weber.

wtb. Berlin, telef. Die in der EschechoslowakÄ verhaf­teten Spritschieber Earl und Hermann Weber, sollen, nach ei­ner Blättermeldung, am Samstag an Deutschland ausgeliefert werden. Die tschechischen Beamten, die zu Ster Verhaftung beigetragen haben, erhalten eine Prämie von 200.000 tschech­ischen Kronen.

-wtb. Berlin. telef. (Berliner Abendblätter) Dem Lokal­anzeiger zufolge ist Dr. Jarres heute vormittag ans Duisburg in Berlin eingetroffen und hat in den Vormittagsstunden^ an den Beratungen des Loebell-Ausschuffes teilgenommen. Der Ausschuß hat feine Arbeiten zur Vorbereitung des Wahlkamp­fes ausgenommen und wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Sages einen Aufruf für die Kandidatur Jarres veröffentlichen. Jn der Vertreter-Versammlung« des Reichslandbundes wurde einstimmig eine Entschließung gefaßt, in der den Mitgliedern des Bundes vorgeschlagen wird; für die nationale Sammel- kaudidatur Dr. Jarres einzutreten.

Raould wieder Präsident der Staatsregierung.

Senf, 13. März. telef. Jm Widerspruch zu einer Abmachung, die der Rat vor drei Jahren darüber getroffen Mitglied der Saarregierungs-Kommission mchr als 5 Sahre im Amt bleiben dürfe, beschloß der Rat gestern aot>nd in einer geheimen Sitzung den seit 1920 im Amt befind- Wn Präsidenten der Regierungskommission Rault für ein weiteres Sahr in seinem Amt zu bestätigen. Auch die übrigen Mitglieder werden für em weiteres Sahr in ihrem Amte be­lasten. Unter diesen Umständen erklärte sich Frankreich mit dem von England unterstützen Vorschlag Schwedens einver- standen, das vimf des Präsidenten aufgrund eines jährlichen Turnus zu vergeben. Jn der Frage der Zurückziehung der französischen Gruppen aus dem Saargebiet soll sich der Rat mit dem Versprechen Frankreichs begnügt haben, im Laufe dieses Sahres einige Hnnderte Mann aus dem Saargebiet abzurufen.

Englands zukünftige Luftmacht.

London, telef. Der Luftfahrtminister erklärte in Unlerhaus-Debatten, die sich bis in die späten ^9 er müsse darauf Mnveâsen, daß der âsdruck L.nmachtestaudad gefährlich sei, angesichts der Schwie ^ILT!«?^ «>»IM«. Die «egtemng h-b»«!,»- bie Pärb«.! Ws* !U I4~tf«, welche bie ISngläitber gegen tkffe Lufstveitkrafl innerhalb von Reichweite schütze.

Von der Zeutrumsparlei war für die heutige Nachmittags­sitzung eine bestimmte Erklärung in Aussicht gestellt worden. Die Erklärung wurde aber nicht abgegeben, obwohl die Ver­handlungen des Ausschusses bereits 4mal vertagt worden waren und zwar lediglich, um dem Zentrum Zeit für seine Entscheidung }u lassen. Die Verzögerung wurde auch durch Schwierig­keiten bedingt, die inzwischen für eine gemeinsame Kandidatur Geßler in weiten Kreisen unserer bürgerlichen Parteien aufge­treten waren. Nach dem die Vertreter des Zentrums und der Demokraten auf eine weitere Teilnahme an der Beratung verzichtet hatten, hat dann der Ausschuß beschlossen, an der Kandidatur Jarres festzuhalten. Auch die Vertreter der Wirt- schaftsparlei haben sich ausdrücklich in den weiteren Verhand­lungen der Kandidatur Jarres angeschlossen. Die Bagerische Volkspartoi, deren Vertreter wegen einer dringenden Reise nach München, am Abschluß der Verhandlungen nicht mehr teilnehmen konnte, wird umgehend um Stellungnahme ersucht werden. Die in Betracht kommenden bürgerlichen Orgamsat- tiouen unterstützen gleichfalls die Kandidatur Jarres.

Ansprache Looliggs an den deutschen Botschafter.

wtb. Washington, telef. fZnnkspruchs. Jn einer an den Botschafter von Maltza« gerichteten Ansprache erklärte Loo- lidge, Amerika könne auf eine langjährige republikanische Ge­schichte zurückblicken. Er hoffe, der Botschafter werde aus dem Ltlkdimu der von Amerika in anderthalb Jahrhundert de­mokratischer Regierung gesammelte« Erfahrungen Nutzen ziehen. Der Botschafter selbst sprach von den sozialen mld Kulturelleu Beziehungen der beiden Länder. Er hoffe, daß die­se sich auch fernerhin erweitern und vertiefen werde die geistige Beziehungen mehr als materiellen zu einer -auerudeu Besserung in der Lage der Welt beitragen könnten. Der Botschafter sprach sodann dem Präsidenten und für die Freundschaftskund- gebnng des .verstorbenen Reichspräsidenten und für die ^SHm ausgedrückten herzlichen Stühle säen Dank aus.

Die Sicherheitsfrage im französischen Parlament.

wtb. Paris, 13. März. telef. Die Kammerkommiffio» für auswärtige Angelegenheiten beschäftigte, sich gestern Nachmit­tag mit der Sicherheitsfrage. Aach dem offiziellen Eommu- nique haben mehrere Mitglieder des Ausschusses ihren Stand­punkt entwickelt, sodaß Aussicht besteht, daß eine einmütige Stellungnahme in dieser Frage erzielt werden kann. ^Aalch demPetit Parisien" soll der Ausschuß der Ansicht sein, daß augenblicklich keine Besetzung, besonders die von Köln, eine Ende finden kann, so lauge nicht ein Pakt abgeschlossen sei, der in absoluter Form die Sicherheitsfrage Frankreichs garantiert. Auch die Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten beschäftigte sich gestern nachmittag mit der Frage der Entwaff­nung Deutschlands aufgrund eines Referats des Generals Bo­urgeois. An der Diskussion beseitigten sich Poincare und Se­nator Heurg de Souvenel.

Der Ausschuß hat einen Fragebogen aufgestellt, den Her­riot baldigst beantworten soll. Dieser Fragebogen bezicht sich L auf die Veröffentlichung best Kontrollberichtes über die Entwaffnung, 2. auf die Notwendigkeit die Kontrollorganisa­tion nicht zu beseitigen, solange nicht die Punkte, bie in der Note der Votschafterkonferen; vom 22. 9. 21. enthalten sind, erfüllt sind und 3. auf nbie Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, der erfolgen müsse, ehe sich Frankreich zu irgendeinem Abkommen in der Sicherheitsfrage verstehe.

Dem Zuge.

Geßler Kandidatur gescheitert.

Wie verlautet, soll Reichsaußenminister Dr. Stresemann bei den verschiedentlichen Beratungen der Fraktionen und dem Lo-ebell-Au-sschuß am Mittwoch den Unterhändlern des Zen­trums erklärt haben, nach feiner Ueberzeugung sei eine Präsi­dentschaft Geßlers außenpolitisch untragbar, da das Ausland sie als Proklamierung einer verhüllten Militärdiktatur ansehen würde.

Auch innerhalb der demokratischen Partei hatten sich gegen die Kandidatur des Reichswehrministers Geßler erhebliche Wi­derstände geltend gemacht; namentlich der linke Flügel der Par­tei hatte eine fchroffablehnende Haltnng eingenommen.

So schreibt z. B. dieFrkst. 3tg:Dr. Geßler ist be­kannt als eine Persönlichkeit, die gerade in den hinter uns lie- genben Monaten im Widerspruch zur Meinung der Demokra­tischen Partei ausdrücklich für eine Bürgerblockrogicruug ein­getreten ist. Gatsächlich sitzt er ja auch jetzt im Gegensatz zu den Wünschen seiner Partei als Minister in einem Kabinett der

Rechten. Alle diese Dinge begründen die allerstärksteu Em- wände gegen eine Kandidatur Geßlers in der Art, wie sie jetzt aufgezogen werden soll, und es scheint uns nötig zu sein, sofort dringlich davor zu warnen".

Nach derFuldaer Zeitung" ist natürlichdas unverant­wortliche Vorgehen der Deutschnationalen die Schuld für das Scheitern der Kandidatur Geßler und das Zentrum muß wie­der seinen verehrten Führer Marx Herausstellen, der sich bei der heutigen politischen Verwilderung in Deutschland dem Martyrium der schlimmsten persönlichen Verunglimpfung aus­setzen muß". Armer Dr. Marx! Opfer um Opfer!

Marx will ein Beamtenkabinett bilben.

DB. Berlin. Ministerpräsident Marx wird seine Be­mühungen um die Kabinettsbildung am Donnerstag fortsetzen. Das bisherige preußische Kabinett hat dem Ministerpräsidenten einen Kabinettsbeschluß vorgelegt, nach dem er wieder mit dem selben Ministerium vor den Landtag treten solle. Dr. Marx hat, wie wir aus Landtagskreisen erfahren, dies abgelehnt, und wird statt dessen ein reines Beamtenkabinett bilden, das über­haupt nicht parteimäßig gebunden ist. Es soll zum größten Geil aus den bisherigen Staatssekretären der preußischen Ministe­rien bestehen, die überwiegend auf die Politik der Weimarer Koalition eingestellt sind.

Noch wochenlange VerhaMullgev des Varmat-Ausschllstes.

DB. Berlin. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, haben die Untersuchungsausschüsse für die Barmat-An- gelegenheit ihr Material noch nicht zur Hälfte erledigt. Der preußische Ausschuß wird voraussichtlich bis Ostern tagen. Die Staatsanwaltschaft will das Verfahren erst dann zum Abschluß bringen, wenn der Untersuchungsausschuß seine Gütigkeit be­endet hat., Die Greuhandgeselischaft des Barmatkonzerns steht unmittelbar vor ihrer Auflösung, da keine Möglichkeiten einer Sanierung mchr vorhanden sind.

Erfolge des deutschen Außenhandels.

Wie amerikanische Blätter melden, gewinnen die deutschen Kaufleute in Ehina immer größeren Einfluß. Viele chinesische Läden versorgen sich mit deutschen Waren, da die deutschen Firmen den chinesischen Kaufleuten lange Kredite einräumen. Den Amerikanern sind diese Gats-achen natürlich nicht ange­nehm.

Ergebnislose Eisellbahuer-Verhandlullgen.

DB. Berlin. Die Lage im Eisenbahnarbeiterstreik hat eher eine Verschärfung erfahren. Es streiken insgesamt 8132 Arbeiter, also 19% der gesamten Eise Nbahn arbeiterschaft.

Heute Vormittag fanden im Reichsarbeitsministerium Ei- nigungsoerhand-Iungen Mischen der Reichsbahnverwaltung und den Gariforganisationen der Eisenbahner - statt, die wiederum kein Ergebnis zeitigten, weil der Vertreter der Reichsbahn eine allgemeine Lvhnechöhung und eine Arbeitszeitverkürzung abl-ehnte. Die Tariforganisationen der Eisenbahnarbeiter ha­ben sich verpflichtet, vorläufig von einer Erweiterung des Ei- senbahnarbeiterstreiks abzusehen, da morgen ein vom Reichs- arbeitsminister -eingesetztes Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Regierungsrats Mewes zusammentritt.

Entschließung der Beamtenverbände.

DB. Berlin. Heute fand eine Vorstandssitzung der Reichsbahngewerkschaften, der deutschen Eisenbahnbeamtien und Llnwärter statt, die sich mit den Forderungen der Eisenbahn­arbeiter beschäftigte., Es wurde einstimmig eine Entschließung gefaßt, in oer den im Kampfe stehenden Kollegen die volle Sym­pathie ausgesprochen wird. Weiter erklären sich die Verbände mit den Lohnempfängern der Reichsbahn solidarisch. Die Be­amtenmitglieder werden aufgefordert, die streikenden Kollegen moralisch und materiell zu unterstützen und durch ihr Verhalten gewerkschaftliche Solidarität zu bekunden.

Die Forderungen auf allgemeine Lohnerhöhung ab l.März und Verkürzung der Arbeitszeit werden aufrecht erhalten. Bei einer weiter ablehnenden Haltung der Reichseifenbahnver- wattung ist eine Verbreiterung der Kampfbasis vorzunehmen. öem Vorstand wird dazu jede weitere Vollmacht erteilt. Der Vorstand wird beauftragt, die vom Reichsarbeitsminister ein­geleiteten Schlichtungsverhandlungen wahrzunehmen und eine Verständigung auf der Basis der Forderungen der Eisenbahn­arbeiter zu erzielen.

Fnzwischeu machen sich die zuständigen Stellen auf alle Eventualitäten gefaßt. So hat die Reichsbahndirektion Halle bereits am Mittwoch den Bahnschutz mobil gemacht. Jn S-ach- feu ist nach den letzten Meldungen eine Zunahme der Streiken­den zu verzeichnen. Ebenso in Mitteldeutschland und Schlesien. Gmer Mitteilung des deutschen Eisenbahnerverbandes zufolge sollen in Sachsen 95% des Güterverkehrs stillliegen. Jn 9Hit- hv eufjcbimib und Westfalen werde augenblicklich kein Gut für Sachsen angenommen.

Nach einer weiteren Erklärung des deutschen Eisenbahner- Verbandes treffen die Meldungen nicht zu, wonach die Besatz- ungstbehorden einen Streik nicht zulassen würden; dies gelte nur c.e englische Zone (Köln). Die srauzösische VesaHungsbehörde werde, falls es zu einem allgemeinen Streik kommt, einen eige- nen Botbetrieb errichten, zu dem die Fahrpläne bereits vor- licgen. Die französischen Besatzungsbehörden würden keinen Streik verbieten, so lange der Notfahrplan aufrecht erhalten werde.