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Fuldaer Kreèsblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulöa- und Haunetal

MW Morgenzeitung" erscheint wöchentlich 6 mal, (nutzer M.ntags), Sonntag, Anzeigen: Die 7 gespaltene mimeteqeile 0.04, auswärts 0,07 Rentenmait. Die 92 mm

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Ammer 62. Sonntag, den 15. März 1925. 2. Fahrgang.

England und die Genfer Tagung.

Das Ende des Echiedsgerlchtsprotokolls. Englands Ansicht über die Kontrolle des Völkerbundes am Rhein. - Der nöchste Saarprüstdent kein Franzose.

Lutscheidimg über die Protokollfrage erst im Herbst.

D.B. Genf, 13. März. (Lig. Meldg.) Die heutige Sitz­ung des Völkerbundsrates stand im Zeichen einer regen Ver- -mittlertätigkeit des tschechoslowakischen Außenministers Be- nefch. Er hielt im Rat eine Rede, die eine Verteidigung des Genfer Protokolls darstellt. Er betonte, die von England ge­wünschten verschiedenen Abkommen unter den Auspizien des Völkerbundes entsprechen im Grunde dem System des Proto­kolls. Da man Sicherheit, Frieden und eine Verbesserung des Paktes erstrebe, müsse dies erreicht werden dadurch, daß die Gedanken des Genfer Protokolls in irgend einer Form Anwendung finden.

Danach nahm der Völkerbnndrat eine Resolution an, nach der der Rat beschließt, die Erklärungen des britischen Delegier­ten und der übrigen Ratsmitglieder zusammen mit allen etwai­gen weiteren Erklärungen der Völkerbundsregierungen für die kommende Völkerbundsversammlung im September zu ver­weisen, und die beschlossenen Vorarbeiten zu vertagen, bis die Völkerbundsversammlung in der Frage eine Entscheidung ge­lallt hat.

wb. Rom, 14. März. Der Messagero schreibt, das Sen­ser Schiedsgerichtsprotokoll sei endgültig mit der gestrigen Sitzung zu Grabe getragen worden. Daran könne der Wort- 4aut des Vorschlages Beneschs, die Weiterberatung des Ge­genstandes auf die nächste Sagung zu verschieben, nichts än­dern. Dieser Vorschlag sei nur gemacht worden, um gewisse Illusionen zu retten.

England gegen eine dauernde Kontrolle am Rhein.

Der Völkerbundsrai erörterte auch, wieHavas" berichtet, das Problem der französischen Sicherheit am Rhein in einer

Das Neueste.

Austritt aus der Volksaprtei.

wtb. Berlin, 14. März, telef. Die frühere Abgeordnete des Reichstags Frau Katharina Oheimb hat in einem Schrei­ben vom 13. März dem Parteivorstand Dr. Stresemann ihren Austritt aus der deutschen Volkspartei erklärt.

wtb. Berlin, 14. März. telef. Wie Frau von Oheimb milteilt, haben die Blätter als Grund ihres Austritts aus der Deutschen Volkspartei angegeben, daß die zwiespältige Haltung der offiziellen Führung der Deutschen Volkspartei in der Fra­ge der Rerchspräsidentschaftswahl es ihr unmöglich mache or- iganisiertes Mitglied der Partei zu bleiben. Sie bekennt sich je­doch nach wie vor zu den Grundsätzen der Partei.

Der Zwischenfall in Halle.

wtb. Berlin, 14. März, telef. Wie dasGageblatt" aus Halle meldet, fand heute vormittag imVolkspark" die vorläu­fige Vernehmung der an den gestrigen Zusammenstößen betei­ligten Polizisten und Versammlungsteilnehmer durch den Ober­staatsanwalt, Untersuchungsrichter und Aegierungsprästdeuten statt. Hierbei stellt sich als vorläufiges Ergebnis heraus, daß die Schutzpolizei vollkommen einwandfrei gehandelt hat. Sie hat «rst von der Waffe pflichtgemäß Gebrauch gemacht, nachdem sie von den Versammlungsteilnehmern wiederholt beschossen wurde. Es sind Geschosse gefunden worden, die keine Schutzpolizeimuui- tion sind. Weiteren Blättermeldungen zufolge steht noch nicht « ^en Loten erschossen wurden. Bisher hat mau leoighcb bei einem Loten Schußverletzungen feststollen können.

bezeichnet, daß infolge der ungeheuren Pa- ^"^urzons des Geländers der Galerietreppe, meh- wurde?' ^Emlungsteklnehmer getötet oder schwer verletzt

Keine Neigung, den Schiedsspruch anzunehmen. mittel TA ^ ^ ^' Wie die Blätter weiter m.tte.len besteht sowohl bei der Aeichsbahnverwaltung als auch den gestern gefällten Die Aeichsbahnverwaltung macht ^'" dem Schiedsspruch festgesetzte Erhöhung kenL.T? ^"""^ daß ihr auch die Wiedereinstellung der streik unmöglich sei, und die Goiverkschaften sind der be A -^ '"der Frage der Arbeitszeit nicht das erreicht wur- £inc direkte Stellungnahme der scheu zedoch Nicht erfolgt. Der Vorstand des deut- sitz,,,,^n^"^bnerverbandes wird erst Montag in einer Gesamt- lung nehmet geschaffenen Lage Stel-

Y . Wenn die beiden Parteien den Schiedsspruch

öffentlichen Sitzung. Bei der Diskussion der Frage einer mög- ilichen Kontrolle durch den Völkerbund in der entmilitarisierten Zone, d. h. am Rhein vertraten einige Mächte, darunter Eng­land und Schweden die Ansicht, daß die Kontrolle in der ent­militarisierten Zone die gleiche wie die im übrigen Deutschland sein müsse. Vor allem England sei immer dafür gewesen, daß die Kontrolle des Völkerbundes am Rhein keinen permanenten Charakter tragen dürfte.

' Der nächste Saarpräsident kein Franzose.

wb. London, 14. März. Der Genfer Sonderberichterstatter der Daily News schreibt, es sei die feste Vereinbarung zwischen den Mitgliedern des Völkerbundes privatim getroffen worden, daß, wenn auch Rault für ein weiteres Hahr zum Präsidenten der RegierungSkommWon des Saargebiets ernannt werde, der nächste Präsident unter keinen Umständen ein Franzose sein solle. Darauf führt der Berichterstatter die Zurückziehung des schwedischen Antrages zurück. Als wichtigstes Ergebnis des ge­strigen Sages sieht der Berichterstatter die anscheinend erfolgte Preisgabe des größten Geiles der Borschläge für die Völker- bunduntersuchung der deutschen Rüstungen an, wobei Groß­britannien und Schweden den französischen Forderungen nach­drücklichen Widerstand entgegengesetzt hätten.

wb. London, 14. März. Die Union für demokratische Kon- trolle hat in ihrer 10. Hahressitzung eine Entschließung ange­nommen, die bedauert, daß die britische Regierung der Wieder­ernennung Raults zum Präsidenten der Saarkommission ^ge­stimmt hat, trotz des Protestes aller Klassen im Saargebiet, aus allen Seilen Deutschlands und aus neutralen und alliierten Ländern und die fordert, daß nach Ablauf eines Sahres ein neutraler Vorsitzender gewählt wird.

ablehnen sollten, wird am Mittwoch die Berbindlichkeitserklär- mng des Spruches erfolgen. Am heutigen Lage trat keine we­sentliche Aenderung in der Streiklage ein.

Der Elsenbahnerstreik. Die Lage unverändert.

wtb. Dresden, 14. März. telef. Aach Mitteilung der Reichsbahndirektiou ist die Streiklage im Bereich vom Direk- tionsbezirk Dresden unverändert.

Einsatz der technischen Nothilfe.

wtb. Berlin, 14. März. telef. Die technische Nothilfe im Elsenbahnerstreik ist im Laufe des heutigen Vormittags in er­weitertem Umfange auf den Berliner Bahnhöfen zu Notstands- arbsiten herangezogen worden. Insgesamt sind in Berlin nun­mehr 359 Aothelfer bei der Eisenbahn eingesetzt.

KreuzerBerlin" im Sturm in der Biscaga.

rotlb. Berlin, amtlich, 14. März. telef. Der KreuzerBer­lin" hat auf der Heimreise in der Biscaga infolge des schweren Oststurmes zwei Lage beigedrcht, sodaß sich seine Ankunft in Kiel, wo er am 15. März erwartet wird, um etwa zwei Lage verzögern wird?

Auto-Unfall.

* Wedel' "' März, telfe. 3m benachbarten Her- mannsdorf ereignete sich gestern ein schwerer Zusammenstoß zwi- !cheneinom Lastauto und einem Personenzug. Zwei Susassen ?lb ^tos waren sofort tot, der dritte starb au de« erlittenen schweren Verletzungen nach etwa einer Stunde.

Die Völkerbuudstaguug.

<.^^b^ondon' 14. März. telef. Der Pariser Berichter­statter der Times schreibt: auswärtige Beobachter würden gut daran tun, die gestrigen Aeußerungen der Pariser Presse zur Ablehnung des Protokolls durch England nicht allzu ernst zu

"^° sicherlich die Vernunft im französischen Volke die infolge der Rede Lhamberlains erstan- dene Erregung wieder dämpfen. Der grundsätzliche Unterschied 'Zwischen dem Standpunkt Großbritanniens und Frankreich kön­ne nur durch guten Willen auf beiden Seiten mit der Zeit aus­geglichen werden.

Ausbau" des Kontrollrechts.

wtb. Genf, 14. März. telef. Zu den verschiedenen Fragen über den Ausbau des Kontrollrechts des Völkerbundes über Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien, hat der Völ­kerbund heute nachmittag beschlossen: 1. Den Bericht der ge­wischten Kommission der juristischen und militärischen Sachver­ständigen anzunehmen, der die Mittel und Wege festlegt, durch die der Kontrollkommission eine vollkommen freie Durchführung ihrer Aufgaben gesichert werden soll. 2. Den Generalsekretär des Völkerbundes zu bitten die Frage prüfen zu lasten, ob und inwieweit das in diesem Reglement aufgestellte System gesetz­

geberische Maßnahmen notwendig macht, die durch die de« Kontrollrecht unterworfenen Staaten einzuführeu wäre« unb dem Rat in dieser Frage einen Bericht vorzulegeu. 3. Den Generalsekretär zu ermächtigen schon jetzt den genannten vier Staaten, Ne sich zur Duldung jeder Kontrolle verpflichten, die Entscheidung des Völkerb-undsrates über die Organisation des Kontrollrechts und des Reglements darüber mitzuteilen, damit biefe Staaten in die Lage kommen ihrerseits die notwendigen Maßnichmen zu ergreifen und dem Rat die Anlehnung seiner in den Friedensverträgen niedergelegten Befugniste im Falle einer Kontrolle sicher zu stellen. 4. Die weitere Ausführung dieses Koutrollsgstems für die entmilitarisierte Rheinlandzone auf die nächste Saison zu vertagen. 5. Poleu aufzuforderu, dem Generalsekretär eine ausführliche Darlegung darüber zukom- men zu lasten, auf welche Argumente es feine Forderung zur Leit Kahme an den Arbeiteu der ständigen beratenden Militärkom- missiou des Völkerbundes begründet.

Der Bericht der juristischen und milltärischeu Sachverstän­digen über den Ausbau des Kontrollrechts, der den Regierun­gen von Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien auf­grund dieser Entschließung mitgeteilt werden soll, ist bis zur Stunde noch nicht veröffentlicht worden.

Die Abrüstul^skouferen).

wtb. Washington, 13. März. telef. 3n der von Eoolidge geplanten Abrüstungskonferenz soll auch Ne Rüstung zu Land zur Erörterung gelangen. Da Amerika die eigene Armee be­reits auf ein Mindestmaß herabgesetzt habe, werde die amerikaui- fche Politik von einem Apell, in dem weitere Rüstungsbeschräuk trugen gefordert werden, ansgeben.

Nach der Nominierung der Kandidaten.

D.B.Verliu, 13. März. (Erg. Meldg.) Wie wir aus po» irtsch- Kreisen hören, haben bert. Vevmittiungsoeißuche bestimm­ter industrieller Kreise, die der Deutschen Volkspartei nahe- ftehen, eingesetzt, um für den zweiten Wahlgang bei der Prä^ siden-tenwahl doch noch eine Sammelkandidatur aller bürger­lichen Parteien zustande zu bringen. Auf der anderen Seite aber bemühen sich die Demokraten und das Zentrum die So­zialdemokraten M überzeugen, daß es unbedingt notwendig sei, beim Weiten Wahlgang alle republikanischen Stimmen auf Dr. Marx zu vereinigen. Die Sozialdemokraten haben sich bisher diesen Vorschlägen gegenüber nicht völlig ablehnend verhalten, sie machen es^jedoch zur Bedingung, daß Dr. Marx in Preu- &en bei der Zusammenstellung seines Kabinetts keine Bindung nach rechts eingebet. DerVorwärts" stellt heute abend fest, daß alle Pläne für den zweiten Wahlgang übereilt sind, solange nicht das Ergebnis des ersten vorliegt; zuvor wären überhaupt keine Schlüsse der Parteileitung möglich. Das sozialdemokra­tische Blatt erklärt sich nun aber gern bereit, gemeinsam mit anderen das wirksamste Mittel ausfindig zu machen, um einen Sieg Dr. Carres schon im ersten Wahlgang zu verhindern.

Der Kandidat der bürgerlichen Parteien Dr. 3arrcs ist be reits heute in Berlin eingetroffen und hat an den Beratungen des Loebell-Ausschusfes teilgenommen. Der Ausschuß beab­sichtigt, einen Aufruf für diese Kandidatur zu veröffentlichen Eine Vertreterversammlung des Reichslandbd. hat Huete in ei« ner Sitzung zur Präsidentschaftswahl einstimmig den Beschluß gefaßt für die nationale Lammelkandidtur des Herrn Dr. 2ar- res einzutreten.

Die Blätter aller Parteischattierungen eröffnen mit dem blutigen Sage den Wahlkampf. Einen breiten Raum nimmt v wer an dem Scheitern der Verhandlungen um ne Aufstellung eines Kandidaten sämtlicher bürgerlichen Par­teien die Schuld trage. Die volksparteillcheZeit" stellt fest, daß entgegen anders lautenden Meldungen Dr. Stresemann in der ^eichsausschußsitzung der Deutschen Volkspartei keine Re­be gegen Seßler gehalten habe. Von der Person des Reichs- wehrminchers sei im Reichsausschuß nur im Sinne der Hoch- schätzung die Rede gewesen. Dr. Stresemann habe sich ledig­lich für die Kandidatur eingesetzt.

Wie wir hören, will die Deutsche Volkspartei in den näch­sten Sagen eine Sitzung des Parteivorstandes und des Reichs­ausschusses einberufen, um die Gegensätzlichkeit zu erklären, die in den letzten Lagen zu Sage traten und zu mannigfachen Miß­verständnissen Anlaß gaben.

A Kandidatur öarres vereinigten Parteien und Verbände haben sich heute zu einem R-ichsblock für die Durch- fuhvnng der Wahl zusammengeschlosien. Die Blätter der Rech- der gestrigen Sitzung des Loebellaus- schusses die Wirtschaftspartei die Kandidatur Öarres restlos un- A A ^Echeidung der Bayerischen Vockspar- ; ^bt noch aus. Der Landesausschuß der Bayerisch. Volkspar

?U Atzung zusammntreten um endgültig Beschluß zu fassen. Innerhalb dieser Partei soll angeblich eine tarke Strömung gegen das Eintreten für öarres vorhanden A 1 ,e -Meinungen darüber gehen jedoch sehr auseinander. - e I eutschhannoversche Partei hat gleichfalls noch keine Ent­scheidung getroffen.

®raf Westarp veröffentlicht heute eine längere Erklärung über den Gang der Verhandlungen des Loeb°ll-Ausschustes mit ben Parteien des Zentrums u. der Demokraten. Graf Westarp