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Sicherheittttllge und Völkerbund.
Gamberlain und Serrlot. — Ein tschechs-llowakilcher Mjebsgerjchèsvrrtrag. — Keine VeröffeniMung des KontrMerichts. - Die Sicherheitsfrage dringlich. — Die Abrüstungskonferenz.
Die Narller NresseemyWge.
wb. Paris, 17. 3. Der Außenpolitik, des Matin hat gestern den Presseempfängern beigewähnt, die Staatssekretär Ehamber- Iain und Ministerpräsident Herriot nach der Konferenz über das Problem der Sicherheit ab gehalten haben. Nach seiner Darstellung hat Chamberlain erklärt: Wir prüfen gewissenhaft die Vorschläge Deutschlands, um die Vorteile zu erkennen, die wir daraus ziehen können. Nach meiner Ansicht können wir nichts Nützliches und Praktisches mit Deutschland beginnen, wenn die Jes nicht bereit ist, in den Völkerbund ein zu treten. Ministerpräsident Herriot habe die gleiche Sprache geführt, jedoch nach dieser Richtung hin erklärt, .man dürfe die Dinge nicht miteinander vermengen und nicht das Protokoll dem französisch-englischen Grantiepakt oder dem Pakt zu Fünfen entgegenstellen. Das würde zu nichts .führen. Wir haben, so erklärte Herriot, gestern den Weg der konkreten Analgse beschritten, ohne uns auf eine Formel festzulegen, und wir haben festgestellt, daß unsere Gedanken in vielen Punkten sich genähert haben. Eham- berlain habe ferner gesagt, es könne möglich sein, daß das britische Reich ein besonderes Sntereffe an einer gewissen Grenze habe, aber die Grenzen der alliierten Staaten und der Mit-, glieder des Völkerbundes müßten ebenfalls garantiert werden. Großbritannien wolle keine neuen Verpflichtungen den alten bereits übernommenen hinzufiigen. Herriot habe erklärt, daß Frankreich auf keinen Fall seine Sicherheit dadurch erkaufen werde, daß es seine Unterschriften und feine Freundschaften verleugne.
Was die Frage der Militärkontrolle und der Räumung der Kölner Fone anlangt, so hätten sich die beiden Minister die Beschlüsse ebenfalls vorbehalten. Da es sich um Fragen dringlichen Charakters handele, könne diese Reserve bedeuten, entweder daß die Minister diese Fragen mit den allgemeinen Verhandlungen haben verbinden wollen oder daß sie sich schon über eine Prozedur geeinigt hätten, von der sie Deutschland keine Kenntnis geben wollten, ehe diese Prozedur nicht von allem Alliierten gebilligt worden sei.
Aach dem Oeuvre hat Herriot über den Verlauf der Konferenz ungefähr folgendes erklärt: Man brauche dem Protokoll von Cens keine Träne nachzuweinen; die Frage sei auf September vertagt worden und nicht begraben worden. Man dürfe nicht das Protokoll von Genf dem Garantieapkt zu Dreien zwischen Frankreich, England und Belgien, oder dem Garantiepakt zu Fünfen unter Beteiligung von Stäben und Deutschland oder dem Garantiepakt zu Sieben, indem man Polen und die Tschecho-<Slowakei zulasse entgegenstellen. Man müßte analgsisch vorgehen und zu erkennen versuchen, welche Probleme gestellt seien und welche Lösungen die ent- scheidenden Probleme bringen könnten. Der Sicherheitspakt, zu dem man sich entschließe, müsse vom Völkerbund augeuom- meu werden, also in seinen Rahmen sich einstigen. Es handele sich also um ein Teilprotokoll, das von den gleichen Grundsätzen getragen sei, wie man sie in Genf im vorigen September ausgearbeitet habe. Man wird etappenweise zu dem großen Werk gelangen, daß man jetzt noch nicht hat annehmen können. Wir sind nicht einig mit Chamberlain über die Arbeit, die wir zu vollbringen, haben. Wir beide haben als Grundlage den Respekt des Versailler Vertrages und des Völkerbunds- statots anerkannt. Wie kann also Polen beunruhigt sein. Frankreich und seine Alliierten sind loyal und Polen ist kein kleiner Staat; er wird ein Wort bei den zukünftigen Verhand- lungen mitmsprechen haben. Sch bin mit Chamberlain darin einig daß Deutschland in den Völkerbund nach den allgemeinen We.n eintreten soll. Sch füge persönlich hinzu, daß die Alli- untereinander geeinigt haben müssen, ehe sie mit wciaeS Wer s-^^^ verhandeln. Herriot weigerte sich, über die Räumung der Kölner Fone etwas zu er- ^ande, es handele sich um eine Frage de <2115 man 'ihn^rh Botschafterkonferenz behandelt wer-' ? öer Umladung Coolidges zu der beab- üchtigten Abruistllngskonferenz fragte, erklärte er, Frankreich K Tb xeine erhalten, aber er bleibe bei seiner barm bestehe, eine Entwaffnungskonferenz nur an- ^men wem, Frankreichs Sicherheit garantiert sei von einer Organ,satwn der Sch.edsgerichtsbarkeit, die ihren Willen den Rationen aufzwmgen könne, die schlechten Willens seien.
Sicherheitsfrage und Völkerbund. g°rich^2' ^rriot, der Dreifaltigkeit treu: Schieds- nunq dar7/b ' aob Entwaffnung. Die Entwaff- rigl p I ^" N'lbt an letzter Stelle stehen. Sie werden üb- ProtökM â ^ "7 °"' '^endeiue Weise schließlich zum ich bas l 7°^ Änlichem zurückkehren werden. Se mehr Eb^rL Prüfung man im daß es die nökl^ J - ""'^'"'^r bin ich davon überzeugt, ist 2 not,9'c ^ganzung des Statuts des Völkerbundes .
Paris. Das Petit Journal glaubt über die Pläne des hcyecho-flowakischen Außenministers Benesch unterrichtet zu sein. Er vertrete den Standpunkt, daß das deutsche Angebot eines Paktes der gegenseitigen Garantie von den Alliierten mit der größten Aufmerksamkeit geprüft werde. Während die Alliierten unter sich und mit Deutschland diskutierten, wolle er, Benesch, aber nicht untätig bleiben. Er werde eine Paralell- aktion einleiten und sich im nächsten Monat nach Warschau begeben, wo er einen tscheche-Sowakisch-polnischen Schiedsgerichts!) ertrag, an dem seit einigen Wochen gearbeitet werde, unterzeichnen werde. Das sei noch nicht ein Pakt des Beistandes zwischen den beiden slawischen, Deutschland benachbarten Nationen, aber die Grundlage dazu. Andererseits werde die Tschecho-Slowakei ein Friedens- und Freundschaftsbündnis mit verschiedenen anderen Staaten, nämlich mit Oeste- reich abschließen. Benesch möchte also einen gemeinsamen Vertrag auf der Grundlage des Genfer Protokolls und der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit mit einer gewissen Fahl non Ländern in Ost- und Mitteleuropa probieren. Das allge- meine Protokoll von Genf werde also auf diese Weise ein regionales Protokoll werden, dem auch Oesterreich beitreten nönne. Wenn die großen Alliierten sich ihrerseits verständigten werde es alsdann in Europa zwei Gruppen des gegenseitigen Beistandes geben; alle beide im Rahmen des Völkerbundes. Wenn nun diese beide Gruppen sich später vereinigten, käme a^° auf ^as mehr oder weniger eingeschränkte System zu- ruck, wie man es im September v. 2. in Genf ausgearbeitet habe.
Der geheimnisvolle Kontrollbericht.
London. Der Pariser Korrespondent des „Daily Tele- graph > Pertinax schreibt über die Besprechungen Herriots mit Chamberlain und Benesch, der Bericht der Militärkou- trollkommisston werde nicht, oder jedenfalls nicht jetzt, veröffentlicht werden. Chamberlain vertrete die Ansicht, daß die Veröffentlichung des Berichtes nicht zur Schaffung einer besseren internationalen Atmosphäre beitragen werde. Sm Augenblick scheine auch keine Konferenz der Alliierten unter Teilnahme Deutschlands in Sicht zu sein. Die deutschen Vorschläge wurden weiterhin von der französischen und britischen Regierung geprüft, aber der angeregte Pakt nicht abgeschlossen werden, ehe nich tDeutschland in den Völkerbund eingetreten sei. Der Pakt würde über dies keine Bestimmungen enthal- ten, die, soweit eine Revision der deutschen Ostgrenze in Be- tracht komme mit Anmei ,Y der Völkerbundssatzungen in Widerspruch standen, nach denen die Ostgrenzen Deutschlands nur durch einstimmigen Beschluß der Völkerbundsversamm?
Knuten. Was die Aufnahme Polens und der Tschechoslowakei in den Pakt betreffen, so fei es noch zweifelhaft, ob sich die britiische Regierung damit einverstanden allen ^W baß die Aufrechterhaltung der Ostgrenze von allen Westmachten garantiert werde. Was die Entmilitan-
L ?^^udes angehe, Jo hätten die Alliierten das Recht, nach dem Versailler Vertrag jede Verletzung der Ent- milttaristerungsbestimmungen als feindliche Handlung zu be° ^è Ansicht solle später neben^dem von wilitäriE vorgeschlagenen Pakt ein besonderes militärisches Abkommen abgeschlossen werden.
Sicherheitsfrage und Völkerbuod.
London. Der diplomatische Berichterstatter des Dailu
Regièru^ Europas geneigter sein als die
imstande sein, die günstige Stimmun^der^ öfters m Deutschland viele Monate hindurch aufrechtzu^ Berichterstatter erklärt weiter, gestern habe in f
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Sondierung der Mächte.
London. Der New Yorker Berichterstatter des Daily Telegraph meldet, Präsident Eoolidge beabsichtige nur dann Einladungen zur Abrüstungskonferenz abzusenden, wenn die an- oeren Ulachte gründlich sondiert worden seien. Walhinaton wünsche vor allen sicher zu sein, daß die Völkerbundskonf/reiiz aufgegeben sei. ön amtlichen Kreisen werde nicht daran qe- ^ifelt, daß Großbritannien die Einladung annehmen werde, ellan glaube auch, baß, öapan der Einladung Folge leisten
Haltung Frankreichs erscheine dagegen zweifelhaft^ Wenn Frankreich nicht geneigt sei, an einer solchen Konferenz teilzunehmen, so würden keine Einladungen zur Konferenz abgesandt werden. Sollten die Mächte bereit sein, die Einbeziehung der Luftrüstungen zu erwägen, so werde Washina- on bereit sein, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen?
Deutschland wird ausgeschaltet.
n>b. London, 17. März. Der Newgorker Berichterstatter des Daily Lhronicle schreibt, nach Mitteilungen von gut unterrichteter Seite habe Präsident Eoolidge nicht die Absicht, auf der einzuberufenden Konferenz eine Erörterung der Einschränkung der Rüstungen ?u Wasser und zu Lande ftattfinden ?u lassen. Er sei vielmehr der Ansicht, daß die Frage der RLst- uugeu zu Laude in der Hauptsache eine europäische Angelegenheit sei und er werde darauf nicht Bezug nehmen, sobald die Einladungen ?u der zweiten Washingtoner Konferenz ergingen. Uebrigens würden die Einladungen nur an die großen Seemächte gerichtet werden. Auch der Newgorker Berichterstatter der Westminster Gazette meldet, Eoolidge sei der Ansicht, daß Deutschland da es entwaffnet sei, mit der bevorstehenden Konferenz nichts zu tun habe.
Auch Rußland soll eiugeladeu werde«.
wb. Loudon, 17. März. Nach einer Newgorker Meldung hat Senator King, der Urheber der Entschließung des Senats, in welcher Präsident Eoolidge aufgefordert wird, eine Abrüstungskonferenz aller Nationen einzuberufen, mit depen die Bereinigten Staaten Beziehungen unterhalten, nunmehr auch angeregt, daß Eoolidge Rußland einschließe, ohne Rücksicht darauf, ob die Vereinigten Staaten die Sowjetregierung anerkennen oder nicht.
Um die deutsche Ostgrenze.
Eme englische Press eabftimme.
London, 16. März. (Wolff.) Der „Observer" führt im Leitartikel aus, jeder Rückblick auf die Geschichte der früheren Seil bilde eine Warnung für die Nutznießer des Versailler Vertrages, sich vor dem Glauben zu hüten daß Gewalt das geeignete Mittel sei, ihn aufrechtzuerhalten. Alles, was am Vertrag gut und richtig sei, werde durch seine Fehler und Ungerechtigkeiten gefährdet. Die Beseitigung der letzteren sei wesentlich für die Konsolidierung von Osteuropa. Der Rat, den man als Freund Polens diesem Lande erteilen müsse, sei,' daß es ein todbringendes Geschenk erhalten habe in Gestalt der Grenzlinien, die geeignet seien, gerade im Augenblick der Wiedergeburt Polens die gemeinsame verhängnisvolle Gegnerschaft Deutschlands und Rußlands wiederzubeleben. Kein Freund könne Polen einen besseren Rat geben als den, der Deutschland nach 1871 wiederholt erteilt wurde, nämlich zu erwägen, ob è-e Drritoriale Regelung wirklich klug sei. Der diploma- tische Berichterstatter des „Observer" schreibt zu der morgigen Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Herriot, die entscheidende Frage sei, ob Frankreich zustimmen werde, daß ein Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Grenzen Deutschlands gemacht werde. Lin Argument zu Gunsten dieses Verfahrens, das Chamberlain morgen vermutlich vorbringen werde, falls er eine günstige Atmosphäre finde, werde sein, daß Polen auf die Dauer einen vorteilhaften Handel machen werde wenn es Deutschland den Korridor und den jetzt Polen zugewiesenen Eeü, Oberschlesiens zurückgeben würde. Unter den letzigen Verhältnissen lebe Polen auf einem Vulkan. Wenn Polen einen Preis zahle, der allein einen Sicherheitspakt ermöglichen werde, werde es selbst Sicherheit haben und iweifel- los eingeladen werden, sich mit Frankreich, Deutschland, Groß britannien, Belgien, Ställen und der Eschechoslowakei an dem Pakt zu beteiligen. Dies seien offenbar die Richtlinien, die für Chamberlains Politik maßgebend sein würden.
Belogen und Betrogen.
Der Kulturkampf in Elsaß-Lothringen.
Der Wesenspunkt aller mit Elsaß-Lothringen, unseren ehemaligen Reichslanden, in Beziehung stehenden Schwierig- kcilen ist seit jeher die betonte Eigenwilligkeit der Elfäßer und Lothringer gewesen. Der SemeinbeutJche Partikularismus r[t in diesem Lande der allemannischen Hartköpfe seit jäher in Blute geschossen. Die Schwierigkeit, ein solches Land, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat und an der Kampfscheide zweier Volker liegt, dem Gesamtstaate reibungslos einrugüe- dern, hat auch vor dem Kriege bereits die Berliner Regierunq ständig m Sorgen gehalten. Immerhin darf gesagt werden, und un Elsaß hort man diese Ansicht heute schon recht deutlich, daß Deuftchland sich wenigstens bemüht hat, diesem deutschen Lande
7â°- Eigene Stadthalterschaft zum Schluß sogar Ä mrt gesetzgebender Kammer, weit-
gebuibe Rücksichtnahme auch auf die kirchliche Eigenart des Lawes waren das Kennzeichen der reichsdeutschen Feit. Trotz- nicht ab.^ aUCb die Mißverständnisse auf beiden Seiten
on, »Wiedervereinigung" mit dem sogenannten
»Mutterlands Frankreich hat sich Elsaß-Lochringen, in Departements ranfgeteilt, die völlige Beseitigung aller Selbstver- wa..ungseinri lungen gefallen lassen müssen. Man kennt, wie Herriot es immer wieder betont hat, nur ein Frankreich. Man •roill nichts von „Privilegien" wissen, wie der französische Ulinifterpräifibeiit eben erst wieder bei der Einweihung des