Einzelpreis 10 Goldpfg.
Morsenzettuns
Ful-ase Kreisblatt, »wes für Rhön unö Bsselsbers, Ful-a- unö Haunetal
V . ?!njeigsn: Die 7 gespaltene MAmeicne'le 0.04, cuswäik 0.07 Kentenmatt. Die 92 mm
Die MN »tgwitung" erscheint wö^entli^ 6 mal, (auger Mâgs) Sonn ags Nalkqaemeinlckatt --- dSN SLäNSefriedeN breite Millimeter R-I!am-zeile Iota! 0,30, auswärts 0,40 Stentenmatt. Sei Wiederholung
M H M 3 b„ Md Bezugspreise: Durch die Poll bezogen monatlich Luti «entemn #W ^tO BoUSgeMeMjtyafr «XK WiaTtOqUCOtn ^^.„nto grantfurt a. St. 28012. Fulda, ÄanaPratze 44. Fernsprecher 113.
au^lirW Postgebühren. Sei Zustellung durch unsere Träger monattich 1.75 Stentenmatt. '
Wmmr 70.
M!Gâ den 25. März 1925.
L Jahrgang.
Der WMampf gegen den Reichsbloll.
Line versuMt Situation. — Die AMckungsvolitik Ir. Adenauers — Ullsteins Rechenkünste. Nr. Zarres, der Fahnenträger im Kampfe gegen das übertvuchembe Parteiwesen.
Line verpuffte Sensation.
Am letzten Sonntag vor der Präsidentenwahl wußte ein Lest iw Linkspresse! mit einer Senlation aufzuwarten, die dazu dienen sollte, nicht nur den Zusammenhalt des Kabinetts Luther tmd der hinter ihm stehenden R eich stügsmchrhÄ ?u erschüttern, sondern aluch die 3a!rres-Zront ins Wanken ?u bringen. Die „Boffifche Zeitung" verbreitete eine ausführliche Meldung über einen Beschluß der deutschnationalen Reichs- tagsfraktion, der sich gegen die Außenpolitik Dr. Stresemanns ganwandt habe und ein Beweis dafür sein sollte, daß die Deutschnationalen die Politik des Licherheitspa-kts und eines etwaigen Eintritts in den Völkerbund keinesfalls mitmachen würde, ön den hoffnungsstarken Herzen der Demokraten dämmerte alsso schon die Aussicht auf eine Rückkehr der Volks- partei zur Linken auf. Aber sehr schnell hat sich herausge- stellt, daß hier wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen ist. Die deutschnationale Reichstagsfraktion veröffentlichte eine Gegenerklärung, worin sie feststellt, daß sie keine Mißtrauensvotum gegenüber dem Außenminister beschlossen habe und schärfste Verwahrung gegen den Versuch der „VoMch. Zeitg." einlege, in die Regierungsgemeinschaft Mißtrauen und Unfrieden hineinzu-trag-en. Richtig sei nur, daß Vertreter der Sektion mit Dr. Stresemann eine Aussprache über die schwebenden Fragen der Außenpolitik gehabt hätten und daß die Fraktion nach eingehender Aussprache hierüber bei dem Minister wegen einiger Bedenken vorstellig geworden ist. Auch die Reichsregierung hat ]id) am Sonntag mit dieser Angelegenheit beschäftigt, und der Reichskanzler Dr. Luther ist dem Außenminister zur Seite getreten. Das Organ Ltrefe- manns, die „Zeit", erklärt am Montag morgen: „Wir können aufs bestimmteste versichern, daß von einer auch nur teilweisen Regisrrungskrisls nicht im geringsten diÄ Rede sein kann". Es ist in der Lat keineswegs verwunderlich, daß die Deutschnatio- ualen sich in der gegenwärtigen Situation an den Außenminister gewandt haben um mit ihm die aktuellen Fragen durchzu- sprechen. Den Anlaß dazu dürfte die scharfe Protesterklärung des Alldeutschen Verbandes gegen die diplomatische Aktion Dr. Stresemanns in Lachen des Licherheitspaktes gegeben haben. Man kann es nur sehr wohl verstehen, daß besonders der völkische Flügel der deutfchnationalen Partei mit Sorgen eine Entwicklung ansieht, die dem oberflächlichen Beobachter als ein Rückfall in die „Verständigungs-Po......' erscheinen mag. Wir sind jedoch der Ueberzeugung, daß eine vertrauliche Aussprache über die wahren Absichten Dr. Stresemanns und über die großen Zusammenhänge seiner Aktion jeden nationaldenken den Mann beruhigen kann und daß auch der rechte Flügel der Regierungskoalition das Material, das er hierbei erhalten hat, dazu benutzen wird, um die zunächst verständlichen Bedenken seiner Anhänger zu zerstreuen. Man muß sich doch immer wieder vor Augen halten, welche außerordentlichen Anforderungen der Uebergang von der Opposition zur Regierung an die Ge- folgstr-eue der deutschnationalen Wählerschaft gestellt hat, und man muß bedenken, mit welchen Mitteln jetzt die Parteien der Linken versuchen, Gift in die Wunden zu träufeln und die höchst wuerkennenswerte staatsmännische Zurückhaltung der deutschnationalen Führer im Volke zu verdächtigen. Wenn diese üblen Versuche keinen anderen Erfolg haben, als daß die Vertreter der deutschuationalen Fraktion sich einmal zur gründlichen, vertraulichen Aussprache an den Außenminister wenden, so ist damit weit eher die Seligkeit des Regierungsblocks erwiesen als feine Lchiväche.
Die BerfalkungsvolM.
Wir haben aus außen- und innenpolitischen Gründen keine Steube an dem Streit darüber, was eigentlch „Vorsackungs- poltik" war und wer dafür im Herbst 1923 -eingetreten ist. Nachdem aber die Linke und das Zentrum den Wahlkampf ge gen den Präsidentschaftskandidaten Dr. Sattes allein mit diesem Vorwurf zu führen begonnen haben, blieb auf der Gegenseite nichts anderes übrig als auf die Erörterung jener verschollenen Vorgänge einzugehen. Man vergißt ja in einer so ereignisreichen, so schweren oeit unglaublich schnell die Zustände und die Stimmungen, in denen man noch vor kurzem gelebt hat. Wer kann sich noch gefühlsmäßig vollkommen in die Lage zurückversetzten, in der sich Deutschland beim Nied erbrechen des passiven Widerstandes an der Ruhr und beim Zerfall der Markwährung befand? Wer hat damals geglaubt, daß es in verhältnismäßig so kurzer Zeit gelingen würde, das Aeich wieder finanziell auf feste Füße zu stellen und die Mark "eu zu stabilisieren? Pläne aller Art wurden damals hundert- lach geschmiedet, und es waren sehr verzweifelte darunter. Was man unter „Versackungspolitik" verstand, war der Gedanke ^as Rhein- und Ruhrgebiet vorläufig zu einem selbständigen otaatsgebübe werden zu lassen und die Verantwortung für die
finanzielle Rettung dieses Gebietes den Besetzungsmächten zuzu- schi-eben. Hierfür sind, wie Dr. ö.arres in seiner Hamburger Rede angedeutet hat, Männer verschiedener Parteien eingetre» teil, darunter der zum Zentrum gehörige Präsident des preußischen Ltaatsrates Dr. Adenauer unb der rhSmische Demo- kratenführer, jetziger Laudtatzsabgeordnster Falk. 3hnen soll hinterher kein Vorwurf daraus gemacht werden, daß sie keinen anderen Ausweg sahen. Was Dr. Zarres wollte, war ganz etwas anderes: unter Berufung auf die Lourzon-Note vom August 1925 den Versailler Vertrag durch den Ruhrembruch für zerrifsjAn zu erklären, bis das Recht wieder hergestellt sei.
Iz. Xart Zanes
der Märtyrer für Rhein und Ruhr!
MenWe.
Ullsteins „B. Z. am Mittag" stellt an Hand der Zahlen »oz der letzten Reichstagswahl-eine Berechnung drüber an, wieviel Stimmen die sieben Kandidaten für die Reichs-Präsidentenwahl am 29. März bekommen werden. Natürlich werben die Ziffern für Braun, Marx unib Hellpach nach oben abgerundet auf 8, 4% und 2 Millionen, die für Dr. Zaires nach unten gedrückt auf „bestenfalls 10 Millionen"; Thälmann wird auf 2%, Held auf 1 % und Ludendorff auf 800 000 bis 1 Million geschätzt. Um mit der letzten Zahl anzufangen: die ganze „nationalsozialistische Freiheitsbewegung" hatte am 7. Dezeber etwas über 900 000 Stimmen, doch treten jetzt bekanntlich die noriddeutschen Völkischen für Zarres und nur die Hitieria- ner für Ludendorff ein. Aber auch sonst dürften sich manche überraschende Verschiebungen in den Wahlziffern Herausstellen, .da es sich am 29. März nicht um die Parteien handelt sondern um Persönlichkeiten, von denen der Lammelkandidat Dr. Sattes geradezu als Fahnenträger des Kampfes gegen das iiber- wuchernde Parteiwesen gelten Kanu. Das Hauptproblem des ersten Wahlganges wird zweifellos die Wahlbeteiligung fein. Aus den Kreisen des linksstehenden Bürgertums und der Arbeiterschaft hört man vielfach, daß es garnicht lohne, am 29. März zur Wahlurne zu gehen, weil von ihren Kandidaten ja doch keiner durchkommen könne und weil es unter allen Umständen zum zweiten Gang am 26. April kommen werde. Die >,B. Z."-Rechnung, wonach Dr. öarres höchstens auf ein Drittel der abgegebenen Stimmen zu zählen hätte, kann jene Neigung der Wahlenthaltung nur bestärken. Wir haben deshalb nichts dagegen einzuwenden — sofern nur die Anhänger der Kandidatur Zarres sich nicht von der Wahlmüdigkeit an- stecken lassenl Sie sind die einzigen, die auf einen Ueberrasch- ungsfieg hoffen können. Aber auch wenn der nicht zu erzielen
so wird doch eine über Erwarten hohe Zahl der Zarres- StimmLn eine magnetische Anziehungskraft auf die Lauen und Schwankenden ausülbert. Darum gilt für alle hinter dem Reichsblock Stehenden das Gebot: Eilt zur Urne schon am 29 März und macht die Rechenkünste best Linken zuschanden!
Furchtlos, einig und treu wählt
If. Xar( Zanes
der Reichsblock!
Sie WafM
Wer seine politischen oder persönlichen Gegner gewohnheitsmäßig mit Schmutz bewirft, pflegt besonders empfindlich zu sein, wenn ihm oder seiner Sippe einmal von der Gegen- seite die Wahrheit gesagt wird. Dann erschrickt der Tartüffe vor den „Ausbrüchen des Hasses" und klagt mit frommen Augen aufschlag, -daß nicht einmal die Toten vor rohester Be
schimpfung sicher seien. — Die Geschichte wird einst ihr Urteil über Erzberger fällen, und zwar wie wir glauben ein vernichtendes. Vor 19 Zähren begann er durch den von ihm angerührten „Kolonialskandal" von sich reden zu machen; sehr bald aber änderte sich bas Blättchen, und der jetzige Demokrat Dernburg stach die Eiterbeule“ auf, nicht gerade zum Ruhm des Buttetthausewer. Wer über die damiligen Vorgänge sich eingehender unterrichten will, wende sicy an den früheren Kolonialstaatssekretär Dernburg, der über Eharakter und Heldentaten -Erzbergers aus jener Zeit genaue Auskunft zu geben vermag. Einen Lobgesang über ihn anzustimmen, weil er durch seine Verhandlungen mit dem „siegberauschten" Feind Deutschland davor bewahrt habe, Kriegsschauplatz zu werden, ist nur solchen Leuten möglich, die alles und jedes durch die schwarz- gefärbte Parteibrille lesen. Noch schlechtere Waffenstillstands- bebingungen konnten wir von dem in Wahrheit erst durch den 9. November 1918 siegberauschten Feind wohl kaum erlangen. Wir wissen auch nicht, was Kaiser Wilhelms 2. Uebertritt nach Holland und die Reise des mit Hilfe Erzbergers verabschiedeten General-Quartiermeisters und nunmehrigen Privatmannes Ludendorff nach Schweden mit den Waffenstillstandsvevhandlun- gen Erzbergers in Compiegne zu tun haben sollen. Soll dem Leser ein weiteres Tröpfchen Gift eingetröpfelt werden? Aus der großen Giftflasche, aus der seit nunmehr 50 Zähren das Gift genommen wird zum unschädlich machen der politischen und konfessionellen Gegner? Aus dieser schier unerschöpflichen Fiasche, hat das „führende" Blatt auch jetzt wieder viel Gift und Galle gespritzt über einzelne Persönlichkeiten (Kaiser Wilhelm 2., Ludendorff, Michaelis und Zarres), wie über die einzelnen Rechtsparteien. Wir konnten fast täglich in den letzten Wochen diesen Fechter „für Wahrheit, Freiheit unb Recht" dabei ertappen, daß er gegen die Wahrheit — ob geflissentlich oder leichtfertig mag dahin gestellt sein — in -einer ebenso hämischen wie täppischen Weise schrieb. Fast täglich erhielt dieser Kämpe eine neue Abfuhr aber die Giftsiasche ist un- erschöpflichl Unb bei jedem Tropfen neuverspritzten Giftes klagt er über die Schlechtigkeit der anderen! Schade, daß Moliere nicht mehr lebt, welch belüstigendes Urbild für eine Komödie fände er hier! — Ob das Ausland durch die Wahl des Kandi-dat-en der „versöhnenden Mitte" nun gerade den Eindruck gewönne, Deutschland würde zur entschlossenen Abwehr der feindlichen Anschläge bereit sein, erscheint uns mehr wie fraglich Erzberger — Wirth — und? vestigia terrent!
Ass Neueste.
Sattes auch für den zweiten Wahlkampf Kandidat des Roichsblocks.
wtb. Berlin, 24. März. telef. Nach einer Blättermeldung des Loebell-Ausfchuffes sollen die Rechtsparteien Dr. Zarres die bindende Zusage gegeben haben chn als ihren Kandidaten auch für den eventuellen zweiten Wcchlgaug der Aerchspräsi- dentenwahl aufzustellen.
Ein Falschmünzer.
wtb. Berliner Abendblätter, 24. März. Nach einer Blät- termelduvg aus Lauenburg wurde in einen Unterstand eine Falschmünzerbande entdeckt die ein 17jähriger Bursche betrieb. Es wurden eine große Anzahl fertiger Fünfmarkscheine sowie andere nichtfertige falsche Scheine gefunden. Die gefälschte« Schâe scheu den chten schr ähnlich nur das Wasserzeichen fehlt.
Wahlschlägerei.
wlb. Berlln, 24. März. telef. Gestern abend entstaub im Aordosteu Berlins zwischen Augchörigeu des Bismarckbundes, die Flugblätter verteilten und Mitgliedern des roten Zuug- sterns eine Schlägerei. Die Kommunisten gebrauch teu Mosier und Schlagringe. Auf beidon Seiten wurden mehrere Personen verletzt. Die Polizei zerstreute die Menge und nahm 7 Beteiligte fest.
3m Eis eiugebrochen.
wtb. Berlin, 24. März. telef. Wie aus Starsen bei Rum- melsburg in Pommern gemeldet wird, ertranken im Starfeuer See die 10 und 13 3ahre alten Söhne des Besitzers Mischuik als sie das schwache Eis des Sees betreten hatten. Die zu Hilfe eilende 19jährige Schwester der Knaben brach gleichfalls ein unb konnte nur unter größten Schwierigkeiten von Nach- barsleutei: gerettet werden.
Ullrich zum Präsidenten wiedergewählt. Die Rechtsparteien sagen den Kampf dagegen an.
wtb: Darmstadt, 24. März, telef. Der Hessische Landtag hat in seiner heutigen Sitzung den bisherigen Präsidenten UU- rich mit 29 Stimmen wiedergewählt. Dtyzogeu stimmten 20 Mitglieder der Rechtsparteien, 4 Kommunisten und 2 Stimmzettel waren unbeschrieben. Abg. Dmgeideg gab im Namen des hessischen Bauernbundes, der deutschen Bolkspartch und der dcutschnatioualen Volkspartei eine Erklärung ab, in der es u.