Hessische MorsZnzettllnv Aul-aer Kreisblak Anzeiger für Rhön und Vogelsbers, Fulda- und Haunetal
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KMg, Ken 27. März ISA
2. Fahrsaus.
wL^lpfdchose
Es wird bekanntlich nie so viel gelogen wie nach der Sagb und vor der Wahl. Aber das Sägerlatoin ist harmlos im Vergleich mit den Erfindungen der Wahlpropaganda. Bei dem Kampf um den Reichspräsidenten fallen nun zwar die Zukunfts Versprechungen in der Hauptsache fort, die bei den ‘Parlaments- -wählen eine so große Rolle spielte und manchmal den verheißenden Parteien gefährlicher werden als ihren Gegnern. Um so schärfer spitzt sich die Polemik zu, das größeste unter den Uebeln und es bildet sich in der Beurteilung der Persönlichkeiten -und der Verhältnisse auf der eigenen wie auf der gegnerischen Seite eine Wahlpsgchose aus, die nur mit der Kriegspsgchose vergleich bar ist. Als ob sie dieser Krankheit steuern wollten, haben die Demokraten einen Psychiater auf den Scb üb gehoben, den professoralen Staatspräsidenten Hellpach. Mit weichem Erfolg? Der Arzt ist selbst der Leuche verfallen; der Psychologe ist psy- chopachisch geworden. Anders können wir es uns -jedenfalls nicht erklären, wenn Dr. Milly Hellpach in der „Vossifchen Zeitung" die folgenden Lätze schreibt: „Nun aber soll das wirtschaftliche Honoratierentum an die Stelle des militärischen, bürokratischen und studierten treten. Verrät die LeWbezeich- nung „Reichsblock" nicht allein schon diese Absicht und Ein- stellung? Das Reich sind die Besitzenden — den übrigen bleibt die Mission, es zu bevölkern."
Dem Kandidaten des Reichsblocks werden selbst von seinen Gegnern etwa 10 Millionen Stimmen zugesprochen. Glaubt der Staatspräsident Hellpach wirklich, daß es so viel Besitzende in Deutschland gibt? Rein so weltfremd kann kein Professor sein. Aber er hat in den Zeitungen der Demokratie hinter der doch die „goldene Internationale“ steht, andauernd gelesrh, daß die Industrie den Wahlkampf für Dr. barres bezahlen, und ist nun auch diesem Masseuwahn verfallen. Leider sieht es mit dem Mahlsands des MeichMocks lange nicht so günstig aus, wie die Gegner es schildern. Aber selbst wenn es besser damit stände und wenn auch ein Geil der Unternehmer sich tatkräftig für diese Lammelkandidatur einsetzte: wäre es nicht auch dann ein Wahnsinn, die mindestens 10 Millionen Deutscher, die hier zu einem bestimmten politischen Zweck sich zusammenfinden, wirtschaftlich zu rubricieren? Müssen nicht unter dieser Zahl Millionen von armen Schluckern, Mittelständlern, Beamten, Angestellten und Arbeitern sein? Aber das ist das Sonderbare an diesem Dr. Hellpach, der uns von den Demokraten als ein GeWesriese angepriesen wird, daß er für den nationalen Ldoa- lismUL großer Volksschichten gar keinen Linn ju habe« scheint. Weshalb haben denn die demokratischen Parteien so schnell den gewaltigen Anhang verloren, den Jie im Fahre 1919 hatten? Doch nicht nur, weil «ihre wirtschaftlichen Verheißungen sich nicht erfüllten, sondern vielmehr in erster Linie deshalb, weil sie dem schnell wieder erwachenden nationalen Sinn des Volkes nicht Genüge zu tun verstanden. Weil sie pazifistisch durchseucht
Wer hat anMangen?
Sn dem -widerwärtigen und außenpolitisch zweifellos schädlichen Streit um die „Versackungspolitik" hat Dr. -Sarres an Dr. Adenauer auf dessen Anfrage ein Gelegramm gerichtet, worin er sein tiefes Bedauern darüber ausspricht, daß ohne seine Schuld diese Dinge in den Wahlkampf gezerrt sind, und die Lchuld daran den Zeitungen der Linken und des Zentrums zu- schiebt. Dr. Adenauer hat in seiner Kölner Rede nun wieder seinerseits „aus ganzem und tiefen Herzen" bedauert, daß Dr. Sarres sich seiner Haut wehrt. Man kann nicht umhin, dies zum mindesten als eine edle Dreistigkeit zu bezeichnen. Wenn es je offen vor aller Welt klargelegen hat, wer ner Angreifer und wer der Angegriffene war, dann ist es hier der Fall. Sobald der Name Satnes genannt wurde, stürzte sich die Liuks- «li!d Zentrnmspresie mit Geheul auf die „Versackujngspolltkk". Das geschah, obwohl Dr. Sarres vorher dem Demokraten Dr. Falk erklärt hatte, er werde selbstverständlich antworten müssen, wenn ihm dieser ungerechte Vorwurf gemacht würde. Trotz dem kann man das herzliche Bedauern Dr. Adenauers wohl verstehen: jedermann weiß, wist tief er| gegen gerade füll feine Person in die damalig ein Erörterungen und Verhandlungen über ehe wirkliche Versackungspolitik verstrickt gewesen ist. WasDr. Sarres jetzt in München darüber mitgeteilt hat, entspricht vollkommen den Tatsachen, und die Erwiderung Ade- nauers —- mit dem Hinweis auf eine Aufklärung in späterer Seit — ist ein böses Verlegenheitsgestammel. Wenn er und Dr. Falk den Standpunkt vertreten haben, daß man die Los- lojung des Rheinlandes sich scheinbar aufzwingen lassen müsse,
^ ^^ nur â taktischer Kniff. Es ist sehr verständ- tly, daß Herr Marx in seiner einzigen Kandidatenrede zu
? 1 i â diese Dinge schnell hinweggeglitten ist und drin- « no gebeten ^t, nur das Einigende zu betonen. An Dr. Sarin .^öem hat es gewiß nicht gelegen, wenn dagegen minfct;*r ■ gesündigt worden ist. Sie hüben sich
' ln ^er Notwehr befunden, wie Sarres in München
waren und keinem Feindesübermut ein Rein entgegenzustellen wagten.
Diese großartige Bewegung ganz zu übersehen oder gar sie aus dem Ankauf einiger Zeitungen durch industrielle Kreise zu erklären, das ist mnenblirf) kurzsichtig und kläglich. IM welch eine Beleidigung des Volkes erlauben sich da die Demokraten! Kann man die politische Ueberzeugung der Deutschen kaufen? Umgekehrt lag es natürlich: ein großer Lell des Publikums wollte tue Verspottung aller nationale« Regungen nicht cmchr lesen stnd fordert^ von Lien Zeitungen eine straffere Hâng. Aber dafür fehlt dem waschechten Demokraten von heute, der
HlnKenburg ruft:
Wählt Jarres!
Wer kann da zuhause bleiben?
nur materielle Interessen kennt, Jobes Verständnis. 2n Süddeutsch land lebt ja sonst noch me!hr von der alten nationalen Demokratie, die so tapfer für f as einige Großd eutschiand focht — aber Dr. Hellpach, der '10 Millionen nationatempfindende Dmlsche als „Besitzende" anspricht, scheint jenes Geistes keinen Hauch verspürt zu haben. Es ist ödester Schematismus, wenn man heute rechts gleich unfrei und links gleich frei setzt. 3n der ganzen nationalen Sugendbechegung, z. B. ist viel smehr Freiheitsdrang, vielmehr echte DomokrM<>, als jemals in dem Kommunalfreisinn gesteckt hat. Es ist da ein hohes Verantwortungsgefühl zum Mi traten und Mittäters — allerdings bei Unterordnung unter gewählte und verehrte Führer. Und hat sich diese Sel'bsterziehuug nicht schon bewährt in der politischen Einsicht, mit der sich die verschiedensten Gruppen der Mitte und der Rechten Mammengefunden haben bei der Nominierung eines überparteilichen Lammelkandidaten? Wer das alles nicht erkennt und eine sittlich-nationale Massenbewegung materiellwirtschaftlich erklären will, der leicht an einer so hochgradigen Wahlpsgchose, daß ihm eine Führersteils im deutschen Volk unmöglich anvertraut werden kann. Die fa'schs Einschätzung des Gegners ist die gefährlichste Kriegskrankheit und tötet auch den . Politiker
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Jagte. Recht hâevkenswert war übrigens auch seine Mitteilung, daß Jein damaliger Plan, den Versailler Vertrag für zerrissen zu erklären, die volle Zustimmung der Vage rischen Re- gievung gefunden habe.
Aufrufe!
Die katholische Vereinigung für nationale Politik fordert ihre Freunde und vaterländisch gesinnten Katholiken in Berlin und im Reiche auf, .die vaterländischen Kundgebungen für den nationalen Lammelkandidaten Sarres zu besuchen.
Der Anfwertlmgsplan.
Das Auswertungsgesetz, dessen Vorlegung die Reichsregierung schon vor -Wochen in nahe Aussicht gestellt hatte, ist immer wieder verzögert worden, weil sich die Regierung außerordentlich schwer mit den ihnen nahestehenden Parteien über die Grundsätze der Aufwertung einigen konnte. Besondere Schwierigkeiten hat dabei wohl die Haltung des deut-schnatio- nalen Abgeordneten Dr. Best und seiner Freunde bereitet, die bei den anderen Koalitionsparteien starke Mißstimmung erregte. Nun soll am Donnerstag der Regierungsentwurf den gesetzgebenden Körperschaften zugehen. Wie verlautet, wird die Vorlage an der -Unterscheidung zwischen altem und neuem Besitz an Kriegsanleihe festhalten; als alter Besitz gilt, was vor dem 1. -Sanuar 1920 erworben worden ist. Für den neuen Besitz soll erst dann eine Aufnahme des Zinsendienstes in Frage kommen, wenn die sämtlichen Zahlungen für Reparationen geleistet wor- -den sind. Für die Verzinsung der alten Stücke soll eine jähr- licbe Summe von 40 Millionen Mark in den Haushalt eige- setzt werden, also kein fester Aufwertungssatz. Ueber die Höhe dieser Summe -dürften sich im Reichstag lebhafte Kämpfe entspinnen.
Wie eine Lawine
setzt sich die Bewegung für die Kandidatur Sarres durch alle (Seile des Reiches fort. Der Vortrag von Dr. Sarres in Breslau erlebte schon stundenlang vor Beginn einen solchen Andrang daß die Saaltüren geschlossen werden mußten. Gausende warteten auf den Beginn der zweiten Versammlüng im gleichen Saale. Ebenso war es in Hamburg, wo über 6000 Menschen in drangvoller Enge dem Redner zujübelten und ebenfalls Gausende keinen Einlaß fanden. 5n Dresden sprachen die Abgeordneten Gok (bntl.) und Exz. Heinze sDVP.s vor über 6000 Personen im Zirkus Sarassani. Sn Berlin fand eine Massenkundgebung im Sportpalast statt, wo die Herren von Seddin Pfarrer Luther und Wolle unter immer neuem Beifall sprachen Die Demonstrationen setzten sich dann auf den Straßen fort. Sn Leipzig sprachen Exz. von Loebell und Abg. Hoetzsch ebenfalls vor einer großen Menschenmenge.
Angesichts dieser gewaltigen Bewegung muß man schon den Mut der demokratischen Presse bewundern. Diese armseligen Schlucker bringen es fertig, in Berlin zu schreiben: es brök- kelt um Dr. Sarres. Darauf kann man nur mit Heiterkeit antworten. Der Wahltag wird zeigen, daß das nationale Deutschland in erdrückender Mehrheit hinter dem Deutsche« Karl Sarres steht.
Wie sie lügen!
Der „Vorwärts" gibt eine angebliche Aeußerung von Dr. Sarres wieder, wonach dieser gesagt habe: „Wir holen uns das Rheinland in 20 Sahren mit den Bajonetten wieder". Dr. Sarres ermächtigt die „Gelegraphen-Union" zu der Erklärung, daß er eine derartige Aeußerung niemals getan hat.
Die gleiche Behauptung wurde in einer demokratische« Broschüre „Sarres, der Parteikandidat der Rechten" ausgestellt.
Bei ihrem Verleumdungsfeidzug gegen die Kandidatur Sarres bemüht sich die Linkspresse, dadurch Stimmung zu machen, daß sie die Behauptung aufstellt, auch der „Geheimbündler" Killinger haben den Aufruf des Reichsblocks unterzeichnet. Wie die „Deutsche Tageszeitung" dazu feststellt, ist diese Behauptung falsch. Der angebliche „Erchergermörder" — in Wirklichkeit hat er mit dem Erzbergermord nichts zu tun, sondern ist lediglich mit Schulz und Gillissen bekannt gewesen — Killinger ist nicht ideutisch mit dem Herrn Kittinger dessen Name sich unter dem Aufruf des Reichsblocks findet.
Kas Kmests.
Der Zwischenfott cm stäu^ipen Ausschuß des Landtages.
wtb. Berlin, 26. März. telef. Sn der Debatte, die dem gemeldeten «Zwischenfall vorausgegangen ist, erklärte Abg. Dr. v. Lampe (DBP), er habe Mintztorpräsident Marx vor seiner Abreise wissen lassen, daß er gegen die Einberufung des Aus- schusies nicht nur verfasiungsrschtliche, sondern Mch politische Bedenken habe. Durch die Einberufung des Ausschusies würde die Lösung der Krisis verschlechtert werde«. Die nächste Sitzung ist auf morgen angesetzt worden.
ScheDemqnn Krankheitshalber beurlaubt.
wtb. Bersin, 26. März. telef. Der „Lokal Anzeiger" meldet a^cs Lasset, daß Oberbürgermeister Scheidemann vom Regierungspräsidenten wegen Erkrankung einen zwei monatlichen Urlaub erbeten und erhalten hat.
Vernehmung in der Krrüsker Affäre.
wtb. Berlin, 26. März. telef. Die Vernehmung des Rechtsanwalt Beck und des Kaufmanns Groche, die im Zusammenhang mit der KuLsker Affäre verhaftet worden waren, da« erte bis in die späten RachHtunden an. Rechtsanwalt Beck gab z«, gelegentlich einer Rücksprache mit seinem Mandanten Kersten im Untersuchungsgefängnis von diesem mehrere verschlossene Briefe in Empfang gevomemn und sie der Kontrolle der UntersnchlMgsbehördo entzogen habe. Kersten habe chm jedoch die Versicherung gegeben, daß es sich in diesen Briefen um Mit toilllngen über einen Zivilprozeß Kerstens handele. Sn Wirklichkeit waren aber Nachrichten über den Stand des Untersuch- uugsverfahrens gegen Kersten darin enthalten.
diü vchlichtnugsoerhandlungen der Bankbeamten.
rotb. Berlin, 26. März. telef. Der deutsche Bankbeam- tenvcrem teilt mit: Der von Oberregierungsrat Kuttig in sei- ucrEigeuschajt als Schlichter gemachte Vorschlag, den am 31. âärz ablaufenben Reichstarif unverändert provisorisch bis zum 20. April weiter zu führen, ist von sämttichea Beteiüglea Verbände« angenommen worbe«. Die eigentlichen Schlichtongsvor- haMungen werden nach der für de« 4. April anberaranten weiteren Sitzung des Untersuchnugsschiedsgerichts stattfindea, während die von diesem b^schlossèoeu Erhebungen über die Zugehörigkeit der Vcmkangostelltev zu de« verschiedenen Organisationen in den nächsten Lagen durchgeführt werden.