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Hessische ,

M-rsenzettung

Ful-asr Kreisblatt, Anzeiser für Rhön un- B-velsbrrs, Ful-a- und Haunetal

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Summerje.Mittwoch, den i. April 1925.2. Fahrgsng.

Dos Resultat

Mit überraschender Schnelligkeit hat der Reichswahlleiter diesmal schon am Montag früh ein vorläufiges Gesamtergebnis der Wahlen veröffentlicht. Alle Anerkennung für öiie prompte Arbeit in den Wahlkreisen und an der Zentralstelle!. Dies,war aber auch die einzige Ueberrafchung größeren Stils. Denn sonst entspricht das Resultat im allgemeinen den gehegten Lr- -Wartungen, und nur Liuzelhcliten sind hervorzuheben. Die Kcm- 'didatenzersplitterung ließ eine Abnahme der Wahlbeteiligung voraussehen, da man in den letzten 10 Monaten schon ziveimal gewählt hatte und annahm, am 26. April doch noch einmal zur Entscheidung antreten zu müssen. So sind leider rund 10 Pro- ?ent der Dezemberwähler lim März zu Hause geblieben. Die Pflichtbewußten dagegen haben im großen ganzen die Partei- disziplin gewahrt. Die Namen der Präsidentschaftskandidaten haben keine besondere Wirkung ausgeübt. Parteipolitisch ist der weitere Uebergang von Arbeitermassen aus den Rechen der Kommunisten zu den Sozialdemokraten bemerkenswert, aber nicht überraschend. Auch die Tatsache, baß die Barmatskan- bale die sozialistische Front nicht zu erschüttern vermochten, sagt dem Kenner der Arbeiterpsgche nichts Neues. Der Materia­lismus hat sich auf hie Massen tief eingefreffen. Wer aus an­deren Erwartungen heraus für eine Panbtagsauflöfung in Preu­ßen eintrat, wird nun wohl anders darüber denken. Der er­freuliche Erfolg der Zarresparteien ist wohl in erster Linie dem Sammlungsgedanken zuzuschreiben. Aber er zeigt auch, daß die -gemäßigte nationale Realpolitik einen festen, unerschütterlichen Boden im Volke hat.

Rechnet man den allgemeinen Ebimmenrückgang von 10 Prozent bei allen Gruppen und Parteien ab, ergibt sich das folgende Plus oder Minus: Carres hat 600 000 Stimmen zu­viel, Braun 700 000, Marx 175 000 zuviel die anderen Kandidaten haben zu wenig Stimmen, und zwar: Thälmann 400 OSO, Held und Hellpach je 250 000. Ludendorff bildet ja eine Klasse für sich, da er nur von den bayerischen National- soziallsten, aber nicht von den norddeutschen Völkischen ausge­stellt war. Als erfreulich muß dagegen die geringe Zahl der zersplitterten Stimmen (34 152) bezeichnet werden; der gesunde

Frankreich und der Ailschiußse-anke.

^s ist äußerst bezeichnend, daß heute bereits auch ein na­tionalistisches Blatt, wie dasEcho de Paris" nicht mehr an ber Legende festhält, als müsse Oesterreich vor einer deutschen Annexion geschützt werden. Die Zeitung hat kürzlich festge­stellt, daß man in weiten Kreisen Oesterreichs der Ansicht sei, der Anschluß an Deutschland wäre der beste Weg für die Wie­derherstellung der oesterreichischen Finanzen. Als weiterer Grund für das Anwachsen der zum Abschluß'drängenden Kräfte gerade in neuerer Zeit wird angeführt, daß Oesterreich in Er- innerung an seine große geschichtliche Vergangenheit es nicht ertragen könne, ein Kantonlistatt zu sein. Daß in erster Linie 'das Gefühl der Volkszusammengehörigkeit maßgebend ist, darf auch heute noch ein französisches Blatt natürlich nicht schreiben. Interessant ist es aber, daß die französische Zeitung den -Eng­ländern und Amerikanern vorwirft, daß ihre Finanzkreise nicht genügend Interesse für die Befriedigung der österreichischen Wünsche hätten. Würde doch das Verbleiben Oesterreichs in ferner gegenwärtigen staatlichen Sonderstellung in erster Linie bem Gedanken der französischen Vorherrschaft Rechnung tra­gen Weder England noch Amerika haben im Sinne Frank- reicbs öntereffe an Oesterreich. Die Aufrechterhaltung der öfte- reichischen Selbständigkeit bedeutet gleichzeitig die Erhaltung des französischen Vasallenstaates der Tschechoslowakei. Sm Genfer Experiment gezeigt, daß mit finan- Es ^stm Staate nicht geholfen werden kann. unaufhaltsame geschichtliche Entwicklungen. Mit allen ö-r Bismarckschen Einigung feinend Zersetzt und hat sie letzten Endes, miber X X uur gefordert. Auch die Einigung GroßdouTch- Ät ^-»Weg- der Anschluß Oesterreichs ein *r ist, wird Frankreich niemals verhindern können.

Der Kazelbanbel zur MuerüberleMg.

?V DOn unfruchtbarer und für das Tagung X è? mii einer nachträglichen Ver-

- -kommens für 1924 verbunden wäre, hat der gegeben XX X deutschen Einzelhandels Veranlassung ^niminiK^^ °'b * èoch der vom Reichs Spießes gebilligt und *;in8s Steuerüberleitungs- anlagung fallen aelatt-n ^°^erung einer nachträglichen Ver- Sauptgemeinfcha b?8 Ä" Steuerausschuß der D deutschen Einzelhandels hat nach gründ-

Sinn des Volkes hat sich also «gegen den Unfug einer Aufwer- tnngskandidatur gesträubt. Die Demokraten haben mit ihrem Dr. Hellpach schlechte Geschäfte gemacht, und auch die Vage- rische Vollkspartei hat ein beträchtliches Minus unter den all­gemeinen 10 Prozent zu verzeichnen, obwohl für Dr. Held auch in Norddeutschland überall etliche Stimmen abgefallen sind, die nicht nur von den Welfen und den in der Diasporal lebenden Bagern, sondern auch vom rechten Zentrumsflügel herstammen dürften. Trotzdem «hat Herr Marx über den Durchschnitt hin­aus gewonnen. Gewiß hat dazu seine Kanzlertätigkoit gehol­fen, aber auch die Mißstimmung mancher Demokraten über die aussichtslose Sondebkandidatur Hellpach.

So hat die Parteidisziplin auf der Linken worauf man rechnen konnte einen Usberraschungssieg des Sammelkandi­daten Carres verhindert und den zweiten Wahlgang erzwungen. Aber die größten Sorgen beginnen jetzt erst! Wen sollen die Republikaner" als Sammelkandidaten ausstellen? Die Sozial­demokraten, die auf dieser Seite die Sieger sind, seihen gleich­wohl ein, baß sie auf Braun keinesfalls die fast 13% Millionen Stimmen vereinigen könnten, die er, Marx und Hellpach erhal­ten haben; derVorwärts" bereitet schon den Uebergang zu einem rgerlich - repu bliikanischen Sammelkandidaten vor. Aber wer soll das sein? Hellpach ist nach dem demokratischen Mißerfolg unmöglich, und für Marx, den alten Vorkämpfer der Konfessionsschule, dürften nicht genügend Sozialisten an die Wahlurne zu bringen sein; noch weniger für Geßler, während das Öentrum auch kaum seinen Führer Marx wieder fallen lassen kann. Mit diesen.Verlegenheiten derWeimarer" rechnen die Kreise im Reichsblock, die einen Sieg des Dr. Harres im Zweiten Wahl gang erwarten. Es taucht aber auch wieder der Plan auf, eine größere bürgerliche Sammelkandi­datur gegen die Sozialisten aufzustellen, und zwar Geßler ober Luther, der nach «Lage der Dinge vielleicht die meiste Aussicht ä^f Sieg hätte. Ueber alle diese Fragen wird es in den beiden Lagern während der nächsten Tage viel Kopfzerbrechen, Mei- üungsverschiedenheiten und Streit geben.

lieber Prüfung aller Gesichtspunkte dem Vorschlag des Reichs- finanzministeriums, wie er in dem Entwurf eine Steuerüber- leitungsgeisetzes niedergelegt ist, grundsätzlich zugestimmt, ün der entscheidenden Sitzung hat der Hauptau^schuß der Hauptgemein- schaft des Deutschen Einzelhandels diese Meinung des Steuer­ausschusses zum Beschluß erhoben. Der Hauptausschuß fordert jedoch dabei, daß zuviel erhobene Vorauszahlungen zurücker­stattet od. mindestens unter Anrechnung auf längstens die beiden nächsten Steuerjahre gutgeschrieben werden. Darüber hinaus soll wie für das zweite auch im ersten Halbjahr 1925 eine wei­tere Milderung der Vorauszahlungen ftattfinden, die durch die wirtschaftliche Lage geboten ist.

Smiot über den SühechMpaN.

. ^uris, 31. März. Wie derMatin" meldet, hat Her- riot gestern der Delegation des Kammerausschusses für aus- wartige Angelegenheiten Mitteilung über den abzuschließenden ^'X^sts-P-akt gemacht, aus denen sich ergibt, baß die fran­zösische Regierung den Wunsch geäußert hat, daß Holland als Herr des Loches von Limburg in ihm auftreten solle. ömei C ^atte.n d^ besondere Aufmerksamkeit der fran- T ^^uch genommen. Zuerst die Tat- sache, daß Deutschland sich implicite eine Art Freiheit der Be- wegung für die Revision seiner Ostgrenzen vorbchalte, indem es X i ,bl® ^^^ualitat von Schiedsgerichten mit Polen und Ebechoslowakei vorschlage, zweitens ein Argument, das , , Gerung von Oesterreich vorbehalte, tzer- der Delegation eine Mitteilung der britischen Re- g rg unterbreitet, die gewisse Unsicherheiten aufkläre und ^^utien geben könne. Der Ministerpräsident habe er jetzt eine Antwort vorbereite, und daß es ihm erscheine, der deutschen Regierung ohne Feitverlust Ant- Seben. Er habe auch bestätigt, daß es die Meinung ng.ams sei, dnß man keinen Sicherheitspakt mit Deutschland cor seinem Eintritt in den Völkerbund schließen wolle, was je- m i . verhindere, den Meinungsaustausch fortzusetzen, â ahischeinlich werde man auch der Ausdehnung des Sicher- Heitspaktes auf andere Nationen unter der Form von Schieds- gerichtsverträgen zustimmen. Aber nach einer Richtung sei die englische Absicht formell, nämlich daß Großbritannien seine Mi­litärgarantie nur für die Rheingrenze anbiete. Schließlich habe Herriot gesagt, baß Deutschland weder die Vorschläge seines Memorandums rektifiziert noch inhaltlich abgeändert habe.

Ein neuer fmnMKer Ssrschiag.

Ueber einen neuen französischen Vorschlag läßt sich die Deutsche Tageszeitung" aus Paris folgendes berichten:

Vom Quai bOrfay wird amtlich mitgeteilt, daß die beiden Direktoren derPolitischen Abteilung, Laroche und Bergerg, mit Vorbereitungen für die Antwortnote beschäftigt sind, die den Abschluß eines Bündnisses zum Zweck eines gegenseitigen Garantievertrages zwischen Deutschlands England, Frankreich und Belgien im Auge habe. Dieser Note gingen ausführliche Besprechungen zwischen dem französischen Botschafter in Ber­lin, de Margerie und dem Außenminister Dr. Stresemann vor­an. Die Antwortnote wird vor ihrer Absendung an Deutsch­land den übrigen alliierten Regierungen, und zwar England, Belgien und Ltallien, vorgelegt. Die Verhandlungen zwischen den Alliierten gehen ununterbrochen weiter. Rom und Brüs­sel haben ihre Ansichten bereits bekanntgegeben. Die deutschen Vorschläge sollen nicht a priori zurückgewiesen, sondern vor Beginn einer Diskussion genau präzisiert werden, ön diesem Sinne wird auch die Antwort an die Reichsregierung gehalten werden. Sie wird Deutschland ersuchen, genauere Feststellun­gen und Aufklärungen zu finden, da man es bisher nur mit Anregungen von deutscher Seite zu tun habe. Die Antwort­note wird in kürzester Frist fertig sein. Man wird mit der Beantwortung nicht abwarten, ob ein eventueller zweiter Wähl gang für die Wahl des Präsidenten notwendig ist oder nicht.

Die Wahlen in Berlin.

Die Rxichshauptstadt hat wieder einmal ihren Kopf für sich haben wollen und bei der Wahl am letzten Sonntag andere Resultate hervorgebracht, als es den sonstigen Erfahrungen im Reich entspricht. Die starke Verbreitung der demokratischen Presse und ihre übernatürliche Begeisterung für Herrn Hell­pach haben in Groß-Berlin eine Zunahme der demokratischen Stimmen herbeigeführt, den ein gewisser Rückgang der Sarres- Stimmen entspricht. Der Reichsblock hat auch gerade für Groß-Berlin nicht viel öntereffe übrig gehabt, sodaß die Agi­tation für Sarres hier nicht den großstädtischenAnforde­rungen" entsprach. Vielleicht hat auch das schäbige Täuschungs Manöver, das von der Linkspresse am Sonntag früh mit der Krankheit und angeblichen Rücktrittsabsicht des Dr. Carres unternommen wurde, einigen Einfluß ausgeübt. Sm großen ganzen hat sich jedoch der Berliner überhaupt nicht sehr über diesen ersten Wahlgang aufgeregt, öm Zentrum der Stadt war tzs am Sonntag auffallend still, und nur geringe Anzeichen deu­teten daraufhin, daß Wahlen stattfinden. Die nächtliche Stim­mung wurde natürlich durch die modernen Nachrichtenmittel belebt, aber es war nicht Ernst, sondernKino.

Die Karteien und die RrWyrMenlen- wähl.:: Marx Kandidat der Linken.

' wtb. Berlin, 31. März. telef. Der Reichs-Ausschuß des Reichsblocks der heute vormittag zusammMgetreteu war um sich mit der Fratze der Kandidaten-Aufstellung für den zweite« Wahlgang zu beschäftigen, ist den Blättern zufolge noch zu kei­nem Ergebnis gekommen. AmDienstag und Mittwoch werde« die Instanzen der Parteiâ und Verbände des Reichsblocks be­raten und am Donnerstag Dotlmtttag wird der Aeichsblock zu einer neuen Sitzung zusammentreten. Ueber die Veratunge« des Paxteidorstavdes der deutschen Zentrumspartei, die heute vormittag gleichfalls stattfand, weiß dasTageblatt" noch mit- zutellen, daß einstimmig beschloßen wurde eine Kommission zu bilden die mit den in Frtzge kommenden Parteien über die ge­meinsame Kandidatur Marx verhandeln soll. Die Ergebnisse dieser Besprechung werden dem am Donnerstag zusammeutre- tenden Reichsalusschuß der Zentrwnspartei vorgelogt. Die de­mokratische Reichstagsfraktion trat nachmittags 2 Uhr zusam­men um die Präsidentenfrage zu erörtern. Wie dasTage­blatt" hört begibt sich Staatspräsident Hellpach morgen, auf Wunsch der demokratischen Parteileitung nach Berlin. Laut Vorwärts" wird sich der sozialdemokratische Parteiausschuß am Donnerstag vormittag zu einer gemeinsamen Tagung mit der Lleichstagsfraktion im Reichstage versammeln.

Marx, der Gesammelte.

wtb. Berlin, 31. März. telef. Der Zentrumsparteivor- Itarib hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen den Minister­präsidenten ülarx wiederum als Kandidat für die Reichsprä- su. eute nwah! aufzustellen. Aus dem Umstand, daß sich heute im preußischen Landtag die Parteien der Weimarer Koalition cahin geeinigt haben den sozialdemokratischen Abgeordneten Braun wieder zum preußischen Ministerpräsidenten zu wählen, kann, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet geschlossen werden, daß die Kandidatur Marx zur Reichspräsidentenwahl eine Sammelkandidatur der «Weimarer Koalition werden dürfte.