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Nummer 81
Sonnerstag, den 9. Avril 1925.
L Jahrgang.
hat die
angenommen.
Kandidatur endgültig für die Neichsprüsidentfchaft (Bedeutsame Erweiterung des Reichsbloüs.s
wtb. Berlin, S. AM. telef. Wie das Nachrichtenbüro des Vörittms deutscher Sei-tungsverleger erfährt, hat der Reichs block den Seneralfttdmairfchall v. Hindenburg als Kandidaten für die Reichspräfidentschaft aufgoftellt. Hindeuburg hat ine Kandidatur angenommen. So ist denn im Verfolg unseres heutigen Artikels an leitender Stelle, die Hoffnung endlich zur Tatsache gesworden! Der Nationalheros aller Deutschen, gleichviel welcher Parteirichtung, Hindenburg, der unvergleichliche Sieger von Tannenberg, hat die Kandidatur endgültig angenommen. Damit dürfte der Lieg des Reichsblocks in greifbare Aussicht gerückt Jein. Denn Hindenburg besitzt keinen persönlichen Zeind im deutschen Reich! Lein verühvungswürdigor Name gewährleistet den Erfolg beim Motten Wahlgang. Und sein Alter von 78 Lahren ist bei der erfreulichen körperlichen Konstitution des germanischen Hünen kein Hindernis. Heißt es doch nicht umsonst in dem Loldatenlied aus dem Weltkrieg: „Der Hindenburg der alte Reck, der Zeldmarschall, der Ausssuschrgck". Der alte Recke von Tannenberg dürfte die Wahlperiode von 7 Lahrev schon noch aushal- teul Die Red.!
wtb. Berlin, 8. April. telef. Vom Reichsblock wird mit« geteilt: Der Reichsblock hielt heute vormittag eine entscheidende Beratung über die Kandidatur für den zweiten Wahlgang ab. Sm ganzen Verlauf der Verhandlungen ließ Sarres keinen Zweifel darüber, daß an seiner Peyson die Lvweiter. der Basis des Reichsblocks nicht scheitern dürfte. Nachdem die bagerische Volkspartei mitgeteilt hatte, daß Jie einer Kandidatur Hindenburg zustimmen würde, bat Sarres telegraphisch von seiner Aufstellung Abstand zu nehmen und empfahl dem Attchsblock dringend, Hindenburg die Kandidatur zu übergeben. Der Reichsblock beschloß darauf mittags die Kandidatur Hindenburg anzu- bieteu, die dieser soeben angenommen hat. Die! Bagerische Volkspartei, die Wirtschaftspartei, der Bayerische Bauernbund und die Deutsch-Hannoveraner Partei haben sich außerdem dem zum Reichsblock vereinigten Parteien und Verbände dieser Kandidatur angeschlosteu, und sind damit dem Reichsblock beigetreten.
Keine Mahn-Rote Amerikas an die Schuldner-Rationen.
wtb. Loudon, 8. April. telef. Reuter meldet aus Washington: Zu den Gerüchten, daß die amerikanische Regierung beab- stchtigt habe, an die Schuldner-Nationen eine Note zu senden und endlich ernsthafte Verhandlungen zwecks Rückzahlung der Kriegsschulden einzuloiten, verlautet aus dem Staatsdepartement, daß die Regierung keinerlei Absichten habe einen solchen Schritt zu unternehmen.
Der RefdißtHock vor der Entscheidung.
Die entscheidenden Verhandlungen der im Reich Mock zusammengeschlossenen Parteien über die Aufstellung des Präsidentschaftskandidaten haben am 7. April begonnen. Zwei gro« ße Parteien haben bereits Beschlüsse gefaßt, in denen sie sich für die Aufstellung des Geueralfeldmarschalls von Hindenburg aussprechen. Die Bagerische Volkspartei empfiehlt ihren Anhängern in erster Linie die Wahl Hindenburgs. Nur für den dall, daß diese Kandidatur infolge einer Ablehnenden Haltung Hindenburgs scheitert, läßt sie Wahlfrttheit. Die wirtschaftliche Vereinigung hat einen endgültigen Beschluß noch nicht gefaßt, doch verlautet, daß sie eine Kandidatur Hindenburgs begrüßen wird. Die Deutsche Volkspartei hat ihre Beratungen am Vormittag ausgenommen und am Nachmittag weiter be« raten.
Die Linkspresse hat schon seit einigen Tagen mit beträcht- Hchen Kraftaufwand vertsucht, einen Gegensatz zwischen den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei zu konstruieren, weil namentlich die Deutsche Volkspartei unbedingt an Carres festhält, während die Deutschnationalen ihn angeblich zu linksgerichtet fanden. Es ist notwendig, dazu noch einmal folgendes festzustellen. Die Beratungen des Reichsblocks über ne ^lufstellung des Präsidentschaftskandidaten sind mit Rück- N t auf die Bagerische Volkspartei verschoben worden. 3n Zwischenzeit wurde im Einverständnis mit Dr. Sarres bei
Schweres Unglütf bei einer Zruvven- übung in Gießen.
wtb. Gießen, 8. April. telef. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich heute nachmittag bei einer Uebung mit scharfen Handgranaten die von der Maschineugâv ehr-Kompagnie des hiesigen Ba taillons des Lufanterieregimeuts 15 abgehalten wurde. Beim Werfen einer Stielhandgranate explodierte eine zu früh wodurch 5 Soldaten verletzt wurden darunter 3 schwer. Einer der Schwerverletzten ist bald daxauf gestorben.
Auch in Sels ein Kandgranaten-stnglürk beim Reiterregiment.
wtb. Breslau, 8. April. Wie die „Schlesische Zeitung" aus Oels meidet wurden bei der Vernichtung von schadhaft gewordenen Handgranaten beim Reiterregiment 8 drei Unteroffiziere tödlich und ein Gefreiter schwer verletzt. Vier Soldaten waren unvorsichtig und frühzeitig aus dem Deckungsgraben gekrochen.
Neues zum Kutisker-Skanbal.
wtb. Berlin, 8. AM. telef. Der russische Kaufmann Holzmann der ebenso wie der frühere Leiter des Berliner Zremden amtes im Lazarett des Moabit-Lazarett-Gefängnisses liegt, wollte gemeinsam mit seinen Mitgefangenen Kassiber in russischer Sprache durch einen dritten befangenen, der entlassen werden sollte, aus dem Latzärett heransbringen. Die Kassiber gelangten jedoch in die Hände der Untersuchungsrichter. Diese Mitteilung aus der hevvorgeht, daß sich beide Untersuchungsge- faugone schuldig fühlen wird für die Auklagebchörde von größter Wichtigkett Jein. Der Untersuchungsrichter hat sofort verfügt, daß Holzmann aus dem Lazarett nach dem Zellengefäng- nis verbracht wird. Auch Kutisker wurde aks dem Lazarett wieder ins Untersuchungsgefängnis transportiert.
Keine Sozialisierung der Stavel-Fnbustrie und des Banksystems in England.
wtb. London, 8. April. telef. Sm Unterhaus wurde ein Antrag der Arbeiterparteien betreffend die Sozialisierung and demokratische Kontrolle der Stapel-Lndustrie und dem Baaksg- stem nach längerer Debatte mit 281 gegen 124 Stimmen ab« gelehnt.
Streik der Bauarbeiter an der Waterkant.
wtb. Bettin, 8. April. telef. Nach einer Meldvng des „Tageblattes" aus Hamburg sind die Bauarbeiter im Bezirk Groß-Hamburg, Kuxhafen, Schleswig-Holstein und Lübeck we-
Hindenburg angefragt, ob er bereit sei, eine Kandidatur zu übernehmen. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß alle Parteien des Reichsblocks in Hindenburg den Mann sehen, der im deutschen Volke die größte Verehrung genießt. Die Dout- Jd)e Volkspartei hat aber den Standpunkt vertreten, daß es sich nicht empfehle, den greisen iZeldmarschall in die politische Kampflinie zu stellen. Hindenburg selbst hat sich bisher jeder politischen Tätigkeit enthalten und nie ein Hehl daraus gemacht daß er sich auch weiterhin von jeder Politik fernhaltcn möchte. Er ist mit großer Wärme für die Kandidatur Sarres einge« treten und hält ihn für die gegebene Persönlichkeit im 2. Wahl gang. 3n unterrichteten politischen Kreisen verlautete am 7. ^prü nachmittags, daß in Berlin bereits eine Mitteilung über bie Ablehnung Hindenburgs eingetroffen sei. Eine Nachprüfung ist schwer möglich. Sitßer ist indessen, daß Großadmiral von Tirpitz am 7. April abends in Hannover ttngotroffen ist, um mit Hindenburg zu verhandeln. Sollte Generalfeldmarschall o. Hindenburg wiederum ablehneu, so würde sich die Deutschnationale Volkspartei, wie wir hören, für Sarres einsetzen. Auf jeden fall gehen die Besprechungen über die Aufstellung des Präsidentschaftskandidaten ihrem Ende entgegen. Die Einigung Mischen den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei kann um so leichter erfolgen, als es sich ja nur um verschiedene Auffassungen über die Zweckmäßigkeit des Vor- gehens handelte.
gen Lohrrdifferenzen unter Nichtachtung des vom Reichsunuiste- rium gefällten Schiedsspruchs in den Streik getreten.
Die Wahlen im Moskauer Sowjet.
wtb. Moskau, 8. April, telef. Rust. Telegr. Agentur. Die Ergebnisse der beendeten Wahl in dem Moskauer Sowjet sind folgende: 2 354 Kommunisten, 1 308 Parteilose (d. h. 34 Proz. der Delegierten). Bei dem vorigen Wahlgang betrug die Sa# der Parteilosen 12,3 Prozent.
Ein Protest der Kaufmannschaft gegen die Friedrich-Ebertstraße in Berlin.
wtb. Berlin, 8. April. telef. Die Kaufmannschaft der Budapesterstraße in Berlin richtete au den Magistrat und de« Polizeipräsidenten ein Gesuch in dem sie sich gegen die Umnen- nung der Budapesterstraße in Zriedrich-Ebert-Ltraße, mit der Begründung wendet daß die Zirmen durch die Umbenennung erheblich wirtfchaftüch und finanziell geschädigt wüvdSn. Bei Nichtbeachtung des Gesuches, wollen die Zirmen geschlosten Regreß-Klage gegen den Magistrat wegen den Urnen entstandenen materiellen Schäden erheben.
Großes Ervlojionsunglült in Rew-Aork.
wtb. Nowgork, 8. April. telef. Bei einem Explosiousnu- glück in den Werken der „Nationalen Zenerwerk-Gesellschaft" wurden durch mehrere Explosionen schätzungsweise etwa 100 Gebäude zerstört. Die Zahl der Verletzten ist sehr groß, da sich infolge der entstandenen Panik Diele Arbeiter u. Arbeiterinnen daduch zu retten suchten, indem sie ans den Zensier der Arbeits- ränme sprangen. Bitte Arbeiter konnten sich nur mit knapper Not retten. Vermutlich ist in den brennenden Gebäuden eine große Anzahl Arbeiter umgekommen.
Ein Büro für drahtlosen Telefon-Runbfunk in Genf.
wtb. London, 8. April. telef. Die hier siattgefundene Konferenz dgr europäischen Vroacasting-Orga-nisation beschloß in Genf ein Büro für drahtlose Tttefou-Anndfunk eivzurichteu, daß als Zentrale der Snformationen dienen soll.
Graf Westarp ettrankt.
wb. Berlin, 8. April. Der Zührer der Reichstagsfräktion der Deutschuationalen, Graf Westarp, hat, wie wir erfahren, vor einigen Tagen einen Nervenzusammenbruch erlitten. Er befindet sich augenblicklich in einem Sanatorium in der Nähe von Berlin. Die Krankheit Westarps soll die Folge sein von Meiinungsverschiedenheiten innerhalb der Deutschnationalen über Auswertungsfragen und andere Probleme.
Frankreichs RheinvoM mb der Sicherheitsvakt.
Von. Kais. Gesandt, z. B. Dr. Arthur v. K e m n i ß, M. d. R.
ömmer wenn Zrankreich übermächtig wurde, hat es versucht, die Rheingrenze zu gewinnen. Ob ein Ludwig 14. oder ein anderer französischer König, ob ein Napoleon 1. oder Napoleon 3., oder ob ein Präsident der Republik an der Spitze des französischen Staatswesens stand, hat dabei wenig geändert. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, wenn wir die französische Rheinpolitik richtig beurteilen und für uns , erforderlichen Schlüsse daraus ziehen wollen. Das gilt auch im gegenwärtigen Augenblick, wo die Srage des sogenannten Sicherheitspakts zur internationalen Diskussion gestellt ist.
Wir wissen heute aus amtlichen Urkunden, daß Zrankreich, getreu dieser ferner alten historischen Politik, schon in der ersten ÖCit des Weltkrieges von seinen englischen und russischen Verbündeten die Zusage der Rheingrenze in offener oder oerfch/ei- eltei dorm für den Zall eines siegreichen Kriegsausganges zu erlangen versucht hat. Es ist ihm nicht gelungen, und auch in Versailles hat es sein Ziel nicht erreicht. Aber was es auf geradem Wege nicht durzufetzen vermochte, sucht es auf Umwegen zu erreichen. Zu diesem Zwecke wurden in das Diktat von Versailbes die Bestimmungen ausgenommen, die den Verbündeten das Recht einräumten, das linke Rheinufer zum Teil 5, zum Seil 10, zum Teil 15 Saßre besetzt zu halten. Diese Stiften soll len erst zu laufen beginnen, wenn Deutschland seine vertraglichen