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Morgenzettuns

Matt Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Bogelsberg, Fulba und Haunetal

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Für die Volksgemeinschaft Für den Ständefrieden

Nummer 84.

Freitag, den io. Avril 1925.

2. Jahrgang.

Nie dcutichdnnaeeerichc Partei stimmt am 2$. April fOr Kinbenburg.

wtb. Hannover, 9. April. tÄef. Das DirektorLrm der denksch-Hannov. Partei veröffentlicht heute in derHanno­verschen Landeszeitnug" eine Erklärung zur Wahl des Reichs­präsidenten, in der es den Pcrrteifrchinden empfiehlt, ihre Stim­me für den Generalfeldmarschall von Hindenburg abzugebeu. Einen GowissensMang soll indessen, nicht ausgeübt werden.

Sie SlellMWahme des bm.Wa und MMstandbundes.

wtb. München, 9. April, telef. Aus den fichrenden Krei­se« des bayerischen Bauern- und Mittelstaudbundss wird dem Laudesdienst des süddeutschen Korrespondenz-Büros mitgeteilt, baß die Landes Vorstandsschaft in chrer letztsu Sitzung noch keinen endgültigen Beschluß über ihre Stellungnahme zu dem Reichspräsidsutschnftskaludiidast faßte. Die Lcmdesvovstands- schaft wird Samstag vor oder Dienstag nach Ostern erneut zu­sammen treten um ;ur Kandidatur Stellung zu nehmen.

Irr Mhlaufruf des SvitsbioSs.

wtb. Bersin, 9. April, telef. Der Volksblock hat für den zweiten Wahlgang einen Aufruf erlassen, in dem die Parteien des Volksblocks und die republikanischen Organisationen im ganzen Reiche aufgefordert werden sich zusammenzuschließen und den Kampf für die Kandidatur Marx gemeinsam zu führen. Das vom Volksblock verfolgte 3iel soll sein: für Vaterland, für Volksstaat und Republlk. Diesen Volksblock-Wahlauf­ruf proklamiert in der Hauptsache eine Partei deren führender

Lum Lftarfrettas.

Das höchste Fest der evangelische Kirche, Karfreitag, ist angebrochen. Wir feiern diesen Lag in stillen Gedenken an den Lag von Golgatha. Der Lärm der Arbeit nicht. «Und die Blicke der Lhristenheit richtet sich nach dem Hügel, auf dem der Hei­land den Kreuzestod starb, auf daß die Welt erlöset wurde. Unter den zwölf Sängern, die den Herrn stets begleiteten und seine Lehre verbreiteten, befand sich auch Oudas Sschariot. Die­ser war von Natur aus sehr habgierig, so daß der Herr ihm einmal wegen dieses Lasters einen Verweis gab. Er verbünde­te sich mit den Feinden Sesu, die ihm dreißig Silberlinge boten, wenn er ihn in ihre Hände spielte, und er nahm das Anerbie­ten an. Fesus in seiner Allwissenheit wußte, daß seine Feit ge­kommen war und er bald zu Gott einkehren werde. So kam das Osterfest heran, und er begab sich nach der Sitte des Volz­kes nach Serr^alem, um es dort «zu begehen. Als er mit ihnen zu Lisch saß, sprach er:Mich hat herzlich verlangt, dieses Oster lamm mit euch zu essen, ehe denn ich leibe. Diese «letzten schönen Reden finden wir in dem 13.17. Kapitel des Evangelium Sohanni. Dort steht auch verzeichnet, wie er bei Lische von Schmerz überwältigt ausrief:Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter Luch wird mich verraten". Bei dieser Anklage wurden alle sehr traurig und einer nach dem anderen fragte ihn: Herr, bin ich's?" Als Sudas fragte, antwortete Sesus:Du sagst es. Was tu tust, das tue bald." «2udas verließ darauf den Lisch des Herrn. üesus aber sprach weiter mit seinen Säugern und suchte sie auf das Kommende vorzubereiten. Pe­trus, der feurigste unter ihnen, rief: ,Herr, ich bin bereit, mit dir in Gefängnis u. Lod zu gehen." Aber Sofus, der die Schwä­chen der Menschen kannte, warnte ihn mit den Worten:Pe­trus, ich sage dir, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Nach dem Mahle ging Sesus mit seinen Sängern hinaus zum Oolberg nach Gethsemane. Sn einem «Gar­ten fiel er nieder und betete mit den Sängern. Dann ging er abseits und betete für sich:Mein Vater, ist es möglich, so laß dies Leid an mir vorübergehen! Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst." Als er zurückkam, fand er die Sänger schla­fend und weckte sie mit den Worten:Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?" Und er ging zum andern Male hin und betete, und als er zurückkehrte, fand er sie abermals schla­fend. Er hatte Mitleid mit-her menschlichen Schwäche und betete für sich: ,zVater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir Doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." Es war eine böse Stunde für ihn. Er bangte um die Sünden der Men- schen, aber Gott stärkte ihn. «Er sprach zu den Sängern: ,Sehet die Stunde ist gekommen, stehet auf und lasset uns gehen. Siehe . verrät, ist nahe." Alsbald kam Sudas an der Spitze einer Schar Bewaffneter. Sesus fragte, umgeben von den ungern: ,Wen suchet ihr?" «Sie antworteten:Sesum von ' ^us ^rach:Sch bins. Bor der Hoheit seines sru .sie zurück. Er aber ermutigte sie:Suchet ^nti mich, so lasset diese gehen" und er deutete auf die SUn-

Vertreter vor mcht zu langer Zeit die Offeicheit hatte ?u äu­ßern: Sch kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt! Die Red.).

Neuer Schiedsspruch im Hamburger Nerkehrsstreik.

wtb. Hamburg, 9. April. telef. Die gestern zur Beilegung des Hamburger Verkehrsstreiks eingeleiteten neuen Verhand­lungen führten zu einem Schiedsspruch, der im wesentlichen die grundsätzliche Beibehaltung des Achtstundentages und die Ver­pflichtung der Arbeitnehmerzur Leistung einer Ueberstunde am Lage, sofern der Betrieb es erfordert, festlegt. Me Ueberstunde soll höher bezahlt werden. Ferner ist eine Lohnerhöhung von 5 Pfennigen pro Stunde vorgesehen. Die Lrklärungsfrist läuft bis heute Abend, doch ist an der Annahme! des Schieds­spruches kaum zu zweifeln, sodaß der Betrieb vorMssichtlich Samstag früh ausgenommen wird.

Sie Berbaubluagea in Mu noch in der SlAorbe.

wtb. Essen, 9. April, telef. Bekanntlich ist der unter dem Borsitz des Reichskom. Mehlich am 24. 3. erfolgte Schieds­spruch vom Schöffenvorbande abgolehut, dagegen von der Ar- tsrorganisationen angenommen worden. Letztere beantragten sodann beim Reichsarbeitsminiftorinm die Verbindlichkeitser- Kläruug des Schiedsspruches. Wie wir hören hat das Reichs- arbeitsministorium nunmehr die Verbindlicl-keitserklärnug ab-

ger. Und Sudas küßte ihn zum Zeichen, daß es wirklich Sesus sei. Der Herr aber sagte zu ihm:Sudas, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?" Man führte ihn zum Hohe­priester Hannas und von dort zu Kaiphas, wo alle Printer und Schriftgelehrten versammelt waren. Die Sänger hatten sich zerstreut, nur Petrus folgte in der Ferne. Man schlug und schmähte Lhristus, er aber blieb sanftmütig und ruhig. Die ganze Nacht durch fragte man ihn nach seiner Lehre aus. AIs man ihn fragte: .Bist du Gottes Sohn?" sagte er:Sch bin es," und dies versetzte seine Feinde in noch größeren dorn. Draußen saß Petrus, doch als man sich an ihn wandte, ob er Sesus kenne, «leugnete er und schwor es ab. Aber in diesem Augenblick führte man den Herrn an ihm vorüber, während gerade der Hahn krähte. Sesus sah ihn mit verzeihender, weh­mütiger Liebe an und dieser Blick traf chn so, «daß er hinweg­schlich und bitterlich weinte. Man brachte Sesus zum römischen Landpfleger Pontius Pilatius. Pontius fand keine Schuld an Sesus und wollte sein Gewissen nicht mit einer schlimmen Lat belasten. Er versuchte, den Herrn dadurch zu befreien, daß er das Volk fragte, «wen es frei haben wolle, Sesus oder einen anderen Gefangenen namens Barrabas, einen Mörder, da nämlich der Sitte gemäß das Volk am Osterfest die Freilassung eines Gefangenen fordern konnte. Das Volk, bas vor wenigen Sagen noch Hosiannah gerufen hatte, schrie nun:Kreuzige, kreuzige ihn!" Darauf wurde Sesus gegeißelt, und es wurde ihm eine Krone aus Dornen angetan, so daß sein Haupt bald von Wulchen und Blut bedeckt war, Pilatus war zu schwach gewesen, um das zu hindern; ihm war nicht wohl dabei zumute, denn er rief:Sehet, welch ein Mensch!" Man lud Sesus ein schweres Kreuz auf den Rücken, und Simon von Ryrene er­barmte sich seiner und half es ihm tragen. So machte sich der Zug mit dem kreuztragenden Sesus an der Spitze auf den Weg zur Nichtstätte nach Golgatha. Dem Fuge folgten viele An­hänger, und besonders die Frauen beklagten sein Schicksal. Alan schlug ihn mit Händen und Füßen ans Kreuz und überließ seinen Leib den heißen Sonnenstrahlen. Lrotz des ungeheuren Schmer­zes blieb er voll Lrbarmung und Liebe für feine Feinde und bat um Vergebung für sie:Vater, vergib ihnen, denn sie wis­sen nicht, was sie tun. Fwei Uebeltäter wurden mit ihm gleich- jeitig gekreuzigt und zu dem einen, der ein demütiges Herz hatte, sprach er:Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese fein.

Unter dem Kreuze harrten seine Mutter Maria und sein LieblingsjUnger Sohannes aus. Sie sahen feine Qualen und hörten, wie er rief:Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Shn dürstete im Mittagsbrand, aber man gab ihm nur Essig zu trinken. Seine Leiden wurden stärker, und er fühlte, es ist vollbracht, und mit den Worten:Sn deine Hände befehle ich meinen Geist," verschied er. Fum «Gedächtnis dieses feines Todes feiern wir den Karfreitag.

gelehut. Weitere Verhandlungen sind nächste Woche zu er­matten.

Frankreich und der gute Willen Bulgariens.

wtb. Sofia, 9. April, telef. Der Vertreter Frankreichs uud der Vorsitzende der Reparationskommission zur Durchführ­ung des Vertrages von Nemlles Graf Eherifeg der von feinem Posten abberufen wurde, äußerte sich vor feiner Abreise der TageszeitungBulgarie" gegenüber n. a. wie folgt:Sufolge des guten Willens Bulgariens erscheint eine komplizierte Repa- ratiouskommifsion überflüssig. Um die Unkosten zu erniedrigen trete ich für eine Vereinfachung der Kommission ein.

Ein ganzes Dorf in Pommern eingeüschert.

io*. Berlin, 9. April, telef. Blättermeldungen aus Stet­tin zufolge entstand gestern in dem Orte Sommersdorf in einem Hause Feuer, das fehr schnell um sich griff und fast das ganze Dorf einäscherte. Nicht weniger als 14 Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Neun Familien sind obdachlos. Große Mengen Zuttervorräte und zahlreiche landwirtschaftliche Ma­schinen wurden vernichtet. Es wird angenommen, daß der Brand durch Unvorsichtigkeit beim Zettausbraten entstanden ist.

Acht Tote bei der Exvloirvn auf dem italien. Panzerschlft Auilro.

wtb. Rom, 9. April. telef. Nach dem31 Riso Rigimeo- to" beträgt die Fahl der Opfer bei der Explosion auf dem Pan perschiffDnüio" 8 Tode und 30 Verwundete.

Zwei Tote bei einem Eifenbabungllick in Frankreich.

wtb. 9. April, telef. Ein ans Auluag (bei Paris) kommen­der Vorortzug ist heute früh auf dem Pariser Aordbahnhof ans einen am Ende des Bahnsteigs befindlichen Prellbock gefahren. Zwei Reisende wurden getötet und 21 verletzt.

Radioftmt in Rumänien.

wtb. Bukarest, 9. April. telef. Hier wurde eine Prioat- Sefellschaft gegründet die von der Regierung die Konzession für den Bau einer Lende-Station erhielt. Die Einfuhr von Em- pfaogsappararteo wird unter der Kontrolle der Postvsrwattuug stehen.

Der Patriarch Achon t.

«wtb. Moskau, S. April. Heute ist in Moskau der allrussi­sche Patriarch Tichon gestorben.

Zwei jugendliche Mörder vor Gericht.

wtb. Bagreuch, 9. April. telef. Die beide» jugendlich« Mörder die 17- und 16jährige Burschen Georg uvd Alfted Masel, welche in der Nacht zum 14. Oktober v. Lahres Baler, Mutter und chre beiden jüngeren Brüder mit Hammer n. Beil uiederg^chlqgeu, offenbar in der Absicht sich des Vermögens zu bemächtige«, find nach zweieiuhalbtägiger Verhandlung vor dem hiesigen großen Lugendgericht zu je 10 Lahreu Gefängnis verurteilt worden. Die Mörder waren geständig.

Hindenburg gegen Marr.

Nachdem bis zum letzten Augenblick «die Entscheidung ge- schwankt und der Feldmarschall von neuem seinen Verzicht zu­gunsten des Dr. Larres ausgesprochen hatte, ist am Mittwoch vom Reichsblock doch Hindenburg als Kandidat ausgestellt roor- ben. Lr hatte sich von Herrn v. Livpitz bereden «lassen, im äußersten Falle noch zur Verfügung zu bleiben, unb die Deutsche Volkspartei stellte schließlich ihre Bedenken zurück, um nicht bie Einheit des Reichsblocks zu sprengen. Denn die Wirt- fchaftspartei war darin der Bayerischen Volkspartei beigetre­ten, daß sie nur für eine Kandidatur Hindenburg die Parole ausgeben, sonst aber ihren Anhängern die Stimmabgabe frei ge­ben wollte. ^Auch die Welfen erklärten sich für Hindenburg, der greife Zeldmarschall hat sicher geglaubt, durch seine Be­reitschaftserklärung dem Vatevlande einen Dienst zu erweisen und ihm auch dieses Opfer noch «schuldig zu sein. Politischer Ehrgeiz treibt ihn nicht. Den treuen Man ehrt eine solche Auf­fassung, wie ihn sein bisheriges überparteiliches Verhalten und feine eiserne Pflichterfüllung «auch dem unglücklichen Vaterlands