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orsenzettung

Fulöaer Kreisblatt, Anzrigrr für Rhön und Boselsbrrs, FulSa- unS Haunetal

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Rammer 85.

Sonntag, den 12. Avril 1925.

2. Fahrgang.

Oster-flufruf Hindenburgs an das deutsche Polk

wtb. Berlin, 11. April. telef. Seuerchfeldmarschall von Hindenburg richtete folgende« Aufruf zu Ostern an das deutsche Volk:Vaterländisch gesinnte Deutsche aus allen dhutscheu Gau eu und Stämmen haben mir das höchste Amt im Reich angetra- gen. Sch folge diesem Ruf nach ernster Prüfung in Treue zum Vaterlande. Mein Leben siegt klar vor aller Welt. Sch glaube «auch in schweren Zeiten meine Pflicht getan zu haben. Wenn diese Pflicht mir nun gebietet auf dem Boden der Verfassung, bhne Ansehen der Partei, Persou, Herlchuft und des Berufs- «standes als Reichspräsideut zu wirken, so soll es au mir nicht fehlen. Als Soldat hatte ich immer nur die ganze Ration hn Auge und nicht Parteien. Sie sind in einem parlamentarisch 'regierten Staate notwendig aber das Staatsoberhaupt muß «über ihnen stehen und unabhängig von ihnen für jeden Deutschen «walten. Den Glauben an das deutsche Volk und ab den Bei­stand Gottes habe ich nicht verloren. Sch bin aber nicht mehr jung genug, um an einen plötzlichen Umschwung zu glauben. Kein «Krieg, kein Aufstand im Snnern kann unsere gefesselte und leider 'durch Zwietracht gespaltene Nation befreien. Es bedarf langer «ruhiger und friedlicher Arbeit, es bedarf vor allem einer Säu­berung unseres Staatswesens, von denen, die aus der Politik «ein Geschäft machten. Ohne Reinlichkeit des öffentlichen Le­bens und Ordnung kann kein Staatswesen gedeihen. Der «Reichspräsident ist besonders daP berufen, die Heiligkeit des Rechtes hochzuhalten, wie der erste Präsident auch als Hüter «der Verfassung seine Herkunft chrs der sozialistischen Arbeiter­schaft nicht verleugnet hat, so wird auch mir niemand zumuten 'können daß ich jemals meine politische Ueberzeugung aufgebe. «Gleich dem von mir hochgeschätzten Herrn Dr. Sarres erachte «ich auch in jetziger Zeit nicht die Staatsform sondern den Geist für entscheidend der die Staatsform beseelt. Sch reiche jedem â Hand der national denkt, die Würde des deutschen Ramens nach innen und apßen wahrt und djen konfessionellen n. «sozialen Frieden will und bitte ihn, hilf auch Du mit zur Aufer­stehung unseres Vaterlandes!" v. Hindenburg.

Ser Reichsrat und sein SiKungsvrogrMm am 17. Wril.

D.B.Berlin, 11. April. (Lig. Meldg.) Der Reichsralk wird «am 17. April zu seiner nächsten Sitzung zusammentreten und sich

Deutsche Ostern

Bei 'keinem der großen christlichen Feste sind religiöser Glaube und Naturempfinden so eng ineinander verschlungen wie beim Osterfest. Die Feier der Auferstehung Lhristi ist schon schr früh in die Zeit verlegt worden, da sich der Mensch der Natur aus dem Wintertode erfreut, und die Kirche hat auch in unserer deutschen Heimat willig und weise die alten Osterbräu­che bestehen lassen oder sich angepaßt, die noch aus der vor­christlichen Zeit stammen. Ob Ostara wirklich als Frühlings- göttin von den Germanen verehrt wurde, mag zweifelhaft sein. Aber die Osterfeuer und Osterspiele in Nordwest- und Mittel­deutschland, die Ofterruten im Osten, ja, auch der Osterhase und die Ostereier haben ihren ehrwürdigen Ursprung in der grauen Vergangenheit, als die Menschen noch alle der Natur eng ©er* bunden waren und chr neues Erwachen mit Subel, Gebet und Beschwörung begleiteten. Das Lhristentum hat den tiefen Sinn her Erlösung der Menschheit aus den Banden der Sünde durch den Opfertod des Gottessohnes hinzugefügt. So mag jeder seine Ostern auf seine Weise feiern, so wird gerade dieses Fest zu einem Fest der Versöhnung, der Toleranz hn Zeichen der Er- neuerung und Verjüngung. Ein Fest der Hoffnung, ein Sieges- Mt.

. das muß auch die Stimmung fein, die den politisch denken- Tagen trägt. Wenn wir alle gleich em- C ^ den Lieg des Frühlings, des Lebens

C füllen wir dann so unsinnig sein UrtbefräCrM- ^^^ Alltages? Schrumpfen sie nicht zur berSnCÄ ^'^ fegenden Aprilsturm, in

Of Monne? Wir müssen, wenn wir nicht im Sumpf des Parteistreits versinken wollen, ab und zu solche Tage der Erhebung genießen,^ wo uns alles andere gleichgültig ist neben unserm Naturgefühl und unserm 'innerstem Grieben und Alten doch Osterferien haben wie

allen Minterstaub aus uns fortwehen saftens " «^ - »f'1'!6 «r altem auf C

I dm sZ*/ '" x**"^ "'< kräftiger grat' »ie kommm- äM Ä"^1^ ^ * ^5 2>«I dm testen Seils 5m» mit chr Sl'Uferlftelaungl & ist

I We 'D. iihl" r-i'"^ ui ®*m' "" ft* i »er teilten Seit Parteigegensatze in Deutschland wieder verschärft und ver-

tust dem im Reichstag beschlossenen Grandschulgesetzentwurf der «RegZerrmg befassen und einen Bericht, des Ausschusses für Bil- «dungswesen eutg^genuehmen. Die Beratung der Steuer- und «AufwerAugsgesetze wird sodann in der darauf folgenden Sitz- «ung am 22. April fortgesetzt werden.

Sie Reloverrv -Akl in England in der Neuregelung.

rotb. Bertin, 11. April. telef. Su einer Note vom 8. April «hat die Groß-Britannische Botschaft mitgeteilt, daß das Ab- «kommen über die Neuregelung der Recoverrg-Akt-Abgabe «vom 3. April die Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften gefunden hat und daß seit Mitternacht zwischen dem 9. und 10. April die Angabe von Einzelgefchäften durch die britische Zoll- behörde nicht mehr erhoben wird.

Frankreich und der Garantiepakt.

D.B. Paris, 11. April. (Sig. Aleldg.) Das hin und her französischen Regierung zwischen den Abstimmlngen im Senat und der Kammer und die noch immer drohende Krise beginnen «sich allmählich auch auf die Sargntiepaktverhandlungen aus-u- dehneu. Man will eine Note an Deutschland richten, die Be­dingungen, von deren Erfüllung der Abschluß des Sicherheils- 'paktes abhängt, zu formulieren beabsichtigt. Dies wird nun von 'feiten des englischen Kabinetts als edle Vorbeugung des fran­zösischen Ministerpräsidenten zu den Oppositionsparteien auge- 'fehen und für eine völlig neue Situation erklärt, mit der mau «keineswegs gewUt ist, einverstanden zu sein.

Beratungen in EWe zur Lötung der französischen Kabinettskrise.

1 wtb. Paris, 11. April, telef. Der Präsident der Republik 'Hat heute morgen seine Beratungen zur Lösung der Kabinetts-

I bittert haben. Man mag darin die Entwicklung zum Zwei- parteiemJuftem, zur Scheidung in eine große Rechte und eine große Linke entdecken. Aber sind wir schon reif dazu, ist unser Vaterland schon genügend gesichert, daß wir uns den inneren Kampf um eine grundsätzliche Neugruppierung totsten können? Die politische Reife würde bedingen, daß wir den Gegner nur als Andersgesinnten, nicht als Minderwertigen erkennen und behandeln; daß wir den Wechsel in der Macht als naturnot- roenbig hinnehmen und nie Volksgruppen befehlen, wenn wir Parteien bekämpfen. Der Streit ist der Vater aller Dinge. Aber es gibt einen ritterlichen Kampf, bei dem man auch den Gegner ehrt unö nach dem man vielleicht morgen mit ihm zu­sammen ficht, und einen heimtückischen Kampf der auf die Ver­nichtung des Feindes abziehlt und keinen Gedanken an spätere Versöhnung aufkommen läßt. Politisch reif werden wir erst stm, wenn die deutschen Parteien gegeneinander nur auf die ritterliche Art schreiten und wenn über dem Kampfarena das große Banner weht mit der Snschrift: Ein Volk!

Rein, wir sind noch nicht soweit. Aber das Thristen und Sechen vereinigende fröhliche Osterfest soll uns die Lehre der Duldung in die Herzen läuten. Keimt doch in diesen Früh- Irngstagen auch wieder die Hoffnung neu in uns, daß die harte Zeit ucheres gefesselten Vaterlandes einmal ein Gude nehmen * â wân wir dazu michelfen, wenn wir unter uns jerriften sind? Es mehren sich hn Ausland die Stimmen, die eingesldhen, daß der Grundgedanke des Versailler Diktats ver­fehlt war: daß es unmöglich ist, dauernd ein großes Vock mit Waffengewalt niederzudrücken und zu entrechten. Rich« nur der konservative Außenminister Großbritaniens spricht das aus sondern auch ein «ungenannter bedeutender Franzose, zur Zeit in Deutschland hat es kürzlich in einer Zuschrift an Illustration forderte die Aussöhnung zwischen Frankreich und v A Ä ^^"ge noch eine internationale Kontrolle über x Zungen möglich sei. Mögen nun die Franzosen danach handeln oder nicht wir wußten auch vorher schon, daß enO der Tag der Erlösung kommen wird. Wir glauben an die SSaä ^ uns diese feste Zuversicht

? ?.^ Mmerdar unerschirltert erhalten, dann *r ^âal m «och viel höherem Sinne deutsche Ostern

Krise begonnen. Er hat nach 10 Uhr zunächst den Kammerprä- «sidevten Peinteve und dann den Senatspräsidenten de Lelves «empfangen.

$tlf1ff»e $Be6tnf»au.

1 Frankreich und Deutschland wetteifern zur Zeit darin, wer sich des größten Sntereftes der Welt erfreut. Dort die Frage des Regierungswechsels, hier die Neuwahl des Reichspräsiden­ten. Aber man muß gleich ganz ausdrücklich sagen, daß «wir dies mal den Franzosen gerne den Vorrang lassen. Denn ein Re­gierungswechsel ist ein politischer Akt von großer Bedeutung, der auf die Beziehungen der Völker zu einander beträchtliche Wirkungen ausüben kann. Die Präsidentenwahl jedoch darf in Deutschland anders als in den Vereinigten Staaten, wo der Präsident eine viel höhere Machtstellung einnimmt nur als eine innerpolitische Angelegenheit betrachtet werden. Nur künstliche Aufbauschung und falische Auslegunig ihres Sinnes ver leiht ihr eine außenpolitische Bedeutung. Denn offiziellen Anlässen nach beruht freilich auch der Sturm gegen das Kabi­nett Herriot auf inneren Streitfragen. Die Katholiken sind durch den Kampf Herriots gegen die Kurie verletzt, vor allem aber die Kapitalisten durch den Frankeukurs beunruhigt und durch die Steuerpläne in Wallung gebracht. Die gründliche und systematische Besteuerung des Besitzes war ja immer Frank- reichsschwache Seite. Setzt, nach dem ^siegreichen" Kriege dop­pelt biuten zu sollen, das ist eine harte Anforderung an die Op­fer hi gkeit der Reichen. Aber keine Regierung, welche auch immer das Kabinett Herriot ablöfen möge, wird um diese For­derung herumkommen. Und wenn Herriot von der Rechten so scharf angegriffen wird, für di- «doch der wahre Grund ihres Hasses in der Außenpolitik dieses Linksmannes liegt, dann müßten dessen Gegner sich eigentlich sagen, daß ihr Imperialis­mus erst recht das Land in schwerste finanzielle Sorgen stürzen würde. Er hat ja bereits die Grundlage zu dem großen Defi­zit. gelegt und das LNißtrauen der Welt, zumal der Finanzwelt gegen die französische Politik^ wachgerufen. Wie will'man den Militarismus in reinster Sorm wiederherstellen und zu­gleich die-d-nanzen in Ordnung bringen? Es ist eben viel leich- ter, eine Regierung zu stürzen, als eine erfolgreichere an ihre Stelle zu setzen. Das wissen wir ja aus eigener Erfahrung.

<nC^Ä ^ranHen kommt ein Hoffnungsstrahl ex oriente.

Dre Anfstellmrg des Feldmarschalls von Hindenburg zum Kandi- daten für die Reichspräsidentschaft wird von ihnen'ausgenutzt, um das Schutz- und RUtungsbedürfnis der armen, unschuldigen Marianne von der ganzen Welt zu beweisen. Auf gew'sse Lr- olge ihre unzweifelhaft geschickten Propaganda werden wir ge­faßt sein müssen. Verbrecherisch handelt der Deutsche, der sie wir ^Ä unterstützt. Vielmehr werden

C ^tthdruck darauf hinzuweisen haben daß die Außen- pollt'k m Deutschland Sache der Regierung (und des Reichstags wahrend der Reichspräsident hier nur eine repräsentative SM- a^^-x NE Hmdenburg wollte, so könnte er

^' eigene Außenpolitik treiben, wie -ja auch Ebert Kabinette der vebschiede^en Richtungen hat er- EX Ä6! ^" ^ QU* W 'im Ausland, von der deutschen Linkspresse unterstütz aus Hindenburg einen ganz d-^t TS n iR Wiâ«chk-Ü ist, gemacht. Daß L^ nC-SC ^^ ^ene Kandidatur verzichtet, ist fef^t- oerftanöheh und bedeutet keineswegs eine politische Gaben- stmrmung zwischen den beiden ehemaligen Heerführern. Auch narCE ^R^E^" Ensscheidungskampf zwischen Mo- »^ 5 Republik kann trotz der Aufteilung Hindenburgs 2 r^^l^ der alte General ist selbstverständlich sel- Gefühl nach Monarchist, aber ferne persönlichen Beziehz-u-

Wilhetm siii- nicht so eng, wie die Gegner es oarfletleu. Daß er in Doorn wegen der Annahme der Kandi- .mn Erlaubnis gefragt habe, ist eine Fabel. Das Eha- rak ter ist ische an ferner ganzen politischen Haltung war doch viel­mehr, daß er nach dem Ausbruch der Revolution nicht das Oberkommando niedergelegt, sondern die Armee in die Heimat zuruckgeführt hat. Und den Dank Eberts hat er ruhig entge­gengenommen. 7 a

. Wu^e ein Wer Mann, «um Reichspräsidenten gewählt een Ech auf die Republik mit einer reservatio mentalio Zeu? ist undenkbar Mit weit mehr Recht haben geâ 2 " Monarchien sich zunächst gegen den Gedanken auf- gelehnt, einen Hindenburg zum Reichsoberhaupt wählen zu tos- L Recht befürchtet sie nun, Ä ^. * für das Legitimationsprinzip sein wurde,

angesehenste alte Monarchist in die Hand des so- ^"'tüschen Reichstagspräsidenten den Lid auf die republikani- herfasfung ablegen sollte. Trotzdem haben die meisten eutschnationalen mit außerordentlichem Nachdruck die Kan­didatur Hindenburg betrieben und sich durch die Bedenken der Volkspartei, die gerne Herrn Sarres die Treue halten wolle, nicht umftimmeu lassen. Ls ist dadurch eine gereifte Spannung