Hessische
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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön unb Vogelsberg, Fulda un- Haunetal
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Nummer 90.
Sonntag, den 19. April 1925.
L Fahrgang.
Nor einem Umsturz in Bulgarien? Einberufung der Sobranie am 21. April.
Vor einem Umsturz in Bulgarien.
wtb. Paris. Havas berichtet aus Belgrad: Unkontrolliert baren Gerüchten aus Sofija zufolge, sollen die bulgarischen Revolutionäre Herren des Grenzdistrikts von Zaribrod fein.
wtb. Sofia, telef. Auf Grund der bisherigen Feststellungen über das Attentat in Sofia, nimmt die Polizei an, daß es sich Dabei, um einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan der Agrar- Kommunisten handele. Vejr vorangegangene Mord an dem General Georgies sei der erste Teil des Programms gewesen, der Gelegenheit dazu habe schaffen sollen, sämtliche Regierungs Mitglieder und führende politischen Persönlichkeiten am Tage der Beisetzung des Ermordeten zu versammeln, um an diesem Lage den zweiten Teil ihres Plaues auszuführem. Inzwischen hat die Polizei 6 Personen verhaftet bei denen Papiere vorgefunden sein sollen, die sie als Offiziere der roten Armee und Mitglieders des Präsidiums der dritten internationale ausweisen. Unter den Opfern des Attentates befinden sich auch 16 Frauen, darunter die Gattin des Generals Georgies und sechs Kinder. Ferner wurden etwa 25 Abgeordnete der Regierungsparteien getötet.
wtb. Sofia, telef. Die Verordnung über die Verhandlung des Belagerungszustandes ist heute veröffentlicht worden. Sm Laufe des gestrigen Tages wurden zahlreiche Verhaftungen und mehrere Hausunterfuchnugen vorgenommen. Die Sobranje ist für den 21. April omberufe-n worden um der Verhandlung des Belagerungszustandes zuzustimmen. Der Direktor des Zentralgefängnisses ist entgegen den umlaufenden Gerüchten nicht ermordet worden.
Bon der Resto.
wtb. Ministerpräsident Paiulevo hat gestern abend den französischen Delegierten in der Repayationskommission, Louis Barthou, empfangen, der ihn über den Stand der Arbeiten dieses Organismus in Kenntnis setzte.
Geldbewsgims bei der ReichWupttajfe.
wtb. Berlin. Nach der Uebersicht über die Geldbewegung bei der Reichshauptkasse betragen im Monat März die Einzahlungen 622,9 Millionen und für die Zeit von April 1924 bis ^när? 1925 7 577,1 Millionen Goldmark; die Auszahlungen
für Vater Hindenburg.
Niemals kann der Mensch mit Gewißheit den Ausgang eines begonnenen Unternehmens vorhersehen, aber der, der nach höherer Ueberzeugung nur seinen Pflichten lebt, trägt einen Schild um sich, der in jeder Lage des Lebens, es komme auch wie es wolle, ihm Beruhigung gibt und auch oft selbst zu einem glücklichen Ausgang führt." Kein Zufall ist es, sondern eine Tatsache von innerer Wefensbedeutung, dass Paul von Hindenburg, der sich an der Aliersschwelle seines Lebens noch einmal seinem Volke zur Verfügung stellt, im Schlussabschnitt seines Erinnerungsbandes diese Worte des Generalfeldmarschalles von Bogen an seinen König anführt. Aus diesen Worten spricht der Geist, in welchem der grosse, ernste, von der Geschichte zweier Menschenalter unwitterte. Wann noch einmal mitten in das flutende Leben der Gegenwart Hineintritt, dem er bisher nicht gleichgültig, aber doch im Abstand verdienten Ausrnhend von grösster Lebensleistung gegenüber stand. Für diesen grossen in Lebensgereifcheit und tief menschlicher Güte über den Lages- geschehnissen stehenden Mann, dem das Alter eine rührende Wurde gab, ohne ihm von der ruhigen Oralst seines Wesens und seines klar vor aller Augen liegenden Wollens etwas zu nehmen
°, n Gefühl der Dankbarkeit, ja fast etwas wie SÄ! ^âher Hut emfluden. wenn wir seinen S Ä aus der Ueberzeugung der UmberCt1 s ' ^^''^6 Erkenntnis nach langem uns ^effchwaden der Tagespolitik überkommt es tuns, sobald wir den Blick auf diesen grossen Alten, diesen m 5^^." der wirklich ist, was so viele vor- zutauschen lieben: ein Vertreter des deutschen Volkes schlecht-
6« i2S±**«-*•*•"««ww*»gro- -rfreulickk^ 6 ^ — über die Gegenwart und ihre Dn- heißmi Her en^ÄMbt^Aä^ Meres Volkes an die er mit das in diesen Taaen^' Schluß seines Erinnemngsbuches, üchen Forderunnnn^ wieder M allem Handen und mit seinen sitt- Hindenburg f J 4" ^" fein *, gibt Feldmarschall wortsflut wieder Ausdruck, dass die Gegen- densarten sich - Leidenschaften und tönender Re- bewegten Meere ©äOrf?Ä ^^^ ^ M aus dem ewig
re E'sch^n Lebens wieder die asten stolzen Da-
618,6 bezw. 6917,4 Soldmark, sodass sich ein Ueberschllss von 4,3 bezw. 659,7 Soldmark ergibt.
Ein deutscher Flugrekorb.
1 wtb. Berlin. 18. April. telef. Rach einer bei der Direktion des Aero-Llogd eingetroffonen Meldung hat das Dobler Flugzeug Komet 3, das zur Deutschen Woche nach Mailand geflogen war, auf dem Rückflug die Strecke Mailand-Zürich in 400 Meter Höhe in 130 Minuten zurückgelegt.
Weiteres vom engt. Luftschiff R. ä
' wtb. Conbon. telef. Major Scott von der Luftschiff-Station Pulham erklärte, dass, ehe das Luftschiff A 33 vom Sturm entführt wurde, der Mast, an dem es verankert war wegbrach. Das Schiff lag zunächst mit der Spitze nach unten. Der Kommandeur des Luftschiffes, Booth liess von der Spitze aus Balast abheben. R 33 konnte sich nun aus dem Sefahrbereich der Baulichkeiten des Luftschiffhafens in die Luft erheben. Es stellte sich heraus, dass das Ripp-emverk am Vorderteil Beschädigungen und Brüche erlitten Hjatte, so dass Gas ausströmte. Der Schaden an den Sasstellen konnte aber notdürftig und mit dem Erfolge ausgebessert werden, dass ein weiteres Ausströmen von Gas vermieden wurde. Der Flug bewies, dass es notwendig ist, Luftschiffe in grossen Eigengeschwindigkeiten zu bauen, die gegen die Gewalt heftiger Stürme ankämpfen können. Feldmarschall Sir Sefton Brancker äusserte in einer gestern gehaltenen Rede, dass die neu in Bau zu gebenden englischen Luftschiffe Maschinen enthalten würden, die anstlatt der bisher vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit von 45 Knoten, wie sie auch R 33 besaß, solche von 70 Knoten entwickel» können.
Ein ungereKtes Artell in Mainz.
wtb. Mainz, telef. Das französische Kriegsgericht verurteilte den Strassenbahuschaffner Dingeldein, der einen französischen Soldaten wegen seines Benehmens und wegen Belästigungen der Fahrgäste unter Befolgung seiner Dienstvorschriften bom Wagen herunter geholt hatte ohne ihn zu verletzen, wegen Angeblicher Sewaltstätigkeit, zu einem Monat Gefängnis.^
seinsgvundlagen unserer staatlich-sittlichen Kräfte auftauchen werden. Und er schliesst mit den Worten: Fu dielser Zuversicht lege ich die Feder aus der Hand und baue auf dich — du deutsch Tugend. Der eigensinnign Greisenhaftigkeit des Parteieutums, wie sie im Kandidaten des Barmachlockes, im Krisenmacher Marx, ihre Verkörperung findet, steht die väterliche Würde eines Hindenburg gegenüber, der, selbst im hohen Alter, Begeisterungsbild deutscher Fugend ist. So ist es denn keine Willkür, sondern ein schönes Bekenntnis gesunden Empfindens, wenn an diesem letzten Sonntag vor der Entscheidung rings in deutschen Landen die Volksbewusste Fugend hinauszieht, um für ihren „Vater Hindenburg" zu werben. Um ihm für sein Opfer der Treue zu danken. Und zu bekunden, dass die Zeit der Zerrissenheit und der Korruption vorbei sein soll. Denn „Fugend will Ehrfurcht und Liebe empfinden zum Führer des deuffchen Volkes .
Wie klein, wie -erbärmlich sind allen diesen Empfindungstat- sachen gegenüber die schoflen Methoden jener besonders in einer gewissen hauptstädtischen Presse tätigen schreiber, die nicht etwa offen, sondern von Hinton herum versuchen, unseren Feldmarschall aller Deutschen, unseren Vater Hindenburg als einen vortrottel- fen Greis hinzustellen, oder ihm mit teils verlogenen teils auf Bestellung gelieferten Auslandsmeldungen Abbruch zu tun. Der Gipfelpunkt dieser frechen Geschmacklosigkeiten dürfte die Aufforderung an den Feldmarschall sein, sich einer Art Prüfung auf Maulfertigkeit vor einem Forum barmatbeflissener ^Politiker" zu unterziehen. Die Erwartung, mit den landläufigen Vergif- tungsmethoden den Blick des deutschen Volkes für ben We- fensunterschied zwischen einem Hindenburg und einem Kiuhhan- delskandidaten des politischen Tagesgeschäftes zu trüben, dürfte sich als verfehlt erweisen. Das deutsche Volk bedarf eines selbstlosen Mannes, keines Parteitaktikers. Es will sich wieder geborgen fühlen unter der sauberen und seinen Wesensformen ^genehmen Führung durch eine Persönlichkeit geschichtlichen Ausmasses. Es will wieder, ohne Parteinebengedanken, aufblicken können zu seinem Vertreter. Ein solcher Vertreter der Ration in ihrer Gesamtheit 'kann heute nur einer sein: Er, der sich niemals auch nur einen Schritt weit in den Fnterefsenkampf bat drängen lasten, unser Vater Hindenburg, der getreue Atte, das Vorbild artbewusster Fugend.
ryvöus in einer Gemeinde bei Sagen ausgebrochen.
wtb. Hagen, telef. Fn fünf Familien der Gemeinde Voll- marstein ist Tgphus ausgebrochen. Acht Erkrankte, darunter fand) Erwachsene, wurden dem Krankenhaus zugeführt. Die Krankheit ist auf den Genuss von Waster aus einem Koksbrun- uen zurückzuführen der polizeiich gefchlosteu wurde. Aus dem benachbarten Schlebusch wurden ebenfalls zwei Tgphus-Er- krankungen gemeldet.
Furchtbare Bluttat bei Mannheim.
wtb. Mannheim, telef. Gestern wurde in Neuhofen in ihrer verschlossenen Wohnung eine Ehefrau mit Angeschlagenem
Schädel und einem Strick um den Hals in ihrem Bett aufgefun- den. Daneben lag unverletzt das zwei Sahre alte Kind. Ms Täter kam der Ehemann, der sich gestern vormittag gegen 10 Uhr aus der Wohnung entfernte, in Frage. Heute Vormittag ist es der hiesigen Polizei gelungen den flüchtigen Ehemann, der bei dem hier anwesenden Zirkus Arbeit suchte, ans dem Messplatz festzunehmn. Dieser gab die Tat unumwunden zu.
Etetigkeit der deutschen Außenpolitik.
RejchsaussenminDer Dr. Stresemann hat, wie wir von -unterrichteter Seite hören, 'die deutschen Botschafter angewiesen, den fremden Regierungen zum Llusdruck zu -bringen, dass die bisher innegehaltene Linie der deutschen Aussenpolitik auch durch eine eventuelle Wahl H-indenb-urgs zum Reichspräsidenten keine Beränderung erfahren würde. Dieselben Gedankengäuge, die Dr. Stresemann geistern in seiner Hamburger Rede zum Ausdruck brachte, haben auch die Grundlage abgegeben für die Mitteilungen, die besonders in Washington, Paris und London von den deutschen Botschaftern übermittelt worden sind. Der deutsche Botschafter in Washington Frhr. von Maltzan hat ausserdem Gelegenheit genommen, die amerikanischen Bedenken in einer Rede anlässlich eines Banketts zu zerstreuen. Persönlich haben die Botschafter den alliierten Regierungen noch mit- gete-ilt, dass Dr. Stressemanns aussenpolitisches Programm in feiner Stetigkeit gesichert sei durch bindende Abmachungen zwilchen der Reichsregierung und den Deutschnationalen.
Soweit die heutige Abendpresse zu der Re«de Dr. Stresemanns Stellung nimmt, wird allgemein unterstrichen, dass eine Aenderung der Aussenpolitik keineswegs stattfinden dürfe, und die Richtlinien des Aussenministers weiter verfolgt werden müss- ten Die Blätter der Linken kritisieren besonders dass heute früh einige deutschnationale Zeitungen gewisse Stellen der Ausführungen Dr. Stresemann bei der Wiedergabe seiner Darlegungen weggelassen haben. Fm Lager der Linksparteien ersieht man aus den Ausführungen des Aussenministers bezüglich der Präsidentenwahl und der Stetigkeit der deuffchen Außenpolitik dass Dr. Stresemann die Kandidatur Hindenburgs indirekt ablehne. Das Zentrumsblatt „Die Germania" hobt in diesem Zusammenhänge hervor, wenn Stresemann Jage, dass die Grundlagen unserer Aussenpolitik durch ein Volksvotum über innerpol-itische Anschauungen nicht geändert werden", so könne be-ssen, daß die Reichspräsidentschaft Marx sei» jammen gesichert sei, oder daß die Grundlagen deshalb feststehen, weil auch ein militaristischer Reichsprä- fi'bent von Deuffchnationalen und deuffchoölkischen gnaden nichts â-n. ' * Politik der Verständigung meuter
1er demokratischen Preffe erklärt das „Berliner Tageblatt . die Rede Stresemann wende sich nach Form und Fn- halt ausdrücklich an das Ausland, daß sich zur Stunde nach der Ansicht der deuffchnationalen Presse aber auch nach der «Meinung von Zeitungen die Herrn Stresemann naheständen allzusehr und ganz überflüssig um die deutsche Präsidentenwahl
PS.in ^'"^ englischen und amerikanischen W tblattem d,e aussenpolitischen Gefahren der Kandidatur Hiudcnburg in aller Deutlichkeit gekennzeichnet habe.
Son den Flattern der Rechten zollte die „Deutsche Ta- Präsident ' Unsinn einer Verguickung der
mit ^r. Führung der auswärtigen Politik durch die Regierung zumckgewiesen haben. Das Blatt -hält es 1 />âendig, dass der Aussenminister entweder direkt oder seitens hèl Missbrauch der mit seinem Namen seitens der Linken getrieben werde, euergifch verbäte.
... ^ ^r extrem rechts gerichteten „Deutschen Zeitung" finden i-e . usfuhvungen Dr. Stresemanns keinen Beifall. Seine ganze leie gewähre am Schluss den Eirrdvuck, den man von aus» andischen Briefmarken habe mit Giraffen die unter Palmen wandeln. Seine Rede über Weltwirtschaft und Weltpositik wirke tatsächlich Jo. Der Minister betraute die Entwickelung der 'Weltwirffchaft und We-ltpoi-itik exotisch.