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Fuldaer Krersblatt, Anzeiser für Rhön und BogelsberV, Fulda- und Haunetal

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Nummer 91.

Dienstag, den A. AM ISA

L Jahrgang.

Swdenburgs übrrpmtMche Womommredt in Sonnover

D.B. Hannover, 20. April. (Lig. Meldg.) Testern hatten sich auf Einladung des Reichsblocks über 400 Vertreter der iu- uud ausländischen Presse, sowie der im Reichsblock vertretenen Parteien und Verbände zur Entgegennahme einer Lrklärnng des Präsidentschaftskandidaten des Reichsblocks Geueralfeld­marschall von Hindenburg hier eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Reichsblocks von Loebell ergriff der Generalfeldmarschall das Wort. 3« seinen Ausführungen betonte er einleitend, daß er sich durch die hefti­gen Angriffe der Linksparteien nicht habe stören lasten, die Kan- datur anzunehmeu. Deutschland, so führte er aus, hat in ern­sten, schweren Stunden bewiesen, daß es durch Einigkeit viel zu erreichen vermag.Der schönste Abschluß meines Lebens wäre es daher", so sagte der Feidmarjchall,wenn ich noch sehen dürf­te, daß sich das deutsche Volk wieder mit der gleichen Limnütig- Keit in friedlicher Arbeit zusammenfinden würde". Als er wie­der auf seine Kandidatur zu sprechen kam wurden seine Aus­führungen von spontan cm Huldigungsrufen unterbrochen.Nach­dem ich", so sagte er,die Kandidatur angenommen habe, ist es auch mein fester Wille, mich während des Wahlkampfes an der Wahlarbeit zu beteiligen und meine ganze Kraft für das Wohl Deutschlands einzusetzen. Nachdem Hindenburg seine Ausführ­ungen, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden, beendet hatte, ergriff der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartèi Winckler, das Wort und betonte, daß die Kandidatur Hinden­burgs den größten Wiederhall im ganzen deutschen Volke ge­funden habe. Nach ihm sprach der Vertreter der Deutschen Bolksparlei, Staatsmimstèr von Richter, und gab für seine Partei das Treugelöbnis ab, daß sie alle Kraft einsetzen werde, um der Kandidatur des Generalfel-dmarschalls zum Siege zu ver­helfen. Der Vertreter der Wirtschaftspartei betonte, daß Hin-- ^onbiirg der geeignetste Man« für den Possen des Reichspräsi- denten sei, er sei das wertvollste Kleinod des deutschen Volkes.

Der Vertreter der Bayerischen Volkspartei Leubel, berich­tete, daß die Kandidatur Hindenburgs einen überwältigenden Eindruck in Bagern erzeugt habe und daß die breitesten Volks­kreise gerne dem alten Führer ihre Stimme im vollsten Vertrau­en geben würden. Mo Kandidatur Hindenburgs fei das schönste Ostergeschenk für das Bayerische Volk gewesen. Aach einem Treuschwur für Hindenburg dankte der greise General ergriffen in einem Schlußwort und schloß mit einem dreifachen Hurrah auf das deutsche Volk.

Kein politischer Empfang des Kronprinzen bei Hindenburg.

wtb. Berlin, 20. April. telef. Ein Berliner Mittagsblatt brachte heute die Nachricht, daß Kronprinz Wichelm am Mitt­woch oder Donnerstag gemeinsam mit seiner Gemahlin einen Besu chbei Hindenburg mach. würde, der durch Auwesenh. eines kleinen Kreises von rechtsstehenden politischen Führern zu einem politischen Empfang ausgestaltet werden sollte. Der Vertraute des Krortprinzen Major a. D. v. Müldner erklärte lt.Lokal Anzeiger", daß diese Mittellung unrichtig sei.

gürtet und Sfrtftmien zur MWrMenlmwchl

. -Ban tont

Sozialdemokratischen Prejsedienst" war dem Reichskanzler Dr. Luther seine Zurückhaltung in dem Wahlkampf oorgoworfen worden. Mit Rocht meist -dieser jetzt in einer durch -die Presse verbreiteten Erklärung den Vorwuch zurück und betont, daß es der verfassungsmäßigen Stellung des ^Reichskanzlers nicht ent- Mechei: würde, in einer solchen Angelege-nheit der ipohtischen Mündigke'it des deutschen Volkes oorzugreiDen. Dr. Luther oorw-eist auch und -damit deutet -er die unsichere, heikle Gage K L?^^eu Reichskâ an - auf die Tats-ache, daß

^ sich Mr Zeit ja im Mahl- feT^Bt ^^âberstehen. Sein Versuch, dchs noch lim letz- ten AtzgcMick zu verhindern ist bökauM-ich gescheitert. Der seine -Erklärung, daß er -keiner polli- ^bore und auch zu Hoeiner -in -näherer Bezieh- Mg stehe. Das AnstnMn der Linken an die l-eitenden Männer dtt R-öchsregiMMg ging noch dahin, daß diese aus außenpoli- chchen Gründen gegen die Kandidatur -Hindenburg auftreten soll

Wenn Dr. Luther das ablchch, so halten wir das für voll- En-men richtig. 2-m Hauptausschuß -des Reichstages hat man auf * Srage, besonders im -Hinblick

^örtort, und die Minister Dr.« die toleara^k.^^ânam haben sich dazu geäußert. Da nicht E^eforderte Auskunft u-nseres Botschafters unq über V.-1'9^krossen war, konnte eine amtliche -Erklär­ter Amerika nicht abgegeben werden. Stresemann hat sich im Ausschuß mit sgeomekt, dann aber am Sonntag früh r Keiner

Seen völlige Neutralität.

wtb. Berlin, 20. April. telef. Verschiedene Zeitungen ha­ben Nachrichten über die Stellung des Generals von Leekt zu dem Kaudidaten für die Reichspräsidentschaft verbrettet. Alle diese Nachrichten sind falsch. Entsprechend seiner Dienststellung verhält sich der Thes der Heeresleitung zur Präsidentenwahl völlig neutral.

Blutiger Zusammenstoß zwischen Reichs­banner und Hakenkreuz in Berlin.

D.B. Berlin, 20. April. (Lig. Meldg.) Testern Abend kam es in der Dresdner Straße zu einem schweren Zusmmueu- stoß zwischen Reichsbannerleuten und Hakenkreuzlern, wobei einige Tdeichsbânerleute durch Steinwürfe und Mesierstiche ver letzt wurden. An dem Zusammenstoß beteiligten sich auch Kom­munisten. Das Herbeigerufene Uoberfallkommavdo der Schupo griff ht das Handgemenge ein und verjagte die Angreifer. Ls wurden einige Verhaftungen vorgenommen.

Ausschreitungen in Hamburg.

wtb. Hamburg, 20. April. telef. Gestern Sonntag wurde eine Truppe von Angehörigen des Reichsbanners, die von einer Kundgebung heimkehrten, an der Thgssen-Brücke von einer. Rotte des roten Frontkämpferbundes mit Pflastersteinen bewor feu. Liner der AeichLbaunerleute wurde derart am Kopfe ver­letzt, daß er besinnungslos zu Boden stürzte und das Bewußtsein bis heute noch nicht erlangte. Der Täter wurde von der Polizei verhaftet.

wtb. Hedwigs gestorben.

Soefle f.

Berlin, 20. April. Heute Nachmittag 4 Uhr ist im Krankenhaus der frühere Reichspostminister Hoofle

Zur Lage in Bulgarien.

wtb. Sofia, 20. April. telef. Außer dem Abgeordneten Kor- manofs sind aus dem Zentrale» sschuß der Regiernngsparteien noch die Abgeordneten Kröten und Malinosf ausgetreten. Letz­terer steht auf dem Standpunkt âer Umleitung der Regierung auf breitester GruMage evtl, einem Kabinett unter Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten Alexander Malinofi. (Siche auch unter Rubrik: Aus der Tagesgeschichte. D. Redakt.)

Ser Lebensmittel-Großhünbler als Betrüger.

wtb. Dortmund, 20. April. telef. Wie derDortmunder Generalanzeiger" berichtet, ist der hiesige LebensmitteigroßhLnd-

Zeit" einen sehr bemerkenswerten Artikel über das Thema Deutsche Voljkspartsi ünh Meichspräsideptenw-ähll" oeröff fernst W- Hier wiederholt er dis FMellüM, daß fem-e Partei bis zuletzt an der Kandidatur Carres festgehalten und gegen die Kandidatur Hindenbuing vor allein das -Bedenken geltend ge­macht hat, daß die verehrungswürdigs Person -des General- k-dmarfchalls aus den Partei-Kämpfen her-ausb-leihen sollte. Nachdem dann doch die Entschsidrm-g für Hindeniburg -gefallen sei, habe die Deutsche -VvGspartei (sich sseWverßtändlich hinter diese Kandidatur gestellt, lehne es aber -entschieden ab, daß in diesem Wahlkampf die Geigensätze zwischen Monarchie und Re- publik ausgetragen werden sollten. Auch um eine Aenderung de« -außenpolitischen Kurses tonne es sich (keinesfalls handeln. Ss gebe in Deutschland keine persönliche Außenpolitik, sondern nur die Reichstags-Mehrheit; und diese laufe uuzweifölhaft darauf hinaus, eine Klärung unseres Verhältnisses ju unserem west- li'cbwi Nachbarn herbeizufllhren, -die -das Rheinland ein für alle mal vor den Angriffen französischer Gewältpolütk schützen rnüs- se. Zum Schluß betont Dr. Stresemann noch mit besonderem Rachdruck, daß Hindenburg, der sich dem neuen Deutschland mcht und bisher in vovbMicher Zurückgezogenheit von -allem Parteiwesen gelebt tobe, sich im Falle seiner Wahl keinesfalls auf einen anderen Standpunkt steilen werde. Hiermit -ist zwar die Frage, wie sich der Außenminister zu den außenpolitischen Folgm der Kandidatur Hindenku-rg stellt, nur indirekt und ge- -loissermaßen -durch einen Beeiaflußungsoersuch beantwortet, aiber man muß zugsben, daß Dr. Stresemann in der gegenwärtigen Vage mehr nicht sagen konnte.

ler Reichert nach Unterschlagung von 12 000 Mark flüchtig ge­gangen. A. hatte im geheimen seinen Besitz verkauft und Jets längerer Zeit größere Warenmengen auf Credit bezogen, die er zum Seil mit Schecks auf hiesige Banken bezahlte, für die aber keine Deckung vorhanden war. Der Betrüger soll nach Zrauk- reich geflüchtet sein, wohin er seine Familie schon vorher geschickt hate.

Ein Bootsünglück aus dem Arenb-See.

wtb. Arendsee (Altmarkt), 20. April., telef. Am Sonntag Nachmittag ereignete sich bei stürmischem Wetter auf dem Arendsee in der Nähe des Dorfes Ziessau ein schweres Boots- unglück, dem zwei Personen zum Opfer fielen. Liu dritter Boots insasie konnte gerettet werden. Das Boot kenterte, als die 2n- sassen die Plätze wechselten.

Die Eeunölagen deutscher Seegeltung.

Origi-nalaufsatz für die »Hessische Morgenzeitung"

Von Aegir.

V.

(Schluß).

Wenn nun, wie nachgewiesen, die strategisch-geographische Lage in der Nordsee erkannt war, ist die weitere Frage zu stel­len: welche Versuche wurden gemacht ihr zu begegnen? Hier­bei ist zu unterscheiden zwischen solchen Versuchen, die die Ma­rine zu machen in der Lage war, und denen, die nur von der Rcichsleitung sel-bst gemacht werden konnten.

Sch will auf die Versuche der Marine nicht näher eingehen. Sie sind deshalb weniger von Bedeutung, weil die heutige deut­sche Seemacht nicht in der Lage ist sie fortzusetzen. Es genügt wenn ich feststelle, daß die Schaffung der Hochseeflotte als wich­tigste Vorbedingung notwendig war. Denn, wie schon oben angeführt, konnte nur die Hochseeflotte, die enge Blockade, die gegenüber der weiten noch viel mehr Nachteile hatte, verhin­dern. Außerdem schützte ihr Vorhandensein vor einer engli- (Hen önvasion, sei es von der deutschen oder der dänischen Kü­ste her. Der Bau der Hochseeflotte war also eine Notwendig­keit und, wie ihre qua-litative Ueberlegenheit in der Seeschlacht ergab, war er auch richtig angefaßt worden.

-Ebenso bedarf^ die Frage des U-Boot-Baues vor dem Kriege nicht der näheren Darlegung. Hier genügt es feftzustel- len, daß bei dem Stande der damaligen U-Bootwaffe aller Län der auch an diesem Kampfmittel nichts versäumt war. 2m Gegenteil: Deutschland ^marschierte hierin an der Spitze und besaß die einzigen für Fernunternehmungen geeigneten Boote. Daß die U-Boote berufen sein könnten, das Ende der engli­schen Secherrschaft herbeizuführen, war vor dem Kriege keines­wegs erwiesen. Stimmen, die dieses behaupteten, wurden äu­ßerst skeptisch ausgenommen. 2ch erinnere nur an den Spott, dem der englische Lldmiral Percg Scott, der Verfasser des be­kannten U-Boot-iBriefes, noch im 2ahre 1914 im Kreise Jet» ner eigenen Kameraden eben deshalb ausgesetzt war.

Die Vorwürfe, die wegen ungenügenden U-Boot-Baues gegen das Reichsinarineamt schoben wurden, sind daher nicht begründet. Sie haben in der Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages vom Frühjahr 1917 eine amtliche und von allen Parteien anerkannte Wiederlegung gefunden *). Die folgerich- tge und rührige Arbeit des %itomarineamtes in der Entwick- toig der U-Boot-Waffe ist in kurzer und überzeugender Weise cargetaa in einem Briefe, den der Korvettenkapitän Barten­bach cm April 191$ an Lldmiral v. Dick richtete. **).

Heiber die Versuche der Marine, sich mit den ihr zu Ge­bote stehenden Mitteln von dem Druck der Küstenfesseln zu be- freieit, kann man zusarnmenfassend sagen, daß alles geschah, was geschehen tonnte.

anderem Lichte erscheint hingegen die diesbezügliche Tätigkeit der Reichsleitung. Hier konnte aus der geographi- (jmen Lage, nachdem nicht zu erkennen war, daß die Marine al- iiein ihrer Herr zu werden vermöchte, nur eine einzige Foiger- gezogen werden. Und diese hieß: Küstenverlängerungl Oum mindesten mußte diese die Möglichkeit einer weiten Vlok- kade durch e,nefleet in beeng" ausschließen. Doch hiermit wird der Kernpunkt aller außenpolitischen Fragen der Vor- Kriegszeit berührt, die Hauptfrage: wen hatte die deutsche Po- !t,k als Gegner zu betrachten? Heute, nachdem diese Frage 'sche-nbar nur noch geschichtlichen Wert hat, haben weniger di­äten als die Tatsachen bewiesen, daß die Seele des Feindbun­des in England zu suchen war. Diese Tatsache nicht nur er­kannt, ,andern sogar ihr? Möglichkeit entrüstet abgelehnt zu

*) v. Tirpitz, Erinnerungen.

**) Der Brief ist veröffentlicht in v. Tirpitz, Erinnerungen 5. 525 ff.