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Moraenzettung
Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda und Haunetal
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Samstag, ton 25. April 1925.
2. Jahrgang.
Die Todesurteile lm Tscheka Prozeß lm
Berti», 24. April. teles. Wie wir hör«, wird das R«1chsj^tiMimstsrim« wa» Anforderung der Reichsregierrmg m ErwäguAtze» darüber «âet«, ob es «»gebracht -rsch-ütt, auf dem Gvademvege die in Leipzig verhängten Todesurteil« gegen die Tscheka-Verschwörer obzväodsr». Sobald â Eutscheid der RÄchsjafttzvrivisteâms vorliegt, wird die Reichs-- reginrnog Beschtuß faste«.
Sie Frage der MhrrâMaag.
roth. Berlin, 24. April. telef. Wie wir höre«, wird die Reichsretzierlmg' » die Erwarttmg ausspreche«, daß die vertraglichen Abmachungen ans der Londoner Konferenz Aber die mM- larische Räumung der Ruhr- und Sanktiovsgobietes Mu 15. August 1925 inue gehalten werden. 2m Zusammenhang mit Erklärungen, die Außeumimster Dr. Stresemann über diese Frage im Hinblick aus die Präsidentenwahl abgegeben hat, wird ^e- tont, daß die Reichsregierung keinerlei Besorgnisse hegt und mit der bestimmten und pünktlichen Räumung des Anhrgebietes rechnet.
Ser deMsch-rMânische KoaMt.
wtb. Berlin, 24. April, telef. Wie wir hören, ist der deutsch-rumämsche Konflikt immer noch nicht beigelegt. (Da die Reichsregierung abwartot, daß die strittigen Frage« aus schiedsgerichtlichen Wege erledigt werden, toirb sie es ab- lehueu, ans etwaige Berhandlungswünsche Rnmäuiens einrugeheu, das neuerdings das B^treben zeigt, direkte Abmachungen mH Deutschland zu tressen und ein Schlichtungsverfahren zu vermeiden. Wie es scheint, haben die Alliierten der rumänischen Regierung nahegelegt, sich mit Deutschland direkt zu cherstäu- digen.
Sas Urteil im Reichsbank-Prozeß in Sortmund.
wtb. Dortmund, 24. AprA. teles. 2m Reichsbauk-Pro- ;eß wurde gegen %12 Uhr heute mittag das Urteil gegen die
Jarres für Hindeudurs«
2n der Riesenhalle des Sportpalastes, in Berlin in Arena und auf den Rängen, Kopf an Kopf eine unübersehbare Menge
und draußen «harren noch Tausende.
Vor den Tausenden, die keinen Einlaß mehr finden konnten, sprach Dr. Jarres noch einmal im Freien mit weithin schallender Stimme. Deutsche Männer und Frauen! Unerwartet wurde mir die Ehre zuteil, im ersten Wahlkampfe um den höchsten Vertrauensposten des deutschen Volkes mit meinem Namen unb mit meiner Person dienen zu dürfen. So unehrlich und widerwärtig das Treiben der Gegner war, so erhebend bleibt auf der anderen Seite die Tatsache, daß der große Gedanke einer überparteilichen Bewegung auf christlicher und nationaler Grundlage, der ich meinen Namen geben durfte, schon im ersten Wahlgang einen so starken Widerhall im deutschen Volke gefunden «hat. Die 12% Millionen Stimmen, die wir am 29. März auf unseren Reichsblock vereinigen konnten, bilden das wesentliche Aktivum für die endgültige Entscheidung. Sür diesen Endkampf galt es nach der ersten unentschiedenen Schlacht die Kräfte neu zu sammeln.
Wir klagen die Parteien der Weimarer Koalition an, daß sie die Wahl des deutschen Staatsoberhauptes zum Gegenstand eines politischen Tauschgeschäftes herabgewüvdigt 'haben. Durch dieses Vorgehen wird der Sinn der Verfassung gerade von den angeblich verfassungstreuen Parteien in sein Gegenteil verkehrt.
Der zwischen den gegnerischen Parteien abgeschlossene Handel widerspricht vor allem dem Geiste der mit soviel schönen Morten gepriesenen Volksgemeinschaft, weil er weite und wertvolle Kreise des Volkes auf Jab re hinaus von der verantwort- iichen Mitwirkung an der Führung des Staates ausschließen ml. Wir hören wohl die Botschaft von der Volksgemeinschaft a lein uns fehlt der Glaube. Sie sagen „Volksblock" und mei- ßen „Weimarer Koalition".
Angesichts dieses unnatürlichen Wahlbünduisses ergab sich nur 'nocf) lUm 1° stärker die Notwendigkeit, unsere / ^^ Möglichkeit zu verbreitern. Als der Neichs- . , f^uerzeit grundsätzlich beschloß, au meiner Kandidatur firh t Mahlgang festzuhalten, habe ich ausdrück der ’ M Ech der ersten Wahl in eine Nachprüfung Gesamtlage eingetreten werde. Das geschah, und es ergab
Augeklqgbeu gefällt. Bou den Hauptangeklagte« wurde» verurteilt, wegen Betruges, Unterschlagung und Urlcundeusälschung,
Groepper ?u 1 % 2ahre, Stadie ?u 1 % Sahre, wegen Betruges,
Urkundensälschung und Hehlerei, Jungmann ju 10 Alouate« und wegen Betruges, Hehlerei und UrkuadeafäLschmrg Sack zu 8 Monaten Gefängnis. Ferner wurden wetzen Betruges sechs andere Angeklagte zu Gefängnisstrafen von 3—8 Mchraten und zwei andere Augeklagte wegen Hehlerei zu 1 Monat Gefängnis verurlellt. Sieben weitere Augeklagte wurden sreigospro- cheu. Die Untersuchungshaft wurden sämtlichen Aingeklagten angerechnet.
Ein verdächtiger Bombenfund in Hannover.
wtb. Hannover, 24. April, teles. Wie die Pressestelle beim Oberpräsidkun mittelst, wurde heute vormittag gegen 6
Uhr in der Gruppeustraße in der Nähe der Post-Passage von Schutzpolizeibeautten zwei Handbomben aus dem Fahrdamm liegend gefunden. Es handelt sich um zwei selbstgefertigte Hand bomben in Blechumhiillnug in brisanter Sprengst offüllung. Die Bomben sind nicht gebrauchsfertig, da Sprengkapsel, Zündschnur und Zündpatronen fehlen. Die angebrachte Schlagbolze«- Borrichtuug ist in Ordnung. Die Bomben wiegen 1 %—1 Kllo.
Ein Frankfurter Arzt vom Patienten erschossen.
wtb. Frankfurt a. M„ 24. April, teles. Der hiesige Arzt Dr. Sichel wurde heute von einem seiner Patienten während der Sprechstunde erschossen. Als der Täter verfolgt iwurde, brachte er sich durch eine zweite Kugel eine tödliche Verletzung bei. Ueber das Motiv der Tat ist noch nichts bekannt.
sich dabei, daß politische Parteien und Gruppen die bis dahin unserem Block noch fern gestanden hatten, durch eine Kandidatur des Generalfeldmarschalls von Hindenburg für unsere gemeinsame Sache gernonnen werden konnten. Daraufhin habe ich auch unseren Feldmarschall gebeten, dem Rufe des Reichs>- blocks Holge zu leisten und dieses letzte Opfer dem Vaterlands zu bringen. 2ch empfinde es als eine Ehre, im ersten Wahl- gang in der Bresche gestanden zu haben.
Nuumehr mache ich einem größeren dem besten deutschen Maune, Platz. Hindenburg soll und wird uns zum Siege führen 2n ihm verkörpert sich unser Programm. Er war uns, er ist uns und er bleibt uns der ideale Vertreter deutschen Wesens: 5m Glück und im Unglück. Groß und stolz steht sein Leben und Wirken vor uns. 2hm danken wir in erster Linie, daß unsere deutsche Heimat von den Greueln bps Krieges verschont blieb. Wenn wir freilich das Gebaren einer gewissen Presse in diesem KamHe beobachten, schämen wir uns, daß ein Geil des Volkes stch augenschâlrch der ungeheuren Dankesschuld nicht mchr bewußt ist, die wir diesem Manne gegenüber haben. 2n hundert Schlachten war er Sieger. Größer noch als alle Schlachteu- erfolge im Felde aber war der Sieg, den er über sich selbst errang, als er nach der Revolution das Heer geordnet in die Heimat zurückführte und durch sein Beispiel stiller, wortloser Selbst aufopferung und staatsbürgerlicher Pflichterfülhmg das Gespenst des Bürgerkrieges bannte.
Der Name Hindenburg bürgt uns für eine klare und besonnene Politik. 2n den schlichten und unantastbaren Erklärungen, die der Feldmarschall am vergangenen Sonntag in Hannover abgegeben hat, ist das Regierungsprogramm eines weisen Volksführers enthalten. Wer es nach diesen Erklärungen, die sich mit der grundsätzlichen Einstellung des Reichsblocks decken, noch fernerhin wagt, Hindenburg als"einen „Militaristen" hinzustellen, der nichts Eiligeres zu tun «habe, als die Verfassung Zu stürzen und Deutschland in einen neuen Krieg zu verwickeln, der betreibt bewußt die Geschäfte unserer schlimmsten Gegner im Auslande, welche durch Einstellung unserer heimischen Verhältnisse ihre Bernichtungspläne förbern wollen.
Menu ein Hindenburg die Verfassung beschwört, so hält er diesen Eid, wie er immer sein Wort in seinem ganzen Leben gehalten hat.
abgeSndett?
Wir wolle» dagegen im Rah»»« der Vierfaffsug einer fortschrittlichen Entwicklung dienen »nb unser staatliches Lebe» erneuern. Dazu gehört aber auch, daß wir chm ihre Reinheit wiedergeben, die das beste Erbe der Vergangenheit bleibt, und die mir in den Letzten Sahres allzu häufig vermissen mußte». Dazu gehört ferner, daß wir dem Ligeulebeu der Länder innerhalb des Reichsverbandes «Heber zu der nötigen Geltung verhelfen. Wir verwahre« uns aber auch dagegen, daß man das Schicksal unseres preußischen Staates irgend welchen Experimente» ans* liefert. Wie ich es in Köln am Rhein getan habe, bekenne ich mich auch hier M dem Latze: Die Einheit und Unteilbarkeit unseres Preußenlaudes ist die »nerläMche Vorausfetzoog für die Freiheit und Sicherheit des deutschen Volkes.
Mir wünschen an der Spitze des Deutsche» Reiches eine Persönlichkeit zu sehen, die außerhalb des Parteigetriebes stehend, die besten Kräfte ohne Ansehen der Person, der Herkunft und des Berufs zur Führung der Reichsgeschäfte herzieht Kultur und Wirtschaft fördert, Ordnung und Sitte schirmt, den Frieden unter den Bekenntnissen und Berufen fördert, für gerechten und sozialen Ausgleich sorgt und das Reich mit Würde vertritt.
Ja unserem Hindenburg haben wir diesen Mann. Der von unserem Reichsblock aufgestellte Kandidat hat kein imperatives Mandat übernommen. Er wurzelt fest in dem Boden unserer gemeinsamen -nationalen, christlichen und sozialen 'Weltanschauung. Aber er ist nicht der politische Gefangene irgend einer Partei oder irgend einer Parteikonstellation. Fällt die Wahl des deutschen Volkes auf Hindenburg, so wird er in der Cage sein, frei von jeder politischen Bindung, nur dem eigenen Gewissen verantwortlich der Gesamtheit des Volkes zu dienen. Seine Persönlichkeit bietet uns die Gewähr, daß er die Freiheit des Gewissens und Handelns nach allen Seiten und in jeher Beziehung wahrnehmen wird.
Er bürgt uns dafür, daß der bensche Amne ia der Wett wieder zu Ehre» kommt. Zu lange haben wir dieser Welt das traurige Schauspiel eines in sich zerfallenen Volkes geboten. Geschlossen steht der Reichsblock hinter der ragpttben Gestalt unseres beliebten Feldmarschalls. Und mir persönlich ist es tief empfundenes Bedürfnis, auch hier an dieser Stelle unserem Führer im Kampfe dafür zu da-nken «daß er sich dem -Vaterlande zu dieser schweren Aufgabe zur Verfügung gestellt «hat. Mit Stolz hat es mich erfüllt, daß mir der treue Ekkehard des deutschen Volkes beim ersten Wahlga-ng seinen Segenswunsch mit auf den Weg gab. Heute geht mein Mahnruf von meinen Lippen und aus meinem Herzen an das deutsche Vock, diesem würdigen Bannerträger unserer großen vaterländischen^ Sache zu folgen.
Die Millionen, welche mich bei der ersten «Wahl mit Vertrauen beehrt haben, werden — so bin ich überzeugt — meiner Parole folgen. Aber das genügt nicht. Das Heer her Nicht- wähler, der Gleichgültigen und Lauen, die sich im ersten Wahi- gang abseits hielten, und auf ihr «Wahlrecht verzichteten gilt es je^t mobil zu machen und an die Wahlurne zu bringen. Sie stehen durchweg auf unserem -politischen Boden. Sie wollen, was mir «wollen, sind sich aber «des Ernstes der Stunde und ihrer Mitverantwortung -noch nicht bewußt. Solche Gleichgültigkeit mag bei der Ungewißheit des ersten Wahlganges -verzeihlich erscheinen, jetzt aber, wo es um die Entscheidunjg geht, würde sie zu einer schwren Versündigung am Vocke werden.
-Wir erwarten «daß alle, die auf unserem vaterländischen ^oden stchen am kommenden Sonntag ihre Pflicht tun.
Führer in eine glückliche, friedliche und freie Zukunft rmse- res geliebten deutschen Vaterlandes sei uns: Hindenburgi
Aus Kreisen des kath. Klerus wird der ,Mllnchn.-Ztg." geschrieben:
2n unverantwortlicher Weise wird beim zweiten «Wahlkampf um den zweiten Reichspräsidenten unsere Religion von Zentrumsleuten mißbraucht. Unter Berufung auf „das kath. Gewissen werden unsere katholische «Glaubensgenossen, unsere katholischen Vereine und 2ugendorganisationen einseitig für den Linksblockkand!daten Marx geworben. Gerade unser katholisches Gewissen und die bange Sorge um die fernere Zukunft unserer Religion und unseres deutschen Vaterlandes muß uns gegenüber Marx äußerste Zurückhaltung auferlegen.
Sin katholischer Führer, als der uns Katholiken Marx zur Wahl empfohlen wird, müßte er in Weltanschauungsfragen unbeirrbar und konsequent sein. Als Sprecher der Katholiken sprach Marx 1910 auf dem dutschen Katholikentag:
„Wir sehen den Unglauben am lautesten verteidigt in den Reihen derjenigen, welche sich den Umsturz aller staatlichen und bürgerlichen Ordnung zu ihrem Ziel gesetzt «haben. Und wir stehen vor etwas Unfaßbarem, wenn «selbst hohe Staatsmänner (er meinte -damit Bethmann-Hollweg) diesen ausgesprochenen und zielbewußt staatsfeindlichen Elementen die Wege ebnen und Lob und Anerkennung ausgesprochen, oder wenigstens sie als nicht Jo sehr gefährlich bezeichnen."