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Ful-aer Kreisblatt, Anzeisee BZ Rhön un- Vogelsbers, Ful-a un- Haunetat

®t< .Hesstsche Morgenzeitung" erscheint wöchenUich 6 mal, lauster Montags), Sonntags - M. 3. im Bild. Bezugspreise: Durch die Post bezogen monatlich 1.50 Rentenm. au^ne^liif Postgebühren. Bei Zustellung durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentcnmaik.

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Nummer 96.

Sonntag, den 26. April 1925.

2. Jahrgang.

heute ist die Parole: hiudeudurgl

wtb. Berlin, 25. April. 5« der Rede die Generalfollmrar- schall von Hindenburg am Freitag abend durch bett Rundfunk hielt, erklärte unser RaKouacheld mit kräftigter Akzentuierung und markiger Stimme:

3ch selbst habe in meiner Sugeud au chdiese Seite des Krie­ges kenttengelernt nttb sie im vorgerückten Lebensalter mit der ganzen Schwere chrer besonderen Verantwortung auf mir la­sten gefühlt. 3ch erkläre vor der ganzen Welt, daß es immer mein heiligstes Bestreben fein würde,

neue Kviegsfchreckeu fernzuhalten

und den Kriegsopfern Iber Vergangenheit nach Kräften zu hel­fen. Dies Ziel werden wir dann am sichersten erreichen, wenn wir den anderen Rationen das Bild eines Volkes zeigen, das die harte Not der Zeit zu

wahrer und innerer Einigkeit

zufammengeführt hat, das Bild eines Volkes, das entschlossen ist, in Arbeit und Sparsamkeit, in Ehrlichkeit und Gottvertrauen zusammenzustehen, einer dem andern zu helfen, nach besten Kräf­te« die Lasten zu tragen, einig zu fein in der Hingabe an das gro­ße Ganze, nicht nur nach Rechten, sondern zuerst nach Pflichten fragen.

Auch ich werde so handeln und erkläre daher endgültig alle etwa auftaucheuden Gerüchte über meinen Rücktritt von der Kandidatur für falsch. So soll denn unter uns allen ein edler Wettstreit entbrennen, welcher Deutsche, welcher Stand oder welcher Gau am treuesten Mnd aufopferndsten für die Gesamtheit arbeitet. 'S« diesem Sinne nuferem Volke, wenn es mich an sei­ne Spitze berufen sollte, als Führer zu dienen, würde meine hei- ' ligste Aufgabe fein!

Blutige Zusammenstöße zwischen Reichs­banner u. Jeutschnationalen in Berlin.

wtb. Berlin, 25. April, telef. Um 12% Uhr heute mittag wurde an der Ecke Meraner-Susbruckerstraße in einer Strei­terei zwischen Deutfchnationalen und Reichsbannerteuten ein bis jetzt noch unbekannter sAnhänger des Reichsbanners erschossen und weitere schwer verletzt. Nähere Meldung« fehlen noch.

Zusammenstöße in Nortmunb.

wtb. Berlin, 25. April, totes. Nach einer Meldung des Lokalanzeigers" aus Dortmund wurde bei einem Anfammeu- stoß zwischen Angehörigen des Sungdoutscheu Ordens und Mit­gliedern des kommnnistifchou Snugsturms der Sungdeutscho Or- densmann Heinrich Heller dnrch einen Schuß getötet. Zwei der der Tat verdächtigen Kommunisten wurden verhaftet.

Zwei Kinder unter einem Pfeiler begraben.

wtb. Ess«, 25. April. Ein schweres Unglück ereignete sich heute morgen an der städtischen Volksschule 25 in Esson-Alteu- dorf. Zwei Kinder die mit mehreren Spielgefährten am Schul­tor schaukelten, warben durch einen plötzlich zusammonsKrzendeu Pfeiler begraben. Das eine Kind war auf der Stelle tot, wäh­rend das andere mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden mußte.

Großfeuer in Hamburg.

wtb. Hamburg, 25. April, telef. Ein mächtiges Großfeuer entstand heute vormittag 10 Uhr in der Hamburger Korkfa­brik am Billbrockdeich aus bisher unbekannter Ursache. Vier Löschzüge der Feuerwehr bekämpften mit 23 Rohren den Brand. Nach zweistündiger Tätigkeit gelang es der Wehr des Feuers Herr zu werden. Die Höhe des Schaden konnte noch nicht fest­gestellt werden.

Kampf mit Einbrechern in Berlin.

wtb. Berlin, 25. April, telef. Zu einem schweren Kampf zwischen einem Wächter und vier Einbrechern kam es in der vergangenen Nacht in Hopogarten bei Berlin. Die Einbrecher die in eine Gastwirtschaft eingebrungen waren, wurden von ei­nem Wächter auf frischer Tat ertappt. Einer der Einbrecher gab sofort mehrere Schüsse aus den Wächter ab. Dieser erwi­derte das Feuer, worauf auch die übrigen Einbrecher von ihren Schußwaffen Gebrauch machte«. Von mehreren Kugeln getrof­fen brach der Wächter zusammen. Er wurde in schwerverletztem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht. Die Einbrecher ent­kamen unerkannt.

Ein Todesurteil in Lübeck.

wtb. Lübeck, 25. April, telef. Vor dem Schwurgericht stand gestern und heute der Fall des früheren Hausmeisters Tie­demann zur Verhandlung der tongeklagt ist, am Aenjahrstage die Schülerin villg Voß verschleppt, nach einem Sittlichkeitsverbre­chen getötet und den Leichnam in der Zentralherzuagsanlage ver­brannt zu haben. Tiedemann wurde zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt .

Mwelle in Amerika.

wtb. Berlin, 25. April, telef. Blättermeldung« zufolge lind die vereinigten Staaten von einer Hitzewelle heimgesucht. 3« einzelnen Gegenden ist die Temperatur auf 32 Grad gestiegen. 3n Saarlouis mußten die Schul« der Hitze wegen geschlossen werden.

sareugeueral Zielen einmal im -Vorzimmer des Königs vor Mü­digkeit einn-ick-en lassen. Es war kurz -nach dem siebenjährigen Kriege. Ei-n dienstbeflissener Page will Hans 3oachim von Zielen wecken, als der König ins Vorzimmer tritt. Da hindert ihn -der alte Fritz daran, indem er obigen Ausspruch tut.

Hindenburg aber hat die Strapazen des Weltkrieges schon längere Zeit hinter sich, als es Zielen- damals kurz nach dem! siebenjährigen Kriege hatte. Der Vergleich hinkt also wie feder Vergleichl ,Daß ich -nicht der alte Mann im Rollstuhl bin, als den man mich hinstellt, -das -haben Sie ja wohl alle gesehen? Will's Gott, hat's damit noch etwas Zeit", sagt er den Zei- tun-gsleute-n in Hannover bei der -den-würdigen Besprechung indem seine klugen, gütigen Augen sie lachend an-blitzen. Gleich unter dem -alten Fritz steht die widerlich lob-hudelnds Nutzan­wendung auf Hindenburg im Flugblatt:Darum gönnt unserem 78jährigen Holdongreis Hinden'burg -di-e wohlverdiente Ruhe, ehrt ihn -als Helden, -indem -ihr den politisch Unerfahrenen nicht in das Partei-Getriebe zerren laßt! Seid einig, einig, einig, und wählt den bewährten Staatsmann, wählt Marx!" Man -nnte glauben, w-enn man di-e fetten Druckstellen des Flug­blattes fleht, der alte Fritz selbst fordere auf: Wählt Hinden­burg! Nun ist es gerade von Zentrums,seite aus nicht diploma- lisch, den alten Fritz in die Wahlkampagne hineinzuziehen. -Hat doch Friedrich der Große, und das ist geschichtlich beglaubigt, -gesagt:3n meinem Staat kann jeder nach seiner Fasson se­lig werden". Ein gutes Wort, ein schöner Gedanke, den wir auch als Richtlinie in Nr. 80 derHessischen Morgenzeitung" genommen -haben und halten we e n ! Aber wird ties auch von der -anderen Seite -gehalten? Die nackten Tatsachen mögen sprechen. Am gestrigen Freitag -brachte eine -hiesige -evangelische Frau ihr Kind in die Aufbauschule in Fulda. Der katholische Geistliche äußerte in Gegenwart dieser Frau und ei­ner andern, evangelischen, Frau es waren die beiden einzigen, die ihre Kinder in die Aufbauschule führten, nach Einsicht­nahme in das Schulzeugnis des Kindes:Was kann denn das arme Kind dafür, daß es den richtigen Glauben nicht hat"__.

Aber hat die Sozialdemokratie, die meist aus Dissident«. Antichristen usw. «besteht, die Demokratie, die zum großen -Test sich aus israelitischen Glaubensbekennern -zusammen-setzt, hat die den richtigen Glauben, um würdig zu sein, daß sich Marx mit ihr oerwettert, um in den Präsidentschaftssessel zu gelangen? Er nicht der Retter, nein er ist der Better! der -Vetter der Anti­christen, der Vetter der Mitbürger -geworden die nach det An­sicht fernes Maischen Geistlich«, wenn schon ein Evangelischer den richtigen Glauben nicht hat, doch -erst recht im irrigen Glau- ben sein müssen, da sie ja unsern Heiland, Sesus Christus, den herbe christlichen Konfessionen bekennen, verleugnen!

Hemrich Heine, -der trotz seiner Taufe die aus rein egoisti- fchen Grund« geschah, Israelit blieb im Herzen, hot -einmal d« Hei and am Kreuze alsarmer Vetter" begrüßt und ihn also verspottet:

-der du die Menschheit -erlösen gewollt du Narr, du M«schheitsretter".

Retter oder Vetter?

Noch ein letztes Wort vor der Wahl. Sollen wir Hmdsn- burg wählen oder Marx. Das hiesige Zentrumsorgan hatte in einer seiner letzten Nummern die nur aus zwei Worten be­stehende Wahlform-elder Netter", die sich neben den mar­kigen Zügen Hindenburgs auf unserem Wahlplakat befinden zum Thema eines Leitartikels gewählt. Nach der von dem Blatte beliebten Beweisführung, die übrigens nicht im eigenen Garten gewachsen, sondern wie das öentrumsorgan selbst ein- gangs zu gibt, derVossifchen Zeitung", der demokratischen Tante Voß" entnommen ist, setzt das hiesige Blatt als guod erat demonstrandum die Formel hin:Retter und Führer ist Wilhelm Marx, der nicht der Kandidat einer Partei, sondern der Vertrauensmann des deutschen Volkes ist".

o^enn also, 211 ar x, der Zentrumsmann nicht Kandidat der Zentrumspartei ist, wieso verlangt dann das Zentrum skupellos, daß ihm alle Ka t h o l èke n zur Wahrung katholisch-kirchli­cher Interessen auf diesem Wege folgen? Marx der sogenannte Vertrauensmann des deutschen Volkes (die -erdrückende Mehr­heit war beim ersten Wahlgang nicht für ihn, und wird es, da­rauf vertrauen wir felsenfest, auch beim zweiten Wahlgang nicht sein) ist autokratisch zum Kandidaten der Sozialdemokratie und der Demokratie aufgestellt und nun diktiert das Zentrum:Feder Katholik rst im Gewissen verpflichtet, unseren, altbewährten (?) Führer Marx am 26. April zu wählen.

Schlamassel heraus hat uns denn Marx schon «der rettete Ostpreußen und das ganze 9n ? 19,4 vor der russischen Dampfwalze. Hat doch

E H- April 1M5 selbst

Er führt ,^ö Hindenburg der Retter der Ostmark ..... £ S* «T â» w* Mit«»!»ich

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war.

sprechen -daß nach meiner tiefsten Ueberzeugung jeder deutsche Staatsmann mit besonderer Liebe und Sorge sich des Landes annehmen wird, das durch die unvergeßlichen Siegestaten unse­res Hindenburg wie kaum ein anderer Teil unseres Vaterlandes in jedem deutschein Herzen die Erinnerung an deutsches Leid, deut sche Not und ideutsche Treue wachruft. Gerade heute wieder, wo der Feldmarschall von Hindenburg in den politischen Kampf hin- eingestellt und darum wie jeder, der sich in diesen Kampf hin­einbegibt, umstritten wird, ist es mir ein Bedürfnis, dem Feld- marlfchall von Hindenburg meine Berchrung und Darkbarkeit auszudrücken . Marx aber hat sich in !London mit ^den Worten eingeführt3ch bin kein Diplomat", womit er den Gegnern nur den Rücken gestärkt, und deren Begriffe von dbr deutschen Diplomatie in die gerade bei den Engländern -wesenseigne Ver­altung gewandelt hat. Die B-agern hat Marx nicht vor der slawischen -Dampfwalze gerettet, wie Hindenbu-pg die Ost­preußen, -sondern Marx wollte -ihnen ein paar -Kompagnien far­bige Franzosen als Besatzun-g auf den Hals laden. D-as alles soll derRetter" Marx sein?---

3n -einem Flugblatt, das die hiesige Fuldaer Aktiendruckerei druckt oder dem Wahlplbkat -nach-gedruckt hat, das seit Donners tag überall! an den Litfaßsäulen und Wänden dieser guten- Stadt prangt, wird der alte Fritz -nämlich König Friedrich -devSroße von Preuße-ii sogar in die Wahlagitation hineingezogen. Wie sagt doch Wallenstein bei Schiller:Gut -ausgesonnen, Pater vamormain! Wär' der Gedank' nicht so verflucht -gescheit, man wär' verführt, ihn herzlich dumm zu -nennen". Der alte Fritz hat nLml. -nicht selbst gemahnt:Laßt schlafen nur den Alten, -er hat genug -gewacht", sondern -in einem hübschen -Gedicht, daß sich kaum auf geschichtlich beglaubigten Tatsachen auf baut, hat langte nach Friedrich des Großen Tode ein Dichter den alten Hu-

Gebt jenem Marx, der sich oervettert hat mit den iSesinn-ungs- genossen Heinrich Heines, dem Vetter, nicht aber dem Retter -heute ^ richtige Antwort, indem ihr Alte zur «Wahlurne geht und geschlossen daswertvollste Kleinod des deutschen Volkes wie in Hannover in der Versammlung -der 400 Pressevertreter Hindenburg genannt wurde

wählt, unsere« Hmdenburgi

An die

3. G.

Katholiken.

Das Blatt, durch das der Heilige Vater, wenn er nicht in einer Enzyklika zu uns spricht seine Meinung kund werden laßt derOsserwatore Romane" warnt in einem sehr schar­fen Leitartikel vor einem Zusammengehen -der Katholiken mit den Sozkal-isten. Zwischen -den christlichen -und sozialistisch-en Ge­danken könne es keine Gemeinschaft geben, denn der Sozialismus sei eme Absage, ja eine Auflehnung gegen die Familie, gegen een Staat. Zwei ganz verschiedene Welten ständen sich hier un­versöhnlich gegenüber, -jede ÖUufion hierüber sei gefährlich.

3ufall, daß derOffernatore Romane" so mah. n-ende und -war-nende Worte in diesem Augenblick an die Katho- Bündrüs ToiTb h "^ W ^<è kann nur das Zentrumspartei mit der Sozialdemo-

s ^^ ^ Reichspräsidenten und für die Bild- ng bes 2ilinifteriums in Preußen abgeschlossen hat. Wie weit .., Eit der katholischen Kirche in Deutschland gekommen, wenn sich der Heilige Stuhl im Gewissen verpflichtet gefühlt hat, laut seine Stimme gegen die Politik -des Zentrums zu erbebens

Katholiken, haben unsere Väter den Kulturkampf hin­durch alles igeduldet und alle Kräfte -daran gesetzt, der Preußi­sche Staat zum Lohn für die Wahl des Herrn Marx durch die Sozialdemokratie dem Sozialismus ausgeliefert wird, daß alle Hoffnung auf ein christliches Schulgesetz auf gegeben werden muß?