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Nummer 99.

Ionnerstag, den 30. Avril 1925.

L Zchrsang.

AM Berttaum Amerikas und Englands aus 5indenbmg.

wtb. Rewgork, 29. April.Aewgork Limes" meldet aus Washington, die Meinung der dortigen offiziellem Kreisen sei, daß in der Wahl Hindenburgs wenig oder nichts -enthalten sei, das das Suteresse Amerikas oder der übrigen Welt erregen könne. Mellon glaube, die Wahl werde die gute Wirkung haben, die.verschiedenen Kräste Deutschlands unter einer starken Führung zu vereinigen. Er glaube ebenfalls, daß die amerika- nischen und die anderen Geldgeber nicht denken werden, daß das Wahlergebnis die Geldanlechen beeinflussen könne. Wenn die wirtschaftliche Maschinerie weitere funktioniere, werden die Geldgeber sich damit zufrieden erklären, Deutschland meistere An leihen zu gewähren.

' WieHerold Tribune" meldet, ist man allgemein der Ansicht, daß die Aeußerungen Mellons auch der Ansicht des Präsidenten Toolidge entsprechen. Diese Ansicht könne dahin zusammenge­faßt werden, daß kein Wechsel in der Wirtschaftspolitik statt« finde, da der Dawesplan ausgeführt werde, daß die Wahl Hin­denburgs nicht eine Aeußerung des militärischen Geistes, son­dern das Ergebnis der Entwicklung und ein Ausdruck konser­vativer Gesinnung sei.

wb. London, 29. April. Der diplomatische Berichterstatter desDailg Telegraph" schreibt, in diplomatischen Kreisen hat gestern die Vertrauensvolle Ueberzeugung aufrecht erhalten ge­blieben, daß die Wahl Hindenburgs zum Präsidenten des Deut- fchen Reiches keinerlei Aenderungen in der auswärtigen Poli­tik Deutschlands herbeiführen werde, wie sie von Dr. Luther -und Dr. Stresemann formuliert und geführt worden sei. Daher b^tehe nach britischer Auffassung weder im Hinblick auf das Sicherheitsproblem noch auf die Lutwajfnungssrags irgendein Grund zu einer Aenderung in der Haltung, die die Alliierten in neuerer Zeit gegenüber Deutschland eingenommen haben. Ls fei allerdings zu befürchten, daß diese britische Auffassung ganz Nnd gar nicht der des französischen Auswärtigen Amtes entspre­che. 3« der Tat gebe der Leitartikel desLemps" vom Mon­tag abend, der überschrieben seiDie deutsche Herausforderung" im wesentlichen die jetzige Auffassung des Quai d'Orsag wieder. Ls sei zweifelhaft, ob diese Aenderung in der Lage und die da- init zusammenhängenden Schwierigkeiten in London bereits ge­würdigt worden seien. Der Berichterstättor meldet, voraus­sichtlich werde der aus Paris mit Snstruktionen Briands zu- rückgekehrte Botschafter de Fleurian im Laufe des heutigen Tages eine Unterredung mit Ehamberlain haben.

Ser mcheavvittMe Kurs bleibt.

Berlin, 29. April. l Eigener Snformationsdienst-Telegr.) Reichskanzler Dr. Lucher wird in den nächsten Tagen, wie wir Zerfahren, wichtige Erklärungen abgeben, in denen er betonen wird, daß die Aeichsregierung an der bisher befolgten außen­politischen Linie festhatten wird. Aameutlich in der Sicher- Hettsfrage bleibe Dentschland bei seinen Vorschlägen und werde weiterhin ernste Anstrengungen machen, um dieses Problem ei­ner Lösung eutgegenzusühreu. Sm übrigen sei die Außenpo-

Hindenburg-Ehrungen.

Das Gut Groß-Schwülper unweit der Städt Braunschweig, /wo die Familie Marenholtz mit der Tochter Hindenburgs ihren -Besitz hat, war am Montag abend der Schauplatz einer großen Kundgebung. Hindenburg hatte bei seiner Tochter, wie auch sonst um diese Sahreszeit, Aufenthalt genommen. Nun wurde dieser kleine Gutshof mit dem schönen Herrschaftsgebäude aus dem Söhre 1722 und dem dahinter aufgebauten uralten Park -aus seiner Stille und Behaglichkeit herausgerissen. Wie ein Lauffeuer ging es durch die Stadt Braunschweig, die Dörfer und Städte, die sich 'bis hinauf an die Grenze der Heide und nach Hannover erstrecken: Hindenburg ist in Groß-Schwülperl Dem -neuen Reichspräsidenten Hindenburg gilt heute abend eine große Kundgebung- s

yii den Vorbereitungen zu dieser Kundgebung-, die innerhalb weniger Stunden aus sich selbst herauswuchs, wurzelte ein ge- roaltiger Auftakt von vaterländischer Begeisterung. Auf den Landstraßen im Umkreis von 20 Kilometer bildeten die lan gen Hüge der Personen- und Lastkraftwagen zusammen mit den vie­len Tausenden Radfahrern und

über 20 000 Menschen

ein unubersehrbar-es Gewimmel. Am Abend glichen die -Land- -nratzen Monneterlangen Lichtstreifeu, auf denen sich in staunens- "?e,"uMgkeit der gewaltige Verkehr wieder abrollte.

K 5tun'^n '^ ein historischer Abend, der an die £ hängen für Bismarck erinnerte.

iimnnh,.CT^^^ ^eoh-Schwülper mit seinen wenigen 100 cteprii" ^ ^ wenigen Stunden die Ausmaße.eines gro- gers, in das aus allen Himmelsrichtungen die Stahl-

«fik der Reichsregierung darauf eingestellt, die Durchführung der Londoner Abmachungen zu gewährleisten.

Ser ReWvrDbenteW ist Berlin.

I Berlin, 29. April. jEigener Snformationsdienst-Telegr.) Entgegen anders lautenden Meldungen erfahr, wir von zustän- ger Stelle, daß Berlin offiziell der Wohnsitz des Reichspräsi­denten bleiben wird. Dabei besteht allerdings die Möglichkeit, daß Reichspräsident Hindenburg neben seinem Berliner Amts­sitz eine Privatwohnung in Potsdam unterhalten wird.

Sie Abstimmung über die Regierungs­erklärung in Preußen verschoben.

wtb. Berlin, 29. April. telef. Der Aettestenrat des preu­ßischen Landtages hat beschlossen die Abstimmung über die Re­gierungserklärung bezw. über die zu chren gestellten Anträge nicht wie ursprünglich beabsichtigt am Mittwoch, sondern erst am Freitag nächster Woche staltfiuden zu lassen, weil Ministerprä­sident Braun sich aus Anlaß der Einweihung des deutschen Mu- seums nach München begibt. -Siehe auch den heutigen Artikel zur Regierungungserklärung. D. Red.)

Ser brutsche Industrie- und Kandelstag an Ktndenburg.

wtb. Berlin, 29. April. telef. Der heute zu einer Voll­versammlung im Reichswirtschaftsrat zusammeugekommeue deut sche Sndustrie- und Handelstag hat an Generalfeldmarschall von Hindeubltrg folgendes Telegramm gerichtet:Der zu feiner Vollversammlung heute vereinigte deutsche Sndustrie- und Han­delstag der sämtlichen deutschen Sndustrie und Handelskammern umfaßt, sendet Ew. Exzellenz als den erwählten Vertreter der Gesamtheit des deutschen Volkes ehrerbietigsten Gruß und herz­liches Willkommen bei der Uebernahme des hohen Amtes. Möge es dem deutschen Volke unter der Amtsführung Ew. Ex­zellenz vergönnt sein sich in friedlicher und werktätiger Arbeit der Früchte seines Fleißes zu erfreuen und wieder in der Ge­meinschaft der Völker diejenige Stellung einzuuohmeu, die ihm auf Grund seiner Geschichte seiner wirtschaftlichen und kulturel­len Kraft gebührt. Der Präsident gez. Mendelssohn.

Keine deutschen Leichen in Stava-Flow mehr aufgesunden.

wtb. London, 29. April. telef. Rach einer Meldung des Dailg Ehrowikle" aus Kirkwall erklärte die Polizeibehörde der Orkweg-Sufel, daß das Gerücht von der Auffindung deutscher Leichen in Skapa-Flow aus Anlaß der Hâug eures Tropedo- bottes vollständig unbegründet sm.

Helm-Vevbände, die vaterländischen Vereinigungen und sämt­liche studentischen Korporationen Braunschweigs mit ihren Fah nen zusammenströmten.

Sim Abend begannen die Fackelfeu-er der -großen Begeister­ung aufzuflammen. Auf der Freitreppe zum Herrenhaus stand der neue Reichspräsident von Hindeuburg im schlichten Bür­gerrock und um ihn herum die vielen Gäste, die in das Herren­haus gekommen waren, um Gratulationen zu bringen.

Hwei Stunbeu dauerte der Vorbeimarsch

der nationalen Verbände, die einige 100 Fahnen mitführten, vor denen Hindenburg grüßend den Hut zog. 25 000 Fackeln loderten in den Abend. Es war ein Anblick, der allen Teil­nehmern unvergeßlich sein wird. Das Deutschlandlied zog in gewaltigen Akkorden über die unübersehbare Menschenmenge, der nach dem Vorbeimarsch der Verbände gestattet wurde, dem neuen Reichspräsidenten Hinderiburg ihre Huldigung zu brin­gen. Blumen wurden Hindenburg gereicht, Hüte und Tücher wurden geschwenkt und die Heilrufe: Heil Hindenburg! Heil / Deutschlandl legten sich wie eine gewöltige Welle über die Pro- ' Zession der 25 000, die in der elften Abendstunde wieder in die Nacht hinauszogen und die Erinnerung an ein großes histori­sches Ereignis mit in die Dörfer und Städte nahmen.

Die Borliwer Handwerkskammer an chren Ehrenpräsidenten.

An Generalfeldmarschall v. Hindenburg, den Ehrenpräsi­denten der Haitdwerkskammer zu Berlin, ist folgendes Tele­gramm abgesandt worden:

'Unterzeichnete beehrt sich, Ew. Exzellenz als ihrem Ehren­

präsidenten mit besonderer Freude herzlichste Glückwünsche aus Anlaß Shrer Wahl zum Reichspräsidenten auszusprechen.

Handwerkskammer zu Bersin.

Der Ncttionalverb<yld Deutscher Offiziere.

hat folgendes Telegramm an den Generalfeldmarschall v. Hin- deiiburg gerichtet:

Eure Exzellenz übersenden die im Nationalverband Deut­scher Offiziere vereinigten Offiziere, die in ihrer Gesinnung und Überlieferten Anschauung nie wankend geworden sind, die ge- hocsantsten Glückwünsche zur vollzogenen Berufung zum Führer des deutschen Bölkes. Wir sehen in diesem hochpolitischen Er­eignis einen Sieg des nationalen Deutschlands gegenüber dem internationalen Lchwächezustand, den Beginn des Wiederauf­stiegs in friedliebender Arbeit unter voller Wahrung der Würde und Ehre von Volk und Vaterland".

Ein Treuegruß deutscher Eisenbahner.

Der Reichsbund deutscher Eisenbahner-Kriegsteilnehmer und der Bund deutscher Reichsbahnbeamten und -Anwärter ha­ben folgendes Telegramm an Generalfeldmarschall v. Hinden­burg gesandt:

Sm Gedenken in Treue, Ehrfurcht und Dankbarkeit derer, die ihr Leben für das Vaterland ließen, gratulieren wir zum Wahlsieg und begrüßen Eure Exzellenz als den Führer des deut­schen Volkes. ön unwandelbarer Treue werden wir weiter mit helfen, daß wir wieder treu, redlich, mutig, würdig, arbeitsam und wahrhaftig werden, damit die im Weltkriege und in der Nachkriegszeit Gefallenen nicht vergebens von uns gegangen sind, welche einst im festen Glauben an Deutschlands Größe fielen.

Der Heintatbund Ostpreußens richtete folgendes Telegramm an HindeUburg:

Ostpreußen wählte seinen Befreier mit 713 984 gegen 302 672. Hocherfreut Aber den glücklichen Ausg-ang der Wah­len übersendet Eurer Exzellenz die ehrerbietigsten WünscheHei Matbund Ostpreußen".

Die vaterläwdischeu Verbände in Halle.

Das -ehemalige rote Herz Deutschlands, durch sechsjährige vpfewoile Kamp-ftätigkeit der alten Frontsoldaten schwarz-weih­rot, Wahlkreis Merseburg, wählte Ew. Exzellenz mit 485 324 gegen 304 634 Stimmen.

Sm Namen der Vereinigten Vaterländischen Verbände

ge;.: Duefterberg.

Der Glückwunsch der Steiermark.

Die Großdeutsche Volkspartei für Steiermark hat an den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg folgen« des Telegramm gerichtet: Die Großdeutsche Völ-Kspartei für Steiermark erblickt in der Wahl Ew. lExzellenz zum Reichs­präsidenten die beste Gewähr für nationale Selbsthilfe zum Wie­deraufstieg des deutschen Volkes sowie die erhöhte Bürgschaft für die kommende Vereinigung zwischen Deutsch-österreich und dem Deutschen Reich und -entbietet die herzlichsten Glückwünsche.

Hn Beginn der Wiener öahrtausendfeier des Rheinlandes wurde unter allgemeinem Beifall die Absendung eines Tele- grammS beschlossen, in dem die Teilnehmer der Feier den Feld- marschlall als Oberhaupt des Deutschen Reiches begrüßen und das deutsche Vock zu feiner Wahl beglückwünschen.

Das Echo aus Vageru.

6® Ergebnis der Reichspräsidentenwahl schreibt die Bagerische Staatszeitung" u. a., es habe die Hoffnungen in nationalen Kreisen des -deutschen Vâes vielleicht mehr erfüllt, als man es anzunehmen gewagt habe. Der vorliegende Wahl- ausfall müsse sich naturgemäß trotz des überparteilichen Eharak- ters Hindenburgs auch politisch ausiroirken. Sn erster Linie dürf­te es in Sachsen und Preußen erneut zu einem energischen Ver- Jueb zur Bildung einer Rechtsregierung kommen. Man werde hoffen und wünschen müssen, daß nun jeder Hader und Streif unter den bürgerlichen Parteien ein Eitde haben möge und alle Kreise sich zu gemeinsamer Arbeit am Aufbau des Vaterlandes zusainmenfinden. Die Wahl Hindenburgs solle als Abkehr des deutschen Volkes von den Auswüchsen der Revolution nicht als Sieg einer Parteikoalition über die andere gewertet werden. Hierbei könnten alle im bürgerlichen Lager Sichenden mittun.

DieMümhen-Allgsburger Abendzeitung" schreibt u. a., bas deutsche Vock habe einen Sieg errungen. Die Rechnung des Herrn Marx sei falsch gewesen. Es hänge viel davon ab, daß sie bald richtig gestellt werde durch eine dem Volksemp-fin- den und Volkswillen besser gerecht werdende Palitik der Hen- trumsführer.

DerVajierische Kurier" erklärt, daß Hindenburg seinen Sieg letzten Endes der Bagerischen Volkspartei verdanke. Shre Stellungnahme habe zweifellos den Ausschlag gegeben. Dem Zentrum möge der Ausfall der Wahl eine Mahnung fein, ehw